{"id":21278,"date":"2011-03-06T13:51:51","date_gmt":"2011-03-06T12:51:51","guid":{"rendered":"http:\/\/agqueerstudies.de\/?p=1394"},"modified":"2011-03-07T00:15:21","modified_gmt":"2011-03-06T23:15:21","slug":"moritz-ege-schwarz-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2011\/03\/moritz-ege-schwarz-werden\/","title":{"rendered":"Moritz Ege: Schwarz Werden"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.agqueerstudies.de\/fotos\/Podcastlogo_klein.jpg\" alt=\"Logo des Podcasts von Jenseits der Geschlechtergrenzen\" width=\"120\" height=\"120\" align=\"left\" \/>Heute pr\u00e4sentieren wir euch den Vortrag &#8220;Schwarz Werden. &#8216;Afroamerikanophilie&#8217; in der Bundesrepublik der 1960er und 1970er Jahre&#8221;, den der Kulturwissenschaftler Moritz Ege im November 2007 in unserer Reihe gehalten hat. Im selben Jahr erschien seine Monographie <a href=\"http:\/\/www.transcript-verlag.de\/ts597\/ts597.php\">Schwarz werden. &#8220;Afroamerikanophilie&#8221; in den 1960er und 1970er Jahren<\/a> bei transcript. Moritz Ege ist mittlerweile Wissenschaftlicher <a href=\"http:\/\/www.volkskunde.uni-muenchen.de\/personen\/mitarbeiter\/moritz_ege\/index.html\">Mitarbeiter<\/a> an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen am Institut f\u00fcr Volkskunde\/Europ\u00e4ische Ethonologie. <\/p>\n<p>\n<a href=\"http:\/\/www1.uni-hamburg.de\/QUEERAG\/podcast\/ege_2007_CC.mp3\">Download<\/a> (mp3, 60,5 MB)<br \/>\n<a rel=\"license\" href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-nd\/2.0\/de\/\"><img decoding=\"async\" alt=\"Creative Commons License\" style=\"border-width:0\" src=\"http:\/\/i.creativecommons.org\/l\/by-nc-nd\/2.0\/de\/80x15.png\" \/><\/a><br \/><small>Dieser Werk bzw. Inhalt ist unter einer <a rel=\"license\" href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-nd\/2.0\/de\/\">Creative Commons-Lizenz<\/a> lizenziert.<\/small><\/p>\n<p><span id=\"more-1394\"><\/span><\/p>\n<blockquote>\n<p>Die Begeisterung f\u00fcr kulturelle Formen afroamerikanischer Herkunft, verbunden mit einer h\u00e4ufig exotistisch-ambivalenten Verkl\u00e4rung ihrer Urheberinnen und Urheber (und anderer Afroamerikaner), zieht sich durch \u201ewei\u00dfe\u201c Avantgarden, Jugend- und Gegenkulturen des 20. Jahrhunderts bis in die Popul\u00e4rkultur der Gegenwart. Zwischen 1967 und 1975, in der Folge bzw. parallel zu Umbr\u00fcchen in den USA und in der nachkolonialen Welt, nahm die \u201eAfroamerikanophilie\u201c auch hierzulande neue Formen an und gewann eine neue Intensit\u00e4t: schwarzer \u201eGlamour\u201c in der Werbung, Soul-Musik im Radio und in den Diskotheken, Fantasien von schwarz-wei\u00dfem Sex in bebilderten Zeit- und in zeitdiagnostischen Programmschriften, Black-Power-Solidarit\u00e4t unter Intellektuellen und anderen radikalen Linken.<\/p>\n<p>Im Vortrag werden die Konturen bundesrepublikanischer \u201eAfroamerikanophilie\u201c um 1968 in verschiedenen kulturellen Feldern nachgezeichnet. Ausgangspunkt der Analyse ist die Begeisterung f\u00fcr die \u201eBlack Panthers\u201c in politischen Gruppierungen bzw. Szenen, insbesondere im subkulturellen Milieu des Berliner \u201eBlues\u201c, aus dem die linksterroristische \u201eBewegung 2. Juni\u201c hervorging. Nirgendwo sonst fand eine derart konzentrierte Aneignung sowohl schwarzer Politik als auch schwarzen Stils statt wie bei den selbsternannten \u201ewei\u00dfen Negern\u201c des \u201eBlues\u201c. Sie entdeckten das eindr\u00fccklichste Vorbild