{"id":16631,"date":"2010-04-01T12:43:18","date_gmt":"2010-04-01T11:43:18","guid":{"rendered":"http:\/\/faitesvotrejeu.blogsport.de\/2010\/04\/01\/per-mausklick-ins-klapperfeld\/"},"modified":"2010-04-04T00:13:20","modified_gmt":"2010-04-03T23:13:20","slug":"per-mausklick-ins-klapperfeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2010\/04\/per-mausklick-ins-klapperfeld\/","title":{"rendered":"Per Mausklick ins Klapperfeld"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fnp.de\/fnp\/region\/lokales\/per-mausklick-ins-klapperfeld_rmn01.c.7498270.de.html\" target=\"_blank\"><strong>Frankfurter Neue Presse, 01.04.2010<\/strong><\/a> (<a href=\"http:\/\/faitesvotrejeu.blogsport.de\/images\/FNP_100401.pdf\" target=\"_blank\"><strong>download pdf<\/strong><\/a>)<\/p>\n<p>\n<br \/>\n<em>Bedr\u00fcckend ist die Atmosph\u00e4re im Keller des ehemaligen Polizeigewahrsams. Dort wird in einer Schau, die nun auch im Netz steht, an die Geschichte des Geb\u00e4udes erinnert. Foto: Weis<\/em><\/p>\n<p><strong>Seit einem Jahr nutzt die Initiative \u00abFaites votre jeu\u00bb das ehemalige Polizeigewahrsam in der Klapperfeldstra\u00dfe. Und hat die Geschichte des Geb\u00e4udes aufbereitet.<\/p>\n<p>Innenstadt.<\/strong> D\u00fcster ist es in dem langen Gang. Obwohl es sich die Mitstreiter von \u00bbFaites votre jeu!\u00ab mit Tischen und Sofas und sogar einer Bar gem\u00fctlich gemacht haben, wirkt das ehemalige Polizeigewahrsam in der Klapperfeldstra\u00dfe unheimlich. Ein Blick in die engen Zellen l\u00e4sst Besucher erschaudern. \u00bbKaum zu glauben, dass hier bis 2003 Menschen eingesperrt waren\u00ab, sagt Mirja (27).<\/p>\n<p>Sie kennt sich aus mit der Geschichte des 1886 er\u00f6ffneten Gef\u00e4ngnisses. \u00bbAls die Stadt uns statt des von uns besetzten, ehemaligen JuZ Bockenheim das Gef\u00e4ngnis anbot, war allen klar: Wir k\u00f6nnen das Geb\u00e4ude nicht nutzen, ohne seine Geschichte aufzuarbeiten.\u00ab Sofort bildete sich ein Arbeitskreis Geschichte. Im Keller wurde eine Ausstellung zur Historie des Gef\u00e4ngnisses im Dritten Reich eingerichtet. Seit kurzem ist die Ausstellung auch unter <a href=\"http:\/\/www.klapperfeld.de\" target=\"_blank\"><strong>www.klapperfeld.de<\/strong><\/a> im Internet zu sehen.<\/p>\n<p>Seit April 2009 nutzt die Initiative \u00bbFaites votre jeu!\u00ab das ehemalige Gef\u00e4ngnis als selbstverwaltetes Zentrum f\u00fcr politische und kulturelle Veranstaltungen wie Diskussionen, Lesungen oder Konzerte. \u00bbBereits im August entstand die erste Ausstellung\u00ab, sagt J\u00f6rg (27). Auch er ist im Arbeitskreis Geschichte aktiv ist, dessen Ziel es ist, die Historie des Geb\u00e4udes allen zug\u00e4nglich zu machen \u2013 auch denen, die nicht nach Frankfurt kommen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und so ist es m\u00f6glich, die Texte der Dauerausstellung im Keller auch online zu lesen. \u00bbNur Bilder gibt es vielleicht nie. Das ist immer eine Frage des Urheberrechts, ob wir sie einstellen d\u00fcrfen oder nicht\u00ab, betont Mirja. Es gibt aber einen Abriss \u00fcber die 114-j\u00e4hrige Historie des Gef\u00e4ngnisses, das einst direkt neben dem Polizeipr\u00e4sidium lag \u2013 bis dieses 1914 an den heutigen Platz der Republik zog. 1933 zog die Gestapo ein und versuchte, unter Folter Gest\u00e4ndnisse oder Informationen von politischen Gefangenen zu erpressen.<\/p>\n<p>Der Homepage-Besucher erf\u00e4hrt auch vom Inhaftierter Bernhard Becker, der einer Widerstandsgruppe von katholischen Jugendlichen angeh\u00f6rte. Er beging in der Klapperfeldstra\u00dfe Selbstmord, um seine Freunde nicht zu verraten. Nach dem Krieg wurden neben Straft\u00e4tern auch jugendliche Ausrei\u00dfer hier inhaftiert. Auch w\u00e4hrend der Studentenproteste in den 1960er Jahren und dem Widerstand gegen die Startbahn West f\u00fcllten sich die Zellen.