{"id":12265,"date":"2009-09-20T01:52:45","date_gmt":"2009-09-20T00:52:45","guid":{"rendered":"http:\/\/meta.copyriot.com\/?p=12265"},"modified":"2011-03-16T01:56:09","modified_gmt":"2011-03-16T00:56:09","slug":"buch-kritik-09-veranstaltungsreihe-zur-buchmesse-in-frankfurt-a-m","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2009\/09\/buch-kritik-09-veranstaltungsreihe-zur-buchmesse-in-frankfurt-a-m\/","title":{"rendered":"Buch &#038; Kritik 09 &#8211; Veranstaltungsreihe zur Buchmesse in Frankfurt a. M."},"content":{"rendered":"<p><strong>1.) Mi., 14.10., 20 Uhr: &#8222;Dialektik und Kritik&#8220; mit Lutz Eichler, Jens Meisenheimer und Stefan M\u00fcller (alle Frankfurt) im Caf\u00e9 KoZ der Universit\u00e4t Frankfurt, J\u00fcgelstra\u00dfe 1. <\/strong><\/p>\n<p>Marx sah den Fortschritt und Springpunkt seiner Kritik der politischen \u00d6konomie darin, die Frage nach dem Grund der dialektischen Existenz der Ware und der in ihr vergegenst\u00e4ndlichten Arbeit nicht nur beantwortet, sondern \u00fcberhaupt erst gestellt zu haben; in der Dialektik der Aufkl\u00e4rung machten Horkheimer und Adorno das Gelingen der Aufkl\u00e4rung davon abh\u00e4ngig, ob es dieser gelinge, sich durch Reflexion auf ihr r\u00fcckl\u00e4ufiges Moment \u00fcber sich selbst aufzukl\u00e4ren; gesellschaftskritische Potenz wurde Freuds Psychoanalyse unter der Voraussetzung zugebilligt, dass sie sich ihrer impliziten Dialektik bewusst werde und ihren Psychologismus kuriere.<br \/>\nDas Unternehmen der Kritik scheint mit dem der Dialektik auf eine bestimmte Weise liiert zu sein, auch wenn im Namen beider oft \u201eganz dialektisch\u201c das gerade Gegenteil betrieben wurde. Ob und wenn ja, was das D- und das K-Wort miteinander zu tun haben, diese Fragen werden zu beantworten versucht.<\/p>\n<p><strong>2.) Do., 15.10., 20 Uhr: &#8222;Deutschland, die Mullahs und das Atom&#8220; mit Matthias K\u00fcntzel (Hamburg) im Gemeinderatssaal der J\u00fcdischen Gemeinde Frankfurt, Westendstra\u00dfe 43.<\/strong><\/p>\n<p>Die Zeitbombe tickt. Wird die internationale Staatengemeinschaft den iranischen Griff zur Bombe noch verhindern k\u00f6nnen? Berlin ist in dieser Auseinandersetzung besonders exponiert: Deutschland wurde gemeinsam mit den f\u00fcnf Vetom\u00e4chten des Sicherheitsrats mit den Iran-Verhandlungen betraut und ist besonders verpflichtet, einem Regime, das den Holocaust leugnet und Israel ausl\u00f6schen will, entgegenzutreten. Gleichzeitig ist die Bundesrepublik bis heute der mit Abstand wichtigste Handelspartner und der bevorzugte Ansprechpartner der Mullahs im Westen.<br \/>\nDie besondere Beziehung zwischen Teheran und Berlin ist historisch bedingt, wie K\u00fcntzel anhand einer F\u00fclle bislang unver\u00f6ffentlichter Dokumente aus Archiven in Washington und Berlin in seinem Buch \u201eDie Deutschen und der Iran. Geschichte und Gegenwart einer verh\u00e4ngnisvollen Freundschaft\u201c beweist. In einer spannenden Darstellung beleuchtet er die Rolle deutscher Unternehmen beim Aufbau der persischen Industrie, beschreibt die \u201eAchse der Arier\u201c w\u00e4hrend des Dritten Reichs, erinnert an die Freundschaft zwischen Westdeutschland und dem Schah und analysiert das deutsch-iranischen Verh\u00e4ltnis von den Anf\u00e4ngen des Mullah-Diktatur bis zur Gegenwart.<\/p>\n<p><strong>3.) Sa., 17.10., 20 Uhr: &#8222;Der Wahn vom Weltsouver\u00e4n &#8211; Zur Kritik des V\u00f6lkerrechts&#8220; mit Gerhard Scheit (Wien) im Caf\u00e9 Kurzschlusz der Fachhochschule Frankfurt, Kleiststra\u00dfe 5.