{"id":28922,"date":"2014-06-12T15:43:11","date_gmt":"2014-06-12T14:43:11","guid":{"rendered":"http:\/\/monasandnomos.org\/?p=1888"},"modified":"2014-06-12T15:43:11","modified_gmt":"2014-06-12T14:43:11","slug":"zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitaet-durch-einkleidung-erlangt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2014\/06\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitaet-durch-einkleidung-erlangt\/","title":{"rendered":"Zugabe. Die Geburt des Komischen \u2013 Oder: Wie das Nichts seine Authentizit\u00e4t durch Einkleidung erlangt"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p>\u00bb[\u2026] so frage dich, ob unsere Sprache vollst\u00e4ndig ist; \u2013 ob sie es war, ehe ihr der chemische Symbolismus und die Infintesimalnotation einverleibt wurden; denn dies sind, sozusagen, Vorst\u00e4dte unserer Sprache. [\u2026] Unsere Sprache kann man ansehen als eine alte Stadt: Ein Gewinkel von G\u00e4sschen und Pl\u00e4tzen, alten und neuen H\u00e4usern, und H\u00e4usern mit Zubauten aus verschiedenen Zeiten; und dies umgeben von einer Menge neuer Vororte mit geraden und regelm\u00e4\u00dfigen Stra\u00dfen und mit einf\u00f6rmigen H\u00e4usern..\u00ab<sup><sup><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/sup><\/sup><\/p>\n<p>\u00bbWas dem Komischen und Pathetischen [= dem Tragischen] zugrunde liegt, ist das Missverh\u00e4ltnis, der Widerspruch zwischen dem Unendlichen und dem Endlichen, dem Ewigen und dem Werdenden.\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup><sup>[2]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>\u00bbDas Aussprechen eines Wortes ist gleichsam ein Anschlagen einer Taste auf dem Vorstellungsklavier.\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup><sup>[3]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/quantitability.files.wordpress.com\/2014\/06\/image006.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1891\" src=\"http:\/\/quantitability.files.wordpress.com\/2014\/06\/image006.jpg?w=610&#038;h=407\" alt=\"image006\" width=\"610\" height=\"407\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Dem Audienz-K<\/strong><strong>\u00f6<\/strong><strong>rper auf der Spur<\/strong><\/p>\n<p>Enthusiastisch stand Florian Dombois dem Wiederaufbau des Schlosses als Potsdamer Landtagsgeb\u00e4ude nicht gegen\u00fcber \u2013es sei eher ein Gef\u00fchl gewesen, dass man sich in diesem Fall als geb\u00fcrtiger Berliner K\u00fcnstler \u00bbnicht einfach vom Acker machen\u00abk\u00f6nne.<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup><sup>[4]<\/sup><\/sup><\/a> Es sei ein politischer Raum, daran h\u00e4lt Dombois fest, und \u00bbwenn das Volk sich entschlie\u00dft, ein Schloss hinzustellen, muss man das ernst nehmen.\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup><sup>[5]<\/sup><\/sup><\/a> Wie aber l\u00e4sst sich als K\u00fcnstler eine Haltung finden in solch einer Situation?<\/p>\n<p>In diesem Text soll behauptet werden, dass Florian Dombois mit <em>Zugabe\u00a0<\/em>eine regelrechte Geburt des Komischen bezeugt, und zwar aus dem Wesen von Verh\u00e4ltnissen aller Art. Auch diese Vorstellung eines \u00bbWesens\u00abals etwas, das indefinit andauert und dabei durchgehend es selbst bleibt, muss eine Authentizit\u00e4t begr\u00fcnden und einer Autorit\u00e4t gehorchen. Die Geburt des Komischen zeigt, so wollen wir behaupten, wie Authentizit\u00e4t als eine gequantelte Originalit\u00e4t begriffen werden kann, die sich verlautet mit der Autorit\u00e4t einer in allen Dingen insistierenden, stillen Stimme. Man kann sich mit keinem der beiden verbunden w\u00e4hnen, ohne die formlose Selbstaufgabe von Verh\u00e4ltnissen aller Art als R\u00e4tsel zu begreifen, dieses Selbst (von Verh\u00e4ltnissen aller Art) in seiner Geschicktheit durch Chiffrierung zu b\u00fcndeln und zu betiteln, und es so in seiner wesentlich kommunikativen Verteilung diskret in Szene zu setzen. <em>Zugabe<\/em>ist weder Werk noch Projekt, so macht Dombois klar, sondern eine \u00bbIntervention, die Intervention bleiben soll\u00abund genau deswegen hei\u00dft, wie sie hei\u00dft. Alle Ingredienzien, aus denen wir hier eine Textur weben m\u00f6chten, werden wir also aus dem Titel von Florian Dombois\u2019Intervention zu extrahieren haben.<\/p>\n<p>Nun ist ein Titel weder Name noch Begriff. Es ist vielmehr die allgemeine Bestimmung von Titeln, Bedeutungsreichtum zu b\u00fcndeln. Formal betrachtet, etabliert ein Titel ein Eigentumsrecht von Besitz oder Verm\u00f6gen, einen quasipolitischen Status dessen, was mit diesem zugesprochenen Recht kanonisch eingeb\u00fcrgert wird, und er spannt einen Geltungsraum auf, in welchem die unter dem Titel gefassten Ausf\u00fchrungen zu erw\u00e4gen sind.<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup><sup>[6]<\/sup><\/sup><\/a> Was sind also die skalaren Gr\u00f6\u00dfen zur Vermessung der Reichhaltigkeit des betitelten Verm\u00f6gens, die Dombois\u2019doppelte Artikulation von Sanssouci im Hof des zuk\u00fcnftigen Potsdamer Landtagsgeb\u00e4udes kapselt? Der Begriff \u00bbZugabe\u00ab<em>, <\/em>so das Grimmsche W\u00f6rterbuch, habe sich in der Mitte des 14. Jahrhunderts ausgebildet, und zwar \u00bbim Leben des Marktes\u00ab. Das W\u00f6rterbuch unterscheidet acht Verwendungen; der Begriff steht demnach f\u00fcr: (1) was beim Handel \u00fcber Ma\u00df und Gewicht hinzugegeben wird, (2) was eigentlich nicht zu einer Sache geh\u00f6rt, (3) die Mitgift der Braut, (4) die Ableitung aus einem Lehrsatz, das Corollarium, (5) die gewohnheitsm\u00e4\u00dfige Erweiterung von Fristen, (6) die Coda in der Musik (7) die Handlung des Zugebens, (8) die Einr\u00e4umung, das Zugest\u00e4ndnis.<\/p>\n<p>Im Folgenden soll der mit diesem Titel beanspruchten Geltungsraum in einer der unz\u00e4hligen bestimmbaren Weisen, die sich daraus anbieten, er\u00f6rtert, entziffert und mit diesem Text verb\u00fcrgt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das R<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>tsel <\/strong><strong>\u2013<\/strong><strong> Oder: Wo befinde ich mich, wenn ich in der Buchst<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>blichkeit des Diskreten bin?<\/strong><\/p>\n<p>Konstituierend f\u00fcr seine eigene Pers\u00f6nlichkeit als K\u00fcnstler sei, so hat Florian Dombois einmal eher beil\u00e4ufig in einem Gespr\u00e4ch mit mir erw\u00e4hnt, das komische Gef\u00fchl, die Dinge w\u00fcrden etwas von ihm wollen, nicht umgekehrt. Als K\u00fcnstler wolle er eigentlich \u00fcberhaupt nichts; er wolle nie etwas realisieren oder zum Ausdruck bringen, ein Problem angehen oder ein Thema durcharbeiten, eine Position vermitteln oder problematisieren. Er habe in gewissem Sinne gar keine Wahl, wann er arbeite und woran. Vielmehr g\u00e4be es etwas, das ihn zum T\u00e4tigsein n\u00f6tige. Er folge in diesem Sinn immer seinem \u00bbMaterial\u00ab und suche dabei \u2013ein bisschen wie ein Metallurg vielleicht \u2013nach Strategien, wie aus dem N\u00f6tigenden dessen, was sein \u00bbMaterial\u00abvon ihm \u00bbwill\u00ab(was auch immer es sein mag), die Geste einer \u00fcberschw\u00e4nglichen, das Beengende \u00f6ffnenden Gro\u00dfz\u00fcgigkeit zu ziehen sei. Es ist also eine rezeptive, sensible, antwortende Haltung, in der er sich als K\u00fcnstler begreift, aber auch eine, die <em>ver<\/em>antworten will, was er im virtuellen Monolog seines Schaffens zum Ausdruck bringt.