{"id":20050,"date":"2010-11-02T18:18:47","date_gmt":"2010-11-02T17:18:47","guid":{"rendered":"http:\/\/faitesvotrejeu.blogsport.de\/2010\/11\/02\/pressemitteilung-02-11-2010-ausstellungen-im-klapperfeld-finden-grossen-anklang\/"},"modified":"2010-11-03T01:16:14","modified_gmt":"2010-11-03T00:16:14","slug":"pressemitteilung-02112010-%e2%80%93-ausstellungen-im-klapperfeld-finden-grosen-anklang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2010\/11\/pressemitteilung-02112010-%e2%80%93-ausstellungen-im-klapperfeld-finden-grosen-anklang\/","title":{"rendered":"Pressemitteilung 02.11.2010 \u2013 Ausstellungen im Klapperfeld finden gro\u00dfen Anklang"},"content":{"rendered":"<p>Am 31. Oktober endete die Gastausstellung \u00bbFrauen im Konzentrationslager 1933 \u2013 1945. Moringen \u2013 Lichtenburg \u2013 Ravensbr\u00fcck\u00ab im Klapperfeld. Die Wanderausstellung des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933 \u2013 1945, die die Biografien von Frauen nachzeichnet, die in Konzentrationslagern inhaftiert waren, war f\u00fcr sechs Wochen in den neuen Ausstellungsr\u00e4umen im ersten Stock des ehemaligen Polizeigef\u00e4ngnisses zu sehen.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit der Wanderausstellung er\u00f6ffnete der Arbeitskreis Geschichte der Initiative \u00bbFaites votre jeu!\u00ab am 19. September auch seine erweiterte Dauerausstellung zur Geschichte des Klapperfelds, die im Keller und Erdgeschoss zu sehen ist.<\/p>\n<p>Bereits am Tag der Er\u00f6ffnung kamen fast 200 Besucher_innen ins Klapperfeld und auch in den folgenden Wochen nahm das Interesse nicht ab. Insgesamt besuchten zwischen dem 19. September und dem 31. Oktober fast 1.000 Personen die beiden Ausstellungen. <\/p>\n<p>Helga Cremer-Sch\u00e4fer, Professorin an der Frankfurter Goethe-Universit\u00e4t im Fachbereich Erziehungswissenschaften, sagte im Anschluss an einen Besuch mit den Teilnehmer_innen eines ihrer Seminare: <em>\u00bbDie Biographien der Gastausstellung dokumentieren das politische Leben der Frauen. Sie zeigen nachdr\u00fccklich, dass die Deportationswege in die Lager auch durch die Gef\u00e4ngnisse f\u00fchrten, was die Dauerausstellung der Initiative noch einmal verdeutlicht. Die Ausstellungen im ehemaligen Gef\u00e4ngnis er\u00f6ffnen einen besonderen Erfahrungsraum. Der Besuch des bis ins 21. Jahrhundert genutzten Gef\u00e4ngnisses Klapperfeld sch\u00e4rft den Blick f\u00fcr das, was durch Bestrafung und Internierung in Gef\u00e4ngnissen geschieht. Dieser Ort als Raum f\u00fcr vielf\u00e4ltige Erfahrungen sollte unbedingt erhalten bleiben.\u00ab<\/em><\/p>\n<p>Gottfried K\u00f6\u00dfler, stellvertretender Direktor des Fritz Bauer Instituts, kommentierte die erweiterte Dauerausstellung und die Arbeit von \u00bbFaites votre jeu!\u00ab: <em>\u00bbWenn es einen \u203aauthentischen Ort\u2039 gibt, dann ist es dieses ehemalige Gef\u00e4ngnis. Die feuchte, kalte Luft, die sch\u00e4bigen W\u00e4nde, die uralten Zellent\u00fcren und der lange Flur vermitteln ein Gef\u00fchl des Menschenfeindlichen. In dieses Relikt der Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts, Polizeigef\u00e4ngnis seit 1886 bis 2003, hat die Initiative \u203aFaites votre jeu!