{"id":20081,"date":"2010-11-05T12:10:46","date_gmt":"2010-11-05T11:10:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.iheartdigitallife.de\/?p=2285"},"modified":"2010-11-08T01:35:37","modified_gmt":"2010-11-08T00:35:37","slug":"freundliche-ubernahme-nobnq-stellt-konzept-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2010\/11\/freundliche-ubernahme-nobnq-stellt-konzept-vor\/","title":{"rendered":"Freundliche \u00dcbernahme: NoBNQ stellt Konzept vor"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.iheartdigitallife.de\/fotos\/nobnq.jpeg\" align=\"right\">Es tut sich was in der Nachbarschaft jenseits der Reeperbahn. Die Interessengemeinschaft <a href=\"http:\/\/www.no-bnq.org\">NoBNQ<\/a> hat eine <a href=\"http:\/\/www.no-bnq.org\/wp-content\/uploads\/2010\/nobnq_freundliche_uebernahme_small.pdf\">Brosch\u00fcre (PDF)<\/a> vorgelegt, in dem sie ein tolles Konzept f\u00fcr die \u00dcbernahme und soziale Neugestaltung und Nutzung des Bernhard-Nocht-Quartiers in St. Pauli S\u00fcd vorstellen. Genossenschaftliche Wohnungen sind ebenso eingeplant wie eine kreative Nutzung der Gewerber\u00e4ume f\u00fcr den Stadtteil, in denen beispielsweise das Stadtteilarchiv, der Hafenbasar, eine Kantine und ein <a href=\"http:\/\/www.fablab-hamburg.org\/\">Fab Lab<\/a> Raum finden sollen.<\/p>\n<p>Das besondere am vorgelegten Konzept ist, dass es nicht nur tolle Ideen, sondern auch einen Finanzierungsplan enth\u00e4lt. Jetzt m\u00fcssen sich die Beh\u00f6rde und die Eigent\u00fcmer K\u00f6hler und von Bargen dazu verhalten. Die <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/nord\/hamburg\/artikel\/?dig=2010\/11\/05\/a0040&#038;cHash=c6ba24de25\">taz hamburg schreibt heute<\/a>, dass die Sprecherin der Stadtentwicklungsbeh\u00f6rde eine F\u00f6rderung \u00fcber das Rahmenprogramm f\u00fcr integrierte Stadtentwicklung (RISE) nicht f\u00fcr m\u00f6glich h\u00e4lt. Ich habe aber den Eindruck, dass die Stadt aufgrund der vielf\u00e4ltigen Proteste Rund um G\u00e4ngeviertel, NoBNQ, Frappant und co. viel zu sehr unter Druck steht, um sich das nicht noch mal ernsthaft \u00fcberlegen zu m\u00fcssen. Die Lekt\u00fcre der Brosch\u00fcre lohnt sich in jedem Fall, wie auch schon die nachfolgende Presseerkl\u00e4rung deutlich macht.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Beim durchbl\u00e4ttern kann die LeserIn auf neue Ideen kommen. Es entsteht ein Bild dessen, was hier m\u00f6glich ist, und was unwiderbringlich verlorengeht &#8211; wenn die Stadt uns hier nicht entschieden unter die Arme greift.<\/p>\n<p>In ersten Gespr\u00e4chen hat die Stadt der Initiative bereits weitgehende Finanzierungsm\u00f6glichkeiten angeboten, um das gesamte Areal zu kaufen. Unter anderem ein neues Programm (<a href=\"http:\/\/www.wk-hamburg.de\/wohneigentum\/bauen-in-baugemeinschaften\/baugemeinschaften-im-bestand.html\">Wohnungsbaukreditanstalt: Baugemeinschaften im Bestand<\/a>), das man bereits als Reaktion des Senats auf die wachsende Kritik an der neoliberalen Stadtentwicklungspolitik interpretieren kann. Dieses Programm erm\u00f6glicht es MieterInnen, ihre H\u00e4user mit einem sehr geringen Eigenanteil zu kaufen und in eine Genossenschaft umzuwandeln. Anders als mit den Investoren, lie\u00dfen sich so dauerhaft g\u00fcnstige Mietwohnungen auf St. Pauli halten &#8211; und zus\u00e4tzlich zwei neue genossenschaftliche Mietsh\u00e4user bauen.<\/p>\n<p>In unserer Brosch\u00fcre wird dar\u00fcberhinaus modellhaft skizziert, wie Produktion in die Stadt zur\u00fcckkehren &#8211; und mit Bildung kombiniert und lokal verankert werden kann. Das Projekt soll eine \u00f6ffentliche Ressource f\u00fcr den Stadtteil werden. Das ist der deutlich innovative Anteil unseres Konzepts, und auch daf\u00fcr hat die Stadt F\u00f6rdermittel, etwa aus dem &#8220;Rahmenprogramm f\u00fcr integrierte Stadtentwicklung (<a href=\"http:\/\/www.hamburg.de\/contentblob\/2476752\/data\/drucksache-19-3652.pdf\">RISE<\/a>) in Aussicht gestellt.