<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup><sup>[7]<\/sup><\/sup><\/a> Die k\u00fcnstlerische Haltung wird dabei, so scheint mir, vor allem von einer Maxime getragen, die jedoch nicht anders denn als Frage gefasst werden kann \u2013\u00a0als eine jedoch, f\u00fcr die keine abschlie\u00dfende Antwort je zu finden sein wird und deren Formulierung deswegen, notwendigerweise, eines Sinns f\u00fcr das Komische bedarf: n\u00e4mlich wie man sich respektvoll zu einer diffusen Forderung verhalten kann, von der man sich angesprochen vermutet, ohne sich dabei in ihren Dienst zu stellen indem man sie affirmiert oder negiert.<\/p>\n<p>In dieser Charakterisierung gibt es kaum \u00dcberreste der romantischen Vorstellungswelt von befl\u00fcgelnden Insinuationen oder Inspirationen. Zwar bringt sie auch eine Art Pathos zum Ausdruck, ein Ergriffensein, aber keines, das von Enthusiasmus getragen w\u00fcrde. Es ist in diesem Sinn auch kein unmittelbar tragisches Ergriffensein, sondern eher eines, das man in seiner Mittelbarkeit vielleicht als \u00bbziviles\u00abcharakterisieren k\u00f6nnte. Aber verkommt die Kunst nicht zu einem servilen Organ eines bestimmten Korrektiv, wenn sie ihre Kraft aus dem \u00bbGesittetsein\u00abund \u00bbGesetzten\u00abzu ziehen sucht? Dombois zeigt uns, dass es gerade die \u00c4u\u00dferlichkeit der oft verrufenen \u00bbDiskretion\u00abvermag, etwas Authentisches zu artikulieren, das mit der Autorit\u00e4t des Reellen spricht, und zwar aus einem Element des \u00bbDisparsen\u00ab, wie es im Gesitteten ziviler Lebensformen zu bestehen vermag, gerade weil ihm, obwohl es Element ist, jede Regelm\u00e4\u00dfigkeit fehlt. Dieser Begriff des \u00bbDisparsen\u00abmutet so sperrig an, dass man versucht ist, ihn als nichtssagend zu diskreditieren und ihm zu unterstellen, er w\u00fcrde einem ein leeres Wiederholen aufzwingen; genau darin aber besteht seine Kraft:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u00bbDie Wiederholung ist das formlose Sein aller Differenzen, die formlose Macht des Untergrunds, die jedes Ding in jene extreme \u203aForm\u2039bringt, in der seine Repr\u00e4sentation zerf\u00e4llt. Das <em>Disparse <\/em>ist das letzte Element der Wiederholung, das der Identit\u00e4t der Repr\u00e4sentation gegen\u00fcbertritt. Daher ist auch der Kreis der ewigen Wiederkunft, der Kreis von Differenz und Wiederholung (der den Kreis des Identischen und des Widerspruchs aufl\u00f6st) ein unwuchtiger Kreis, der das Selbe nur von dem aussagt, was differiert.\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup><sup>[8]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Woran wir uns mit unserer Behauptung im Folgenden halten werden, ist die fantastische Vorstellung, dass sich das Nichts in seiner Neutralit\u00e4t ermessen und er\u00f6rtern l\u00e4sst, wenn man nur seinem eigenen Sinn f\u00fcr das Komische vertraut, dessen Geburt und Natur als erzeugendes Prinzip des Zivilen, Gesetzten und Gesitteten man damit bezeugt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kosmos und Komik: Integrit<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>t in der Buchst<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>blichkeit ziviler Neutralit<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>t<\/strong><\/p>\n<p>Wir wollen erste Stabilit\u00e4t f\u00fcr diese Behauptung suchen, indem wir herausstellen, wie sich auf unterschiedlichen Weisen \u00bbnichts\u00absagen l\u00e4sst. Denn die Geburt des Komischen entkoppelt dieses von den Gestalten der ironischen Rede, die ein Entfremdetsein des Sprechenden von der Aussagekraft seines eigenen Sprechens ausdr\u00fcckt: Man redet ironisch, wenn man sich im Wissen w\u00e4hnt, nicht zu wissen, was man eigentlich sagt. Will die Aussage der ironischen Rede darauf hinaus, dass es eigentlich nichts zu sagen gibt, so m\u00fcnzt sie dieses Nichts in einen Grund f\u00fcr vern\u00fcnftiges Denken, von dem behauptet wird, er sei wohl verstellt, k\u00f6nne aber aus prinzipiellen Gr\u00fcnden nicht freiger\u00e4umt werden. Damit ist der Anspruch verbunden, dass gerade diese nicht zu ergr\u00fcndende Verstelltheit ein Reales bezeugt, das man unweigerlich verraten w\u00fcrde, wenn man es zu dechiffrieren suchte. Wie die Rede eines Gralsh\u00fcters macht die ironische Rede sich daf\u00fcr stark, dass alles Wirkliche ein R\u00e4tsel ist, das R\u00e4tsel selbst aber nichts, an das sich ein vern\u00fcnftiges Denken wenden k\u00f6nne. Damit schickt sich die ironische Rede in die Rolle eines Ausdrucksmediums f\u00fcr etwas, das sich vern\u00fcnftig gerade <em>nicht<\/em> sagen l\u00e4sst: F\u00fcr sie erlauben die Ordnungsprinzipen kein <em>Vermessen<\/em> des Wesentlichen (R\u00e4tselhaften), sondern nur ein <em>Ermessen<\/em>, das seiner eigenen G\u00fcltigkeit nie sicher sein kann. Gerade wegen ihres Insistierens auf dem Primat der reflektierenden Vernunft vermag die ironische Rede nichts anderes als nichts zu sagen: F\u00fcr sie sind zwar auch die Prinzipien zum Umgang mit dem R\u00e4tselhaften, ebenso wie das Wesen des R\u00e4tselhaften selbst, verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig. Sie will aber diese Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit auf rein rationale Verh\u00e4ltnisse beschr\u00e4nken, und in der Unendlichkeit der Zahlen lassen sich Z\u00e4hler und Nenner nicht aufeinander abbilden (ist kein Vermessen m\u00f6glich), ohne aus der Abbildung selbst etwas zu erzeugen, was die gesuchte Transparenz des R\u00e4tsels, seine Neutralit\u00e4t, weiter verstellen w\u00fcrde. Die ironische Rede ist sich dessen bewusst, sie w\u00e4hnt sich selbst im Unermesslichen, Kolossalen, als teilhabend an der transparenten Neutralit\u00e4t des R\u00e4tsels. Diese Teilhabe bezeugt sie, indem sie versucht, buchst\u00e4blich nichts zu sagen.<\/p>\n<p>Worin besteht nun der Kontrast zu einer Rede, welche die Geburt des Komischen bezeugt, wie wir es Dombois\u2019\u00bbZugabe\u00abunterstellen? Auch er will \u00bbnichts\u00absagen, aber er w\u00e4gt sich mit dem R\u00e4tsel nicht in einer transparenten innigen, sondern in einer formalen \u00e4u\u00dferlichen Verbindung: Er wei\u00df, dass die rationalen Verh\u00e4ltnisse das Wirkliche nicht in eine abbildende Konstellation zu bringen verm\u00f6gen, welche sie ersch\u00f6pfend zu fassen verm\u00f6chten. Verh\u00e4ltnisse, die keinen unbeschr\u00e4nkbaren Rest lassen (rationale Verh\u00e4ltnisse), bilden Inseln in einem Meer von solchen, die in keiner Erz\u00e4hlung und in keiner Kalkulation je aufgehen werden (irrationale Verh\u00e4ltnisse). Anders formuliert, er findet sich, buchst\u00e4blich etwas \u00bbverwegen\u00ab, in der Mittelbarkeit des St\u00e4dtischen und ihrer Immanenz von einer stillen und gebieterischen Stimme angesprochen, der zu entsprechen er damit sucht, \u00bbnichts\u00abzu sagen.