{"id":29219,"date":"2014-08-07T17:48:29","date_gmt":"2014-08-07T16:48:29","guid":{"rendered":"http:\/\/monasandnomos.org\/?p=1938"},"modified":"2014-08-07T17:48:29","modified_gmt":"2014-08-07T16:48:29","slug":"new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitaet-staedtische-architektonik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2014\/08\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitaet-staedtische-architektonik\/","title":{"rendered":"New book out: Die Nachricht, ein Medium \u2013 Generische Medialit\u00e4t, St\u00e4dtische Architektonik"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/quantitability.files.wordpress.com\/2014\/08\/bildschirmfoto-2014-08-07-um-18-33-59.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1939\" src=\"http:\/\/quantitability.files.wordpress.com\/2014\/08\/bildschirmfoto-2014-08-07-um-18-33-59.png?w=199&#038;h=300\" alt=\"Bildschirmfoto 2014-08-07 um 18.33.59\" width=\"199\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p>Was w\u00fcrde es bedeuten, die architektonische Frage dar\u00fcber, wie das Wissensm\u00f6gliche seine Genese, F\u00fcgung und Gliederung findet, unter genuin st\u00e4dtischen Vorzeichen neu zu formulieren? Medialit\u00e4t m\u00fcsste darin eine zentrale Rolle spielen. Sie w\u00e4re der Inbegriff all dessen, was in seinem Bedeutungsgehalt vermittelt, erhalten, entwickelt und erzeugt werden kann. Mit der Inversion von Marshall McLuhans ber\u00fchmten Dictum\u00a0\u201eDas Medium ist die Nachricht\u201c\u00a0geht es Vera B\u00fchlmann\u00a0darum, einen generischen Begriff von Medialit\u00e4t zu konturieren, welcher die selbstbez\u00fcgliche und selbst erzeugende Wendigkeit medialer Instrumentalit\u00e4t zu adressieren vermag. In diesem Sinn wird Medialit\u00e4t als Element verteilter, diskontinuierlicher und sich gegenseitig herausfordernder wie hervorbringender M\u00f6glichkeiten konturiert, die einer symbolischen Natur des Allgemeinen entspringen. Dieser Vorstellung sp\u00fcrt die Autorin hier kulturgeschichtlich und gegenwartsdiagnostisch nach.<\/p>\n<p><em>Ein Pixel.<br \/>\n<\/em><em>Zahlen und Buchstaben bespielen die Atomistik der Einbildungskraft.<br \/>\n<\/em><em>Medien sind generische Gestalten.<br \/>\n<\/em><em>Eine Gestalt ist eine Verbundenheit.<br \/>\n<\/em><em>Ein Raster ist eine generische Verbundenheit.<br \/>\n<\/em><em>Ein Punkt ist eine Verbindlichkeit.<br \/>\n<\/em><em>Ein infinitesimaler Punkt verbindet einen kontinuierlichen Inhalt.<br \/>\n<\/em><em>Eine Form ist eine Regelm\u00e4\u00dfigkeit.<br \/>\n<\/em><em>Eine symbolische Form stellt Medialit\u00e4t bereit.<br \/>\n<\/em><em>Medialit\u00e4t ist eine Regelm\u00e4\u00dfigkeit im Verbindlichen.<br \/>\n<\/em><em>Ein Vertrag.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>********* Buy at <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Die-Nachricht-ein-Medium-Architektonik\/dp\/3990436295\/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;qid=1407429075&amp;sr=8-2&amp;keywords=Vera+B%C3%BChlmann\" >amazon<\/a>************<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>INHALTSVERZEICHNIS<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e9cis<\/strong><\/p>\n<p><strong>Einleitung<\/strong><\/p>\n<p><strong>Teil 1\u00a0 \u00a0\u00a0 Virtualit\u00e4t und Medialit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Zur Genealogie des Medialen<\/strong><\/p>\n<p>Medien als archimedischer Punkt unserer Weltverh\u00e4ltnisse<\/p>\n<p>Virtualit\u00e4t und die Frage nach dem Konstitutivum von Medien<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2. Informatisierung als kulturgeschichtliche Wendezone<\/strong><\/p>\n<p>Zur Notwendigkeit einer Radikalisierung des kritischen\u00a0Programms<\/p>\n<p>Das Problem der Rahmung eines erweiterten Prinzips der Verf\u00fcgbarkeit<\/p>\n<p>Grenzen einer ph\u00e4nomenologischen Ontologie<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3. Aufs Neue Die Frage nach der Referenzialit\u00e4t von<\/strong>\u00a0<strong>Zeichen<\/strong><\/p>\n<p>Die Begr\u00fcndbarkeit der Information im Element des Symbolischen<\/p>\n<p>Die theoretische Neugierde<\/p>\n<p>R\u00e4umliches Denken \u2013 Codieren eines Au\u00dfen nach \u00dcbereinkunft<\/p>\n<p><strong>Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Teil 2\u00a0 \u00a0\u00a0 Formen und Strukturen von Integrabilit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Virtualit\u00e4t und Konstruktionsform<\/strong><\/p>\n<p><strong>2. Zum Topos der Begrenzung<\/strong><\/p>\n<p>Ein Planet namens \u00bbTerra\u00ab oder Der Mythos des Firmaments im Moment der Vermeerung<\/p>\n<p>\u00bbLegere in libro naturae\u00ab oder Von der Scheidung der Welt in eine Welt der Werte und eine Welt der Fakten<\/p>\n<p>\u00bbRelationenontologie\u00ab oder Die neuzeitliche Integration von Bewegung in die Art und Weise, Verh\u00e4ltnisse zu bestimmen<\/p>\n<p>Die Relativierung von Stetigkeit als Voraussetzung oder Vom deterritorialisierten Denken bis zur rekombinanten Synthese<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3. Funktion, Sinn und Form<\/strong><\/p>\n<p>\u00bbFunktion\u00ab \u2013 Geschichte und Verwendung als Theorie und Technik<\/p>\n<p>Imagination und Methode oder Das Ende der Repr\u00e4sentation durch die Vorstellung.<\/p>\n<p>Die Frage nach dem Sinn oder Das Problem des Anfangs<\/p>\n<p>Die Idee als \u00bbDifferential\u00ab des Denkens oder Zum Verh\u00e4ltnis von Struktur und Genese im Sprachspiel des Virtuellen<\/p>\n<p>Das \u00bbInformelle\u00ab oder Zum Konzept der \u00c4hnlichkeit als Medium<\/p>\n<p><strong>Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Teil 3\u00a0\u00a0 Virtualisierung von Dialektik: <\/strong><strong>Zum Verh\u00e4ltnis zwischen Theorie und Synthese<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Die synthetisierende Analyse im Paradigma der Netze<\/strong><\/p>\n<p>Die Medialit\u00e4t und die Unbestimmtheitsdimensionen des Technischen<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Zur Geschichte und Metaphorik des Begriffs der Spur<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2. Das Modell und die Simulation: das kontingente\u00a0<\/strong><strong>Konkrete<\/strong><\/p>\n<p>Die Simulation: Ersatzoffenbarung oder epistemisches Werkzeug?<\/p>\n<p>Modelle: Mathematical fictions?<\/p>\n<p>Simulacrum, Abbild, und das Herkommen von Templates in fantastisch-antizipierbaren Genealogien<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3. System, Element, Serie. Inversion mimetischer\u00a0<\/strong><strong>Traditionslinien<\/strong><\/p>\n<p>Die Integrit\u00e4t und Existenzweise technischer Objekte<\/p>\n<p>Der Individuationsprozess technischer Entit\u00e4ten<\/p>\n<p>\u00bbKonvergenz\u00ab \u2013 Grenzen des Konzepts im Sprachspiel des linguistischen Strukturalismus<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Coda\u00a0\u00a0 Ein generischer Begriff von Medialit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>*************************************************<\/p>\n<p>AUSZ\u00dcGE<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e9cis<\/strong><\/p>\n<p>Robert Musil beginnt seinen Roman <em>Der Mann ohne Eigenschaften<\/em> mit der \u00dcberschrift: \u00bbEine Art Einleitung. Woraus bemerkenswerter Weise nichts hervorgeht.