{"id":28582,"date":"2013-01-23T17:18:12","date_gmt":"2013-01-23T16:18:12","guid":{"rendered":"http:\/\/initiativestudierenderamigfarbencampus.wordpress.com\/?p=374"},"modified":"2013-01-23T17:18:12","modified_gmt":"2013-01-23T16:18:12","slug":"arbeit-macht-tot-eine-veranstaltungsreihe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2013\/01\/arbeit-macht-tot-eine-veranstaltungsreihe\/","title":{"rendered":"Arbeit macht tot \u2013 eine Veranstaltungsreihe"},"content":{"rendered":"<p><strong>Arbeit macht tot &#8211; Eine Veranstaltungsreihe zu Zwangsarbeit, dem KZ Monowitz und dem Kampf um Entsch\u00e4digung<\/strong><\/p>\n<p>Ab Mitte Januar pr\u00e4sentiert der AStA mit Unterst\u00fctzung mit der Initiative Studierender am IG-Farben-Campus die Vortragsreihe &#8220;Arbeit macht tot &#8211; Eine Veranstaltungsreihe zu Zwangsarbeit, dem KZ Monowitz und dem Kampf um Entsch\u00e4digung&#8221;.<\/p>\n<p>&#8220;Arbeit macht tot&#8221;: unter diesem Titel ver\u00f6ffentlichte Tibor Wohl seinen Bericht \u00fcber Zwangsarbeit im KZ Auschwitz III-Monowitz. Er verweist damit auf die nationalsozialistische Parole \u201eArbeit macht frei\u201c und enttarnt ihren praktischen, menschenverachtenden Kern. Systematisch wurde die &#8220;Vernichtung durch Arbeit&#8221; im KZ Monowitz betrieben, dem ersten das auf privatwirtschaftlicher Initiative \u2013 der IG Farben AG \u2013 entstand. In den 1950er Jahren wurde der Kampf um Entsch\u00e4digung der Zwangsarbeiter in Nachkriegsdeutschland von Norbert Wollheim mit einer Musterklage gegen die IG Farben AG eingeleitet.<\/p>\n<p>Die Veranstaltungsreihe besch\u00e4ftigt sich mit Zwangsarbeit im Dritten Reich, der Geschichte und Gegenwart des Konzentrationslagers Auschwitz III-Monowitz und dem Kampf um Entsch\u00e4digung.<\/p>\n<p>Vortragsreihe:<\/p>\n<p>Montag 21.01. um 18 Uhr, Caf\u00e9 KoZ<br \/>\n<strong>&#8220;Auf Spurensuche in Monowice \u2013 ein vergessenes Konzentrationslager in Auschwitz?&#8221; von Judith Hoehne <\/strong>(Stellvertretende Leiterin der Bildungs- und Programmabteilung der Internationalen Jugendbegegnungsst\u00e4tte in O\u015bwi\u0119cim\/Auschwitz)<br \/>\nAuf den Ruinen des Ortes Monowice wurde im Herbst 1942 ein weiteres Konzentrationslager im Bereich Auschwitz er\u00f6ffnet. Dies war das erste von einem privaten Industrieunternehmen geplante und finanzierte Konzentrationslager, das ausschlie\u00dflich f\u00fcr die Zwangsarbeit von H\u00e4ftlingen \u2013 auf der Baustelle f\u00fcr die Buna-Werke der IG Farben &#8211; vorgesehen war. Heute ist der historische Ort kein Bestandteil der Gedenkst\u00e4tte Auschwitz-Birkenau &#8211; vor Ort sind nur noch wenige \u00dcberreste zu besichtigen. Die Auseinandersetzung mit diesem Teil der Geschichte von Auschwitz ist vor allem auch eine Auseinandersetzung mit dem Verh\u00e4ltnis der deutschen Industrie zur Vernichtungspolitik des nationalsozialistischen Regimes.<\/p>\n<p>Mittwoch 23.01. um 18 Uhr, Caf\u00e9 KoZ<br \/>\n<strong>&#8220;Klagen gegen Deutschland? Entsch\u00e4digungspolitik im Recht&#8221; von Maximilian Pichl<\/strong> (arbeitskreis kritischer jurist_innen)<br \/>\n\u00dcber 40 Jahre lang k\u00e4mpfte der j\u00fcdische Zwangsarbeiter Hugo Princz f\u00fcr Entsch\u00e4digungszahlungen. W\u00e4hrend der Nazi-Zeit wurde er durch die IG Farben AG als Zwangsarbeiter in Auschwitz eingesetzt. Sein Prozess markierte den Auftakt von zahlreichen Gerichtsverfahren gegen deutsche Unternehmen und die Bundesrepublik Deutschland aufgrund von Verbrechen w\u00e4hrend der NS-Zeit. Die v\u00f6lkerrechtliche Staatenimmunit\u00e4t verhindert dabei die Durchsetzung menschenrechtlicher Anspr\u00fcche. Trotzdem erzeugen die Gerichtsprozesse eine politische \u00d6ffentlichkeit, die es ohne den juristischen Weg nicht geben w\u00fcrde. Im Fokus des Vortrags stehen diese