<br \/>\nIm Anschluss Party zu 100 Jahre Tel Aviv mit DJ Guy Pary (Tel Aviv).<\/strong><\/p>\n<p>Der Weltsouver\u00e4n ist \u201edas Gegenteil jener vers\u00f6hnten Vielfalt, die allein ein menschenw\u00fcrdiger Zustand w\u00e4re\u201c (Adorno), der \u201efreien Assoziation der Individuen\u201c (Marx) zur staaten- und klassenlosen Weltgesellschaft. Er ist die Symbiose von Internationalem Strafgerichtshof und Sharia, UNO und Theokratie. Seine Intention ist es, den westlichen Begriff der Souver\u00e4nit\u00e4t ebenso zu unterminieren wie die Kritik der politischen \u00d6konomie zu ersetzen, also Hobbes Leviathan und Marx\u2019 Kapital mit kommunikativer Vernunft und Koran zu widerlegen. Die Gesellschaft, die auseinander bricht in diffuse barbarische Vielheit, kann sich aber Weltinnenpolitik, Global Governance oder Umma nur dann als politische L\u00f6sung vormachen, wenn sie einen gemeinsamen Feind halluziniert, der bereits heimlich die Welt beherrsche. Der Weltsouver\u00e4n entpuppt sich zuletzt als der \u201epositive\u201c Ausdruck des schlimmsten antikapitalistischen Wahns: Der Weltverschw\u00f6rung des Judentums. Und Israel ist auserkoren, sie zu verk\u00f6rpern. Deshalb gezwungen, seine Souver\u00e4nit\u00e4t st\u00e4ndig unter Beweis zu stellen, legt die Politik dieses Staats in Wahrheit stets aufs Neue dar, dass es keinen Weltsouver\u00e4n gibt, aber jeder Versuch, ihn doch zu realisieren, gegen die Juden gerichtet ist: Er nimmt ihrem Staat die Souver\u00e4nit\u00e4t, die sie im Ernstfall allein sch\u00fctzt.<\/p>\n<p><strong>Veranstalter:<\/strong><br \/>\nAutonome Liste Caf\u00e9 Kurzschlusz, Initiative Honestly-Concerned, Initiative Studierender im I.G. Farben-Haus, J\u00fcdischer Jugend- und Studentenverband Hessen, Prozionistische Linke Frankfurt und Zionistische Organisation Deutschland<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzer: AStA der Universit\u00e4t Frankfurt und AStA der Fachhochschule Frankfurt<\/p>\n<p>Weitere Infos unter: <a class=\"moz-txt-link-abbreviated\" href=\"http:\/\/www.prozion.de\/\">www.prozion.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>1.) Mi., 14.10., 20 Uhr: &#8222;Dialektik und Kritik&#8220; mit Lutz Eichler, Jens Meisenheimer und Stefan M\u00fcller (alle Frankfurt) im Caf\u00e9 KoZ der Universit\u00e4t Frankfurt, J\u00fcgelstra\u00dfe 1. <\/strong><\/p>\n<p>Marx sah den Fortschritt und Springpunkt seiner Kritik der politischen \u00d6konomie darin, die Frage nach dem Grund der dialektischen Existenz der Ware und der in ihr vergegenst\u00e4ndlichten Arbeit nicht nur beantwortet, sondern \u00fcberhaupt erst gestellt zu haben; in der Dialektik der Aufkl\u00e4rung machten Horkheimer und Adorno das Gelingen der Aufkl\u00e4rung davon abh\u00e4ngig, ob es dieser gelinge, sich durch Reflexion auf ihr r\u00fcckl\u00e4ufiges Moment \u00fcber sich selbst aufzukl\u00e4ren; gesellschaftskritische Potenz wurde Freuds Psychoanalyse unter der Voraussetzung zugebilligt, dass sie sich ihrer impliziten Dialektik bewusst werde und ihren Psychologismus kuriere.<br \/>\nDas Unternehmen der Kritik scheint mit dem der Dialektik auf eine bestimmte Weise liiert zu sein, auch wenn im Namen beider oft \u201eganz dialektisch\u201c das gerade Gegenteil betrieben wurde. Ob und wenn ja, was das D- und das K-Wort miteinander zu tun haben, diese Fragen werden zu beantworten versucht.