{"id":19800,"date":"2010-10-13T11:12:12","date_gmt":"2010-10-13T10:12:12","guid":{"rendered":"http:\/\/faitesvotrejeu.blogsport.de\/2010\/10\/13\/ein-ort-der-erinnerung\/"},"modified":"2010-10-17T02:10:10","modified_gmt":"2010-10-17T01:10:10","slug":"ein-ort-der-erinnerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2010\/10\/ein-ort-der-erinnerung\/","title":{"rendered":"Ein Ort der Erinnerung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Geschichte: Erweiterte Dauerausstellung im ehemaligen Polizeigef\u00e4ngnis Klapperfeld in Frankfurt er\u00f6ffnet <\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.main-netz.de\/nachrichten\/kultur\/kultur\/art4214,1380347\" target=\"_blank\"><strong>Main-Echo Aschaffenburg, 16.01.2009<\/strong><\/a> (<a href=\"http:\/\/faitesvotrejeu.blogsport.de\/images\/MainEcho_101013.pdf\" target=\"_blank\"><strong>download pdf<\/strong><\/a>)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/faitesvotrejeu.blogsport.de\/images\/mainecho_20101013_1.jpg\" alt=\"\"><br \/>\n<em>Ort der Ausgrenzung seit langer Zeit: das ehemalige Polizeigef\u00e4ngnis in der Frankfurter Klapperfeldstra\u00dfe. Heute werden die R\u00e4ume von der Kulturinitiative \u00bbFaites votre jeu!\u00ab bespielt, die auch eine sehenswerte Dauerausstellung zur Geschichte des Hauses konzipiert hat. Foto: dpa<\/em><\/p>\n<p><strong>FRANKFURT.<\/strong> Ende April letzten Jahres zog die Initiative \u00bbFaites votre jeu!\u00ab in das ehemalige Polizeigef\u00e4ngnis Klapperfeld in Frankfurt. Bereits im Juli 2009 pr\u00e4sentierte der Arbeitskreis erste Ergebnisse seiner geschichtspolitischen Auseinandersetzung mit der Geschichte der Institution. Im August fand die Er\u00f6ffnung des ersten Teils der Dauerausstellung zum Klapperfeld statt. Dar\u00fcber hinaus waren immer wieder Referenten zu geschichtspolitischen Themen und Zeitzeugen zu Gast.<\/p>\n<p><strong>Vielf\u00e4ltiges Programm<\/strong><\/p>\n<p>Neben einem Ort der Erinnerung ist das Klapperfeld auch zu einem wichtigen Zentrum geworden. Die R\u00e4ume werden f\u00fcr kritische politische, k\u00fcnstlerische und kulturelle Arbeit genutzt. Das Programm ist vielf\u00e4ltig, und so besuchten im letzten Jahr nicht nur j\u00fcngere Menschen das ehemalige Polizeigef\u00e4ngnis. Es finden verschiedenste Veranstaltungen von Vortr\u00e4gen und Diskussionsveranstaltungen \u00fcber Ausstellungen, Lesungen und Theaterauff\u00fchrungen bis hin zu Barabenden und Konzerten statt.<\/p>\n<p>K\u00fcrzlich er\u00f6ffnete der Arbeitskreis die erweiterte Dauerausstellung zur Geschichte des Geb\u00e4udes. Den Kern stellt weiterhin die Rolle des Polizeigef\u00e4ngnisses w\u00e4hrend des Nationalsozialismus dar. Neu entstandene Ausstellungsteile richten den Blick zudem auf die Entstehung des Klapperfelds im 19. Jahrhundert, die Funktion des Gef\u00e4ngnisses in der Weimarer Republik und die Nutzung des Klapperfelds durch die US-Army w\u00e4hrend der Entnazifizierung.<\/p>\n<p>Parallel dazu gibt es derzeit die Wanderausstellung \u00bbFrauen im Konzentrationslager 1933 bis 1945: Moringen \u2013 Lichtenburg \u2013 Ravensbr\u00fcck\u00ab vom Studienkreis Deutscher Widerstand und der Lagergemeinschaft Ravensbr\u00fcck zu sehen. Diese zeichnet die Biografien von Frauen nach, die in Konzentrationslagern inhaftiert waren und legt einen besonderen Schwerpunkt auf den Widerstand der Gefangenen.<\/p>\n<p><strong>Widerstand im Extremfall<\/strong><\/p>\n<p>Die Ausstellung stellt auf 22 Tafeln die Biografien von 51 Frauen vor, die in der NS-Zeit aus rassistischen, politischen, weltanschaulichen, religi\u00f6sen und sozialen Gr\u00fcnden verfolgt wurden. Einen weiteren Zugang erm\u00f6glichen Lesemappen. Sie besch\u00e4ftigen sich mit dem Widerstehen unter den Extrembedingungen der Konzentrationslager, mit medizinischen Experimenten an Frauen, mit der Situation von Kindern und Jugendlichen in Ravensbr\u00fcck, mit der weitgehend tabuisierten Frage der Zwangsprostitution, mit der \u00bbTopographie des Terrors\u00ab, mit T\u00e4tern und mit der Befreiung von Ravensbr\u00fcck. In Vitrinen k\u00f6nnen Handarbeiten und Gegenst\u00e4nde, die in Moringen, Lichtenburg und Ravensbr\u00fcck gefertigt wurden, betrachtet werden.