{"id":28580,"date":"2013-04-21T14:41:51","date_gmt":"2013-04-21T13:41:51","guid":{"rendered":"http:\/\/initiativestudierenderamigfarbencampus.wordpress.com\/?p=385"},"modified":"2013-04-21T14:41:51","modified_gmt":"2013-04-21T13:41:51","slug":"studieren-nach-auschwitz-veranstaltungen-im-sommersemester-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2013\/04\/studieren-nach-auschwitz-veranstaltungen-im-sommersemester-2013\/","title":{"rendered":"Studieren nach Auschwitz. Veranstaltungen im Sommersemester 2013"},"content":{"rendered":"<p><em>Die Initiative Studierender am IG Farben Campus freut sich alle Interessierten zu der Veranstaltungsreihe im Sommersemester 2013 herzlich einzuladen. Hiermit m\u00f6chten wir das Programm bekannt geben, welches in K\u00fcrze auch als Flyer erscheinen wird:<\/em><\/p>\n<p><strong>Vom sch\u00f6nsten zum h\u00e4\u00dflichsten Campus Deutschlands.<br \/>\nEin kritischer Rundgang zu Geschichte, Architektur und dem Zusammenhang beider am Campus Westend und am Campus Bockenheim\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Der \u201cCampus Westend\u201d gewinnt mehr und mehr an Gestalt und die vollst\u00e4ndige Aufgabe des Bockenheimer Campus ist absehbar. Damit hat sich die Universit\u00e4t nicht nur einen neuen Standort aufgebaut, der untrennbar mit der Geschichte der IG Farben und damit der Shoah verbunden bleibt, sondern verabschiedet sich als Institution auch von jeder Einsicht in die Dialektik der Aufkl\u00e4rung \u2013 jedenfalls aber vom Ged\u00e4chtnis an das Scheitern von Universit\u00e4t und Bildung mit dem Nationalsozialismus.\u00a0An der Architektur des neuen Campus l\u00e4sst sich das Elend dieser Vergangenheitsbew\u00e4ltigung ablesen. In einem Rundgang \u00fcber den Campus soll anschaulich werden, warum der \u201cPalast des Geistes\u201d (Pr\u00e4sident Steinberg) im Westend nichts anderes ist als das Ph\u00e4nomen einer umfassenden R\u00fccknahme einer historischen Reflexion auf die Geschichte der Institution: Hier wurden alle Ans\u00e4tze r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht, mit denen einmal eine reflexive Universit\u00e4t erm\u00f6glicht werden sollte.<br \/>\n25.4.2013, 16:00 Uhr \/ 11.5.2013, 14:oo Uhr \/ 4.6.2013, 14:oo Uhr<br \/>\n<em>Treffpunkt ist jeweils der Haupteingang des IG-Farben-Hauses<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align:left;\"><strong>Tag der (deutschen) Arbeit.<\/strong><br \/>\n<strong>Der erste Mai und der Nationalsozialismus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align:right;\"><em>\u201eIch werde keinen gr\u00f6\u00dferen Stolz in meinem Leben besitzen als den, am Ende meiner Tage sagen zu k\u00f6nnen: Ich habe dem Deutschen Reich den deutschen Arbeiter erk\u00e4mpft.\u201c<\/em> (Adolf Hitler im V\u00f6lkischen Beobachter vom 12. Mai 1933)<\/p>\n<p style=\"text-align:left;\">Der 1. Mai ist nicht (allein) der Tag der linken Arbeiterbewegung. Die spezifisch deutsche Geschichte hat sich auch hier eingeschrieben. Der Tag der Arbeit ist in Deutschland immer auch der Tag der deutschen Arbeit. 1933 fiel auf dieses Datum der erste staatlich begangene \u201eTag der nationalen Arbeit\u201c. Die Aufmerksamkeit der Nazis, die diesem Feiertag damit zu Teil wurde, ist nicht allein strategisch zu erkl\u00e4ren. Es ging keineswegs nur darum, durch blo\u00dfe Propaganda die Arbeiterschaft zu integrieren. Der positive Bezug auf den 1. Mai war ebenso Ausdruck eines Kerns nationalsozialistischer Ideologie, n\u00e4mlich die deutsche Arbeit wieder zu Ehren zu bringen. Der 1. Mai war damit die performative Gr\u00fcndungszeremonie der vereinten Volksgemeinschaft. Wenn die NPD 2013 am Tag der Arbeit durch Frankfurt marschieren will, um ihn f\u00fcr eine reaktion\u00e4re Kritik an EU und Krise zu nutzen, ist das also keineswegs blo\u00df als Aneignung eigentlich &#8220;linker&#8221; Tradition zu verstehen: Es ist auch Ausdruck einer Jahrzehnte w\u00e4hrenden Tradition deutschen Arbeitskultes. Dem ideologischen Kern dieser Tradition soll in diesem Vortrag nachgesp\u00fcrt werden: Die Feierlichkeiten zum 1. Mai 1933 in Berlin und Frankfurt sollen dargestellt und die Rede Hitlers auf dem Tempelhofer Feld analysiert werden. Was bedeutet die Rede von deutscher Arbeit und welche Ausschl\u00fcsse werden dadurch produziert?