<\/p>\n<p>\u00bbMit der Schlie\u00dfung des Gef\u00e4ngnisses h\u00f6rt die Geschichte aber nicht auf. Wir dokumentieren auch, wie Faites votre jeu das Geb\u00e4ude nutzt\u00ab, erz\u00e4hlt Mirja. Nachzulesen ist auch die Auseinandersetzung mit der Stadt um das Jugendzentrum Bockenheim und der Umzug von Faites votre jeu ins Polizeigef\u00e4ngnis. Die Homepage ist immer topaktuell.<\/p>\n<p>Und so ist dort zu lesen, dass die Initiative k\u00e4mpfen will, das Kulturzentrum in der Klapperfeldstra\u00dfe weiter betreiben zu k\u00f6nnen. Dessen Zukunft sieht sie gef\u00e4hrdet, weil das Geb\u00e4ude laut Innenstadtkonzept irgendwann abgerissen und durch ein Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus ersetzt werden soll. Das will Faites votre jeu nicht akzeptieren. Dabei hatte die Stadt bei den Verhandlungen \u00fcber den Umzug der Kulturinitiative in der Klapperfeldstra\u00dfe darauf verwiesen, dass diese das Geb\u00e4ude nur vor\u00fcbergehend nutzen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Zurzeit arbeitet der aus rund einem Dutzend Mitgliedern bestehende Arbeitskreis Geschichte an der Erweiterung der Ausstellung. \u00bbDie Ausstellung zur Geschichte des Geb\u00e4udes im Nationalsozialismus bauen wir aus. Diese Zeit mit ihren Gr\u00e4ueln ist uns wichtig\u00ab, sagt J\u00f6rg. Auch weil es im Umkreis Frankfurts nur wenige Gedenkst\u00e4tten zur Nazi-Zeit gebe. \u00bbWir hatten schon viele Schulklassen zu Besuch\u00ab, sagt Mirja. Als n\u00e4chstes soll eine Ausstellung zum Gef\u00e4ngnis selbst entstehen, Mit alten Bildern von Frankfurt und Bildern von der Gestapo, die das Gef\u00e4ngnis lange genutzt hat. Aber auch Baupl\u00e4ne des Geb\u00e4udes und alte Zeichnungen.\u00ab<\/p>\n<p>Bereits online sind zwei Interviews, die der Arbeitskreis mit zwei Gef\u00e4ngnisinsassen gef\u00fchrt hat. Von den Nazis im Februar 1943 verhaftet, sa\u00df bereits Wolfgang Breckheimers (84) Mutter C\u00e4cilie Breckheimer im Gef\u00e4ngnis in der Klapperfeldstra\u00dfe. Von hier wurde sie nach Auschwitz deportiert, wo sie im August 1943 starb. Er selbst kam in das Gef\u00e4ngnis, als er bei einer Demonstration der FDJ am R\u00f6merberg verhaftet wurde. Au\u00dfer Breckheimer erz\u00e4hlt auch der heute 103 Jahre alte, von den Nazis schon 1936 verhaftete Gewerkschafter Hans Schwert von seiner Zeit im Gestapo-Gef\u00e4ngnis. <em>hau<\/em><\/p>\n<h4>Termine: Zeitzeuge berichtet<\/h4>\n<p>Wer keine Zeit hat, zu den beiden April-Veranstaltungen von Faites votre jeu vorbeizukommen, kann trotzdem dabei sein: Ab dem Folgetag sind die Veranstaltungen im Internet unter www.Klapperfeld.de zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Am Mitrwoeh, 14. April, gibt es ab 19 ,Uhr ein Zeitzeugengespr\u00e4ch mit dem Holocaustu\u0308berlebenden und Autor Arno Lustiger. Im Vortrag mit dem Titel \u00bbGedenken \u2013 erziehen \u2013 Vermitteln\u00ab des Frankfurter Erziehungswissenschaftlers Wolfgang Meseth geht es am Donnerstag, 22. April, ab 20 Uhr um die Erziehung nach Auschwitz im 21. Jahrhundert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fnp.de\/fnp\/region\/lokales\/per-mausklick-ins-klapperfeld_rmn01.c.7498270.de.html\" target=\"_blank\"><strong>Frankfurter Neue Presse, 01.04.2010<\/strong><\/a> (<a href=\"http:\/\/faitesvotrejeu.blogsport.de\/images\/FNP_100401.pdf\" target=\"_blank\"><strong>download pdf<\/strong><\/a>)<\/p>\n<p>\n<br \/>\n<em>Bedr\u00fcckend ist die Atmosph\u00e4re im Keller des ehemaligen Polizeigewahrsams. Dort wird in einer Schau, die nun auch im Netz steht, an die Geschichte des Geb\u00e4udes erinnert. Foto: Weis<\/em><\/p>\n<p><strong>Seit einem Jahr nutzt die Initiative \u00abFaites votre jeu\u00bb das ehemalige Polizeigewahrsam in der Klapperfeldstra\u00dfe. Und hat die Geschichte des Geb\u00e4udes aufbereitet.<\/p>\n<p>Innenstadt.<\/strong> D\u00fcster ist es in dem langen Gang. 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