<\/p>\n<p>Im Hinblick auf die im Innenstadtkonzept des Stadtplanungsamtes formulierten Pl\u00e4ne, das Klapperfeld abrei\u00dfen zu wollen, bleibt zu hoffen, dass das nicht umgesetzt wird. Denn durch die Initiative ist das Geb\u00e4ude nicht nur zu einem weiteren Anziehungspunkt in der Frankfurter Off-Kulturszene geworden, sondern erweist sich auch noch als Hort der Geschichte, die doch allenthalben von Neubauten droht weggewischt zu werden. <em>red<\/em><\/p>\n<p><strong>Ge\u00f6ffnet bis 31. Oktober Dienstag 16 bis 19 Uhr, Samstag 15 bis 18 Uhr, Sonntag 15 bis 18 Uhr. <\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/faitesvotrejeu.blogsport.de\/images\/mainecho_20101013_2.jpg\" alt=\"\"><br \/>\n<em>Performance statt Gef\u00e4ngnisalltag: Im Klapperfeld gibt es heute Kunst zu sehen. Foto: red<\/em><\/p>\n<h4>Stichwort: Das Klapperfeld in Frankfurt<\/h4>\n<p>Der heutige Standort des ehemaligen Polizeigef\u00e4ngnisses in der <strong>Klapperfeldstra\u00dfe 5<\/strong> war schon lange Zeit Ort der Ausgrenzung. Bereits im <strong>16. Jahrhundert<\/strong> befand sich hier ein <strong>Pest-<\/strong> und sp\u00e4ter ein <strong>Armen-, Waisen- und Zuchthaus<\/strong>. 1866 wurde Frankfurt kurz nach Beginn des Preu\u00dfisch-\u00d6sterreichischen Krieges von der preu\u00dfischen Armee besetzt und dann <strong>durch Preu\u00dfen annektiert. 1886<\/strong> wurde das <strong>Polizeigef\u00e4ngnis<\/strong> zusammen mit dem damals an die Zeil grenzenden <strong>Polizeipr\u00e4sidium<\/strong> fertiggestellt. Die Flur- und Stra\u00dfenbezeichnung setzte sich umgangssprachlich als Name fu\u0308r das Gef\u00e4ngnis durch. <strong>Ab 1933<\/strong> wurde das Polizeigef\u00e4ngnis in der Klapperfeldstra\u00dfe unter anderem von der <strong>Frankfurter Gestapo<\/strong> genutzt, wo sie inhaftierte, verh\u00f6rte, folterte und mordete. Schon Ende der 1950er Jahre war u\u0308ber eine Schlie\u00dfung diskutiert worden, doch erst im November <strong>2001<\/strong> ist das Gef\u00e4ngnis offiziell geschlossen worden. Das Untersuchungsgef\u00e4ngnis soll abgebrochen werden und durch einen Bu\u0308ro-Neubau ersetzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Geschichte: Erweiterte Dauerausstellung im ehemaligen Polizeigef\u00e4ngnis Klapperfeld in Frankfurt er\u00f6ffnet <\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.main-netz.de\/nachrichten\/kultur\/kultur\/art4214,1380347\" target=\"_blank\"><strong>Main-Echo Aschaffenburg, 16.01.2009<\/strong><\/a> (<a href=\"http:\/\/faitesvotrejeu.blogsport.de\/images\/MainEcho_101013.pdf\" target=\"_blank\"><strong>download pdf<\/strong><\/a>)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/faitesvotrejeu.blogsport.de\/images\/mainecho_20101013_1.jpg\" alt=\"\"><br \/>\n<em>Ort der Ausgrenzung seit langer Zeit: das ehemalige Polizeigef\u00e4ngnis in der Frankfurter Klapperfeldstra\u00dfe. Heute werden die R\u00e4ume von der Kulturinitiative \u00bbFaites votre jeu!\u00ab bespielt, die auch eine sehenswerte Dauerausstellung zur Geschichte des Hauses konzipiert hat. Foto: dpa<\/em><\/p>\n<p><strong>FRANKFURT.<\/strong> Ende April letzten Jahres zog die Initiative \u00bbFaites votre jeu!\u00ab in das ehemalige Polizeigef\u00e4ngnis Klapperfeld in Frankfurt. Bereits im Juli 2009 pr\u00e4sentierte der Arbeitskreis erste Ergebnisse seiner geschichtspolitischen Auseinandersetzung mit der Geschichte der Institution. Im August fand die Er\u00f6ffnung des ersten Teils der Dauerausstellung zum Klapperfeld statt. 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