{"id":20906,"date":"2011-01-26T04:18:29","date_gmt":"2011-01-26T03:18:29","guid":{"rendered":"http:\/\/faitesvotrejeu.blogsport.de\/2011\/01\/26\/pressemitteilung-26-02-2011-wanderausstellung-residenzpflicht-invisible-borders-vom-5-bis-zum-24-februar-im-klapperfeld\/"},"modified":"2011-02-02T00:59:25","modified_gmt":"2011-02-01T23:59:25","slug":"pressemitteilung-26012011-%e2%80%93-wanderausstellung-%c2%bbresidenzpflicht-%e2%80%93-invisible-borders%c2%ab-vom-5-bis-zum-24-februar-im-klapperfeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2011\/01\/pressemitteilung-26012011-%e2%80%93-wanderausstellung-%c2%bbresidenzpflicht-%e2%80%93-invisible-borders%c2%ab-vom-5-bis-zum-24-februar-im-klapperfeld\/","title":{"rendered":"Pressemitteilung 26.01.2011 \u2013 Wanderausstellung \u00bbResidenzpflicht \u2013 Invisible Borders\u00ab vom 5. bis zum 24. Februar im Klapperfeld"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am 5. Februar 2010 er\u00f6ffnen \u00bbFaites votre jeu!\u00ab und die Gruppe \u00bbNo Border Ffm\u00ab im Klapperfeld in Frankfurt am Main die Wanderausstellung \u00bbResidenzpflicht \u2013 Invisible Borders\u00ab. Die Ausstellung widmet sich auf anschauliche Weise der restriktiven deutschen Asylpolitik. Vor allem die Auswirkungen der im Hinblick auf Bewegungsfreiheit und Menschenw\u00fcrde h\u00f6chst fragw\u00fcrdigen Residenzpflicht werden hier erfahrbar. Die Ausstellung wird bis zum 24. Februar zu sehen sein.<\/strong><\/p>\n<p>In einer begehbaren Installation aus Infow\u00e4nden, Architekturmodellen, Audio- und Videofeatures vermittelt die Ausstellung einen Eindruck vom beklemmenden Alltag von Fl\u00fcchtlingen in Deutschland. Sie beschreibt die abstrakten Techniken zur \u00dcberwachung von Raum und Bewegung, wie etwa der Beschr\u00e4nkung des Aufenthalts f\u00fcr Menschen im Asylverfahren oder mit Duldung auf den jeweiligen Landkreis oder das Bundesland \u2013 die sogenannte Residenzpflicht. Ausf\u00fchrlich kommen auch die Betroffenen selbst zu Wort. Sie berichten, was es bedeutet, der deutschen \u00bbAusl\u00e4nderpolitik\u00ab ausgesetzt zu sein, aber auch wo im Alltag Widerstand geleistet werden kann und muss. Dieser doppelte Zugang erm\u00f6glicht es auch Menschen, die nicht selbst von der Residenzpflicht betroffen sind, deren Auswirkungen nachzuvollziehen und das Ausma\u00df der Ausgrenzung zu begreifen.<\/p>\n<p>Die Wanderausstellung \u00bbResidenzpflicht \u2013 Invisible Borders\u00ab, urspr\u00fcnglich 2009 konzipiert, sorgte bereits damals deutschlandweit f\u00fcr Aufmerksamkeit. In der Nacht zum 23. Januar 2010 wurde sie jedoch durch einen von Neonazis ver\u00fcbten Brandanschlag auf das \u00bbHaus der Demokratie\u00ab in Zossen vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt. Statt wegen dieses feigen Anschlags zu resignieren, fanden sich schnell wieder engagierte Menschen f\u00fcr die Neukonzeption und den Wiederaufbau der Ausstellung zusammen. Inhaltlich erweitert und unter Einbeziehung weiterer Arbeiten wurde die Ausstellung in neuer Form bereits im Juni 2010 in Berlin wiederer\u00f6ffnet. Seit dem war sie in Potsdam, Hannover, Frankfurt an der Oder, Cottbus und K\u00f6ln zu Gast und wird jetzt f\u00fcr knapp drei Wochen im Klapperfeld zu sehen sein.<\/p>\n<p>Maja Koster vom Arbeitskreis Geschichte der Initiative \u00bbFaites votre jeu!\u00ab erkl\u00e4rte: <em>\u00bbWir sind froh, dass wir mit \u203aResidenzpflicht \u2013 Invisible Borders\u2039 nun auch eine Ausstellung bei uns zu Gast haben, die einen Bezug zum j\u00fcngeren Teil der Geschichte des Klapperfelds herstellt.