{"id":2221,"date":"1998-02-12T15:44:43","date_gmt":"1998-02-12T14:44:43","guid":{"rendered":"http:\/\/meta.copyriot.com\/?p=2221"},"modified":"2009-06-17T10:49:26","modified_gmt":"2009-06-17T09:49:26","slug":"hibiskus-start","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/1998\/02\/hibiskus-start\/","title":{"rendered":"hibiskus: start"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.copyriot.com\/hibiskus\/\" target=\"_top\"><strong>hibiskus<\/strong><\/a>: ceci n&#8217;est pas une pipe<\/p>\n<h3>Editorial<\/h3>\n<h4>La\u00dft hundert hibisken bl\u00fchen!<\/h4>\n<p>Es ist kaum zwei Wochen her, da meldete die Frankfurter        Rundschau, die        Polizei zeige sich entsetzt, da\u00df die Frankfurter Bev\u00f6lkerung        seit einiger Zeit Zivilfahnder z.T. erheblich bei der Arbeit behindert.        Erkl\u00e4ren kann sie sich das nur als ein gro\u00dfes        Mi\u00dfverst\u00e4ndnis: Die B\u00fcrgerInnen h\u00e4tten die        Kampagne f\u00fcr Zivilcourage &#8222;Gewalt-Sehen-Helfen&#8220; einfach        falsch verstanden.<br \/>\nDa wird lamentiert \u00fcber Passanten, die Polizisten        w\u00fcst        beschimpften, als diese mal wieder \u00fcber die \u00fcblichen        Verd\u00e4chtigen herfielen und das obwohl die Beamten nicht einmal        &#8222;\u00fcber die Str\u00e4nge&#8220; schlugen, wie ein Polizeisprecher        versicherte. Ein Blumenh\u00e4ndler jedoch lie\u00df sich durch die        Allt\u00e4glichkeit solcher Vorg\u00e4nge nicht beirren und schlug        einem Polizisten &#8222;mit der Faust ins Gesicht&#8220; (FR 21.11.97).<br \/>\nIn W\u00fcrdigung dieser beherzten Tat und zur        Erschlie\u00dfung        eines bisher offenbar str\u00e4flich vernachl\u00e4ssigten        LeserInnenpotentials ist der Titel dieser Zeitschrift entstanden.        Da\u00df wir zu diesem Zweck nicht Enzian oder Usambara- Veilchen        w\u00e4hlten, verdankt sich der phonetischen \u00e4hnlichkeit des        &#8222;hibiskus&#8220; mit dem Namen einer Frankfurter StudentInnen-        Zeitung, die nunmehr seit vier Jahren nicht mehr erscheint. Doch dazu        sp\u00e4ter.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\"><strong>&#8222;Im Grunde will ich gar nicht schreiben&#8230;        Das Schreiben interessiert mich nur, sofern es sich als Instrument,        Taktik, Erhellung in einen wirklichen Kampf einf\u00fcgt. Ich        m\u00f6chte, da\u00df meine B\u00fccher so etwas wie Operationsmesser,        Molotowcocktails oder unterirdische Stollen sind und da\u00df sie nach        dem Gebrauch verkohlen wie Feuerwerke.&#8220;<br \/>\nMichel Foucault<\/strong> <\/span><\/p>\n<p>Die vorliegende Zeitung ist aus dem gegenw\u00e4rtigen        Streik        heraus entstanden, die MacherInnen haben sich in verschiedenen Streik-        Arbeitsgruppen zusammengefunden. Gemeinsames Anliegen war es, eine        kritische Auseinandersetzung \u00fcber Hochschule und Gesellschaft zu        initiieren, die im hektischen Treiben der Aktionen, Vollversammlungen        und Demonstrationen unseres zu kurz gekommen ist. Mit dieser Zeitung        wollen wir eine politische Diskussion f\u00fchren, die Hochschule im        Kontext gesellschaftlicher Verh\u00e4ltnisse wahrnimmt und thematisiert.        Das Lamento \u00fcber das &#8222;Versagen&#8220; der Regierungspolitik        oder das vergleichende Aufrechnen von Haushaltsposten        (&#8222;Seminarleiter statt Eurofighter&#8220;) jedoch vermeidet gerade        eine derartige Auseinandersetzung.