\u2039 einen gegenw\u00e4rtigen Ort gebaut. Das ist gelungen durch Grundlagenrecherchen \u00fcber die H\u00e4ftlinge und die Wachmannschaften auf der einen Seite, die Etablierung eines funktionierenden selbstverwalteten Zentrums auf der anderen. Das sind die Grundlagen f\u00fcr Publikumsbindung. Es ist beeindruckend, dass es gelingt, \u00fcber den Betrieb eines selbstverwalteten Zentrums das historische Interesse von Jugendlichen zu wecken, die dann ihre Lehrerinnen und Lehrer \u00fcberzeugen, die Ausstellung \u00fcber die Geschichte des Gef\u00e4ngnisses zu besuchen. Die Ausstellung selbst ist auf die Erz\u00e4hlungen von Zeugen bzw. auf die Dokumentation von Biografien zentriert, es geht also um Erfahrungsgeschichte, um die Handelnden in der Geschichte.\u00ab<\/em><\/p>\n<p>Maja Koster vom Arbeitskreis Geschichte zeigte sich zufrieden und zog nach den sechs Wochen ein positives Res\u00fcmee: <em>\u00bbDas breite Interesse an unserer Auseinandersetzung mit der Geschichte des Klapperfelds freut uns und ist zus\u00e4tzliche Motivation, diese weiter voran zu treiben.\u00ab<\/em><\/p>\n<p>Au\u00dferdem gab sie einen ersten Ausblick auf die weitergehende Arbeit zur Geschichte des Klapperfelds: <em>\u00bbIn den n\u00e4chsten Monaten wollen wir verschiedene Themenfelder bearbeiten: Zum einen geht es uns um die Nutzung des Klapperfelds als Abschiebeknast ab den 1980er Jahren, zum andern um Repression und Kriminalisierung au\u00dferparlamentarischer, linker Bewegungen, von den Studierendenprotesten der sp\u00e4ten 1960er Jahre bis heute. Nat\u00fcrlich werden wir auch unsere Forschungen zur nationalsozialistischen Vergangenheit des Gef\u00e4ngnisses weiterf\u00fchren. Dar\u00fcber hinaus stehen wir bereits wieder mit verschiedenen Gruppen und Institutionen in Kontakt, um weitere Wanderausstellungen ins Klapperfeld zu holen.\u00ab<\/em><\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend dankte Maja Koster noch einmal allen, die \u00bbFaites votre jeu!\u00ab und den Arbeitskreis Geschichte unterst\u00fctzen: <em>\u00bbSeit unserem Umzug haben uns die verschiedensten Menschen, aber auch einige Institutionen bei unserer Arbeit zur Geschichte des Klapperfelds auf vielf\u00e4ltige Weise unterst\u00fctzt. An dieser Stelle m\u00f6chten wir noch einmal Danke sagen.\u00ab<\/em><\/p>\n<p>Seit dem 1. November kann die erweiterte Dauerausstellung \u00fcbrigens auch online auf der Website zur Geschichte des Klapperfelds (<strong><a href=\"http:\/\/www.klapperfeld.de\" target=\"_blank\">www.klapperfeld.de<\/a><\/strong>) besucht werden. Die Texte aller Tafeln, die videografischen Interviews und ein Gro\u00dfteil der in der Ausstellung gezeigten Dokumente k\u00f6nnen auf der vom Arbeitskreis Geschichte erstellten Website abgerufen werden. <\/p>\n<p>F\u00fcr alle, die die Dauerausstellung vor Ort besuchen m\u00f6chten, ist die Ausstellung ab November jeden Samstag von 15 bis 18 Uhr ge\u00f6ffnet sowie w\u00e4hrend allen anderen \u00f6ffentlichen Veranstaltungen. Gruppen und Schulkassen die die Ausstellung au\u00dferhalb der regul\u00e4ren \u00d6ffnungszeiten besuchen m\u00f6chten, k\u00f6nnen gerne einen Termin f\u00fcr eine F\u00fchrung vereinbaren (telefonisch: 0163\u20099401683 | via E-Mail: <strong><a href=\"mailto:info%5B%C3%A4t%5Dklapperfeld.de\">info[\u00e4t]klapperfeld.de<\/a><\/strong>).<\/p>\n<p><strong>Pressemitteilung als pdf: <a href=\"http:\/\/faitesvotrejeu.blogsport.de\/images\/Pressemitteilung_101102.pdf\" target=\"_blank\">download<\/a> <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 31. Oktober endete die Gastausstellung \u00bbFrauen im Konzentrationslager 1933 \u2013 1945. Moringen \u2013 Lichtenburg \u2013 Ravensbr\u00fcck\u00ab im Klapperfeld. 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