\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Das Folgende handelt in eindr\u00fccklichster Weise von einer Welt, in der s\u00e4mtliche Eigenschaften generisch sind: eine Welt allgemeiner Natur, in der jedes Ausgezeichnete nur ausgezeichnete Regelm\u00e4\u00dfigkeit ist, die auf zahlreiche Arten in logistisch ausbalancierten und global-uniformen Verh\u00e4ltnissen variiert: \u00bb\u00dcber dem Atlantik befand sich ein barometrisches Minimum; es wanderte ostw\u00e4rts, einem \u00fcber Ru\u00dfland lagernden Maximum zu, und verriet noch nicht die Neigung, diesem n\u00f6rdlich auszuweichen. Die Isothermen und Isotheren taten ihre Schuldigkeit. Die Lufttemperatur stand in einem ordnungsgem\u00e4\u00dfen Verh\u00e4ltnis zur mittleren Jahrestemperatur, zur Temperatur des k\u00e4ltesten wie des w\u00e4rmsten Monats und zur aperiodischen monatlichen Temperaturschwankung.\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Und so geht es weiter, \u00fcber mehr als zweitausend Seiten. Das Fantastische an Musils Werk ist nun aber, dass eine solche Schilderung <em>der Dinge in ihrer prinzipiellen Gleichwertigkeit<\/em> ein absurdes Projekt darstellt, welches den Erz\u00e4hler in die eigenartige Situation dr\u00e4ngt, nicht prim\u00e4r Episoden aneinanderzureihen und ineinander zu verschachteln, sondern Dinge in ihrer generischen Struktur mit Merkmalen von Regelm\u00e4\u00dfigkeiten auszustatten, sodass jedes im Gesamtgeschehen des Romans interessant aufgeladen, angereichert und von Aktualit\u00e4t durchstr\u00f6mt wird. Doch alles, was geschieht, geschieht nicht \u00fcber das Ansto\u00dfen von Ver\u00e4nderungen in Situationen, \u00fcber welche eines zum n\u00e4chsten f\u00fchrt und jegliches, was ausgezeichnet ist, voller Implikationen w\u00e4re. Stattdessen geschieht alles in Musils Roman unmotiviert oder zumindest ohne zwingenden Grund, sondern einzig durch die Qualifizierung der Aktualit\u00e4t eines Geschehens. Von diesem Geschehen sprechen wir vielleicht am treffendsten als einem, welches vom Erz\u00e4hler <em>der Vorstellung eines Gro\u00dfen im Ganzen<\/em> \u00fcberantwortet worden ist und von dem dieser, in sachlichem Tonfall, lediglich Nachricht erstattet.<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten diese Gedanken als einleitendes Bild verwenden, um damit einen bestimmten Vorstellungsraum zum Nachdenken \u00fcber Kommunikation und Medialit\u00e4t zu evozieren. Wir wollen Information als nat\u00fcrliches Element begreifen und jenem musilschen <em>Qualifizieren von Aktualit\u00e4t,<\/em> welches darin zum Ausdruck kommt, eine technische Entsprechung zuweisen: das Codieren von elektrischem Strom zur \u00dcbermittlung von Signalen. In einer solchen Natur der Allgemeinheit, so die Behauptung, h\u00e4ngt alles \u2013 Musils \u00bbGro\u00dfes im Ganzen\u00ab \u2013 von der Art und Weise ab, wie erz\u00e4hlt wird. Und so wollen wir, von seiner Erz\u00e4hlhaltung ausgehend, die Dinge in ihrer Generik auszustatten und die energetischen Stromkreise zu modulieren, welche sie durchstr\u00f6men, eine Alternative zum vorherrschenden kybernetischen Bild des Kommunizierenden als Steuermann in den st\u00fcrmischen Ozeanen der Informationsflut sehen. W\u00e4hrend der kybernetische Steuermann sich jegliche Kommunikation im Hinblick auf die Generalit\u00e4t in der Form der abbildbaren Inhalte hin anschaut, so sieht der Erz\u00e4hler darin eine symbolisch-stoffliche L\u00f6sung allgemeiner Intelligibilit\u00e4t und Sensibilit\u00e4t, die er \u2013 \u00e4hnlich wie ein Chemiker \u2013 weiter aufzul\u00f6sen, anzureichern und zu s\u00e4ttigen sucht.<\/p>\n<p>Fassen wir die <em>Natur des Allgemeinen<\/em> auf diese Weise als <em>reziprok bestimmbares Verh\u00e4ltnis<\/em> \u2013 zwischen erstens der Vorstellung von einem Gro\u00dfen im Ganzen und zweitens dem Erz\u00e4hlen-K\u00f6nnen von allgemeinen Dingen im Horizont dieser Vorstellung des Gro\u00dfen im Ganzen \u2013 so ist klar, dass jene Natur des Allgemeinen zwar jedem Erz\u00e4hlenden und jeder Vorstellung zukommt, aber nicht in gleicher Weise. Anders formuliert: Diese Natur des Allgemeinen ist, trotz ihrer reinen Generik, nicht dem Universellen \u00e4quivalent. Bez\u00fcglich der Vorstellung von Universalit\u00e4t muss vielmehr gelten, dass jegliches generisch Artikulierte, mag es mit noch so viel Erz\u00e4hlverm\u00f6gen ausgedr\u00fcckt sein, das Universelle nie ersch\u00f6pfend zum Ausdruck zu bringen vermag. In diesen Symmetriekonstellationen wird es m\u00f6glich, den Charakter dieses Allgemeinen zwar als generisch \u2013 also ohne R\u00fcckgriff auf eine Klassifikation von Natur \u2013 zu bestimmen, aber ohne ihn zirkul\u00e4r und tautologisch begr\u00fcnden zu m\u00fcssen: Wir k\u00f6nnen uns das Generische als Inseln unterschiedlich verteilter und unterschiedlich ges\u00e4ttigter Dichten von Allgemeinheit im ozeanischen Element des darin anklingenden Universellen vorstellen.<\/p>\n<p>Mit einem technisch formulierten Bildvergleich k\u00f6nnen wir pr\u00e4ziser fassen, worum es bei einer solchen Natur des Allgemeinen geht: Eine Formulierung, die nichts au\u00dfer generisch ist, ist eine Gleichung. Doch m\u00fcssen wir diese nicht notwendigerweise in ihrer Immanenz als Abbildverh\u00e4ltnis fassen, wenn wir das Allgemeine, das darin zum Ausdruck kommt, nicht mit dem Universellen, f\u00fcr das eine Gleichung steht, als deckungsgleich erachten. Halten wir diesen Unterschied zwischen dem Allgemeinen und dem Universellen offen, so k\u00f6nnen wir vielmehr von einem <em>S\u00e4ttigungsverh\u00e4ltnis<\/em> des allgemein Formulierten an Universalit\u00e4tsgehalt sprechen, anstatt von einem <em>Entsprechungsverh\u00e4ltnis<\/em> des allgemein Formulierten mit universeller Form.<\/p>\n<p>Das Interesse dieses Buches besteht darin, den generischen Charakter einer so gedachten Allgemeinheit zu erw\u00e4gen. Um diesen Charakter in aller Offenheit in den Blick zu bekommen, wollen wir die beiden reziprok bestimmbaren Pole anschaulicher fassen, um sie besser handhaben zu k\u00f6nnen: Wir wollen die Vorstellung von einem \u00bbGro\u00dfen im Ganzen\u00ab als <em>das St\u00e4dtische<\/em> erachten und jenes \u00bbErz\u00e4hlen-K\u00f6nnen von Dingen in ihrer Allgemeinheit\u00ab als <em>das Mediale<\/em>. F\u00fcr beides suchen wir einen generischen Begriff zu formulieren, das hei\u00dft einen Begriff von m\u00f6glichst verm\u00f6gender Allgemeinheit. Damit diese Suche gleichzeitig in einer offenen Weise gelingen kann, versuchen wir, bei dieser reziproken Bestimmung der beiden Pole vom Standpunkt der <em>Prinzipien ihrer jeweiligen Genese<\/em> auszugehen.