f\u00fcr ihre Vorstellungen von (kultur-)revolution\u00e4rer Politik (und M\u00e4nnlichkeit) bei der US-amerikanischen Black Panther Party. Sie suchten nicht nur nach praktischen Formen von Solidarit\u00e4t, sondern bem\u00fchten sich auch um Zugeh\u00f6rigkeit zum schwarzen Amerika, in das sie wie viele Afroamerikanophile bereits pop-medial \u201ehineinsozialisiert\u201c worden waren. Diese Zugeh\u00f6rigkeit sollte sich (angesichts der geringen tats\u00e4chlichen Pr\u00e4senz schwarzer Amerikaner in Deutschland au\u00dferhalb von Kasernen) in verschiedenen Medien von Erfahrung imagin\u00e4r und symbolisch herstellen, und sie sollte nicht zuletzt auch den Ausschluss wei\u00dfer Unterst\u00fctzer \u00fcberwinden, der in weiten Teilen der Black-Power-Bewegung in den USA durchgesetzt wurde. Gerade diese Suche nach Einlass \u2013 auf der Basis von politischer Programmatik oder geteilter Erfahrung \u2013 in eine zunehmend exklusive \u201eCommunity\u201c macht ein \u201efeld\u00fcbergreifendes\u201c Thema aus, an dem sich nicht nur Solidarit\u00e4tsaktivisten abarbeiteten. \u00c4hnliche Motive charakterisieren zum Beispiel den Pop-Musikdiskurs, in dem die (Un-)M\u00f6glichkeit einer wei\u00dfen Soul-Stimme verhandelt wird. In allen hier analysierten kulturellen Feldern kommt der Verk\u00f6rperung und dem \u201efeeling\u201c eine zentrale Bedeutung zu, um die Zugeh\u00f6rigkeits- oder zumindest \u00c4quivalenzbehauptungen zu untermauern.<\/p>\n<p>Die \u201eAfroamerikanophilie\u201c um 1968 hatte viel mit der blo\u00dfen Umwertung rassistischer Zuschreibungen (z.B. von \u201eurspr\u00fcnglicher\u201c schwarzer K\u00f6rperlichkeit) zu tun, geht darin aber ebenso wenig auf wie in psychoanalytischen Modellen von \u201eIdentifikation\u201c oder behavioristischen Modellen von \u201eNachahmung\u201c. Deshalb werden abschlie\u00dfend einige Vorteile (und einige Beschr\u00e4nkungen) des emphatischen Begriffs \u201eMinorit\u00e4r-Werden\u201c er\u00f6rtert, den die zeitgen\u00f6ssischen Theoretiker Gilles Deleuze und F\u00e9lix Guattari nicht zuletzt mit dem \u201eSchwarz-Werden\u201c illustrierten. Somit sollen im Vortrag (a) die \u201efeld\u00fcbergreifenden Effekte\u201c und Dynamiken des historischen Moments und (b) die kulturgeschichtlichen Kontinuit\u00e4ten der \u201eAfroamerikanophilie\u201c, aber auch (c) die Unausweichlichkeit politischer Unterscheidungskriterien in der Kulturanalyse verdeutlicht werden..<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Hier erfahrt ihr <a href=\"http:\/\/agqueerstudies.de\/podcast-2\/\">mehr \u00fcber unseren Podcast<\/a> und wie ihr in bequem abonnieren k\u00f6nnt. <\/p>\n<p class=\"wp-flattr-button\">\n<p><a href=\"http:\/\/agqueerstudies.de\/?flattrss_redirect&amp;id=1394&amp;md5=4618a07ecde555b1262fdb148c5cac95\" title=\"Flattr\" ><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/agqueerstudies.de\/wp-content\/plugins\/flattr\/img\/flattr-badge-large.png\" alt=\"flattr this!\"\/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.agqueerstudies.de\/fotos\/Podcastlogo_klein.jpg\" alt=\"Logo des Podcasts von Jenseits der Geschlechtergrenzen\" width=\"120\" height=\"120\" align=\"left\" \/>Heute pr\u00e4sentieren wir euch den Vortrag &#8220;Schwarz Werden. &#8216;Afroamerikanophilie&#8217; in der Bundesrepublik der 1960er und 1970er Jahre&#8221;, den der Kulturwissenschaftler Moritz Ege im November 2007 in unserer Reihe gehalten hat. 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