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.copyriot.com\/hibiskus\/hibisneg.gif\" alt=\"hibiskus\" hspace=\"10\" vspace=\"10\" width=\"331\" height=\"337\" align=\"right\" \/> Theoretische Reflexion verstehen wir als Form einer        politischen Praxis, die Zeitung        insofern nicht als Forum kritischen ExpertInnentums, das        bescheidwisserisch den Studierenden wohlmeinende Ratschl\u00e4ge        erteilt. hibiskus ist als Beitrag zum laufenden Streik konzipiert und        unter entsprechend abenteuerlichen Bedingungen produziert worden.        Gleichwohl soll das Projekt \u00fcber den Streik hinaus fortbestehen,        gerade weil eine kontinuierliche Diskussion angesichts der weitgehenden        &#8222;Geschichtslosigkeit&#8220; auch dieses Streiks n\u00f6tig        erscheint.<br \/>\nhibiskus ist das Projekt einer Redaktion, die sich mit        ihrem Programm        auf die Tradition des diskus bezieht. Diese Tradition ist br\u00fcchig:        Der diskus wurde 1951 zun\u00e4chst als &#8222;Frankfurter        Studentenzeitung&#8220; ins Leben gerufen; seitdem hat sich das Profil        der Zeitschrift entsprechend der politischen Konjunkturen stark        ver\u00e4ndert: Von der gediegenen, etwas miefigen Gazette der Adenauer-        \u00e4ra \u00fcber das Organ der &#8222;Massenagitation&#8220; in den        70ern bis zur letzten Phase Anfang der Neunziger, als der diskus im        Zusammenhang mit den Wohlfahrtsaussch\u00fcssen neuen Aufwind bekam.<br \/>\nInsofern w\u00e4re ein Bezug auf eine einheitliche diskus-        Tradition mehr        als schwierig. Dennoch: Aufnehmen wollen wir die Idee, eine hochschul-        und gesellschaftskritische studentische Zeitschrift unabh\u00e4ngig und        selbstbestimmt zu gestalten.<br \/>\nDie Umst\u00e4ndlichkeiten, die wir mit dem Titel        veranstalten, sind        nicht nur den Liebesgr\u00fc\u00dfen an die FloristInnen aller        L\u00e4nder geschuldet, sondern haben etwas mit den juristischen        Gepflogenheiten zu tun, die einen diskus erst zum diskus machen: Die        HerausgeberInnenschaft wird vom Studierendenparlament gew\u00e4hlt, und        der Name ist gesch\u00fctzt.<br \/>\nWie erw\u00e4hnt, stellt die Zeitschrift den Versuch dar,        Positionen in        den gegenw\u00e4rtigen Streik einzubringen, die \u00fcber die        vorherrschende Forderungsebene hinausgehen. Hier eine kurze        \u00dcbersicht \u00fcber die Texte in diesem hibiskus mit dem        Schwerpunkt Hochschule und Streik.<br \/>\nIm Artikel der AG Franz\u00f6sische Verh\u00e4ltnisse II        werden die        Forderungen, die von der Mehrzahl der Streikenden artikuliert wurden,        kritisch diskutiert und deren Kompatibilit\u00e4t mit der herrschenden        Politik aufgezeigt. Anschliessend dokumentieren wir zwei \u00e4ltere        Beitr\u00e4ge: Der eine besch\u00e4ftigt sich mit den Streikformen der        Studierenden w\u00e4hrend der Proteste im Wintersemester 1988\/89. Der        andere wurde bereits 1978 diskus ver\u00f6ffentlicht und thematisiert        unter anderem die Widerspr\u00fcchlichkeit einer auf der        Autonomieforderung basierenden Hochschulkritik.<br \/>\nJoachim Hirsch skizziert anl\u00e4\u00dflich der aktuellen        bundesweiten Proteste gegen die &#8222;Hochschulmisere&#8220; die        Reformunf\u00e4higkeit der modernen Hochschule und den Einzug        neoliberaler Strategien in die Bildungspolitik.