\u00ab<\/em> Das Klapperfeld wurde ab den 1980er Jahren nicht mehr nur als Gewahrsam sondern bis zu seiner Schlie\u00dfung 2003 auch als Abschiebeknast genutzt. Dazu Maja Koster <em>\u00bbDie durch den Staat illegalisierten Menschen waren jedoch \u2013 im Gegensatz zur sonstigen Nutzung als Gewahrsam in den letzten Jahrzehnten \u2013 nicht nur mehrere Stunden oder wenige Tage im Klapperfeld inhaftiert, sondern mitunter wesentlich l\u00e4nger. Sie mussten ihre Zeit unter miserablen Bedingungen in den viel zu kleinen und dunklen Zellen verbringen. F\u00fcr die Betroffenen bedeutet die Abschiebung in der Regel den Weg in Armut, Verfolgung, Folter, Krieg oder gar den Tod.\u00ab<\/em><\/p>\n<p>Damit sich die Besucher_innen auch ein Bild von den Bedingungen in Abschiebehaft machen k\u00f6nnen, ist w\u00e4hrend der \u00d6ffnungs\u00adzeiten der Wanderausstellung, die in den Ausstellungsr\u00e4umen im ersten Stock zu sehen ist, auch der zur Inhaftierung der Abschiebeh\u00e4ftlinge genutzte zweite Stock erstmals ge\u00f6ffnet. Der Arbeitskreis Geschichte der Initiative \u00bbFaites votre jeu!\u00ab wird in diesem Rahmen auch die Ergebnisse seiner Recherchen zur Nutzung des Klapperfelds als Abschiebeknast \u00f6ffentlich machen. Steffen Pfl\u00fcger von der Gruppe \u00bbNo Border Ffm\u00ab die gemeinsam mit \u00bbFaites votre jeu!\u00ab die Wanderausstellung und das Begleitprogramm organisieren, erkl\u00e4rte: <em>\u00bbDer Besuch der Wanderausstellung an dem authentischen Ort des ehemaligen Abschiebeknastes erm\u00f6glicht einen bedr\u00fcckenden Blick auf die repressive auf Ausgrenzung basierende deutsche Asylpolitik.\u00ab<\/em><\/p>\n<p>Er warnte jedoch davor, die Zust\u00e4nde im Klapperfeld als \u00bbbedauernswerten Einzelfall\u00ab abzutun, der mit der Schlie\u00dfung 2003 behoben sei: <em>\u00bbIn Fl\u00fcchtlingslagern und Abschiebekn\u00e4sten herrschen nach wie vor miserabelste Bedingungen. Diskriminierung, Illegalisierung, Kriminalisierung und Arbeitsverbote, die Einschr\u00e4nkung der Bewegungsfreiheit und die damit verbundenen Isolation und nicht zuletzt die unmenschliche Abschiebepraxis sorgen in Deutschland f\u00fcr die systematische und konsequente Ausgrenzung der Fl\u00fcchtlinge aus allen Lebensbereichen. Der aktuelle Diskurs um Migrationspolitik zeigt unverbl\u00fcmt, wie Migrant_innen heute noch strikter nach wirtschaftlichen N\u00fctzlichkeitskriterien f\u00fcr die Nation selektiert werden. Wer in Deutschland Zuflucht sucht, kann sich kaum auf humanit\u00e4re Gr\u00fcnde berufen. Menschen, die vor Hunger, Krieg und Armut fliehen haben auch im Rhein-Main Gebiet unter den in der Ausstellung eindr\u00fccklich illustrierten unmenschlichen und systematischen Diskriminierungsformen zu leiden.\u00ab<\/em><br \/>\n&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<strong>Erg\u00e4nzend zur Wanderausstellung wird es im Klapperfeld au\u00dferdem verschiedene Veranstaltungen geben, welche  sich kritisch mit dem Themenkomplex \u203aAsylpolitik\u2039 besch\u00e4ftigen. So pr\u00e4sentiert zum Beispiel am 19. Februar der Regisseur G\u00fccl\u00fc Yaman seinen Film \u00bbReise ohne R\u00fcckkehr \u2013 Endstation Frankfurter Flughafen\u00ab \u00fcber den sudanesischen Fl\u00fcchtling Aamir Ageeb, der 1999 an Bord einer Lufthansa Maschine abgeschoben werden sollte, sich wehrte und dabei von Beamten des Bundesgrenzschutz erstickt wurde. \u00bbDie europ\u00e4ische Grenzschutzagentur FRONTEX und die s\u00fcdlichen Au\u00dfengrenzen der EU\u00ab werden am 24. Februar von Sebastian Schaurer und Fabian Wagner vom