<\/p>\n<p>Damit schlagen wir also vor, Medien nahezu g\u00e4nzlich aus ihrem epistemologischen Spannungsfeld zu befreien, dessen Schl\u00fcssigkeit von einem sich gegenseitig ausschlie\u00dfenden Verh\u00e4ltnis zwischen Natur und Kultur abh\u00e4ngt. Es ist klar, dass wir uns mit dem, was wir darlegen m\u00f6chten, nicht in einem Element hinreichenden Grundes und notwendiger Schussfolgerungen bewegen k\u00f6nnen. Vielmehr finden wir uns in einer an Gr\u00fcnden \u00fcberreichen und \u00fcppigen Gegend wieder, welche alle st\u00e4dtischen Dramaturgien jeglicher kosmologischer Ordnungsvorstellungen auf ebenso diskrete wie disparse Weise versammelt. Eine solche Gegend ist nicht nur gro\u00dfz\u00fcgig, sondern auch gebieterisch, in einer eigenartigen Weise, deren besseres Verst\u00e4ndnis von einem ad\u00e4quaten Begriff von Medialit\u00e4t \u2013 im Sinne von Marshall McLuhan dasjenige, was Ma\u00dfgabe modulierbar macht \u2013 abzuh\u00e4ngen scheint. Um einen solchen Begriff von Medialit\u00e4t kreist unser Interesse im Folgenden.<\/p>\n<p>Die Teile eins bis drei des vorliegenden Buches sind der Kern meiner Promotion, die 2009 unter dem Titel <em>Inhabiting Media. Ann\u00e4herungen an Herk\u00fcnfte und Topoi medialer Architektonik<\/em> am Medienwissenschaftlichen Institut der Universit\u00e4t Basel, Schweiz, vorgelegt wurde. Ich m\u00f6chte an dieser Stelle Georg Christoph Tholen als Hauptbegutachter und Ludger Hovestadt als Zweitbegutachter sehr herzlich f\u00fcr ihre Unterst\u00fctzung danken wie auch f\u00fcr ihr kritisches Wohlwollen, mit dem sie meine Arbeit begleitet haben. Diese Teile wurden f\u00fcr die vorliegende Publikation nur stilistisch etwas \u00fcberarbeitet. Sie wurden jedoch mit der Einleitung und der Coda aus r\u00fcckblickender Perspektive, f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter, neu gerahmt.<\/p>\n<p>Gewidmet sei dieses Buch Klaus Wassermann.<\/p>\n<p><em>Z\u00fcrich, M\u00e4rz 2014<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Einleitung<\/strong><\/p>\n<p>\u00bbDie Idee der Ordnung durch Fluktuation ist nicht nur eine neue Idee, sie ist die Neuigkeit selbst, ihre Definition.\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Als Sinnbild sowohl f\u00fcr die Vorstellung eines Gro\u00dfen im Ganzen wie auch als Brutst\u00e4tte von Erz\u00e4hlverm\u00f6gen in all seinen Ausgestaltungen gilt seit jeher das St\u00e4dtische. Technik und Kommunikation spielen f\u00fcr die Entstehung des St\u00e4dtischen eine konstitutive Rolle \u2013 insbesondere im Hinblick darauf, dass das St\u00e4dtische, aus der Perspektive von Kulturtheorie und Geistesgeschichte wie auch aus jener der Naturwissenschaft, gemeinhin als <em>singul\u00e4res Ph\u00e4nomen<\/em> gilt: Seine Herkunft l\u00e4sst sich weder auf biologische noch auf physikalische Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten zur\u00fcckf\u00fchren, sondern h\u00f6chstens auf kosmologische oder anthropologische. Und das hei\u00dft immer auch auf eine symbolisierende und aus dem Unendlichen des Universums herauszuentziffernde \u00bbGesetzm\u00e4\u00dfigkeit\u00ab. Genau mit diesem singul\u00e4ren Status ist eine \u00bbNatur\u00ab des St\u00e4dtischen ebenfalls mit einer \u00bbNatur\u00ab von Technik, Kunst und Sprache verwandt, Natur im Sinn von \u00bbPrinzip der Genese\u00ab. Angesichts der Schwierigkeiten \u2013 n\u00e4mlich der Unvergleichlichkeit dieser Ph\u00e4nomene \u2013 war ein Nachdenken \u00fcber das St\u00e4dtische (wie jenes \u00fcber Technik, Kunst und Sprache) wohl immer schon mit einer spirituellen Dimension und ihrer Symbolisierung verbunden: Galten die gebauten und eingerichteten Ordnungen des St\u00e4dtischen, um eine gegenseitige soziale Abh\u00e4ngigkeit am besten zu gliedern, doch seit jeher als hiesiges Abbild einer jenseitigen \u00bbRichtigkeit\u00ab: etwa im Persischen Reich als Metropolis und Sitz des Kaisers, Mutterstadt der imperialen Kolonien, die Stadt als St\u00e4tte des Gesetzes und Wohnort der G\u00f6tter und ihrer Kinder bei Platon, die kosmische Stadt als Abbild des Universums bei den Stoikern, als Stadt Gottes bei Augustinus, um nur einige wenige Varianten zu nennen, wie die Singularit\u00e4t des St\u00e4dtischen thematisiert worden ist.<\/p>\n<p>Nun scheint im zunehmend s\u00e4kularisierten Set-up moderner Nationalstaaten die Tradition, das St\u00e4dtische in seiner Singularit\u00e4t begreifen zu wollen, gebrochen zu werden. In unserer j\u00fcngeren politischen Geschichte, zumindest in der westlichen Welt, gilt die Generalisierung des St\u00e4dtischen hin zu einer <em>allgemeinen Urbanit\u00e4t<\/em> \u2013 nun im spirituellen Sinn als \u00bbunspezifisch\u00ab und in dieser Hinsicht als das <em>Generische des St\u00e4dtischen<\/em> zu verstehen \u2013 gleicherma\u00dfen als Legitimationsgrund wie auch als anzustrebendes Ziel daf\u00fcr, wie \u00f6konomische und politische Ordnungen anhand rein formaler Institutionierung von Macht und Verantwortung verfasst werden sollen. Rein objektiv, also ohne Privilegien, die irgendwie zu rechtfertigen w\u00e4ren \u00fcber das, was eine Situation der \u00dcberlieferung nach als eine singul\u00e4re auszeichnet, sondern generell und buchst\u00e4blich \u00bbapparatartig\u00ab formuliert (Rechtsstaat und B\u00fcrokratie, Staatsapparat und dessen ausf\u00fchrende Organe) gelten diese Ordnungen nun gerade wegen ihrer reinen \u00c4u\u00dferlichkeit und Formalit\u00e4t als gleichzeitig \u00bbnormal\u00ab, \u00bbuniversell\u00ab und \u00bbnat\u00fcrlich\u00ab. Halten wir also fest, dass das St\u00e4dtische seinen Ausgang nahm als singul\u00e4res Ph\u00e4nomen, durch welches sich der Homo sapiens aus der unmittelbaren Abh\u00e4ngigkeit einer \u00fcberm\u00e4chtigen und allzu oft als ungastlich erlebten Naturgewalt emanzipieren konnte. Demgegen\u00fcber strebt seit der Gr\u00fcndung von Nationalstaaten die relativ junge Tendenz zur Generalisierung des St\u00e4dtischen gerade entgegengesetzt dazu, das St\u00e4dtische in seiner Generik als technisch kontrollierbare \u00bbNaturgesetzm\u00e4\u00dfigkeit\u00ab zu fassen.<\/p>\n<p>In all diesen Variationen geht es um das Verh\u00e4ltnis des <em>St\u00e4dtischen<\/em> zum <em>Gesetzm\u00e4\u00dfigen<\/em>. Was aber hat dieser Hintergrund nun mit Medien zu tun oder, noch enger gefasst, mit einem Verst\u00e4ndnis von <em>Nachrichten als Medien?<\/em> In aller vorwegnehmenden K\u00fcrze behauptet die These, welche die vorliegende Arbeit zu er\u00f6rtern und zu verfolgen sucht, dass dieses Generische des St\u00e4dtischen mit einem Generischen des Medialen erg\u00e4nzt werden sollte. Damit lie\u00dfe sich <em>eine symbolisch-formale Kritisierbarkeit<\/em> erm\u00f6glichen, die einen drohenden Kurzschluss von Technik und Natur, M\u00f6glichkeit und Notwendigkeit vielleicht aufzubrechen vermag, ohne damit spezifische semantisch-inhaltliche Bestimmungen zu infundieren. Das Merkmal des St\u00e4dtischen, haben wir gesagt, sei seine Singularit\u00e4t: insofern, als dass seine Genese unvergleichlich mit einem anderen Ph\u00e4nomen scheint und aus keiner unmittelbaren Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit hergeleitet werden kann, ohne dass diese Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit theologisch aufgeladen werden m\u00fcsste, um als Erkl\u00e4rung zu dienen. Nun, dieses Merkmal l\u00e4sst sich ebenso sehr der Genese des Medialen anhaften. Tun wir das, sind beide \u2013 nicht <em>trotz,<\/em> sondern <em>in<\/em> ihrer Singularit\u00e4t \u2013 nicht mehr unvergleichlich.