{"id":21744,"date":"2011-04-22T01:13:46","date_gmt":"2011-04-22T00:13:46","guid":{"rendered":"http:\/\/agqueerstudies.de\/?p=1447"},"modified":"2011-04-23T01:12:34","modified_gmt":"2011-04-23T00:12:34","slug":"josch-hoenes-storbilder-der-visuellen-geschlechterordnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2011\/04\/josch-hoenes-storbilder-der-visuellen-geschlechterordnung\/","title":{"rendered":"Josch Hoenes: St\u00f6rbilder der visuellen Geschlechterordnung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.agqueerstudies.de\/fotos\/Podcastlogo_klein.jpg\" alt=\"Logo des Podcasts von Jenseits der Geschlechtergrenzen\" width=\"120\" height=\"120\" align=\"left\" \/>Nach einer kurzen Unterbrechung starten wir nicht nur ins neue Semester, sondern setzen auch unsere Podcastreihe mit einem tollen Vortrag aus dem letzten Sommer fort. Der Kulturwissenschaftler <a href=\"http:\/\/www.kunsttextil.uni-oldenburg.de\/11124.html\">Josch Hoenes<\/a> sprach \u00fcber &#8220;St\u00f6rbilder der visuellen Geschlechterordnung: queere K\u00f6rper, queeres Sehen, queeres Begehren&#8221;. Josch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut f\u00fcr Kunstwissenschaft und Kunstp\u00e4dagogik der Universit\u00e4t Bremen. Seine Arbeitsschwerpunkte sind queere\/trans* Geschlechterforschung, Kulturgeschichte, visuelle Politiken und K\u00f6rperBilder. In seiner Dissertation, die derzeit an der Uni Oldenburg entsteht, besch\u00e4ftigt er sich mit &#8220;Visuellen Politiken in Repr\u00e4sentationen von Transm\u00e4nnlichkeiten&#8221;. Zusammen mit Robin Bauer und Volker Woltersdorff ist er Herausgeber von &#8220;Unbeschreiblich m\u00e4nnlich. Heteronormativit\u00e4tskritische Perspektiven auf M\u00e4nnlichkeiten&#8221; (Hamburg: M\u00e4nnerschwarmskript 2007).<\/p>\n<p>\n<a href=\"http:\/\/www1.uni-hamburg.de\/QUEERAG\/podcast\/hoenes_2010_CC.mp3\">Download<\/a> (mp3, 62,1 MB)<br \/>\n<a rel=\"license\" href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-nd\/2.0\/de\/\"><img decoding=\"async\" alt=\"Creative Commons License\" style=\"border-width:0\" src=\"http:\/\/i.creativecommons.org\/l\/by-nc-nd\/2.0\/de\/80x15.png\" \/><\/a><br \/><small>Dieser Werk bzw. Inhalt ist unter einer <a rel=\"license\" href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-nd\/2.0\/de\/\">Creative Commons-Lizenz<\/a> lizenziert.<\/small><\/p>\n<p><span id=\"more-1447\"><\/span><\/p>\n<blockquote>\n<p>Innerhalb queerer Theorie und Kunst der 1990er Jahre sind Transgender-Figuren sowie m\u00f6glichst irritierende Repr\u00e4sentationen von K\u00f6rpern, die Spuren der Transformation tragen und sich durch eine \u201e\u00c4sthetik der Turbulenz\u201c (Halberstam) einer Vereindeutigung widersetzen, teilweise zu den queeren K\u00f6rpern par exellence avanciert. Dagegen gelten K\u00f6rper, die sich einer solchen \u00c4sthetik verweigern und Effekte evidenter M\u00e4nnlichkeit produzieren, h\u00e4ufig als affirmativ in Bezug auf Heteronormativit\u00e4t. So wichtig und vielversprechend Strategien und \u00c4sthetiken der Verwirrung sind, tragen sie das Problem mit sich, den ohnehin schon stigmatisierten trans\/queeren K\u00f6rper zus\u00e4tzlich die Last aufzutragen, Widerst\u00e4ndigkeit zu repr\u00e4sentieren und Unruhe zu stiften. Ich schlage daher vor, die Bilder, die sich scheinbar auf den ersten Blick unmittelbar in die Ordnung heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit einf\u00fcgen, einer queeren Betrachtung zu unterziehen. Gerade in der Produktion von Evidenzeffekten besitzen solche Bilder \u2013 so die grundlegende These meines Vortrags \u2013 das Potential, bislang weitgehend ungebrochene heteronormative Selbstverst\u00e4ndlichkeiten in Bezug auf Vorstellungen von K\u00f6rper und Subjektivit\u00e4t, sowie einer Unmittelbarkeit des Sehens zu verunsichern und damit einen Raum f\u00fcr wichtige Fragen und Diskussionen zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Im Zitieren verschiedener Wahrnehmungs- und Darstellungskonventionen produzieren sie verschiedene Spannungsverh\u00e4ltnisse: zwischen Geschlecht und Sexualit\u00e4t; \u00f6ffentlich und privat; Text und Bild; Physiognomie, Psychiatrie und Kunst. Damit f\u00fchren die Fotografien nicht nur die Existenz einer visuellen westlich-modernen Geschlechterordnung vor Augen, sondern werfen grundlegende Fragen nach Praktiken und Technologien des Sehens und Wissens auf. Anhand ausgew\u00e4hlter Arbeiten werde ich aufzeigen, wie diese die Normalisierung und Disziplinierung von Identit\u00e4t, Geschlecht und Sexualit\u00e4t durch Wahrnehmungs- und Darstellungskonventionen problematisieren und wie sie die nach wie vor f\u00fcr unmittelbar und \u201enat\u00fcrlich\u201c gehaltenen Praktiken des Sehens ent-selbstverst\u00e4ndlichen. Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich zur Diskussion stellen, wie Praktiken des queeren Sehens \u2013 eines Sehens gegen die Norm \u2013 produktiv gemacht werden k\u00f6nnen: f\u00fcr eine Kritik heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit und f\u00fcr die Affirmation alternativer Entw\u00fcrfe von Geschlecht und Sexualit\u00e4t.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Hier erfahrt ihr <a href=\"http:\/\/agqueerstudies.de\/podcast-2\/\">mehr \u00fcber unseren Podcast<\/a> und wie ihr in bequem abonnieren k\u00f6nnt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.agqueerstudies.de\/fotos\/Podcastlogo_klein.jpg\" alt=\"Logo des Podcasts von Jenseits der Geschlechtergrenzen\" width=\"120\" height=\"120\" align=\"left\" \/>Nach einer kurzen Unterbrechung starten wir nicht nur ins neue Semester, sondern setzen auch unsere Podcastreihe mit einem tollen Vortrag aus dem letzten Sommer fort. 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