Forschungsprojekt \u00bbStaatsprojekt Europa\u00ab des Frankfurter Instituts f\u00fcr Sozialforschung  in einem Vortrag thematisiert. Die Termine und Themen aller weiteren Begleitveranstaltungen werden unter <a href=\"http:\/\/www.klapperfeld.de\/invisibleborders\/\" target=\"_blank\">www.klapperfeld.de\/invisibleborders\/<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/strong><br \/>\n&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p><u><strong>Vertreter_innen der Presse haben die M\u00f6glichkeit die Ausstellung vorab, am Dienstag, den 1. Februar um 11 Uhr zu besuchen. Bitte melden Sie sich daf\u00fcr bis Montag, den 31. Januar um 22 Uhr unter folgender Telefonnummer 0163 9401683 oder per Mail (faitesvotrejeu [\u00e4t] yahoo.de) an.<\/strong><\/u><br \/>\n&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<strong>Anhang:<br \/>\n\u2022 <a href=\"http:\/\/klapperfeld.de\/images\/stories\/wanderausstellungen\/invisibleborders\/20110205_Residenzpflicht_-_Invisible_Borders_Frankfurt_Klapperfeld_Flyer_4-Seiter_A6_4c_Web.pdf\">Flyer zur Wanderausstellung \u00bbResidenzpflicht \u2013 Invisible Borders\u00ab<\/a><br \/>\n\u2022 <a href=\"http:\/\/klapperfeld.de\/images\/stories\/wanderausstellungen\/invisibleborders\/20110205_Residenzpflicht_-_Invisible_Borders_Frankfurt_Klapperfeld__300ppi_4c.zip\">Fotos der Ausstellung zur freien Verwendung<\/a><\/strong> (wenn Sie weiteres Bildmaterial ben\u00f6tigen, k\u00f6nnen Sie uns gerne kontaktieren)<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<strong>\u00bbResidenzpflicht \u2013 Invisible Borders\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>5. Februar \u2013 24. Februar 2011<br \/>\nEhemaliges Polizeigef\u00e4ngnis Klapperfeld<br \/>\nKlapperfeldstra\u00dfe 5<br \/>\n60313 Frankfurt<\/p>\n<p><strong>Er\u00f6ffnung:<\/strong> 5. Februar 2011, 15 Uhr<br \/>\n<strong>Abschluss:<\/strong> 24. Februar 2011, 17 Uhr (im Anschluss [20 Uhr]: Vortrag vom \u00bbStaatsprojekt Europa\u00ab)<\/p>\n<p><strong>\u00d6ffnungszeiten:<\/strong> Dienstag &amp; Donnerstag: 17 \u2013 20 Uhr; Mittwoch: 10 \u2013 13 Uhr; Samstag &amp; Sonntag: 15 \u2013 18 Uhr<\/p>\n<p><strong>Eintritt frei, Spenden erw\u00fcnscht!<\/strong><br \/>\n&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nF\u00fcr R\u00fcckfragen stehen wir Ihnen gerne unter 0163 9401683 und faitesvotrejeu@yahoo.de zur Verf\u00fcgung.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Website zur Geschichte des Klapperfelds: <a href=\"http:\/\/www.klapperfeld.de\" target=\"_blank\">www.klapperfeld.de<\/a><br \/>\nWebsite der Initiative \u00bbFaites votre jeu!\u00ab: <a href=\"http:\/\/faitesvotrejeu.blogsport.de\" target=\"_blank\">faitesvotrejeu.blogsport.de<\/a><br \/>\nWebsite der Gruppe \u00bbNo Border Ffm\u00ab: <a href=\"http:\/\/noborderffm.blogsport.de\" target=\"_blank\">noborderffm.blogsport.de<\/a><br \/>\nWebsite des \u00bbStaatsprojekts Europa\u00ab: <a href=\"http:\/\/www.staatsprojekt-europa.eu\" target=\"_blank\">www.staatsprojekt-europa.eu<\/a><br \/>\nWebsite zum Film \u00bbReise ohne R\u00fcckkehr \u2013 Endstation Frankfurter Flughafen\u00ab: <a href=\"http:\/\/www.journeyofnoreturn.com\/de\/\" target=\"_blank\">www.journeyofnoreturn.com\/de\/<\/a><\/strong><br \/>\n&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p><strong><u>Pressemitteilung als pdf: <a href=\"http:\/\/faitesvotrejeu.blogsport.de\/images\/Pressemitteilung_110126.pdf\" title=\"\">downlaod<\/a><\/u><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Am 5. 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