<\/p>\n<p>Aber ist, um einen Vergleich zu ziehen, nicht ein drittes oder sogar noch ein viertes Ingredienz erforderlich? Brauchen wir nicht zumindest ein positives Ma\u00df, wenn nicht eine elementare Proportionalit\u00e4t? Inwiefern sich diese Frage verneinen l\u00e4sst, darum geht es bei einem philosophischen Begriff des Differentials, um den sich ein Gro\u00dfteil des folgenden Textes dreht.<\/p>\n<p>Die Vorstellung, die wir zu entwickeln suchen, besteht in folgenden <em>Postulaten:<\/em> 1. Es gibt eine Objektivit\u00e4t von Nachrichten. 2. Dieser Objektivit\u00e4t kommt ein Sein zu, das in den Artefakten insistiert und von jedem, der es in seiner Objektivit\u00e4t zu adressieren sucht, nicht nur etwas gibt sondern auch etwas will. Was diese Objektivit\u00e4t von uns will, dar\u00fcber k\u00f6nnen wir nur r\u00e4tseln. 3. Die Objektivit\u00e4t von Nachrichten waltet in den Artefakten als das Sein von Neuigkeit und sie l\u00e4sst sich, so wollen wir vorschlagen, in Analogie zur Objektivit\u00e4t von Energie formulieren, die in der Elektrizit\u00e4t waltet. Es l\u00e4sst sich genauso wenig ein repr\u00e4sentatives Bild von ihr zeichnen, wie dies hinsichtlich von Energie m\u00f6glich ist: Man kann die Objektivit\u00e4t von Nachrichten weder \u00fcber das Postulat einer Treue zu der darin verfassten Botschaft <em>erw\u00e4gen,<\/em> noch kann man sie \u00fcber die formale Integrit\u00e4t ihrer Vermittlung <em>ermessen<\/em>. Aber man kann sie <em>erhalten,<\/em> so wie sich Energie erhalten l\u00e4sst: in S\u00e4tzen, welche ein universelles Entsprechen ausdr\u00fccken.<\/p>\n<p>Aber m\u00fcsste die eigentlich (medien-)philosophische Frage nicht darauf gerichtet sein, <em>was<\/em> diese Objektivit\u00e4t von Nachrichten will? Davon wollen wir ausgehen und zugleich nahelegen, dass die \u00bberschliessende Entzifferung\u00ab von diesem Etwas uns als die <em>fortlaufende Genese des St\u00e4dtischen<\/em> gelten kann.<\/p>\n<p>Zugegeben: Der Sprung, der n\u00f6tig ist, um die <em>Singularit\u00e4t des Medialen<\/em> auf die <em>Singularit\u00e4t des St\u00e4dtischen<\/em> zu beziehen und umgekehrt, ist ein riskanter. Aber es scheint ein lohnender Sprung zu sein, verspricht er doch das reziproke Bestimmungsverh\u00e4ltnis als ein prinzipiell offenes, und nicht nur, um in kombinatorischem Zahlenreichtum \u00bbfaktisch Unendliches\u00ab zu denken. Allegorisch gesprochen bedeutet dies, dass Modernit\u00e4t nicht nur <em>ist,<\/em> sondern <em>ist in dem sie lernt sich selbst zu sein<\/em>. Wenn dieser Sprung gelingen k\u00f6nnte, so erlaubt er beiden Begriffen, jenem eines Generisch-St\u00e4dtischen und jenem eines Generisch-Medialen, <em>differentialphilosophisch als unbestimmt jedoch bestimmbar<\/em> gefasst zu werden, um so die jeweilige Singularit\u00e4t, die sie verk\u00f6rpern, aneinander zu entwickeln. Lassen Sie uns in aller K\u00fcrze darlegen, vor welchen Hintergrund\u00fcberlegungen dieser Sprung hier gewagt wird.<\/p>\n<p>Seit McLuhans ber\u00fchmtem Votum, dass Medien nicht lediglich als neutraler Mittler von Botschaften zu begreifen seien, sondern vielmehr jeweils selbst die Botschaft sind, wird Medialit\u00e4t in den Kulturwissenschaften und in der Medientheorie im Zusammenhang mit Ma\u00dfst\u00e4blichkeit thematisiert. Wie McLuhan sich ausdr\u00fcckte: \u00bbDie Botschaft jedes Mediums oder\u00a0jeder Technik ist die\u00a0Ver\u00e4nderung des Ma\u00dfstabes,\u00a0Tempus\u00a0oder Schemas, die es der Situation des Menschen\u00a0bringt.\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Kommunikation, so legte er nahe, bringe also \u00bbder Situation des Menschen\u00ab etwas hinzu. Nun treten mit dieser von ihm postulierten <em>Eigentlichkeit der Medien<\/em> diese aber in einen gewissen Widerspruch zu dem St\u00e4dtischen in seiner generischen, als Regelkreis und Apparat gedachten dynamischen Form. Das Nachsp\u00fcren dieses Widerspruchs wie auch der M\u00f6glichkeiten, wie die aktuellen medientheoretischen Positionen diesen aufzul\u00f6sen oder zu \u00fcberwinden versuchen, hat \u2013 in aller kritischen Offenheit \u2013 das Vorhaben in dieser Arbeit angeregt.<\/p>\n<p>Wie also lie\u00dfe sich dieser Widerspruch in eine m\u00f6gliche Formulierung bringen? Daf\u00fcr muss zuerst etwas ausgeholt werden. Eine moderne, im Sinne einer \u00bbapparatartigen\u00ab Ordnung sch\u00f6pft ihre eigene Ver\u00e4nderbarkeit auf immanente Weise aus der Dynamik ihrer eigenen Glieder und Organe. Sie begreift die Einrichtung einer generischen Urbanit\u00e4t (als Vorstellung eines spirituell unspezifischen St\u00e4dtischen) gleicherma\u00dfen als Begr\u00fcndungs- und Referenzebene wie auch, im Bestreben nach s\u00e4kularisierender Expansion, als ihr eigentliches Verwirklichungsziel. Nun kann in einer solchen sich immanent speisenden, dynamischen Ordnung im eigentlichen Sinn <em>nichts hinzukommen<\/em>, sondern es kann nur umverteilt und in neue Konstellationen gebracht werden. Um diese Geschlossenheit aufzubrechen, argumentiert Serres: \u00bbDie Idee der Ordnung durch Fluktuation ist nicht nur eine neue Idee, sie ist die Neuigkeit selbst, ihre Definition.\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Der Erl\u00e4uterung, wie dies m\u00f6glich scheint, dient diese Einleitung. Wir werden mehrfach und aus verschiedenen Richtungen auf Serres\u2019 Formulierung zur\u00fcckkommen.<\/p>\n<p>Nun ist das Sprachspiel um Neuigkeit bekannterma\u00dfen in eschatologischen Diskursen verortet und lebt dort davon, dass die Chiffre \u00bbNeuigkeit\u00ab sich genau <em>nicht<\/em> definieren l\u00e4sst. In der Idee einer Ordnung durch Fluktuation sieht Serres denn auch nicht eine inhaltliche Charakterisierung oder Bezeichnung von Neuigkeit, sondern ihr eigentliches \u00bbSein\u00ab als k\u00f6rperlich gewordene \u00bbChiffre\u00ab. Eine moderne Ordnung als eine, die per Definitionem immer <em>nur gerade jetzt,<\/em> also buchst\u00e4blich immer \u00bbmodern\u00ab ist, und in gleicher Form nie Bestand haben soll, gilt Serres als s\u00e4kularisiert-symbolische Fassung von \u00bbNeuigkeit\u00ab, sofern sie buchst\u00e4blich <em>nichts repr\u00e4sentiert au\u00dfer sich selbst<\/em> \u2013 und dies nicht in referenzieller Weise, sondern in einer nur der abstrakten Symbolizit\u00e4t der <em>Chiffre<\/em> eigenen, weil sich selbst erzeugenden \u00bbUnmittelbarkeit\u00ab: n\u00e4mlich operativ im Sinn von indefinit und <em>ma\u00dfgebend<\/em>. In einer solcherma\u00dfen modernen Ordnung, als s\u00e4kularisierte Form des St\u00e4dtischen, darf kein st\u00e4ndisches Sein mehr eine Rolle spielen, sondern alle Gliederungen m\u00fcssen im Fluss sein und sich in und durch die Fluktuationen ihrer Gerinnungen selbstst\u00e4ndig an die erfolgten Ver\u00e4nderungen anpassen. So scheint in aller Konsequenz das Politische \u2013 als so etwas wie der <em>formale Zustand von Neuigkeit<\/em> (oder besser: seine formale Zust\u00e4ndigkeit) \u2013 von jeglicher mit einem <em>Heilsversprechen <\/em>verbundenen Semantik befreit, und zwar genau aufgrund des Anspruchs, die <em>Form dieses Versprechens in generischer Unverf\u00e4lschtheit<\/em> zu sein. Die Ordnung des Politischen muss sich nirgendwo anders, als im formalen K\u00f6rper dieses Poltischen selbst, in dessen Kapazit\u00e4t und K\u00f6nnen, verantworten und autorisieren. \u00bbNeuigkeit\u00ab wird damit zu einem \u00f6ffentlichen politisch-\u00f6konomischen Gut und stellt sich jedem theologischen Missbrauch zum Handel um das individuelle Seelenheil entgegen. Anders formuliert: Nur indem \u00bbNeuigkeiten\u00ab ihre Referenz auf ein individuelles Seelenheil im Jenseits verlieren, l\u00e4sst sich mit ihnen das Versprechen auf eine allgemeine Erl\u00f6sung im Diesseits gewinnen.