<br \/>\nDie Novellierung des Hochschulrahmengesetzes wurde im        Rahmen des Streiks        immer wieder erw\u00e4hnt. In einem kurzen Aufsatz stellen wir die        zentralen Reformvorschl\u00e4ge von Bund und L\u00e4ndern vor. Wer sich        diese konkreten \u00c4nderungspl\u00e4ne im Detail anschaut, mu\u00df        sich sp\u00e4testens dann \u00fcber die Verbr\u00fcderungsabsichten von        PolitikerInnen wundern.<br \/>\nAus diskursanalytischer Perspektive untersucht Thomas        H\u00f6hne die        vielzitierte Roman Herzog-Rede und fragt, ob nicht der Gehalt von        Bildung durch einen Blick &#8222;von unten&#8220; auf die        &#8222;Mikrophysik&#8220; des Bildungssystems anders gef\u00fcllt werden        k\u00f6nnte.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.copyriot.com\/hibiskus\/hibisneg.gif\" alt=\"hibiskus\" hspace=\"10\" vspace=\"10\" width=\"331\" height=\"337\" align=\"left\" \/> Als in der diesj\u00e4hrigen Fr\u00fchjahrsausgabe des        Fachschaftsinfos        (FB 03) die AG &#8222;Streikt am Turm&#8220; von den M\u00f6glichkeiten        schw\u00e4rmte, die die Blockade von Lehrgeb\u00e4uden, insbesondere des        AfE-Turms, er\u00f6ffnet, war nicht abzusehen, da\u00df im Zuge des        aktuellen uniweiten Streiks die Blockade zu einer der wichigsten        Aktionsformen werden \u00fcrde. Das Pl\u00e4doyer f\u00fcr die        &#8222;Blockade an sich&#8220; legt die Betonung dabei auf die Bedeutung        der &#8222;Ereigniskonstruktion&#8220;.<br \/>\nDer Artikel zur &#8222;Sicherheit auf dem Campus&#8220;        verweist auf die        nahezu bruchlose Fortsetzung der versch\u00e4rften Sicherheitspolitik        mit ihren Ein- und Ausschlu\u00dfverfahren auf dem Terrain der        Universit\u00e4t. Der Text macht deutlich, da\u00df die        Universit\u00e4t als Staatsapparat an diesen Prozessen keineswegs        unbeteiligt ist.<br \/>\nIn einem \u00e4hnlichen Kontext steht der Aufsatz        &#8222;Immer        verdr\u00e4ngt: Frau in der Stadt&#8220;. Da sich auch ein Teil der        innerhalb der feministischen Bewegung formulierten Forderungen in den        Sicherheitsdiskurs integrieren l\u00e4\u00dft, setzt sich dieser Text        mit der Frage auseinander, wie reale Gefahren und \u00e4ngste von Frauen        benannt werden k\u00f6nnen, ohne damit den Sicherheitswahn zu        legitimieren.<br \/>\nIn &#8222;Party &amp; Politics&#8220; wird das konventionelle        Verst\u00e4ndnis von Politik als bierernster Sache auf der einen Seite,        Spa\u00df als apolitischer Veranstaltung auf der anderen Seite, in        Frage gestellt.<br \/>\nDer Hinweis, die Hochschulkrise stehe in einem        gesellschaftlichen        Kontext ist so richtig wie abstrakt. Der Begriff des Neoliberalismus        wird allzu h\u00e4ufig schlagwortartig gebraucht. In        &#8222;Neoliberalismus: Weder apokalyptisches Untier noch        Papiertiger&#8220; werden zum einen Bedingungen neoliberaler Politik        beschrieben, zum anderen auf die M\u00f6glichkeiten und Gefahren        verwiesen, die f\u00fcr linke Positionen durch das Br\u00fcchigwerden        des neoliberalen Projekts entstehen.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\">Wir laden ein zur Heftkritik am Mittwoch 17.12.1997        um 19 Uhr im Club Voltaire, Kleine Hochstra\u00dfe 5 (U6\/U7)<br \/>\nRedaktion hibiskus (Initiative diskus)<\/span><\/p>\n<p>F\u00fcr die finanzielle Unterst\u00fctzung danken         wir dem Fachschaftenplenum des Streiks 1993\/94.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.copyriot.com\/hibiskus\/\" target=\"_top\"><strong>hibiskus<\/strong><\/a>: ceci n&#8217;est pas une pipe<\/p>\n<h3>Editorial<\/h3>\n<h4>La\u00dft hundert hibisken bl\u00fchen!