<\/p>\n<p><strong>2.) Do., 15.10., 20 Uhr: &#8222;Deutschland, die Mullahs und das Atom&#8220; mit Matthias K\u00fcntzel (Hamburg) im Gemeinderatssaal der J\u00fcdischen Gemeinde Frankfurt, Westendstra\u00dfe 43.<\/strong><\/p>\n<p>Die Zeitbombe tickt. Wird die internationale Staatengemeinschaft den iranischen Griff zur Bombe noch verhindern k\u00f6nnen? Berlin ist in dieser Auseinandersetzung besonders exponiert: Deutschland wurde gemeinsam mit den f\u00fcnf Vetom\u00e4chten des Sicherheitsrats mit den Iran-Verhandlungen betraut und ist besonders verpflichtet, einem Regime, das den Holocaust leugnet und Israel ausl\u00f6schen will, entgegenzutreten. Gleichzeitig ist die Bundesrepublik bis heute der mit Abstand wichtigste Handelspartner und der bevorzugte Ansprechpartner der Mullahs im Westen.<br \/>\nDie besondere Beziehung zwischen Teheran und Berlin ist historisch bedingt, wie K\u00fcntzel anhand einer F\u00fclle bislang unver\u00f6ffentlichter Dokumente aus Archiven in Washington und Berlin in seinem Buch \u201eDie Deutschen und der Iran. Geschichte und Gegenwart einer verh\u00e4ngnisvollen Freundschaft\u201c beweist. In einer spannenden Darstellung beleuchtet er die Rolle deutscher Unternehmen beim Aufbau der persischen Industrie, beschreibt die \u201eAchse der Arier\u201c w\u00e4hrend des Dritten Reichs, erinnert an die Freundschaft zwischen Westdeutschland und dem Schah und analysiert das deutsch-iranischen Verh\u00e4ltnis von den Anf\u00e4ngen des Mullah-Diktatur bis zur Gegenwart.<\/p>\n<p><strong>3.) Sa., 17.10., 20 Uhr: &#8222;Der Wahn vom Weltsouver\u00e4n &#8211; Zur Kritik des V\u00f6lkerrechts&#8220; mit Gerhard Scheit (Wien) im Caf\u00e9 Kurzschlusz der Fachhochschule Frankfurt, Kleiststra\u00dfe 5.<br \/>\nIm Anschluss Party zu 100 Jahre Tel Aviv mit DJ Guy Pary (Tel Aviv).<\/strong><\/p>\n<p>Der Weltsouver\u00e4n ist \u201edas Gegenteil jener vers\u00f6hnten Vielfalt, die allein ein menschenw\u00fcrdiger Zustand w\u00e4re\u201c (Adorno), der \u201efreien Assoziation der Individuen\u201c (Marx) zur staaten- und klassenlosen Weltgesellschaft. Er ist die Symbiose von Internationalem Strafgerichtshof und Sharia, UNO und Theokratie. Seine Intention ist es, den westlichen Begriff der Souver\u00e4nit\u00e4t ebenso zu unterminieren wie die Kritik der politischen \u00d6konomie zu ersetzen, also Hobbes Leviathan und Marx\u2019 Kapital mit kommunikativer Vernunft und Koran zu widerlegen. Die Gesellschaft, die auseinander bricht in diffuse barbarische Vielheit, kann sich aber Weltinnenpolitik, Global Governance oder Umma nur dann als politische L\u00f6sung vormachen, wenn sie einen gemeinsamen Feind halluziniert, der bereits heimlich die Welt beherrsche. Der Weltsouver\u00e4n entpuppt sich zuletzt als der \u201epositive\u201c Ausdruck des schlimmsten antikapitalistischen Wahns: Der Weltverschw\u00f6rung des Judentums. Und Israel ist auserkoren, sie zu verk\u00f6rpern. Deshalb gezwungen, seine Souver\u00e4nit\u00e4t st\u00e4ndig unter Beweis zu stellen, legt die Politik dieses Staats in Wahrheit stets aufs Neue dar, dass es keinen Weltsouver\u00e4n gibt, aber jeder Versuch, ihn doch zu realisieren, gegen die Juden gerichtet ist: Er nimmt ihrem Staat die Souver\u00e4nit\u00e4t, die sie im Ernstfall allein sch\u00fctzt.<\/p>\n<p><strong>Veranstalter:<\/strong><br \/>\nAutonome Liste Caf\u00e9 Kurzschlusz, Initiative Honestly-Concerned, Initiative Studierender im I.G. 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