<\/p>\n<p>Worin besteht aber nun der Wiederspruch von McLuhans Medienbegriff zu solchen Vorstellungen? Er ergibt sich (oder er ergibt sich nicht), je nachdem, wie man diesen <em>Status <\/em>einer Ordnung begreift, die nichts anderes repr\u00e4sentiert als sich selbst. Wir haben vorgeschlagen, sie in dieser Eigenart als <em>Chiffre<\/em> zu sehen: Die Chiffre gilt als symbolischer Nullpunkt und Leere, das hei\u00dft, sie bietet einen neutralen Platz f\u00fcr jegliche Bestimmung. Aber was bedeutet das? Hei\u00dft das zum Beispiel, dass erstens diese Neutralit\u00e4t ohne jegliche symbolische Determination ist, weil rein formal, oder dass zweitens sie auf jegliche Weise symbolisch determinierbar ist, weil (noch) nicht formal? Bedenken wir, dass eine Form schlichtweg als Inbegriff von Regelm\u00e4\u00dfigkeit gelten muss, so l\u00e4sst sich dieser Status einer Chiffre entweder als <em>das unverf\u00e4lscht Regelm\u00e4\u00dfige<\/em> bestimmen (und zwar approximativ-positiv oder differenztheoretisch via negativa) oder, prinzipiell mit gleichem Recht, als <em>das schlichtweg Disparse<\/em> (Ausbleiben von jeglicher Regelm\u00e4\u00dfigkeit).<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund nun zur\u00fcck zu McLuhan und seiner Auffassung, dass die Botschaften, die \u00fcber Medien in der Zirkulation gehalten werden, in den Formaten bestehen, welche die Medien verk\u00f6rpern und nicht in den Inhalten zu suchen seien, die sie gem\u00e4\u00df unterschiedlicher Notationssysteme verschl\u00fcsseln und in verschl\u00fcsselter Form in Umlauf halten. Genau Letzteres aber w\u00e4re ihre legitime Rolle in einer politischen Ordnung, die sich allein aus ihren immanenten Fluktuationen ergibt: Medien m\u00fcssten darin transparent, neutral und rein formal sein. Selbstverst\u00e4ndlich sieht McLuhan, dass Medien tats\u00e4chlich \u00bbBotschaften\u00ab in jenem Sinn von Transport und Transkription von Sinngehalt \u00fcberbringen. Doch um sie kann es f\u00fcr die Perspektive einer <em>Theorie von Medien in ihrer Allgemeinheit<\/em> ihm zufolge nicht gehen. Vielmehr gelte es, darauf zu achten, dass Medien ihre eigentlichen Botschaften verk\u00f6rpern und sich somit direkt als \u00bbVer\u00e4nderungen des Ma\u00dfstabes, Tempus\u00a0oder Schemas\u00ab in die Ordnungen einbringen, in denen sie die Zirkulation von immanent-erzeugten Inhalten gew\u00e4hrleisten.<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Medien f\u00fcgen in der ihnen eigentlich enthaltenen Botschaft \u00bbder menschlichen Situation\u00ab etwas hinzu, und zwar das Modulieren im Umgang mit Ma\u00dfgabe. Zugespitzt formuliert hei\u00dft das: <em>Medien verk\u00f6rpern formatierbar gewordene Ma\u00dfst\u00e4blichkeit<\/em>. So wird McLuhan allgemein von den Medienwissenschaftlern das Verdienst zugesprochen, eine Wissenschaft der Medien von \u00bb\u00e4u\u00dferlichen Zuschreibung inhaltlicher oder instrumenteller Aspekte befreit zu haben, um so n\u00e4mlich erst die historisch singul\u00e4re Z\u00e4sur der technischen Medien angeben zu k\u00f6nnen, dank derer diese die \u203aForm des gesellschaftlichen Lebens\u2039 steuern\u00ab.<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von dieser Zuschreibung wird die als autochthon postulierte Genese einer modernen politischen Ordnung nicht selbst infrage gestellt. Es wird lediglich den Medien eine steuernde Rolle der Lebensformen in einer solchen Ordnung zugestanden und \u00fcberantwortet. Daher ist diese Entscheidung hinsichtlich des Status einer Chiffre, respektive einer Neutralit\u00e4t, f\u00fcr die sie steht, entscheidend. Gilt eine Chiffre als reine Regelm\u00e4\u00dfigkeit, als reine Formalit\u00e4t ohne Symbolisierungsgehalt, so loten Medien, indem sie Ma\u00dfst\u00e4blichkeit nicht abstrakt-formal, sondern konkret-unmittelbar verk\u00f6rpern, so etwas wie die \u00bbUnbestimmtheitsdimensionen\u00ab beim Entziffern der Chiffre aus. Dabei kann diese reine Regelm\u00e4\u00dfigkeit gem\u00e4\u00df der Chiffrendeutung sowohl positiv als auch negativ konzipiert sein \u2013 als reine Regelm\u00e4\u00dfigkeit, die nur partiell, im Negativen, gegeben ist (etwa bei Jacques Derrida). Oder sie ist als eine gegeben, die sich fortschreitend und zunehmend entziffern und in ihrer Unverf\u00e4lschtheit offenlegen l\u00e4sst (etwa bei Rudolf Carnap). Letzterem entsprechend operieren Medien dann f\u00fcr bewusstseinsstiftende Kommunikation als \u00f6ffentliche Reflexionsorgane. In schematischen Grundz\u00fcgen ist damit wohl in etwa jene Vorstellung artikuliert, wie sie sich aufgekl\u00e4rte Menschen von gew\u00f6hnlichen Medien machen: Der Konflikt mit der autochthonen Verfassung moderner Ordnungslogik ist hier kein systemischer, er stellt sich h\u00f6chstens \u00fcber individuelle Eigeninteressen (Missbrauch) ein. Doch McLuhans Kriterium zur Bestimmung von Medien im Allgemeinen f\u00e4llt bei diesem Verst\u00e4ndnis von Medien unter den Tisch: Die Modulierbarkeit von Ma\u00dfgabe, welche Medien nach McLuhan verk\u00f6rpern und der Situation der Menschen hinzubringen, ist hier nichts den Medien eigentliches, sondern lediglich \u00e4u\u00dferliche Zuschreibung inhaltlicher oder instrumenteller Aspekte. Wie verh\u00e4lt es sich mit der Deutung von Chiffren als reine und formale Regelm\u00e4\u00dfigkeit, die nur spurenhaft und negativ gegeben sein soll? Hier ergibt sich ein systemischer Konflikt insofern, als dass die Eigentlichkeit der Medien, <em>Ma\u00dfstab zu verk\u00f6rpern,<\/em> mit der Eigentlichkeit des Objektiven, <em>ma\u00dfgeblich zu sein, <\/em>in ein kompetitives Verh\u00e4ltnis ger\u00e4t: Dem, was als objektiv gilt, kommt eine Art kollektiv-legitimierter Subjektivit\u00e4t zu. Genau mit diesem subjektiven Charakter aber fordern Medien nun den rein formalen Status einer modernen Ordnung, die ihre Gestalt immer nur im Jetzt finden und in der es nichts Best\u00e4ndiges geben soll, unweigerlich heraus: Wenn die moderne Ordnung als rein formaler Zustand von Neuigkeit begriffen wird, wenn sie beansprucht, die Form des heilbringenden Versprechens in dessen generischer Unverf\u00e4lschtheit zu sein, so impliziert dies, dass Neuigkeiten<em> nur erscheinen <\/em>m\u00f6gen, ohne dass ihnen selbst<em> ein Sein <\/em>zugesprochen werden d\u00fcrfte: Etwas Neues darf es nur scheinbar geben, wenn die Form von Neuigkeit selbst unverf\u00e4lscht bleiben soll: Das ganze Spannungsfeld zwischen Ph\u00e4nomen und Ding, Fiktion und Realit\u00e4t, Illusion und Ideologie ergibt sich daraus und kann gewisserma\u00dfen als Motor von moderner Ordnung selbst begriffen werden \u2013 als das, was sie in ihrer \u00bbapparatartigen\u00ab Form fortw\u00e4hrend antreibt und in Bewegung h\u00e4lt. Jedoch muss die Frage, wie eine solche \u00bbFormatierung\u00ab \u00fcberhaupt entsteht, aus dieser Perspektive ausgeklammert bleiben.