{"id":20726,"date":"2011-01-09T17:51:43","date_gmt":"2011-01-09T16:51:43","guid":{"rendered":"http:\/\/agqueerstudies.de\/?p=1168"},"modified":"2011-02-02T01:26:26","modified_gmt":"2011-02-02T00:26:26","slug":"vortragseinladung-12012011-cyborgs-im-zwergenreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2011\/01\/vortragseinladung-12012011-cyborgs-im-zwergenreich\/","title":{"rendered":"Vortragseinladung 12.01.2011: Cyborgs im Zwergenreich"},"content":{"rendered":"<p>Petra Lucht<br \/>\nVon der Ankunft der Cyborgs im Zwergenreich &#8211;<br \/>\nGeschlechterforschung zur Nanotechnologie<br \/>\nMittwoch, 12.01.2011, 19ct, Von Melle Park 5 (&#8220;Wiwi Bunker&#8221;) 0079<\/p>\n<p>Petra Lucht ist Physikerin und Soziologin am Zentrum f\u00fcr interdisziplin\u00e4re Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG) der TU Berlin. Sie referiert zu unserem leider vorerst letzten Vortrag aus der kritischen Naturwissenschaft:<\/p>\n<blockquote>\n<p> Nanotechnologie wird f\u00fcr uns ma\u00dfgeschneidert und geht unter die Haut! \u2013 So k\u00f6nnte das Motto f\u00fcr Visionen \u00fcber diese neue Technologie und ihre Produkte lauten. Partikel im Nanoma\u00dfstab von 10-9m (&#8216;n\u00e1nos&#8217; &#8211; griech.: Zwerg) sind in Sonnencremes, Kleidung, Putzmitteln oder auch Nahrungsmitteln zu finden. Dar\u00fcber hinaus kommt Nanotechnologie in unterschiedlichsten Produktpaletten zum Einsatz: die Spannbreite reicht von chirurgischen Eingriffen und Implantaten \u00fcber Informations- und Kommunikationstechnologien bis hin zur Automobilindustrie. Im Vortrag werden verschiedene Perspektiven der Gender Studies zur Nanotechnologie vorgestellt. Insbesondere frage ich danach, welche vision\u00e4ren Versprechungen in Nanotechnologie-Diskursen produktiv von den Gender Studies f\u00fcr Verschiebungen von Geschlechtergrenzen und f\u00fcr m\u00f6gliche (Um-)Gestaltungen von Geschlechterkategorien fortgeschrieben werden k\u00f6nnten. Mit der ironischen Erz\u00e4hlfigur der hybriden Cyborg, einem Mischwesen aus Maschine und Organismus, verband Donna Haraway Anfang der 1980er Jahre folgende Thesen: Dualismen, die das Denken der neuzeitlichen Moderne konstituieren, w\u00fcrden infrage gestellt, mit den Irritationen der Grenzen zwischen Kategorien wie Geist und K\u00f6rper, Subjekt und Objekt oder Kultur und Natur gingen Irritationen geschlechtlicher Kodierungen dieser Kategorien einher. Die damals noch ungeheuerliche und monstr\u00f6se Cyborg und ihre Irritationen der symbolischen geschlechtskodierten Ordnung sind im Zuge j\u00fcngerer Technologie-Entwicklungen aus dem Reich der Sciencefiction entkommen: Die Cyborg wohnt an Orten der Bio- und Reproduktionstechnologien, sie wandelt in den Netzen der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien. Insbesondere ist sie auch in j\u00fcngeren Diskursen und Praxen der Nanotechnologien ganz selbstverst\u00e4ndlich in Wort, Bild und Artefakten aufzufinden. Bringen hybride Konzeptionen von Organischem und Technischem in den Nanotechnologien jedoch Ver\u00e4nderungen von vergeschlechtlichen Codes mit sich? Geht also die neue Selbstverst\u00e4ndlichkeit, mit der von Cyborgs die Rede ist, auch mit Ver\u00e4nderungen von Geschlechtergrenzen einher? Diese &#8216;Cyborg-Perspektive&#8217; werde ich im Vortrag um die in Nanotechnologie-Diskursen prominente, fiktionale Konzeption vom &#8216;Assembler&#8217; zu erweitern suchen &#8211; einem sich selbst replizierenden Replikator molekularer Gr\u00f6\u00dfenordnung. Ich fasse die Vision vom &#8216;Assembler&#8217; &#8211; so wie auch die von der &#8216;Cyborg&#8217; &#8211; als gesellschaftlich Imagin\u00e4res auf, mit dem paradigmatische Auffassungen \u00fcber Natur und Technik einhergehen und diskutiere letztere im Hinblick auf m\u00f6gliche Ver\u00e4nderungen der Kategorie &#8216;Geschlecht&#8217;.<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Petra Lucht<br \/>\nVon der Ankunft der Cyborgs im Zwergenreich &#8211;<br \/>\nGeschlechterforschung zur Nanotechnologie<br \/>\nMittwoch, 12.01.2011, 19ct, Von Melle Park 5 (&#8220;Wiwi Bunker&#8221;) 0079<\/p>\n<p>Petra Lucht ist Physikerin und Soziologin am Zentrum f\u00fcr interdisziplin\u00e4re Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG) der TU Berlin. 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