<\/h4>\n<p>Es ist kaum zwei Wochen her, da meldete die Frankfurter        Rundschau, die        Polizei zeige sich entsetzt, da\u00df die Frankfurter Bev\u00f6lkerung        seit einiger Zeit Zivilfahnder z.T. erheblich bei der Arbeit behindert.        Erkl\u00e4ren kann sie sich das nur als ein gro\u00dfes        Mi\u00dfverst\u00e4ndnis: Die B\u00fcrgerInnen h\u00e4tten die        Kampagne f\u00fcr Zivilcourage &#8222;Gewalt-Sehen-Helfen&#8220; einfach        falsch verstanden.<br \/>\nDa wird lamentiert \u00fcber Passanten, die Polizisten        w\u00fcst        beschimpften, als diese mal wieder \u00fcber die \u00fcblichen        Verd\u00e4chtigen herfielen und das obwohl die Beamten nicht einmal        &#8222;\u00fcber die Str\u00e4nge&#8220; schlugen, wie ein Polizeisprecher        versicherte. Ein Blumenh\u00e4ndler jedoch lie\u00df sich durch die        Allt\u00e4glichkeit solcher Vorg\u00e4nge nicht beirren und schlug        einem Polizisten &#8222;mit der Faust ins Gesicht&#8220; (FR 21.11.97).<br \/>\nIn W\u00fcrdigung dieser beherzten Tat und zur        Erschlie\u00dfung        eines bisher offenbar str\u00e4flich vernachl\u00e4ssigten        LeserInnenpotentials ist der Titel dieser Zeitschrift entstanden.        Da\u00df wir zu diesem Zweck nicht Enzian oder Usambara- Veilchen        w\u00e4hlten, verdankt sich der phonetischen \u00e4hnlichkeit des        &#8222;hibiskus&#8220; mit dem Namen einer Frankfurter StudentInnen-        Zeitung, die nunmehr seit vier Jahren nicht mehr erscheint. Doch dazu        sp\u00e4ter.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\"><strong>&#8222;Im Grunde will ich gar nicht schreiben&#8230;        Das Schreiben interessiert mich nur, sofern es sich als Instrument,        Taktik, Erhellung in einen wirklichen Kampf einf\u00fcgt. Ich        m\u00f6chte, da\u00df meine B\u00fccher so etwas wie Operationsmesser,        Molotowcocktails oder unterirdische Stollen sind und da\u00df sie nach        dem Gebrauch verkohlen wie Feuerwerke.&#8220;<br \/>\nMichel Foucault<\/strong> <\/span><\/p>\n<p>Die vorliegende Zeitung ist aus dem gegenw\u00e4rtigen        Streik        heraus entstanden, die MacherInnen haben sich in verschiedenen Streik-        Arbeitsgruppen zusammengefunden. Gemeinsames Anliegen war es, eine        kritische Auseinandersetzung \u00fcber Hochschule und Gesellschaft zu        initiieren, die im hektischen Treiben der Aktionen, Vollversammlungen        und Demonstrationen unseres zu kurz gekommen ist. Mit dieser Zeitung        wollen wir eine politische Diskussion f\u00fchren, die Hochschule im        Kontext gesellschaftlicher Verh\u00e4ltnisse wahrnimmt und thematisiert.        Das Lamento \u00fcber das &#8222;Versagen&#8220; der Regierungspolitik        oder das vergleichende Aufrechnen von Haushaltsposten        (&#8222;Seminarleiter statt Eurofighter&#8220;) jedoch vermeidet gerade        eine derartige Auseinandersetzung.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.copyriot.com\/hibiskus\/hibisneg.gif\" alt=\"hibiskus\" hspace=\"10\" vspace=\"10\" width=\"331\" height=\"337\" align=\"right\" \/> Theoretische Reflexion verstehen wir als Form einer        politischen Praxis, die Zeitung        insofern nicht als Forum kritischen ExpertInnentums, das        bescheidwisserisch den Studierenden wohlmeinende Ratschl\u00e4ge        erteilt. hibiskus ist als Beitrag zum laufenden Streik konzipiert und        unter entsprechend abenteuerlichen Bedingungen produziert worden.        