<\/p>\n<p>Wie ist das m\u00f6glich? Dombois ist sich bewusst, dass eine solche, gewisserma\u00dfen \u00bbkosmische Interpellation\u00abein <em>komisches<\/em> Gef\u00fchl ist. Das Wort \u00bbkomisch\u00abkommt zwar wie ein Verlegenheitsmarker in seiner Formulierung daher, es weist aber einen Weg, dem wir folgen wollen: Immanuel Kant hatte das Komische auf ein \u00bbeigenth\u00fcmliches Ver\u00e4hnlichungsverm\u00f6gen\u00abzur\u00fcckgef\u00fchrt, welches buchst\u00e4blich \u00bbnichts Wirkliches\u00abzu charakterisieren verm\u00f6ge, sondern \u00bbnur Schein\u00abproduziere. Kant charakterisiert das Komische als das blinde oder mechanische Spiel von reinen Gr\u00f6\u00dfen, die sich aneinander reiben, ohne dass sie von einem gemeinsamen Ma\u00df gehalten werden. Sein ber\u00fchmtes Beispiel ist ein Witz, in dem ein Indianer an der Tafel eines Engl\u00e4nders eine Flasche Ale \u00f6ffnet und das Bier, in Schaum verwandelt, herausdringen sieht. Mit \u00bbvielen Ausrufungen\u00abzeigt er seine gro\u00dfe Verwunderung an. Auf die Frage des Engl\u00e4nders, wor\u00fcber er sich denn so wundere, antwortet er: \u00bbIch wundere mich auch nicht dar\u00fcber, da\u00dfes herausgeht, sondern wie ihrs habt herein kriegen k\u00f6nnen\u00ab.<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup><sup>[9]<\/sup><\/sup><\/a> Kant geht es mit dieser Anekdote nicht darum, \u00fcber die Unwissenheit von jemandem zu lachen, der noch nie Bier gesehen und getrunken hat: \u00bbnicht weil wir uns etwa kl\u00fcger finden als diesen Unwissenden, oder sonst \u00fcber etwas, was uns der Verstand hierin Wohlgef\u00e4lliges bemerken lie\u00dfe; sondern unsre Erwartung war gespannt und verschwindet pl\u00f6tzlich in Nichts.\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup><sup>[10]<\/sup><\/sup><\/a> Der springende Punkt f\u00fcr Kant ist vielmehr, dass das Substrat einer Erwartung jemanden nicht mehr stetig weitertr\u00e4gt, sondern seine Tragkraft verlieren und unverhofft ins Nichts implodieren kann. Wir folgen Kant mit dieser Charakterisierung des Komischen und behaupten aber, dass Dombois\u2019\u00bbIntervention, die Intervention bleiben soll\u00abdie Geburt des Komischen aus dem Kantschen Element des Scheinbaren ins Wirkliche bezeugt. Genau diese Erfahrung n\u00e4mlich, dass wir uns in einer Vielschichtigkeit von Kontinuit\u00e4ten einzurichten haben, ist in der st\u00e4dtischen Lebensweise vollkommen selbstverst\u00e4ndlich. M\u00f6gen wir auch noch so sehr eine \u00fcbergreifende Kongruenz f\u00fcr diese diversen Schichten suchen, so geh\u00f6rt es doch zum interessanten wie unbequemen Charme der Stadt, dass dies nie ganz gelingen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Form von Vernehmlassungen <\/strong><strong>\u2013<\/strong><strong> Oder: Die Pr<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>senz des Kosmischen in der Stadt <\/strong><\/p>\n<p>Was sich im Komischen geltend mache, sei das Mechanische, das Stoffliche und Dingliche, schreibt Henri Bergson in seiner Studie \u00fcber das Lachen und die Bedeutung des Komischen.<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup><sup>[11]<\/sup><\/sup><\/a> Im Komischen mache sich ein Etwas geltend, melde sich also mit einem Anspruch und fordere Geh\u00f6r zu finden, obschon wir doch eigentlich denken, es h\u00e4tte genau dies nicht n\u00f6tig, da gerade das Mechanische, das Stoffliche und Dingliche als Inbegriff all dessen gilt, was unmittelbar und unverf\u00e4lscht immer das tut, was seinem Wesen, und nur seinem Wesen entspricht. Es scheint wenig \u00fcbertrieben anzunehmen, solch Stoffliches sei vielleicht das Einzige \u00fcberhaupt, von dessen Realit\u00e4t wir glauben, sagen zu k\u00f6nnen, sie sei \u2013sogar notwendigerweise \u2013immer und nur \u00bbauthentisch\u00ab. Indem er den damit beanspruchten Geltungsraum des Stofflichen in einem Element des Komischen erkennt, spricht Bergson solcher Authentizit\u00e4t aber eine Aktualit\u00e4t zu, die im geradlinigen (deswegen als unmittelbar und unverf\u00e4lscht wertgesch\u00e4tzten) Zeitigen \u00bbinsistiert\u00abund sich selbst nicht \u00bbin ihr\u00abentfaltet, sondern \u00bbaus ihr\u00abentspringt. Im Element des Komischen vermag die Authentizit\u00e4t des Wirklichen, aus der Rationalit\u00e4t der Geradlinigkeit eine quellende Aktualit\u00e4t sch\u00f6pfen \u2013eine Aktualit\u00e4t, die als nichts anderes denn als eine Absurdit\u00e4t Geltung beanspruchen kann: \u00bbMan tut einen komischen Ausspruch, indem man eine absurde Idee in eine stehende Redensart kleidet\u00ab.<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup><sup>[12]<\/sup><\/sup><\/a> Im Element des Komischen werde also das Sinnwidrige, das Abwegige, das Ungereimte in die Aktualit\u00e4t eines Ausdrucks finden, die sich buchst\u00e4blich nicht fassen und konservieren l\u00e4sst, weil sie die absurde Aktualit\u00e4t des Gleichg\u00fcltigen, des Neutralen oder Nichtigen ist.<\/p>\n<p>Anders gesagt, im Komischen wei\u00df sich Stofflichkeit (das Mechanische oder Dingliche) Geltung zu verschaffen, und zwar \u2013 darin gr\u00fcndet das Verh\u00e4ltnis des Komischen zum Absurden \u2013f\u00fcr seine eigene gleichg\u00fcltige Nichtigkeit. Im Element des Komischen ist Stofflichkeit nichtig und dennoch erzeugend. Vom Komischen wird also gesagt, dass es sich irgendwie um ein kreatives Ermessen des Nichts dreht: Stofflichkeit, die ihre eigene Neutralit\u00e4t zur Geltung bringt. Der Anspruch, der in dieser Geltung vorgebracht wird, entspringt einer Idee, welche nicht zu fassen ist (absurd), weil sie einem ideellen Spiel inkongruenter Verh\u00e4ltnisse entspringt.<\/p>\n<p>Das Erleben solcher Inkongruenzen zwischen Gr\u00f6\u00dfenordnungen und deren Regelm\u00e4\u00dfigkeiten meinen wir mit dem Disparsen. Im Modus des Komischen bricht es ins zivile Leben ein, verstreut und verteilt, hier und da ein bisschen, und dringt durch mehr oder weniger harmlose Ritzen in die Gesetztheit der code-basierten Ordnungen. Im Element des Disparsen verschafft sich eine Stofflichkeit von purer Neutralit\u00e4t \u2013ein Etwas, das sich, stofflich, in ein Nichts aufl\u00f6st \u2013Geltung. Solche Geltung, die nie gesprochen, sondern nur als Vernehmlassung beansprucht werden kann, ert\u00f6nt aus den Reibungsstellen im dynamischen Gef\u00fcge ziviler Ordnung und verweist auf die Inkongruenz etablierter Gr\u00f6\u00dfen und der darauf etablierten Geltungsordnungen. Es ist in diesem Sinn, dass wir absurderweise von einer eigentlichen Objektivit\u00e4t der puren Neutralit\u00e4t reden sollten: weil das Nichts, wo es sich Geltung verschafft, dem erwartet Folgerichtigen \u00bbentgegen\u00abspricht und beansprucht, dass die Weise, wie es angesprochen werde, zur Disposition stehe. Das Nichts, welches sich selbst zur Geltung bringt durch eine Wiederholung, die nichts sagt, kann sich nur im Mechanischen des rein Quantitativen zeigen \u2013 und ist genau dadurch verb\u00fcndet mit dem Komischen. Es ist der Motor, das animierende Prinzip des St\u00e4dtischen, weil es das philosophische Dilemma, welches im Herzen des zahlenbasierten rationalen Ordnens klafft, als generative Kraft willkommen hei\u00dft. Das St\u00e4dtische versucht, die Kraft des Zwiespalts dadurch zu neutralisieren, dass es sie ins Werk setzt und aus den zwei Unendlichkeiten eines Verh\u00e4ltnisses (Z\u00e4hler und Nenner), die sich nur aufeinander abbilden lassen, indem sie die Transparenz des R\u00e4tsels, seine Neutralit\u00e4t, weiter verstellen, zum Motor des Differenzierens seiner eigenen \u00bbIdentit\u00e4t\u00abmacht.