<\/p>\n<p>In ihrer die Lebensformen steuernden Rolle fordern Medien also entweder den Glauben an das moderne Selbstverst\u00e4ndnis heraus, falls die Konflikte auf missbr\u00e4uchliche Eigeninteressen der Menschen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Oder aber sie fordern die Logik dieses Selbstverst\u00e4ndnisses heraus, indem die Bedingtheit einer modernen Ordnung (also die Formatierbarkeit, welche Medien verk\u00f6rpern) nicht selbst befragt werden kann. In dieser Herausforderung der Logik solcher Ordnungsvorstellung kann man einen <em>animierenden Motor von Modernit\u00e4t<\/em> sehen. McLuhans Thematisieren der Formatierung von Lebensformen durch \u00bbMa\u00dfstab, Tempus\u00a0oder Schema\u00ab betrifft dann die Logik des Diskurses \u00fcber Regelm\u00e4\u00dfigkeit und Ordnung (Kosmos), nicht die Logik von Regelm\u00e4\u00dfigkeit und Ordnung selbst. Dieses Thema nun aber lediglich <em>reflexiv<\/em> zu wenden, in Gestalt eines nie zur Rast kommenden diskursiven Korrektivs, kann die Mechanismen dieses Korrektivs (die medial artikulierten \u00bbMa\u00dfe\u00ab in Gestalt von \u00bbFormaten\u00ab) nicht selbst zum Objekt kritischer Betrachtung machen, weil sich diese Reflexivit\u00e4t der gleichen Mechanismen bedienen muss, um sich auszudr\u00fccken. Erich H\u00f6rl hat in seiner Studie <em>Die heiligen Kan\u00e4le. \u00dcber die archaische Illusion der Kommunikation<\/em> (2005) das Thema der Symbole, welche in der Reflexivit\u00e4t und Entschl\u00fcsselbarkeit von Medienformaten tats\u00e4chlich am Werk sind, erneut in seiner zentralen Bedeutung f\u00fcr die Medientheorie offengelegt. Im autochthonen Selbstverst\u00e4ndnis diskursiver Ordnungen entlarvt er eine heute noch weitgehend unbedachte, jedoch breit wirksame Tendenz, in welcher die ehemals <em>als magisch apostrophierten Kan\u00e4le der Kommunikation<\/em> (von denen noch McLuhan spricht<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a>) \u00fcber die Nichtthematisierung dieses Magieaspekts deswegen noch lange nicht ihren <em>Status als heilige Kan\u00e4le<\/em> abgelegt h\u00e4tten. Dies sei erst der Fall, so H\u00f6rl, wenn wir uns selbst nicht mehr als Teil einer \u00bbalphabetischen Kultur\u00ab begreifen, sondern als den einer \u00bbelektro-magnetischen Kultur\u00ab.<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Die Hauptachsen seines Arguments zeichnen die symbolische Verfassung der eigentlichen Technik der Kommunikationsmedien nach und halten daran fest, dass diese Symbole, welche Elektrizit\u00e4t und Informationstechnik erm\u00f6glichen, weder alphabetischer noch nomenklatorischer, sondern mathematischer und physikalischer Natur sind. W\u00e4hrend aber f\u00fcr die objektive (s\u00e4kulare) Wissenschaft die Physik als transzendente Referenz f\u00fcr das Mathematische galt, so hat sich dieses Verh\u00e4ltnis f\u00fcr die Physik des Elektromagnetismus verkehrt: F\u00fcr die Quantenphysik ist das Mathematische transzendente Referenz geworden. Vor diesem Hintergrund ger\u00e4t durch die neue Unmittelbarkeit zwischen Mathematik und Physik das Thema der <em>Spiritualit\u00e4t<\/em> erneut ins Innere einer als autochthon apostrophierten, <em>selbst bewegten und selbst erzeugenden<\/em> Ordnungslogik \u2013 wenn auch nun explizit wissenschaftlich gewendet als <em>Intellektualit\u00e4t<\/em>. Denn von solchem Charakter, selbst bewegt eine Logik zu erzeugen, welche die mit dieser Logik erzeugte Ordnung immer wieder zu rahmen vermag, kann nur dasjenige sein, was mit dem Unendlichen verbunden ist: das G\u00f6ttliche und das Mathematische. Wenn sich ein diskursives Korrektiv jedoch mit einem der beiden auf privilegierte Weise verbunden glaubt, kommt in das Zwischenspiel zwischen <em>Ma\u00dfgabe<\/em> (der Chiffre) und <em>dynamischer Modulierung von Ma\u00dfstab<\/em> (der Medien) der Aspekt der <em>Anma\u00dfung<\/em>. Ein diskursives Korrektiv versteht sich selbst neutral und lediglich als animierender Motor f\u00fcr eine Ordnung, die rein aus dynamischer und dieser Ordnung immanenter Fluktuation hervorgeht; doch gerade in diesem Selbstverst\u00e4ndnis ger\u00e4t es \u00fcber den in seiner postulierten Neutralit\u00e4t anma\u00dfenden Charakter der von ihm vertretenen Intellektualit\u00e4t in einen <em>korrumpierenden Widerspruch zu Modernit\u00e4t als Ordnung, die immer nur sich selbst ist<\/em>. Anders formuliert: Eine Ordnung durch Fluktuation ist nur insofern zu kontrollieren, als dass die Autorit\u00e4t hinter dieser Kontrolle <em>einen bestimmten aktuellen Status quo des Mathematischen<\/em> zur transzendenten, symbolischen Ordnung erh\u00f6ht und diese als \u00bbneutral\u00ab deklariert. Damit jedoch kannibalisiert eine solche symbolische Ordnung notwendigerweise die Generik der politischen Ordnung: Im Sein der Neuigkeit wird nichts Neues mehr zugelassen.<\/p>\n<p>Damit sind wir bei der zweiten Weise, wie sich der Status einer Chiffre, in der Neutralit\u00e4t des Nullpunkts und der Leere, die sie markiert, begreifen l\u00e4sst: nicht als <em>reine Form (Regelm\u00e4\u00dfigkeit) ohne Symbolgehalt,<\/em> sondern als <em>jeglicher Symbolgehalt ohne Form<\/em>. Die operativen Symbole der Algebra zeigen diesen Charakter, sie k\u00f6nnen f\u00fcr jeglichen Gehalt stehen und werden in ihrer Form erst mit dem Ausarbeiten der L\u00f6sbarkeit einer Gleichung (oder eines Gleichungssystems) bestimmt. Solche \u00bbForm\u00ab jedoch kann nie wie eine geometrische Form als <em>elementar<\/em> und unmittelbar gelten, sondern ist immer <em>symbolisch verfasst<\/em>. W\u00e4hrend es bei der Perspektive der reinen Form Neuigkeit nicht geben darf, um den Erscheinungen der reinen \u2013 buchst\u00e4blich also unendlich m\u00e4chtigen \u2013 Regelm\u00e4\u00dfigkeit in differierender Weise Ausdruck geben zu k\u00f6nnen, so verh\u00e4lt es sich bei der Perspektive, die davon ausgeht, dass dem Symbolischen in seiner Diskretheit jede Form fehlt, gerade umgekehrt: Neuigkeit erscheint nicht, sondern ist, und zwar, weil nur die <em>formlose Diskretheit des Symbolischen<\/em> eine \u00bbDefinition\u00ab von Neuigkeit <em>ausdr\u00fccken<\/em> kann, die ihren Gehalt nicht inhaltlich determinieren w\u00fcrde. So wollen wir die Formulierung von Serres verstehen: \u00bbDie Idee der Ordnung durch Fluktuation ist nicht nur eine neue Idee, sie ist die Neuigkeit selbst, ihre Definition.\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Auch diese Perspektive h\u00e4lt am Attribut \u00bbunendlich m\u00e4chtig\u00ab fest, ansonsten k\u00f6nnte einer Ordnung, die immer nur sich selbst ist, weder die M\u00f6glichkeit zu lernen noch eine Entwicklung des Wissensm\u00f6glichen einger\u00e4umt werden. Aber dieses Attribut wird nicht einer ideellen Regelm\u00e4\u00dfigkeit zugeschrieben, sondern den Weisen, wie sich aus der Diskretheit des Symbolischen regelm\u00e4\u00dfige Kontinuit\u00e4ten (also objektive Formen) identifizieren lassen. Form wird hier zu einer Vertr\u00e4glichkeit in einer Art <em>verteilter Elementarit\u00e4t,<\/em> die wir <em>das Disparse<\/em> nennen: Jeglicher symbolisch markierbare Punkt, der in einer Form mit anderen Punkten verbunden werden, also in eine Linie gebracht und als Kontinuit\u00e4t herausgestellt werden soll, lie\u00dfe sich im Prinzip mit jeglichem anderen symbolisch markierbaren Punkt verbinden.