Gleichwohl soll das Projekt \u00fcber den Streik hinaus fortbestehen,        gerade weil eine kontinuierliche Diskussion angesichts der weitgehenden        &#8222;Geschichtslosigkeit&#8220; auch dieses Streiks n\u00f6tig        erscheint.<br \/>\nhibiskus ist das Projekt einer Redaktion, die sich mit        ihrem Programm        auf die Tradition des diskus bezieht. Diese Tradition ist br\u00fcchig:        Der diskus wurde 1951 zun\u00e4chst als &#8222;Frankfurter        Studentenzeitung&#8220; ins Leben gerufen; seitdem hat sich das Profil        der Zeitschrift entsprechend der politischen Konjunkturen stark        ver\u00e4ndert: Von der gediegenen, etwas miefigen Gazette der Adenauer-        \u00e4ra \u00fcber das Organ der &#8222;Massenagitation&#8220; in den        70ern bis zur letzten Phase Anfang der Neunziger, als der diskus im        Zusammenhang mit den Wohlfahrtsaussch\u00fcssen neuen Aufwind bekam.<br \/>\nInsofern w\u00e4re ein Bezug auf eine einheitliche diskus-        Tradition mehr        als schwierig. Dennoch: Aufnehmen wollen wir die Idee, eine hochschul-        und gesellschaftskritische studentische Zeitschrift unabh\u00e4ngig und        selbstbestimmt zu gestalten.<br \/>\nDie Umst\u00e4ndlichkeiten, die wir mit dem Titel        veranstalten, sind        nicht nur den Liebesgr\u00fc\u00dfen an die FloristInnen aller        L\u00e4nder geschuldet, sondern haben etwas mit den juristischen        Gepflogenheiten zu tun, die einen diskus erst zum diskus machen: Die        HerausgeberInnenschaft wird vom Studierendenparlament gew\u00e4hlt, und        der Name ist gesch\u00fctzt.<br \/>\nWie erw\u00e4hnt, stellt die Zeitschrift den Versuch dar,        Positionen in        den gegenw\u00e4rtigen Streik einzubringen, die \u00fcber die        vorherrschende Forderungsebene hinausgehen. Hier eine kurze        \u00dcbersicht \u00fcber die Texte in diesem hibiskus mit dem        Schwerpunkt Hochschule und Streik.<br \/>\nIm Artikel der AG Franz\u00f6sische Verh\u00e4ltnisse II        werden die        Forderungen, die von der Mehrzahl der Streikenden artikuliert wurden,        kritisch diskutiert und deren Kompatibilit\u00e4t mit der herrschenden        Politik aufgezeigt. Anschliessend dokumentieren wir zwei \u00e4ltere        Beitr\u00e4ge: Der eine besch\u00e4ftigt sich mit den Streikformen der        Studierenden w\u00e4hrend der Proteste im Wintersemester 1988\/89. Der        andere wurde bereits 1978 diskus ver\u00f6ffentlicht und thematisiert        unter anderem die Widerspr\u00fcchlichkeit einer auf der        Autonomieforderung basierenden Hochschulkritik.<br \/>\nJoachim Hirsch skizziert anl\u00e4\u00dflich der aktuellen        bundesweiten Proteste gegen die &#8222;Hochschulmisere&#8220; die        Reformunf\u00e4higkeit der modernen Hochschule und den Einzug        neoliberaler Strategien in die Bildungspolitik.<br \/>\nDie Novellierung des Hochschulrahmengesetzes wurde im        Rahmen des Streiks        immer wieder erw\u00e4hnt. In einem kurzen Aufsatz stellen wir die        zentralen Reformvorschl\u00e4ge von Bund und L\u00e4ndern vor. Wer sich        diese konkreten \u00c4nderungspl\u00e4ne im Detail anschaut, mu\u00df        sich sp\u00e4testens dann \u00fcber die Verbr\u00fcderungsabsichten von        PolitikerInnen wundern.<br \/>\nAus diskursanalytischer Perspektive untersucht Thomas        H\u00f6hne die        vielzitierte Roman Herzog-Rede und fragt, ob nicht der Gehalt von        Bildung durch einen Blick &#8222;von unten&#8220; auf die        &#8222;Mikrophysik&#8220; des Bildungssystems anders gef\u00fcllt werden        k\u00f6nnte.