<\/p>\n<p>Wo sich die ironische Rede als teilhabend an der transparenten Neutralit\u00e4t des R\u00e4tsels versteht und eine Neutralisierung der Kraft des Zwiespalts durch die Nihilierung von Anspr\u00fcchen sucht, indem sie mit aller Macht, die sie b\u00fcndeln kann, versucht, buchst\u00e4blich nichts zu sagen, tritt die auf komische Weise nichts sagende Rede, die, will sie authentisch sprechen, einen Sinn f\u00fcr ihre eigene Komik ausgebildet haben muss, in ein kritisches Verh\u00e4ltnis zu dieser Partizipation. Sie vermag es, nichts zu sagen und nichts zu wollen, indem sie das buchst\u00e4blich durch Wiederholung tut. Den Gehalt (die Substanz) des Buchst\u00e4blichen pflanzt die nichts sagende wiederholende Rede in einem symbolischen Grund an. Sie sucht nicht, diesen Grund unverstellt zu begreifen oder vor weiteren Verstellungen zu sch\u00fctzen, sondern sie vervielfacht dasjenige, was darin wurzelt, und erzeugt dieses in unterschiedlichen Variet\u00e4ten, deren Gesamtheit einen fantastischen Adjunktionsk\u00f6rper (eine \u00bbZugabe\u00ab) bildet. Diese Variet\u00e4ten sind nie in abschlie\u00dfbarer Weise summierbar, weil sie, erzeugt aus Verh\u00e4ltnissen, die von Codes gestiftet werden, in einem genuin symbolischen Grund wurzeln. Sie verk\u00f6rpern eine Nat\u00fcrlichkeit (Prinzip der Genese), die dem Prinzip des Komischen unterstellt ist und als dessen Geb\u00fcrtige sich nur jene identifizieren k\u00f6nnen, der sich in ihrer zivilen Rolle von einer diffusen, kosmischen Ansprache gemeint w\u00e4hnen und Wege finden, dieser Ansprache dadurch zu antworten, dass buchst\u00e4blich nichts gesagt wird. Eben so schickt sich Dombois an, einen solchen Adjunktionsk\u00f6rper auszustatten mit einigem von dem, was die Neutralit\u00e4t seiner verk\u00f6rperten R\u00e4tselhaftigkeit in g\u00e4ngige Begriffe einkleidet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Aufl<\/strong><strong>\u00f6<\/strong><strong>sung des Nichts in adjunktive K<\/strong><strong>\u00f6<\/strong><strong>rper von Codes<\/strong><\/p>\n<p>Wie aber kann man sich das Einkleiden dessen, was dergestalt im Symbolischen wurzeln soll, \u00fcberhaupt vorstellen? Was soll das hei\u00dfen: sich anzuschicken, das Nichts in seiner Buchst\u00e4blichkeit zu ermessen und damit der Geltung seiner wesentlichen Charakteristik \u2013der Neutralit\u00e4t \u2013Gewicht und Materialit\u00e4t zu verschaffen, indem man es einfach nur, allerdings wiederholend, \u00bbsagt\u00abund ihm die artikulierten Variet\u00e4ten als Glieder seines eigenen phantasmatischen K\u00f6rpers zuspricht? Wir m\u00fcssen hier wieder auf dieses scheinbar Kredit unw\u00fcrdige Wort des \u00bbDisparsen\u00abzur\u00fcckgreifen. Es sei dasjenige Element einer Wiederholung, so haben wir schon pr\u00e4zisiert, welches der Identit\u00e4t der Repr\u00e4sentation gegen\u00fcbertrete in einer Weise, die den Kreis von Identit\u00e4t und Widerspruch aufzul\u00f6sen vermag. Wir k\u00f6nnen jetzt sehen, dass diese \u00bbAufl\u00f6sung\u00abin einem stofflichen Sinn zu begreifen ist: in der Aufl\u00f6sung des Nichts lassen sich die K\u00f6rper des Neutralen einkleiden. Das h\u00f6rt sich absurd an! Das Nichts soll viele K\u00f6rper haben? Aber genau im Begreifen davon, dass die M\u00f6glichkeiten zur Aufl\u00f6sung des Nichts, wie in der symbolischen Algebra, \u00bbunz\u00e4hlig\u00absind, sehen wir die Geburt des Komischen! Solche Unz\u00e4hligkeit wollen wir, ebenfalls wie in der symbolischen Algebra, \u00fcber das buchst\u00e4bliche Beziffern unbekannter Gr\u00f6\u00dfen im unermesslichen Raum aller setzbaren Verh\u00e4ltnisse begreifen. Die Geburt des Komischen wird bezeugt durch das Antworten auf eine kosmische Interpellation im Raum der Polis, und das Substrat solcher K\u00f6rper des Nichts (Absurdit\u00e4t), welches sich in stehende Begriff einkleiden l\u00e4sst, ist ein Substrat, das nur wegen seiner genuinen Medialit\u00e4t (Relationalit\u00e4t) \u00fcberhaupt als Substrat und Tr\u00e4ger von Neutralit\u00e4t gelten kann. Die Aufl\u00f6sung des Nichts durch wiederholendes, leeres Reden geht nicht vonstatten, ohne Tr\u00e4ger des Neutralen hervorzubringen.<\/p>\n<p>Schauen wir uns etwas genauer um. Die Vorstellung, welche wir gemeinhin mit einem neutralen Tr\u00e4ger f\u00fcr jegliche Qualit\u00e4t verbinden (dasjenige, was sich nach Bergson in der Komik zur Geltung bringt), ist die Vorstellung der reinen Gr\u00f6\u00dfe, der Quantit\u00e4t. Dazwischen vermittelt, so die philosophische Auffassung, die sich durch die Jahrhunderte zieht, die sprachliche Ordnung der Buchstaben, deren Manifestation zumindest in der westlichen Geistesgeschichte seit der Ausgestaltung des lautk\u00f6rperlichen (technisch als phonetisch bezeichneten) Alphabets in den 26 Lettern gesehen wird. Diesen Buchstaben allein wird es zugesprochen, dass sie die pure Charakteristik von allen tats\u00e4chlichen wie auch allen vorstellbaren Dingen ermessend und erz\u00e4hlend zu gliedern verm\u00f6gen,genau weil sie Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t \u00bbvermitteln\u00ab. Doch als rein Stoffliches, rein Mechanisches oder Dingliches, das sich selbst (in seiner Bedeutung als neutraler Tr\u00e4ger f\u00fcr jegliche Qualit\u00e4t) Geltung verschafft, verliert die alphabetische Ordnung eben diese f\u00fcr sie konstitutive Transparenz der eigenen Neutralit\u00e4t in just jenem Moment, da sie f\u00fcr sich selbst eine Geltung und einen Wert beansprucht. \u00dcbertritt man diese Schwelle, so sucht man \u2013absurderweise \u2013, in der Symbolizit\u00e4t dieses Medialen einer \u00bbAuthentizit\u00e4t des Nichts\u00abnachzusp\u00fcren. Dem Absurden dieser Weise trotzt aber, immer wieder neu, die Mathematisierung von Kommunikation, die nichts anderes verdeutlicht, als dass die Lettern des Alphabets nichts unmittelbar auszudr\u00fccken verm\u00f6gen, sondern einer Vermittlung bed\u00fcrfen durch die \u00bbKunst des Lernens\u00ab (Mathesis).<\/p>\n<p>Die Domboisschen Kunstgriffe haben uns genau in diese Richtung geleitet. Er vernimmt als kosmische Interpellation, w\u00e4hrend er verwegen unterwegs ist in der Stadt, die Kundgabe einer anonymen oder generischen Stofflichkeit des Geistreichen. Und er verh\u00e4lt sich zu dieser Forderung, indem er mit den Nachrichten, die er darin zur Vernehmlassung freigegeben glaubt, diskret verf\u00e4hrt. Wie Wikipedia diffus aber unverf\u00e4nglich formuliert, bezeichnen Nachrichten den qua Mitteilung kommunizierten Inhalt von Informationen. Dombois entspricht dem gebieterischen Anspruch, den er vernimmt, auf rein formale Weise, indem er zur Frage des Gehalts (der Substanz, der Bedeutung) der zirkulierenden Informationen schweigt und sich lediglich die Codes, in denen dieser Gehalt zirkuliert, durch wiederholendes Nichts-Sagen aneignet und als \u00e4sthetische Form ver\u00e4u\u00dferlicht.<\/p>\n<p>In aller K\u00fcrze k\u00f6nnen wir skizzieren, wie sich aus den hier behaupteten Charakterisierungen dieser Kunstgriffe eine Strategie zur Artikulation von Neutralit\u00e4t extrahieren und plausibilisieren lie\u00dfe, die vorl\u00e4ufig in folgende Schritte untergliedert werden k\u00f6nnen: (1) Man kultiviere eine Emp\u00f6rungshaltung und widerstehe damit jedem vorschnellen Engagement (man begreife sich als angesprochen von der kosmischen Interpellation), (2) man verpflichte sich einer hermeneutischen Praxis, die an einem originellen Sinn festh\u00e4lt, (3) man verhalte sich so diskret wie m\u00f6glich, indem man dem hermeneutischen Kern keine Bedeutung zuzuweisen, sondern aus seiner Kundgabe den Strom einer Vernehmlassung zu erschlie\u00dfen sucht (so wie man mit den algebraischen Symbolen imagin\u00e4re Wurzeln zieht), und (4) man kleide die Ansprache, der man folgt, so kunstfertig wie eben m\u00f6glich in ihrer Neutralit\u00e4t aus \u2013gem\u00e4\u00df seinem eigenen Sinn f\u00fcr das Komische.