<br \/>\n<em>7.5.2013, 19:00 Uhr; IG-Farben-Haus, Raum 254<\/em><\/p>\n<p><strong>Zum deutschen Ungeist. <\/strong><br \/>\n<strong>Nach achtzig Jahren eine Erinnerung an die B\u00fccherverbrennungen<\/strong><\/p>\n<p>Am 10. Mai 1933 brannten in Deutschland die Scheiterhaufen f\u00fcr B\u00fccher. Das\u00a0Ereignis ist in der Ikonographie des Nationalsozialismus fest verankert, mindestens\u00a0die spektakul\u00e4r inszenierte zentrale B\u00fccherverbrennung auf dem Berliner\u00a0Opernplatz. Gemeinhin wird dies als Vorschein der kommenden Vernichtung von\u00a0Menschen und als\u00a0 deutliches\u00a0 Zeichen f\u00fcr\u00a0 die\u00a0 Geistfeindschaft\u00a0 der\u00a0Nationalsozialisten gedeutet: Die Werke der verfemten\u00a0Autorinnen und Autoren wurden eben nicht argumentativer Kritik, sondern der\u00a0symbolstarken Vernichtung durch die Flammen \u00fcbergeben.\u00a0Es klafft aber eine L\u00fccke in diesem Bild der B\u00fccherverbrennung, wenn vergessen\u00a0wird, wer die B\u00fccher verbrannte \u2013 es waren Studierende. Diese Tatsache geht im\u00a0Begriff der blo\u00dfen Geistfeindschaft nicht auf; die B\u00fccherverbrennungen m\u00fcssen\u00a0vielmehr auch als ein einschneidendes Ereignis f\u00fcr die Eingliederung der\u00a0deutschen Universit\u00e4ten in den Nationalsozialismus begriffen werden.<br \/>\nIm Vortrag sollen am Beispiel von Frankfurt die Ereignisse vom 10. Mai 1933 dargestellt werden, um im Anschluss einige Hinweise zur nationalsozialistischen Geschichte der Goethe-Universit\u00e4t zu geben.<br \/>\n<em>14.5.2013, 19:00 Uhr; IG-Farben-Haus, Raum 254<\/em><\/p>\n<p><strong>Immer wieder das Gleiche.<br \/>\nNoch einmal ein paar grunds\u00e4tzliche Anmerkungen zur Geschichte des sch\u00f6nsten Campus Europas<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Umzug der Fachbereiche aus dem AfE-Turm ist nun der gr\u00f6\u00dfte Teil der Goetheuniversit\u00e4t endg\u00fcltig umgezogen. Damit befinden sich gro\u00dfe Teile dieser Universit\u00e4t an einen Ort, der untrennbar mit der Geschichte der IG Farben und damit dem antisemitischen Massenmord der Shoah verbunden ist. Ausgerechnet hier, am angeblich sch\u00f6nsten Campus Europas, wurde der \u201cPalast des Geistes\u201d ausgerufen \u2013 eine Leistung, f\u00fcr die man geh\u00f6rig die Geschichte auch der eigenen Institution verdr\u00e4ngen muss. Die Initiative Studierender am IG Farben-Campus stellt diese neue Universit\u00e4t zur Kritik und l\u00e4dt ein zur umfassenden Revision ihrer Imagekampagne der letzten zehn Jahre.<br \/>\n<em>5.6.2013, 19:00 Uhr; IG-Farben-Haus, Raum 454<\/em><\/p>\n<p>  <a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/feeds.wordpress.com\/1.0\/gocomments\/initiativestudierenderamigfarbencampus.wordpress.com\/385\/\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" border=\"0\" src=\"http:\/\/feeds.wordpress.com\/1.0\/comments\/initiativestudierenderamigfarbencampus.wordpress.com\/385\/\" \/><\/a> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" border=\"0\" src=\"http:\/\/stats.wordpress.com\/b.gif?host=initiativestudierenderamigfarbencampus.wordpress.com&#038;blog=10339146&#038;%23038;post=385&#038;%23038;subd=initiativestudierenderamigfarbencampus&#038;%23038;ref=&#038;%23038;feed=1\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Initiative Studierender am IG Farben Campus freut sich alle Interessierten zu der Veranstaltungsreihe im Sommersemester 2013 herzlich einzuladen. 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