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.copyriot.com\/hibiskus\/hibisneg.gif\" alt=\"hibiskus\" hspace=\"10\" vspace=\"10\" width=\"331\" height=\"337\" align=\"left\" \/> Als in der diesj\u00e4hrigen Fr\u00fchjahrsausgabe des        Fachschaftsinfos        (FB 03) die AG &#8222;Streikt am Turm&#8220; von den M\u00f6glichkeiten        schw\u00e4rmte, die die Blockade von Lehrgeb\u00e4uden, insbesondere des        AfE-Turms, er\u00f6ffnet, war nicht abzusehen, da\u00df im Zuge des        aktuellen uniweiten Streiks die Blockade zu einer der wichigsten        Aktionsformen werden \u00fcrde. Das Pl\u00e4doyer f\u00fcr die        &#8222;Blockade an sich&#8220; legt die Betonung dabei auf die Bedeutung        der &#8222;Ereigniskonstruktion&#8220;.<br \/>\nDer Artikel zur &#8222;Sicherheit auf dem Campus&#8220;        verweist auf die        nahezu bruchlose Fortsetzung der versch\u00e4rften Sicherheitspolitik        mit ihren Ein- und Ausschlu\u00dfverfahren auf dem Terrain der        Universit\u00e4t. Der Text macht deutlich, da\u00df die        Universit\u00e4t als Staatsapparat an diesen Prozessen keineswegs        unbeteiligt ist.<br \/>\nIn einem \u00e4hnlichen Kontext steht der Aufsatz        &#8222;Immer        verdr\u00e4ngt: Frau in der Stadt&#8220;. Da sich auch ein Teil der        innerhalb der feministischen Bewegung formulierten Forderungen in den        Sicherheitsdiskurs integrieren l\u00e4\u00dft, setzt sich dieser Text        mit der Frage auseinander, wie reale Gefahren und \u00e4ngste von Frauen        benannt werden k\u00f6nnen, ohne damit den Sicherheitswahn zu        legitimieren.<br \/>\nIn &#8222;Party &amp; Politics&#8220; wird das konventionelle        Verst\u00e4ndnis von Politik als bierernster Sache auf der einen Seite,        Spa\u00df als apolitischer Veranstaltung auf der anderen Seite, in        Frage gestellt.<br \/>\nDer Hinweis, die Hochschulkrise stehe in einem        gesellschaftlichen        Kontext ist so richtig wie abstrakt. Der Begriff des Neoliberalismus        wird allzu h\u00e4ufig schlagwortartig gebraucht. In        &#8222;Neoliberalismus: Weder apokalyptisches Untier noch        Papiertiger&#8220; werden zum einen Bedingungen neoliberaler Politik        beschrieben, zum anderen auf die M\u00f6glichkeiten und Gefahren        verwiesen, die f\u00fcr linke Positionen durch das Br\u00fcchigwerden        des neoliberalen Projekts entstehen.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\">Wir laden ein zur Heftkritik am Mittwoch 17.12.1997        um 19 Uhr im Club Voltaire, Kleine Hochstra\u00dfe 5 (U6\/U7)<br \/>\nRedaktion hibiskus (Initiative diskus)<\/span><\/p>\n<p>F\u00fcr die finanzielle Unterst\u00fctzung danken         wir dem Fachschaftenplenum des Streiks 1993\/94.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[678,487,12,5,1],"tags":[703,1823],"class_list":["post-2221","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dates","category-rhizom","category-signs","category-spectacle","category-syndicated","tag-controls","tag-dates"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2221","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2221"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2221\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2221"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2221"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2221"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}