<\/p>\n<p>Das Subjekt solcher Artikulation wollen wir als \u00bbkosmisches Subjekt in der Stadt\u00abbezeichnen, und das Objekt, das in solcher Artikulation gegliedert wird, als \u00bbpataphysische Invarianz\u00ab. Die \u00c4u\u00dferlichkeit oder (mathematische) Form solcher Gliederung kann uns als (adjunktiver) K\u00f6rper des Nichts in seiner Buchst\u00e4blichkeit gelten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die kosmische Subjektivit<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>t und die pataphysische Invarianz<\/strong><\/p>\n<p>Just zu jener Zeit, als die Mathematik von der abstrakten zur symbolischen und schlie\u00dflich zur universellen Algebra voranst\u00fcrmte, die unsere heutige Informations- und Nachrichtentechnik konstituiert, hat Alfred Jarry (1873\u20131907) mit k\u00fcnstlerischer Geste die Implikationen jener mathematischen Entwicklungen affirmativ vorweggenommen und per Deklaration die Idee einer Wissenschaft des Partikul\u00e4ren, also des Einzelfalls, zu artikulieren begonnen, die sich von Aristoteles\u2019wirkungsreicher Definition absetzt, nach der sich Wissenschaft immer nur mit dem Generellen besch\u00e4ftigen k\u00f6nne. Jarrys Pataphysik solle sich so zur Metaphysik verhalten, wie die Metaphysik sich zur Physik verhalte, und so Erkenntnisse schaffen, um imagin\u00e4re L\u00f6sungen zu begr\u00fcnden \u2013L\u00f6sungen also, welche nicht auf notwendige Bedingungen antworten, sondern eine fantastische Vorstellung mit Eigenschaften von aktuellen Objekten auszustatten verm\u00f6gen. Jarry hat in seiner Pataphysik vor allem die M\u00f6glichkeit gesehen, Vorstellungen in ihrer Virtualit\u00e4t beschreiben zu lernen: \u00bbDie Pataphysik ist die Wissenschaft imagin\u00e4rer L\u00f6sungen, welche die Eigenschaften von Objekten, in ihrer Vitualit\u00e4t geschildert, symbolisch mit deren Grundz\u00fcgen [lin\u00e9aments] vertr\u00e4glich macht.\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup><sup>[13]<\/sup><\/sup><\/a> Dieses pataphysische Ausstatten hat lange Zeit einen rein literarischen Sinn behalten, aber heute k\u00f6nnen wir darin eine philosophische Interpretation dessen vorweggenommen sehen, was in den Ingenieurwissenschaften mittlerweile gang und g\u00e4be ist \u2013n\u00e4mlich das Ausstatten von generischen Substraten mit zugeteilten Eigenschaften, die sich z\u00e4hlen, kalkulieren, messen und miteinander vernetzen lassen. Das Doping von Halbleitern meint das <em>Ausstatten<\/em> von Tr\u00e4germedien durch Einpr\u00e4gung von symbolischen Codierung (die \u00bblogistischen Bahnungen\u00ab welche den elektrischen Strom leiten) in ihre Quantenelektrodynamische Struktur. Jegliche physikalische Gr\u00f6\u00dfenordnung (W\u00e4rme, Licht, K\u00e4lte, Bewegung, sogar Energetisierung in den Solarzellen) kann so aus der formlosen Energie der Elektrizit\u00e4t heraus gerendert und produziert werden.<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup><sup>[14]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>Wir wollen Dombois mit seinen Kunstgriffen des diskreten Verhaltens als Pataphysiker ansprechen. Wir unterstellen ihm, dass er uns vorf\u00fchren kann, wie die Pataphysik \u2013 nachdem sie das rein Literarische verlassen hat und mittlerweile mit Recht beansprucht, auch physikalisch \u00bbwirklich\u00abzu sein \u2013 wiederum zur\u00fcck in den Bereich des Literarischen, nun aber in seiner stofflichen Buchst\u00e4blichkeit, \u00fcbertragen werden kann. Dombois&#8217; Strategie zur Artikulation von Neutralit\u00e4t vermag es, so behaupten wir, die zivile Mittelbarkeit einer kosmischen Kritizit\u00e4t zu er\u00f6ffnen. Worin besteht die Herausforderung? F\u00fcr die Pataphysik, wie auch f\u00fcr das ingeneurtechnische Dopen, wird alles, was beansprucht, als konstant zu gelten (also \u00bbkosmisch\u00abzu sein), in der Struktur des Satzes, in der es seine Bedeutung behauptet, auf modulierende Weise verfassbar und artikulierbar. F\u00fcr beide muss das Konstante als Invarianz gefasst werden, die sich diskretisieren, artikulieren und der Kapazit\u00e4t der mathematischen Form (Gleichung) entsprechend bewegen, verschicken und verteilen l\u00e4sst.<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><sup><sup>[15]<\/sup><\/sup><\/a> Das Konstante ist also aufgehoben und zirkuliert in der Struktur von beliebig komplex formulierbaren Erhaltungss\u00e4tzen, wobei Erhaltungss\u00e4tze als Formeln ausgedr\u00fcckt werden und heute in einer f\u00fcr die Kosmologie wie auch f\u00fcr die Physik konstitutiven Weise als Inbegriff von \u00bbNaturgesetzm\u00e4\u00dfigkeit\u00abgelten.<\/p>\n<p>Wir behaupten, dass Dombois\u2019Bezeugen einer Geburt des Komischen durch seine Strategie der Artikulation von Neutralit\u00e4t darauf insistiert, dass die politischen Gesetze den kosmischen entsprechen k\u00f6nnen m\u00fcssten \u2013und zwar performativ (nicht nur deklarativ) auf der Ebene der Kapazit\u00e4ten und M\u00e4chtigkeiten der jeweiligen mathematischen Form (in der technischen Kommunikation), in der sie ihren Ausdruck finden. Wenn nun das Konstante (Kosmische) als artikulierte Invarianz gelten muss, in dessen Formulierungen das Kosmische mehr oder weniger m\u00e4chtig auftritt, so kann Kritik nur bestehen bleiben, wenn die Kraft des Komischen im Wirklichen Geltung beanspruchen kann. Keine logische Argumentation k\u00f6nne diese Vermittlung je vollst\u00e4ndig neutralisieren, so scheint Dombois \u00fcberzeugt, wenn er mit <em>Zugabe<\/em>einer \u00bbIntervention\u00abPlatz machen will, \u00bbdie Intervention soll bleiben k\u00f6nnen\u00ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00bb<\/strong><strong>Pr<\/strong><strong>\u00e4<\/strong><strong>zeption<\/strong><strong>\u00ab<\/strong><strong>und die Modulierbarkeit der Ma<\/strong><strong>\u00df<\/strong><strong>gabe<\/strong><\/p>\n<p>Dombois arbeitet mit digitaler Bildbearbeitung und Fertigungstechniken, mit denen er Varianten von Repr\u00e4sentationen von Sanssouci \u00fcber einen \u00bbSchnitt\u00abhinweg in einem phantasmatischen (Adjunktions-)K\u00f6rper verwurzelt. Damit bleiben die digitalen Arbeitsmittel in ihrer eigenen M\u00e4chtigkeit gerade nicht a-thematisch und transparent (reine Operatoren), sondern sind durchwegs auf ihre jeweiligen Referenzebenen bezogen, und dies in aller digitalen, d. h. Arbitrarit\u00e4t begr\u00fcndenden \u00bbFolgerichtigkeit\u00ab: Die Referenzebenen vervielf\u00e4ltigen sich und brechen sich gegenseitig in ihrer jeweiligen Konsistenz. In Dombois\u2019Artikulation nun tun sie dies aber nicht nach dem de\/konstruktiven Gestus jener Rede, die sich im Bewusstsein, nichts zu sagen, zum Komplizen machen will von dem, was die Unm\u00f6glichkeit, das Nichts zu ermessen, bedingt. Ganz anders ist Dombois\u2019Artikulation von Anfang an eine doppelte, die zudem das Prinzip zu ihrer eigenen Vervielfachung in sich tr\u00e4gt: Er begreift die Substanz von Sanssouci als etwas Fl\u00fcchtiges (wie die Essenz eines Duftes) und fasst sie als pataphysische Invarianz auf, die in vielfache Variet\u00e4ten ein und des gleichen Verh\u00e4ltnisses (eine Reproduktion von Sanssouci) gerendert wird (in unterschiedlicher Aufl\u00f6sung ein und derselben Essenz als Parfum, Eau de Toilette etc.). Die Vektoren der <em>De<\/em>&#8211; und der <em>Kon-<\/em>struktion spielen zwar auch bei ihm zusammen, aber anders als f\u00fcr die ironische Rede weisen sie in der komischen Rede in unterschiedliche Richtungen und er\u00f6ffnen diskrete Geltungsr\u00e4ume. Konkreter formuliert, wird der Pavillon von Sanssouci zweimal \u00bbgesagt\u00ab, einmal im Verh\u00e4ltnis 1:3 zum Referenzgeb\u00e4ude, also im Ma\u00dfstab von Architektur, und einmal im Verh\u00e4ltnis 1:4, gerendert im Ma\u00dfstab skulpturaler Arbeiten.