{"id":19400,"date":"2010-09-08T01:15:21","date_gmt":"2010-09-08T00:15:21","guid":{"rendered":"http:\/\/meta.copyriot.com\/?p=19400"},"modified":"2018-12-07T17:08:42","modified_gmt":"2018-12-07T16:08:42","slug":"einladung-aktionswochen-gegen-antisemitismus-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2010\/09\/einladung-aktionswochen-gegen-antisemitismus-2010\/","title":{"rendered":"Einladung Aktionswochen gegen Antisemitismus 2010"},"content":{"rendered":"<p><strong>Schwerpunktthema: israelbezogener Antisemitismus<\/strong> <\/p>\n<p>Bereits seit 2004 organisiert die Amadeu Antonio Stiftung die bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus in den Wochen rund um den 9. November. Das Ziel dieser Initiative ist es, an vielen Orten gleichzeitig ein breites Spektrum von Veranstaltungen gegen Antisemitismus zu organisieren, zu vernetzen und Diskussionen \u00fcber verschiedene Facetten des Problems zu initiieren. In diesem Jahr wollen wir einen inhaltlichen Schwerpunkt setzen: Im Mittelpunkt der Veranstaltungen soll das Thema israelbezogener Antisemitismus stehen.<\/p>\n<p>Mit Ende des Nationalsozialismus und der Gr\u00fcndung des Staates Israel haben sich die Formen des Antisemitismus ver\u00e4ndert, oft steht Israel im Fokus antisemitischer Anfeindungen. Dabei werden g\u00e4ngige antisemitische Muster auf Israel \u00fcbertragen, besonders deutlich wird dies in der Aberkennung des Existenzrechts oder in Vergleichen, mit denen das staatliche Handeln Israels mit den nationalsozialistischen Verbrechen an Juden gleichgesetzt wird. In sozialpsychologischen Untersuchungen zeigt sich, dass israelfeindliche Aussagen besonders hohe Zustimmung erhalten, so stimmen 68,3%, also \u00fcber 2\/3 der Befragten in der Heitmeyer Studie \u201eGruppenbezogene Menschenfeindlichkeit\u201c von 2004 der Aussage zu, Israel f\u00fchre ein Vernichtungskrieg gegen die Pal\u00e4stinenser. Der Aussage \u201eWas der Staat Israel heute mit den Pal\u00e4stinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben\u201c stimmten \u00fcber die H\u00e4lfte der Befragten zu.<br \/>\nDiese antisemitischen Einstellungen spiegeln sich nicht nur in empirischen Studien, sondern auch in k\u00f6rperlichen Angriffen auf Juden und Israelis wider. So wurde im Juni diesen Jahres in Hannover eine j\u00fcdische Tanzgruppe von Jugendlichen mit Steinen angegriffen und vor kurzem zwei Israelis in Berlin vor einer Disko verpr\u00fcgelt.<br \/>\nIn unserer Arbeit stellen wir immer wieder fest, wie wenig es ein Bewusstsein f\u00fcr israelbezogenen Antisemitismus gibt. So rief j\u00fcngst eine Journalistin bei der Stiftungsvorsitzenden Anetta Kahane an, um sie zu einem Vorfall in Sachsen-Anhalt zu interviewen, bei dem ein Jugendlicher zusammengeschlagen wurde und dabei Parolen gerufen wurden wie \u201eDu Scheiss-Jude, verpiss dich\u201c und \u00e4hnliches. Die Journalistin wollte von Frau Kahane ernsthaft wissen, ob das schon Antisemitismus sei oder nicht, immerhin war das Opfer doch Israeli, sei das denn dann auch Antisemitismus?<br \/>\nIn diesem Jahr waren solch beschriebenen Anfeindungen insbesondere im Zusammenhang mit der sogenannten Gaza-Flotille pr\u00e4sent. Die Amadeu Antonio Stiftung sieht einen dringenden Bedarf, sich dem Thema anzunehmen und zu er\u00f6rtern, wie dieser Spielart des Antisemitismus sinnvoll entgegengetreten werden kann. Die Veranstaltungen im Rahmen der Aktionswochen k\u00f6nnen verschiedene Formate haben:  Denkbar sind Filmvorf\u00fchrungen, Lesungen, Vortr\u00e4ge, Ausstellungen, Diskussionsrunden. Inhaltlich bieten sich Veranstaltungen an zu den Themen: Antisemitismus und Antizionismus, Israelbild in der Medienberichterstattung, antisemitische Projektionen auf den Nahostkonflikt oder \u00fcber die Fragestellung, wann aus Kritik an Israel ein antisemitisches Ressentiment wird. Der Kreativit\u00e4t unserer Partner und Partnerinnen bei der Konzeptionierung von Veranstaltungen sind dabei kaum Grenzen gesetzt.<\/p>\n<p>In 2009 wurden 231 Veranstaltungen in 75 Orten der neuen und alten Bundesl\u00e4nder organisiert. Auch dieses Jahr wird es rund um den 9. November, dem 72. Jahrestag der Pogromnacht von 1938, eine Vielzahl von Veranstaltungen zu historischen und vor allem zu zeitgen\u00f6ssischen Formen des Antisemitismus geben, insbesondere aber zum diesj\u00e4hrigen Schwerpunktthema.<\/p>\n<p>Die Amadeu Antonio Stiftung unterst\u00fctzt die Initiativen bei der Ideenfindung, Realisierung und Durchf\u00fchrung der lokalen Veranstaltungen, sowie mit breiter \u00d6ffentlichkeitsarbeit. Zum Auftakt der Kampagne findet eine Pressekonferenz statt und es wird   ein Plakat geben, auf dem alle Partner und Partnerinnen genannt sind. Die einzelnen Veranstaltungen werden auf der Website der Amadeu Antonio Stiftung aufgelistet, so dass Interessierte sie leicht finden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Stiftung m\u00f6chte den bisherigen Erfolg fortsetzen und neue Partnerinnen und Partner hinzugewinnen, die die Aktionswochen aktiv mitgestalten und damit einen Beitrag zur Bek\u00e4mpfung des Antisemitismus leisten. Daher m\u00f6chten wir Sie und Euch ganz herzlich einladen, sich an den Aktionswochen gegen Antisemitismus 2010 zu beteiligen. Falls Veranstaltungen, ob zum Schwerpunktthema oder zu anderen Facetten des Antisemitismus schon stehen, in Planung sind und\/oder ein Interesse besteht sich an den Aktionswochen zu beteiligen, w\u00fcrden wir uns \u00fcber eine R\u00fcckmeldung freuen.<\/p>\n<p>Amadeu Antonio Stiftung<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.amadeu-antonio-stiftung.de\">http:\/\/www.amadeu-antonio-stiftung.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Schwerpunktthema: israelbezogener Antisemitismus<\/strong> <\/p>\n<p>Bereits seit 2004 organisiert die Amadeu Antonio Stiftung die bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus in den Wochen rund um den 9. November. Das Ziel dieser Initiative ist es, an vielen Orten gleichzeitig ein breites Spektrum von Veranstaltungen gegen Antisemitismus zu organisieren, zu vernetzen und Diskussionen \u00fcber verschiedene Facetten des Problems zu initiieren. 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