<\/p>\n<p>Die Vorstellung, welche die vorliegende Arbeit zu er\u00f6rtern und zu verfolgen sucht, begreift mit Serres die Moderne als Sein von Neuigkeit und mit McLuhan die Medien als diejenigen Elemente, welche die Lebensformen in einer Ordnung, die immer nur sich selbst ist, zu steuern verm\u00f6gen. Damit dr\u00e4ngen sich erneut die inhaltlichen und instrumentellen Aspekte von den Botschaften der Medien in den Vordergrund. Mc Luhans <em>Botschaften,<\/em> als verk\u00f6rpertes Modul zum Artikulieren von Ma\u00dfgabe, so mein Vorschlag, w\u00e4ren besser als <em>Nachrichten<\/em> zu begreifen \u2013 als jene Nachrichten n\u00e4mlich, welche in der Lage sind, das Sein der Neuheit (die moderne Gestalt des St\u00e4dtischen) skandierend gleicherma\u00dfen <em>nach zu richten<\/em> wie <em>vor zu pr\u00e4gen<\/em>. McLuhans mediales Wirken der Botschaft \u2013 es f\u00fchrt zu \u00c4nderungen im Ma\u00dfstab \u2013 <em>artikuliert<\/em> sich n\u00e4mlich in den instrumentellen und inhaltlichen Aspekten von Medien, und zwar symbolisch: in einem Sinn, den wir vom Umgang mit Symbolen in der Mathematik kennen.<\/p>\n<p>Ein Gef\u00fchl f\u00fcr diese Mathematizit\u00e4t des Symbolischen k\u00f6nnen wir aus Michel Foucaults Formulierungen gewinnen: \u00bbWir sind\u00ab, so schreibt er, \u00bbin einem Moment, wo sich die Welt weniger als ein gro\u00dfes sich durch die Zeit entwickelndes Leben erf\u00e4hrt, sondern eher als ein Netz, das seine Punkte verkn\u00fcpft und sein Gewirr durchkreuzt.\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><sup><sup>[11]<\/sup><\/sup><\/a> Damit seien wir \u00bbin der Epoche des Simultanen\u00ab, wir seien \u00bbin der Epoche der Juxtaposition, in der Epoche des Nahen und des Fernen, des Nebeneinander, des Auseinander\u00ab.<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><sup><sup>[12]<\/sup><\/sup><\/a> Wenn wir die moderne, generisch-allgemeine Gestalt des St\u00e4dtischen in ihrer mathematischen Disparsit\u00e4t begreifen, stellen diese Charakterisierungen weder eine Absurdit\u00e4t noch eine Illusion dar. Die Realit\u00e4t der verschiedenen technischen Infrastrukturen zur Zirkulation von Jeglichem, welche Foucault hier beschreibt, verdanken ihre manifeste Form allesamt der Mathematik, speziell der algebraisch-logistischen Verfasstheit der topologischen Struktur jener logistischen Netze. Anstatt eine Absurdit\u00e4t im Thema einer realen <em>Simultanit\u00e4t<\/em> herauszustellen, k\u00e4me somit eine Absurdit\u00e4t in den Blick, welche die Vorstellung von einem <em>Regelkreis<\/em> selbst betrifft. Genauer formuliert bedeutet das: die Vorstellung, den Kreis \u2013 als Symbol f\u00fcr das Unendliche und Allumf\u00e4ngliche \u2013 \u00fcber eine als generisch spezifizierte und ihm attestierte ideelle Regelm\u00e4\u00dfigkeit zu begreifen. Das Rationalisieren des Kreisumfangs (seine Quadrierung) hat eine ebenso lange Tradition wie das Vermessen seiner Fl\u00e4che als Inhalt (seine Triangulierung), in welcher die Irrationalit\u00e4t des Messens offen zugestanden wird. Gleichwohl ist klar, dass die Genese der Mathematik in ihrer stets zunehmenden M\u00e4chtigkeit dank Abstraktion sich und ihre Fortschritte seit jeher dem Verfolgen genau dieser beiden Unm\u00f6glichkeiten verdankt. Das Postulat also, in einem Regelkreis w\u00e4ren Rationalit\u00e4t wie Irrationalit\u00e4t, Rechnen wie Messen gleicherma\u00dfen aufgehoben und zur Ruhe gekommen, hei\u00dft nichts weniger, als dass jene beiden f\u00fcr das Lernen doch so unendlich produktiven Unm\u00f6glichkeiten (Quadrierung des Kreisumfangs und Triangulierung der Kreisfl\u00e4che) nicht mehr weiterverfolgt werden sollen. Damit wird das Lernbarm\u00f6gliche zugunsten eines Status quo auf arbitr\u00e4re Weise beschr\u00e4nkt. So betrachtet wird verst\u00e4ndlich, warum wir, gerade um realistisch zu bleiben, die mathematischen Symbole auf eine kritische Distanz halten sollten.<\/p>\n<p>Kommen wir also auf die einleitenden Gedanken zur Geschichte der Genese des St\u00e4dtischen zur\u00fcck und wenden unseren Blick \u2013 trotz der enormen Herausforderung \u2013 nicht sogleich ab vom autochthonen Selbstbegr\u00fcndungsanspruch moderner politischer Ordnungen, sondern setzen hypothetisch und dem dargelegten Gedankengang folgend die Mathematizit\u00e4t als das <em>symbolische Sein von Modernit\u00e4t<\/em>. Folgen wir ferner Serres darin, Modernit\u00e4t \u00fcber ihren Anspruch an Ordnung durch Fluktuation als <em>Sein von Neuigkeit<\/em> zu charakterisieren, indem die Medien die Fluktuation moderieren, einrahmen und ma\u00dfregeln. Was bei McLuhan ein <em>Wirken der Botschaft<\/em> war, wird somit zu einem <em>Wirken der Medien,<\/em> welches sich <em>im Sein von Neuigkeit <\/em>entfaltet und dieses in dessen Ausdruck als <em>Nachrichten<\/em> skandierend erdenkt und formuliert. So betrachtet haben Nachrichten in generisch-selbstbez\u00fcglicher Weise am Sein von Neuigkeit teil und k\u00f6nnen als Schema und Ausdrucksform des stetigen Sich-selbst-Werdens moderner Ordnung gelten.<\/p>\n<p>Die Vorstellung also, von der diese Arbeit geleitet ist, betrifft die M\u00f6glichkeit einer Experimentalwissenschaft im Abstrakten. Sie folgt damit bis zu einem gewissen Grad den Vorstellungen einer materialistisch, respektive arch\u00e4ologisch ausgerichteten Medientheorie. Jedoch ist die Haltung der Autorin bestrebt, die in solcher Materialit\u00e4t oder Monumentalit\u00e4t gegebene Positivit\u00e4t nicht auf eine <em>Natur von [diskursiver] Geschichtlichkeit<\/em> zu beziehen, die es in Archivarbeit zu dokumentieren und [als Bestand] zu sichern gilt, sondern auf eine <em>Natur von Intellektualit\u00e4t,<\/em> die es als st\u00e4dtische Architektonik [preisend und immer wieder neu ermessend] zu charakterisieren gilt. Die Charakterisierung einer solchen Architektonik g\u00e4be uns die symbolisch-algebraische Alphabetizit\u00e4t, in der sich das St\u00e4dtische in seiner Allgemeinheit artikulieren l\u00e4sst \u2013\u00a0generisch [und in diesem Sinn modern] und dennoch an der Singularit\u00e4t ihrer Natur festhaltend.