<\/p>\n<p>Versuchen wir selbst, diskreter zu formulieren. Wie w\u00fcrde sich ein doppeltes Artikulieren gestalten, welches den technischen Umgang mit Nachrichten und das Wirkliche jeweils ineinander abbildet, ohne das eine vollst\u00e4ndig in den Dienst einer blo\u00df registrierenden Aufzeichnung und Darstellung des Anderen zu stellen?<\/p>\n<p>Konkret hat Dombois die Fotos, welche er in seiner Artikulation von Sanssouci auf die Tr\u00e4gerstrukturen projiziert hat und gem\u00e4\u00df denen die Theatermaler die Fassade gemalt haben, gestretcht und gestaucht. Dieses Vorgehen ist angelehnt an das Gestalten von Umgebungen in Computerspielen oder auch an Google Earth, wo die verwendete Textur der gerenderten topografischen Karten aus Satellitenaufnahmen erzeugt werden. Die fotografischen Aufsichten auf die Struktur einer Umgebung bilden die \u00dcberlagerung eines \u00bb\u00e4u\u00dferlichen\u00ab(fotografischen) Perspektivpunktes mit einem \u00bbinnerlichen\u00abPerspektivpunkt (von 3D-Rendering-Umgebungen), und dabei kommt es bisweilen zu den wildesten Verzerrungen. Es geht Dombois mit dieser Vervielf\u00e4ltigung von Referenzebenen und mit den damit ausgestellten \u00bbmisfits\u00abnicht darum, dass sich die Referenzebenen gegenseitig relativieren und in ihrem substanzlosen Begr\u00fcndungsanspruch blo\u00dfstellen. Das Element der Kritizit\u00e4t, in welchem er seine Artikulationen verwurzelt sieht, erf\u00fcllt sich nicht in einem McLuhanschen Spiel des Medialen (das Medium sei die Botschaft), das sich indefinit fortsetzt, solange nur das kommunikative Spiel weiter als Spiel und Unterhaltungsprogramm im Regime der kritischen Vernunft gespielt wird. In anderen Worten: solange jemand 1.) mit analytischem Blick hinschaut, 2.) mit eigener Kraft das \u00dcbermittelte synthetisiert, 3.) die Wahrnehmung damit abgleicht und so 4.) erkennen kann, wo sich die Dinge nicht nahtlos f\u00fcgen, wo sie nicht zur Passung gebracht werden k\u00f6nnen, wo ein Rest bleibt, der einen versichert, dass dies nicht real ist, sondern ein Illusionsraum.<\/p>\n<p>Dombois\u2019Element der Kritizit\u00e4t macht \u2013nicht weniger spielerisch, aber in komischer Weise \u2013ernst mit der kommunikativen Wirklichkeit, indem es sich \u00fcber das Spektakel durch Diskretion emp\u00f6rt. Indem es die Geburt des Komischen bezeugt, ist es gerade jene von McLuhan in Bezug auf die Medien angesprochene Modulierbarkeit der Ma\u00dfgabe, mit der auch Dombois sich auseinandersetzt: \u00bbDie Botschaft jedes Mediums oder\u00a0jeder Technik ist die\u00a0Ver\u00e4nderung des Ma\u00dfstabes,\u00a0Tempus\u00a0oder Schemas, die es der Situation des Menschen\u00a0bringt.\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup><sup>[16]<\/sup><\/sup><\/a> Auch Dombois will daran festhalten, dass es ein Reales gibt, das uns Authentizit\u00e4t bewahrt. Dies auf jeden Fall postuliert er oft, und am deutlichsten vielleicht in seinen Sonifikationsarbeiten. \u00bbWir k\u00f6nnen h\u00f6ren, wie die Erde klingt!\u00ab, sagt er beispielsweise den Studierenden in seinen Vortr\u00e4gen. \u00bbWir k\u00f6nnen wirklich an einem nahezu beliebig w\u00e4hlbaren Ort h\u00f6ren, wie die ganze Erde an einem bestimmten Moment geklungen hat\u00ab. Das ist eine fantastische Vorstellung, im besten Sinn des Wortes, und wichtig ist dabei nicht so sehr, ob und inwiefern diese Vorstellung tats\u00e4chlich \u00fcber eine pr\u00e4zis gedachte, logisch haltbare Aussage gest\u00fctzt werden kann. Dombois der K\u00fcnstler ist hier zweifellos mit Dombois dem Wissenschaftler in einer Art dialogischem Monolog: Schon in seiner Dissertation, in der er als Geophysiker aus den Natur- in die Kulturwissenschaften migriert ist, hat sich Dombois die Frage gestellt, was ein Erdbeben sei <a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[17]<\/a>\u2013und dies in einer Weise, die sich der techniktheoretischen und philosophischen Implikationen von \u00bbWas-Fragen\u00abdurchaus bewusst war. Er hat die r\u00e4tselhaften Satzstrukturen der Orakelspr\u00fcche von Delphi dort ebenso zur Struktur der heute gel\u00e4ufigen Strategien statistisch begr\u00fcndeter Prognosen ins Verh\u00e4ltnis gesetzt wie die Chiffrierungsweisen aktueller Mess- und Verfahrenstechniken, die darin indexierend, registrierend und verh\u00e4ltnisstiftend zum Einsatz kommen. Es gibt f\u00fcr ihn ein Reales \u2013 bei Delphi ebenso wie bei Prognosen, die auf seismischen Messungen gr\u00fcnden \u2013, das Authentizit\u00e4t verk\u00f6rpert gerade in der Formatierung, in der es als Nachricht zu zirkulieren beginnt.<\/p>\n<p>Versuchen wir Schritt zu halten mit Dombois\u2019 eigenen Kunstgriffen, die es ihm erlauben, sich dieser Haltung (um deren Vertretbarkeit er in seinen Arbeiten ringt) in ihrer ganzen Verletzlichkeit zu widmen. Das Wirkliche gilt ihm genau deswegen als authentisch, <em>weil<\/em> es sich uns weder \u00bbperzeptiv\u00abnoch \u00bbintuitiv\u00abnoch \u00bbrational\u00abin unmittelbarer Weise erschlie\u00dft. Aus dem zivilen Selbstverst\u00e4ndnis einer st\u00e4dtischen Mittelbarkeit heraus ist die Wirklichkeit authentisch, <em>indem<\/em> wir ihr Autorit\u00e4t zusprechen. Dombois folgt dem komischen Gef\u00fchl, dass die Dinge etwas von ihm wollen. Genau darin begegnet er dem Wirklichen in seiner Authentizit\u00e4t \u2013einem Wirklichen, wie es den Dingen selbst gem\u00e4\u00df ist,<br \/>\nd. h.: unvermittelt. Es beansprucht Geltung, indem es auf eine Weise ert\u00f6nt, die wir nur diffus vernehmen k\u00f6nnen und die nicht klingt, bevor wir ein Verh\u00e4ltnis dazu erzeugt haben, welches seinen m\u00f6glichen Klang vorausahnend vorwegnimmt. Wir m\u00fcssen ein \u00bbpr\u00e4zeptives\u00abVerh\u00e4ltnis zum Wirklichen entwickeln, um die von ihm beanspruchte Geltung vernehmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der K<\/strong><strong>\u00f6<\/strong><strong>rper des Nichts ist ein elektrisierter Quanten-K<\/strong><strong>\u00f6<\/strong><strong>rper, der nur chiffriert er selbst sein kann<\/strong><\/p>\n<p>Das Kunstwort \u00bbPr\u00e4zept\u00abhaben wir fabriziert um das \u00bbPerzept\u00abim vollen Verm\u00f6gensreichtum seiner genuinen Mittelbarkeit zu betiteln. Denn wie k\u00f6nnte man eine Vorstellung entwickeln von jenem vorwegnehmenden Aufbereiten dessen, was gesammelt und geb\u00fcndelt werden muss, um \u00fcberhaupt wahrnehmbar zu werden? Wir haben dieses Kunstwort an einer Analogie zur Elektrizit\u00e4t ausgebildet und m\u00fcssen etwas ausholen, um diese Analogie zu erl\u00e4utern. Dabei wir wollen uns an die Darstellungen von Karen Barad halten, die in ihrer kleinen Schrift <em>Was ist das Ma<\/em><em>\u00df<\/em><em> des Nichts?