Ambivalenzen des Rechts und ihre strategische Nutzung f\u00fcr die Aufarbeitung von Menschenrechtsverbrechen. Dargestellt werden Verfahren von Zwangsarbeiter_innen aus der NS-Zeit vor amerikanischen Gerichten und dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag sowie die Klagen der Herero gegen Deutschland aufgrund des Genozids von 1904 &#8211; 1907. Die BRD versucht bis heute Entsch\u00e4digungszahlungen abzuwehren und leugnet deutsche Verbrechen w\u00e4hrend dem Kolonialismus und dem NS &#8211; unter Mitwirkung einer staatstragenden Rechtswissenschaft und Rechtsprechung.<\/p>\n<p>Montag 28.01. um 18 Uhr, Caf\u00e9 KoZ<br \/>\n<strong>&#8220;\u00d6konomische Aspekte der Zwangsarbeit 1933 &#8211; 1945&#8243; von Christian Hartz <\/strong> (freier Mitarbeiter der KZ-Gedenkst\u00e4tte Neuengamme)<br \/>\nZwangsarbeit in der NS-Zeit war ein \u00fcber Jahrzehnte vernachl\u00e4ssigtes Thema. Mit der Entsch\u00e4digung der Zwangsarbeiter\/innen der Industrie kamen die historischen Dimensionen teilweise zum Vorschein. Bis zum Jahr 2007 wurden laut der Stiftung \u201eErinnerung, Verantwortung und Zukunft\u201c an ca. 1,66 Millionen Personen eine Summe von 4,4 Mrd. \u20ac ausgezahlt. Nichtsdestotrotz sind viele Bereiche der Zwangsarbeit, besonders deren \u00f6konomische Aspekte, auf die im Rahmen des Vortrags eingegangen wird, weitgehend unbekannt.<\/p>\n<p>Mittwoch 30.01. ab 18 Uhr, Caf\u00e9 KoZ<br \/>\n<strong>&#8220;Die Auschwitz-\u00dcberlebenden im Kampf um Entsch\u00e4digung und Strafverfolgung der T\u00e4ter&#8221; von Katharina Stengel <\/strong> (freie Mitarbeiterin des Fritz Bauer Instituts)<br \/>\nAls die Auschwitz-\u00dcberlebenden in den 1950er Jahren begannen, um Entsch\u00e4digungszahlungen f\u00fcr die in Auschwitz geleistete Zwangsarbeit zu streiten, standen sie nicht nur der westdeutschen Politik und Industrie gegen\u00fcber. Auch zwischen verschiedenen Gruppen ehemaliger H\u00e4ftlinge entstanden Konflikte, die ihren Ursprung in unterschiedlichen Verfolgungserfahrungen, verschiedenen Perspektiven auf die Lagergeschichte und aktuellen politischen Orientierungen hatten. Mehr Einigkeit herrschte bei den Versuchen der Auschwitz-\u00dcberlebenden, die Strafverfolgung der T\u00e4ter in der Bundesrepublik zu forcieren. Diese Bem\u00fchungen stie\u00dfen zwar ebenso auf gro\u00dfe Widerst\u00e4nde, konnten aber letztlich sehr viel mehr \u00f6ffentliche Resonanz erzielen als die Entsch\u00e4digungsforderungen.<\/p>\n<p>Weitere Informationen unter:<br \/>\nAStA der Goethe-Universit\u00e4t: <a href=\"http:\/\/asta-frankfurt.de\/aktuelles\/arbeit-macht-tot-eine-veranstaltungsreihe-zu-zwangsarbeit-monowitz-dem-kampf-um\" rel=\"nofollow\">http:\/\/asta-frankfurt.de\/aktuelles\/arbeit-macht-tot-eine-veranstaltungsreihe-zu-zwangsarbeit-monowitz-dem-kampf-um<\/a><br \/>\nInitiative Studierender am IG-Farben-Campus: <a href=\"http:\/\/initiativestudierenderamigfarbencampus.wordpress.com\/\" rel=\"nofollow\">http:\/\/initiativestudierenderamigfarbencampus.wordpress.com\/<\/a><\/p>\n<p>  <a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/feeds.wordpress.com\/1.0\/gocomments\/initiativestudierenderamigfarbencampus.wordpress.com\/374\/\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" border=\"0\" src=\"http:\/\/feeds.wordpress.com\/1.0\/comments\/initiativestudierenderamigfarbencampus.wordpress.com\/374\/\" \/><\/a> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" border=\"0\" src=\"http:\/\/stats.wordpress.com\/b.gif?host=initiativestudierenderamigfarbencampus.wordpress.com&#038;blog=10339146&#038;%23038;post=374&#038;%23038;subd=initiativestudierenderamigfarbencampus&#038;%23038;ref=&#038;%23038;feed=1\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arbeit macht tot &ndash; 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