<\/p>\n<p>Ein Blick auf die konkreten Vorhaben verdeutlicht, welche Ausstrahlungskraft von einem solchen Projekt ausgehen wird: im Fab Lab wird Klassen- und Generationen\u00fcbergreifend an modernsten digitalen Ger\u00e4ten gearbeitet und gelernt. Ameise Vinyl verlagert seine Plattenproduktion zu uns nach St. Pauli, ins musikalische Herz der Stadt. Harrys Hamburger Hafenbazar lockt, zur\u00fcck in den alten R\u00e4umen, Touristen in St. Paulis Untergrund. Im St. Pauli Archiv lassen sich die Eindr\u00fccke wissenschaftlich vertiefen, im Caf\u00e9 Betriebskantine Stadtfabrik wird dar\u00fcber diskutiert, w\u00e4hrend Kinder im Innenhof ein Raumschiff konstruieren. <\/p>\n<p>All das ist nicht umsonst zu haben. Die Zahlen finden Sie aufgeschl\u00fcsselt in der Brosch\u00fcre.<br \/>\nDoch werfen wir einen kurzen Blick auf die Alternative der Investoren, die bereits ihren langen Schatten \u00fcber das Viertel wirft. Schauen wir auf die Praxis von K\u00f6hler &#038; von Bargen:<br \/>\n&#8211; ja, in zwei H\u00e4usern haben die Renovierungsarbeiten begonnen. Hier ist es gelungen, f\u00fcr viele Mieter eine langfristige Sicherung des Mietvertrags und eine zehnj\u00e4hrige Bindung des Mietpreises durchzusetzen. <\/p>\n<p>Doch das gilt nicht f\u00fcr alle Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers: <\/p>\n<p>&#8211; die Mieten f\u00fcr den weitaus gr\u00f6\u00dften Teil der BewohnerInnen, n\u00e4mlich die in der Erichstrasse, k\u00f6nnen so rasant steigen, wie es der Mietenspiegel zul\u00e4sst. Hier gibt es keinerlei Bindungen oder Zusagen. <\/p>\n<p>&#8211; entgegen der \u00f6ffentlichen Zusicherungen der Investoren, niemanden zu k\u00fcndigen, passiert genau das: In einem Geb\u00e4ude, das von den Investoren zum Abri\u00df vorgesehen ist, wurde unter fadenscheiniger Begr\u00fcndung gek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>&#8211; das noch aus vornapoleonischer Zeit stammende Geb\u00e4ude der &#8220;Pension Flehmig&#8221; geht ohne Dach bereits in den zweiten Winter. Es wird gemunkelt, dass die Investoren es darauf anlegen, das historische Geb\u00e4ude so verkommen zu lassen, dass sie auch daf\u00fcr eine Abrissgenehmigung bekommen.<\/p>\n<p>Wenn wir an dieser Praxis ablesen, was von den Zusagen der Investoren K\u00f6hler &#038; von Bargen zu halten ist, dann ist f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre der \u00c4rger f\u00fcr die MieterInnen vorprogrammiert.<\/p>\n<p>Nun hat es die Stadt in der Hand: den Stadtteil den Investoren zu \u00fcberlassen &#8211; oder mit der F\u00f6rderung dieses Projekts auf St. Pauli ein entschlossenes Zeichen gegen Verdr\u00e4ngung zu setzen &#8211; und die hier gewachsene, selbstbewusste, erfinderische, soziale Vielf\u00e4ltigkeit zu erhalten.<\/p>\n<p>Gerade im Lichte der wachsenden Protestbewegungen gegen undemokratische Stadtentwicklung und der Forderung nach einem Recht auf Stadt, sollte deutlich sein, was hier eigentlich auf dem Spiel steht: <\/p>\n<p>Besitzt die Stadt, ihre Regierung und Verwaltung, die Resonanzf\u00e4higkeit, um die Impulse, die das lokale Wissen ihr zuspielt, aufzugreifen?<\/p>\n<p>Die Politik ist am Zug.<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.iheartdigitallife.de\/fotos\/nobnq.jpeg\" align=\"right\">Es tut sich was in der Nachbarschaft jenseits der Reeperbahn. 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Die <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/nord\/hamburg\/artikel\/?dig=2010\/11\/05\/a0040&#038;cHash=c6ba24de25\">taz hamburg schreibt heute<\/a>, dass die Sprecherin der Stadtentwicklungsbeh\u00f6rde eine F\u00f6rderung \u00fcber das Rahmenprogramm f\u00fcr integrierte Stadtentwicklung (RISE) nicht f\u00fcr m\u00f6glich h\u00e4lt. Ich habe aber den Eindruck, dass die Stadt aufgrund der vielf\u00e4ltigen Proteste Rund um G\u00e4ngeviertel, NoBNQ, Frappant und co. viel zu sehr unter Druck steht, um sich das nicht noch mal ernsthaft \u00fcberlegen zu m\u00fcssen. 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