<\/em><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><sup><sup>[18]<\/sup><\/sup><\/a> schreibt:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u00bbDas Elektron ist ein unstrukturiertes Punktteilchen, das in seine Intra-Aktionen mit virtuellen Teilchen \u203agekleidet\u2039ist: Es intra-agiert mit sich selbst (und mit anderen Teilchen) durch den vermittelten Austausch von virtuellen Teilchen. (So kann ein Elektron zum Beispiel mit sich selbst durch den Austausch mit einem virtuellen Photon oder einem anderen virtuellen Teilchen intra-agieren und dieses virtuelle Teilchen wiederum kann sich weiter an anderen virtuellen Intra-Aktionen beteiligen und so weiter.) Nicht jede Intra-Aktion ist m\u00f6glich, doch die Anzahl der M\u00f6glichkeiten ist grenzenlos\u00ab.<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><sup><sup>[19]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Was aber soll ein \u00bbvirtuelles Teilchen\u00absein? Der Kontext von Barads Thema ist das Verh\u00e4ltnis von Philosophie und Quantenphysik. Im Kern dreht sich ihre Arbeit darum, dass die sogenannten virtuellen Teilchen in der Quantenfeldtheorie nicht lediglich eine epistemologische Unsch\u00e4rfe, sondern eine ontologisch Unbestimmtheit bezeichnen.<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><sup><sup>[20]<\/sup><\/sup><\/a> Die sperrige Vorstellung, die sich damit verbindet, dr\u00fcckt sie wie folgt aus: \u00bbVirtuelle Teilchen sind nicht <em>in<\/em>, sondern<em>Teil<\/em> der Leere.\u00abDas Nichts ist kein Rezeptakulum, welches Teile aufnehmen und beherbergen kann, sondern es ist mit den Teilchen, die es aufnimmt, in \u00bbpositiver\u00abWeise verbunden: als ontologische Unbestimmtheit, und deswegen virtuell. Dem Nichts, der Leere, dem Vakuum wird hier eine neutrale Stofflichkeit zugesprochen, die wir auch im Verh\u00e4ltnis von Nachrichten und Wirklichkeit zu charakterisieren versucht haben. Wir wollen unsere Analogie mit dem Pr\u00e4zeptiven in eine Formulierung bringen: Das virtuelle Teilchen verh\u00e4lt sich zum Vakuum wie eine Nachricht sich zum Nichts der Komik verh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Damit legen wir nahe, dass das St\u00e4dtische eine quantenphysikalische Wirklichkeit betitelt, und Kunst, die ihre Kraft aus dem \u00bbGesittetsein\u00abund \u00bbGesetzten\u00abzu ziehen sucht, muss darin nicht zu einem moralisierenden Korrektiv verkommen. Fassen wir r\u00fcckblickend die wichtigsten Linien zusammen: Statt im St\u00e4dtischen\/Zivilen unmittelbar eine kosmische Ordnung zu sehen, k\u00f6nnen wir im Bezeugen der Geburt des Komischen das Verh\u00e4ltnis von Stadt zu Kosmos in eine Mittelbarkeit und Kritizit\u00e4t bringen. Wir k\u00f6nnen die Positivit\u00e4t des St\u00e4dtischen quantenphysikalisch als neutrale Stofflichkeit begreifen, die sich selbst zur Geltung bringt in Ansprachen wie jenen, an denen Dombois sein k\u00fcnstlerisches Schaffen ausrichtet: Das St\u00e4dtische als fluktuierendes Vakuum, das nur st\u00e4dtisch ist, wenn es jegliche Zugabe aufnehmen kann. Wir k\u00f6nnen auf diese Positivit\u00e4t des St\u00e4dtischen bezogen denken, was Barad zur Illustration der Vorstellung einer ontologischen Unbestimmtheit sagt:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u00bbDie leere Seite, sie strotzt vom Begehren m\u00f6glicher Spuren jeglicher Symbole, Gleichungen, Worte, B\u00fccher, Bibliotheken, Satzzeichen, Vokale, Diagramme, Kritzeleien, Inschriften, Grafiken, Buchstaben, Tintenklecksen, wie sie nach Ausdruck verlangen. Ein Jubel der Leere. Man glaube nicht eine Sekunde lang, dass es keine materiellen Auswirkungen des Verlangens und Sich-Vorstellens gebe. Virtuelle Teilchen experimentieren mit den Un\/M\u00f6glichkeiten des Nicht\/Seins, doch bedeutet das nicht, dass sie nicht wirklich sind, im Gegenteil. Man sehe sich diese k\u00fcrzlich erschienene \u00dcberschrift an: \u203aEs ist gesichert: Materie sind lediglich Vakuumfluktuationen\u2039\u00ab.<sup><sup><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[21]<\/a><\/sup><\/sup><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Als Zeichen f\u00fcr die Null (und ihren K\u00f6rper, das Vakuum) repr\u00e4sentiert die Chiffre buchst\u00e4blich nichts au\u00dfer das, was sie selbst ist \u2013als R\u00e4tsel. Die Chiffre ist R\u00e4tsel in der Weise einer sich selbst erzeugenden \u00bbUnmittelbarkeit\u00ab: n\u00e4mlich operativ im Sinn von indefinit und ma\u00dfgebend. Die Chiffre gilt als symbolischer Nullpunkt und Leere, d. h. sie bietet einen neutralen Platz f\u00fcr jegliche Bestimmung. Der verlangende und verteilte K\u00f6rper des Nichts, der Quanten-K\u00f6rper des Neutralen, von dem Barad spricht, kann uns als die pataphysische Invarianz einer jeden Chiffre gelten.<\/p>\n<p>Mit Dombois\u2019 <em>Zugabe<\/em>hat das Landtagsgeb\u00e4ude im ehemaligen Schlosspark ein St\u00fcck Chiffrizit\u00e4t erhalten, eine Intervention, die auf sensible, humorvolle, eloquente und kritische Weise buchst\u00e4blich \u00bbnichts\u00absagt \u2013und die, indem sie ihren eigenen Anspruch verwirklicht, genau deswegen Intervention bleiben kann.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/quantitability.files.wordpress.com\/2014\/06\/image008.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1890\" src=\"http:\/\/quantitability.files.wordpress.com\/2014\/06\/image008.jpg?w=610\" alt=\"image008\"   \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><sup><sup>[1]<\/sup><\/sup><\/a> Ludwig Wittgenstein, <em>Philosophische Untersuchungen<\/em>, Frankfurt am Main 2003 . \u00a718.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><sup><sup>[2]<\/sup><\/sup><\/a> S\u00f8ren Kierkegaard, <em>Unwissenschaftliche Nachschrift<\/em>, \u00fcbers. von B. u. S. Diderichsen, K\u00f6ln 1959, S. 219.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><sup><sup>[3]<\/sup><\/sup><\/a> Ludwig Wittgenstein, ebenda<em>,<\/em> \u00a7 6.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><sup><sup>[4]<\/sup><\/sup><\/a>Ebenda.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><sup><sup>[5]<\/sup><\/sup><\/a> Wir beziehen uns mit dieser Charakterisierung von Titeln auf Jean-Luc Nancy, Philippe Lacoue-Labarthe, <em>The Title of the Letter, A Reading of Lacan (1973),<\/em> \u00fcbersetzt von Fran\u00e7ois Raffoul und David Pettigrew, Albany 1992.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><sup><sup>[6]<\/sup><\/sup><\/a>Heidi J\u00e4ger, \u201cSanssouci, zerschnitten\u201d, Potsdamer Neuste Nachrichten 6. September 2012,<a href=\"http:\/\/www.pnn.de\/potsdam-kultur\/678649\/\" rel=\"nofollow\">http:\/\/www.pnn.de\/potsdam-kultur\/678649\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><sup><sup>[7]<\/sup><\/sup><\/a> Jacques Derrida fasst in seiner Ethik der Diff\u00e9rance das Ereignis einer Zugabe als \u00bbespacement\u00abaus der Immanenz einer Unmittelbarkeit heraus. Eine Praxis des Aufschubs in seinem Sinn erfolgt \u00fcber eine Er\u00f6rterung, die nicht hermeneutisch eine Wurzel des urspr\u00fcnglichen Sinnes zu identifizieren sucht, sondern die buchst\u00e4blich ein St\u00fcck Urspr\u00fcnglichkeit als zus\u00e4tzliches Territorium gewinnen will f\u00fcr die Verwaltung einer generellen Ordnung. Seine Zugabe durch Aufschub verwandelt urspr\u00fcnglichen Sinn in generelle Topikalit\u00e4t, indem \u00bbdie Abwesenheit des Wortes\u00aberkannt wird, wie Derrida sagt, und man sich auf die Spurensuche der \u00bbSchrift im Wort\u00abmacht. Das gesprochene Wort, welches immer eine geistige Gegenwart und Pr\u00e4senz dessen suggeriert, was es charakterisiert und ausdr\u00fcckt, gilt es \u2013dies soll der Begriff des Aufschubs leisten \u2013in\/different zu setzen. Die antwortende, verantwortende, und in diesem Sinn ethische Haltung besteht demnach weder in einer Negation noch einer Affirmation, sondern kann nur dadurch eingenommen werden, indem die durch ein Wort artikulierte Pr\u00e4senz st\u00e4ndig aufgeschoben wird. Die Haltung wie ich sie bei Dombois verstehe, weicht vom Derridaschen Schema ab, indem sie nicht zu einer logischen Ordnung, einer Ordnung des Generellen beitragen will, sondern als K\u00fcnstler\/Autor auch selbst Verantwortender seiner Antwort zu bleiben beansprucht. Deswegen werde ich im Folgenden dem Chiffrieren bei Dombois eine kreative Rolle zusprechen, die mit Derridas Ethik der Grammatologie unvereinbar scheint. Vgl. auch Jacques Derrida, <em>Grammatologie <\/em>(1967), Frankfurt a.M. 1974. Die zitierten Passagen finden sich auf S. 243.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><sup><sup>[8]<\/sup><\/sup><\/a> Gilles Deleuze, <em>Differenz und Wiederholung<\/em> (1968), M\u00fcnchen 1992, S. 82.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><sup><sup>[9]<\/sup><\/sup><\/a> Immanuel Kant, <em>Kritik der Urtheilskraft<\/em>, \u00a754 in ders.: Werke in zw\u00f6lf B\u00e4nden, Band 10, Frankfurt am Main 1977, S. 265-270.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><sup><sup>[10]<\/sup><\/sup><\/a> Ebenda.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><sup><sup>[11]<\/sup><\/sup><\/a>\u00a0Henri Bergson,<em>Das Lachen. Ein Essai\u00a0<\/em><em>\u00fc<\/em><em>ber die Bedeutung des Komischen\u00a0<\/em>(1900), \u00fcbers. von Roswitha Plancherel-Walter, Z\u00fcrich 1972.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><sup><sup>[12]<\/sup><\/sup><\/a>\u00a0Ebd., S. 78.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><sup><sup>[13]<\/sup><\/sup><\/a>\u201cLa pataphysique est la science des solutions imaginaires, qui accorde symboliquement aux lin\u00e9aments les propri\u00e9t\u00e9s des objets d\u00e9crits par leur virtualit\u00e9.\u201d (Alfred Jarry, Oeuvre Compl\u00e8te I-III, herausgegeben von Michel Arriv\u00e9, Gallimard: Paris, 1972, I, p.669<strong>).<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref4\" name=\"_ftn4\"><sup><sup>[14]<\/sup><\/sup><\/a>\u00a0Vgl. dazu Vera B\u00fchlmann, Ludger Hovestadt (Hrsg.),\u00a0<em>Printed Physics, Metalithicum I<\/em>, Vienna 2012.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref5\" name=\"_ftn5\"><sup><sup>[15]<\/sup><\/sup><\/a>\u00a0Die deutlichste Vorstellung von Invarianz kann man sich vielleicht aus der Weise erschlie\u00dfen, wie die Wissenschaft heute Energie definiert: \u00fcber die sogenannten Erhaltungss\u00e4tze, die von Emmy Noether erstmals formuliert worden sind. Hierzu s. beispielsweise Yvette Kosmann-Schwarzbach,\u00a0<em>The Noether Theorems, Invariance and Conservation Laws in the Twentieth Century<\/em>, \u00fcbersetzt von Bertram E. Schwarzbach, Wien 2011.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref6\" name=\"_ftn6\"><sup><sup>[16]<\/sup><\/sup><\/a>Marshall McLuhan,\u00a0<em>Die magischen Kan<\/em><em>\u00e4<\/em><em>le\u00a0<\/em>(1964), D\u00fcsseldorf 1992. Weil so viele Deutungen dieser Idee gehandelt werden sei hier eine der wichtigsten Stellen w\u00f6rtlich zitiert: \u00bbDie Botschaft jedes Mediums oder\u00a0jeder Technik ist die\u00a0Ver\u00e4nderung des Ma\u00dfstabes,\u00a0Tempus\u00a0oder Schemas, die es der Situation des Menschen\u00a0bringt.\u00ab\u00a0S. 18.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref7\" name=\"_ftn7\"><sup><sup>[17]<\/sup><\/sup><\/a>\u00a0Florian Dombois, \u00dcber Erdbenen, Ein Versuch zur Erweiterung seismologischer Darstellungsweisen, Humboldt-Universit\u00e4t Berlin, 1998, online: <a href=\"http:\/\/edoc.hu-berlin.de\/dissertationen\/geologie\/dombois-florian\/PDF\/Dombois.pdf\" rel=\"nofollow\">http:\/\/edoc.hu-berlin.de\/dissertationen\/geologie\/dombois-florian\/PDF\/Dombois.pdf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref8\" name=\"_ftn8\"><sup><sup>[18]<\/sup><\/sup><\/a>\u00a0Karen Barad,\u00a0<em>Was ist das Mass des Nichts? Unendlichkeit, Virtualit<\/em><em>\u00e4<\/em><em>t, Gerechtigkeit<\/em>, Ostfildern, 2012.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref9\" name=\"_ftn9\"><sup><sup>[19]<\/sup><\/sup><\/a>\u00a0Ebd., S. 30.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref10\" name=\"_ftn10\"><sup><sup>[20]<\/sup><\/sup><\/a>\u00a0Sie konturiert den Hintergrund dessen wie folgt: \u00bbDie so h\u00e4ufig erz\u00e4hlte Geschichte von der Existenz virtueller Teilchen Iautet, dass sie ein unmittelbares Resultat der Heisenberg&#8217;schen Unsch\u00e4rferelation sei. Doch die \u203aUnsch\u00e4rfe\u2039- Relation (sic) von Energie und Zeit ist weit davon entfernt, ein best\u00e4ndiger Sachverhalt zu sein. Vor allem die neuere Forschung st\u00fctzt die Deutung dieser Relation eher unter dem Aspekt der Unbestimmtheit als der Unsch\u00e4rfe. Zur Debatte steht mithin eine \u203aobjektive [ontologische] Unbestimmtheit\u2039(Paul Busch), nicht jedoch eine epistemologische Unsch\u00e4rfe. Siehe zum Beispiel Paul Busch, \u203aThe Time-Energy Uncertainty Relation\u2039, in: Time in Quamum Mechanics, hrsg. v. Juan Gonzalo Muga, Rafael Saia Mayato und Inigo L. Egusquiza, 2. Auf., Berlin: Springer 2008 [Orig. 2002]. F\u00fcr eine ausf\u00fchrliche Darstellung der Deutungsunterschiede, die durch Fragen der \u203aUnsch\u00e4rfe\u2039(Heisenberg) vs. \u203aUnbestimmtheit\u2039(Bohr) gekennzeichnet sind, siehe auch Barad, Meeting the Universe Halfway (Anm. 3).\u00ab<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/06\/12\/zugabe-die-geburt-des-komischen-oder-wie-das-nichts-seine-authentizitat-durch-einkleidung-erlangt\/#_ftnref11\" name=\"_ftn11\"><sup><sup>[21]<\/sup><\/sup><\/a>\u00a0Ebd., S. 30.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>  <a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/feeds.wordpress.com\/1.0\/gocomments\/quantitability.wordpress.com\/1888\/\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" border=\"0\" src=\"http:\/\/feeds.wordpress.com\/1.0\/comments\/quantitability.wordpress.com\/1888\/\" \/><\/a> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" border=\"0\" src=\"http:\/\/pixel.wp.com\/b.gif?host=monasandnomos.org&#038;blog=42221392&#038;%23038;post=1888&#038;%23038;subd=quantitability&#038;%23038;ref=&#038;%23038;feed=1\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&raquo;[&hellip;] so frage dich, ob unsere Sprache vollst&auml;ndig ist; &ndash; ob sie es war, ehe ihr der chemische Symbolismus und die Infintesimalnotation einverleibt wurden; denn dies sind, sozusagen, Vorst&auml;dte unserer Sprache. 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