<\/p>\n<p>Im Zentrum einer solchen Architektonik st\u00fcnde eine <em>Theorie des Virtuellen,<\/em> die jedoch bisher noch kaum anders denn als allgemeines Desiderat hat Gestalt annehmen k\u00f6nnen. Die Herausforderung einer solchen Theorie besteht darin, das Verh\u00e4ltnis zwischen den Kulturtechniken der Formalisierung und der Interpretation \u2013 oder anders gesagt: zwischen Rechnen und Schreiben \u2013 neu zu fassen. Ihr Erfolg h\u00e4ngt davon ab, einen Weg zu finden, die Universalit\u00e4t der algebraischen Symbole weder in der infiniten Mechanik des Arithmetischen aufzul\u00f6sen, noch sie den Kategorien einer geometrisch oder begrifflich vermessenen Kosmologie unterzuordnen. Im Konzept des Virtuellen trifft, pointiert und in aller K\u00fcrze formuliert, das spirituelle oder theologische Problem der <em>Unendlichkeit<\/em> auf das Problem der zeichentheoretischen <em>Referenz<\/em>. Weit davon entfernt, die Perspektive einer medialen Architektonik irgendwie schl\u00fcssig, zwingend oder nur konsistent genug formulieren zu wollen, war es lediglich das Ziel der vorliegenden Arbeit, bestehende abstrakte Einstellungen zusammenzutragen, welche sich anbieten, als Herkunftslinien und Topoi einer medialen Architektonik charakterisiert und aufgegriffen sowie gegeneinander oder miteinander profiliert zu werden. Insgesamt verm\u00f6gen diese geb\u00fcndelten Linien, so die Hoffnung, das Risiko des eingangs erw\u00e4hnten Sprungs \u2013\u00a0n\u00e4mlich die Medienrealit\u00e4t im 21. Jahrhundert nicht prim\u00e4r auf epistemologische, rein historische und \u00e4sthetische oder direkt praktisch-politische Referenzebenen hin in den Blick zu nehmen, sondern sie in der Genese des St\u00e4dtischen selbst zu ergr\u00fcnden \u2013 etwas zu entmystifizieren. Damit soll die tragende Rolle des Vorstellungsverm\u00f6gens und der Wendigkeit im exakten Denken f\u00fcr eine st\u00e4dtische Architektonik plausibilisiert werden, um damit ihrer weiteren Entwicklung den n\u00f6tigen Zuspruch wie auch die ebenso n\u00f6tige ernsthafte Kritik zu sichern<\/p>\n<p>Nachdem damit der allgemein thematische Horizont der vorliegenden Arbeit aufgespannt ist, sollen zwei Positionen aktueller Theoriebildung herausgestellt werden, welche f\u00fcr dieses Buch in besonderem Ma\u00dfe relevant sind: Foucaults <em>arch\u00e4ologische Methode<\/em> zu einer analytischen Geschichtswissenschaft unter dem Primat von unsteten und immer impliziten Machtdispositiven, aus denen heraus sich Dokumente in ihrem historischen Gehalt erschlie\u00dfen m\u00fcssen, und Deleuzes Bestreben, das Erbe der Philosophiegeschichte, welches Alfred North Whitehead provokanterweise als \u00bbSammlung von Fu\u00dfnoten zu Platon\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> charakterisiert hatte, um einen <em>Atomismus der Einbildungskraft<\/em> zu bereichern.<\/p>\n<p>Als Ausgangspunkt gilt Foucault, so formuliert er in seiner Einleitung zu <em>Arch\u00e4ologie des Wissens, <\/em>dass sich die Vorstellung einer linearen Abfolge von Geschehnissen heute in ein \u00bbSpiel von in die Tiefe gehenden Loshakungen\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> aufgel\u00f6st habe. Die Ebenen der Analyse h\u00e4tten sich vervielfacht, \u00bbjede hat ihre spezifischen Br\u00fcche, jede umfa\u00dft einen nur ihr geh\u00f6rigen Ausschnitt\u00ab.<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Foucault zufolge handelt es sich bei den \u00bbGegenst\u00e4nden\u00ab einer solchen Analytik, unter der Annahme eines ins Viele verteilten historischen Apriori, um \u00bbarchitektonische Einheiten\u00ab,<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> die nicht \u00fcber eine Beschreibung objektivierbarer Einfl\u00fcsse, der Traditionen, der kulturellen Kontinuit\u00e4ten auszumachen seien. Historikern st\u00fcnden mittlerweile neue Instrumente f\u00fcr ihre Analysen zur Verf\u00fcgung, die ihnen Anschl\u00fcsse an das Paradigma empirischer Statistik erm\u00f6glichten: \u00bbModelle wirtschaftlichen Wachstums, Mengenanalysen des Warenflusses, Kurven \u00fcber die Zunahmen und den R\u00fcckgang der Bev\u00f6lkerungsziffer, Untersuchungen des Klimas und seiner Schwankungen, Ermittlungen soziologischer Konstanten, Beschreibungen technischer Anpassungen, ihrer Verbreitung und ihrer Best\u00e4ndigkeit.\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Nach Foucaults Methodik hat man es nicht mehr mit \u00bbDokumenten\u00ab zu tun, die etwas Geschehenes \u00bbbelegen\u00ab, sondern mit \u00bbMonumenten\u00ab, die etwas Geschehenes als Geschehendes konstituieren. Die Begriffe Wachstum, Fluss, Zunahme und Schwankung verweisen direkt auf die \u00c4nderung in der Zeit. Der haupts\u00e4chliche Unterschied dieser sprachlichen Neuerung (Dokumente als Monumente zu begreifen) besteht darin, dass sich die foucaultschen Monumente immer nur aus einer diesen Denkgeb\u00e4uden immanenten Perspektive beschreiben lassen. \u00bbMan k\u00f6nnte, wenn man etwas mit den Worten spielte, sagen, da\u00df die Geschichte heutzutage zur Arch\u00e4ologie tendiert \u2013 zur immanenten Beschreibung von Monumenten<em>.<\/em>\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Eben diese nicht hintergehbare Innenperspektive der historischen Analyse lie\u00df ihn seine Methodik am Modell des mathematisch-naturwissenschaftlichen Differentierens und Integrierens entwickeln. Ausschlaggebend f\u00fcr die Ad\u00e4quatheit einer Beschreibung ist somit, dem Vorgehen wissenschaftlicher Experimente analog, die <em>Stabilit\u00e4t<\/em> der empirisch entdeckten \u00bbinternen Koh\u00e4renzen, die sich aus den postulierten Axiomen, den daraus ableitbaren deduktiven Ketten\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a>, und den so erschlie\u00dfbaren Kompatibilit\u00e4ten der \u00bbmessbaren\u00ab Partikularien ergibt. Diese Partikularien gelten Foucault als \u00bbarchitektonische Einheiten\u00ab, und er nennt sie architektonisch, weil f\u00fcr ihre Analyse, wie er sagt, weder objektive Referenz noch subjektiv \u00bbdas Gef\u00fchl oder die Sensibilit\u00e4t einer Epoche, nicht die \u203aGruppen\u2039, \u203aSchulen\u00ab, \u203aGenerationen\u2039, oder \u203aBewegungen\u2039, nicht die Gestalt des Autors im Spiel des Austausches, das sein Leben und seine \u203aSch\u00f6pfung\u2039 verkn\u00fcpft hat, sondern die einem Werk, einem Buch, einem Text eigene Struktur als Einheit nimmt\u00ab.<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Das Problem betreffe nicht mehr die Tradition und Spur, so f\u00e4hrt er fort, sondern den Ausschnitt und die Grenze: \u00bbEs ist nicht mehr das Problem der sich perpetuierenden Grundlage, sondern das der Transformationen, die als Fundierung und Erneuerung der Fundierungen gelten.\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Foucault beginnt damit, Historizit\u00e4t <em>in<\/em> der Form moderner Ordnung, die wir als Sein von Neuigkeit charakterisiert haben, zu er\u00f6rtern. Deshalb m\u00f6chten wir vorschlagen, in seinen architektonischen Einheiten das Wirken der Medien aufzusp\u00fcren, indem wir diesen Einheiten den Status von Nachrichten zuschreiben. Das ist bei Foucault so nicht explizit angelegt, aber es scheint trotzdem seinem eigenen Verst\u00e4ndnis recht nahezuliegen \u2013\u00a0charakterisiert er doch das Feld von Fragen, welches es durch seine arch\u00e4ologische Analyse architektonischer Einheiten er\u00f6ffnet, in deutlich formatorientierter, medientheoretischer Sprache: \u00bbWie soll man die verschiedenen Begriffe spezifizieren, die das Denken der Diskontinuit\u00e4t gestatten (Schwelle, Bruch, Einschnitt, Wechsel, Transformation)? Nach welchen Kriterien soll man die Einheiten isolieren, mit denen man es zu tun hat: Was ist <em>eine<\/em> Wissenschaft? Was ist <em>ein<\/em> Werk? Was ist <em>eine<\/em> Theorie? Was ist <em>ein<\/em> Begriff? Was ist <em>ein<\/em> Text? Wie soll man Abwechslung in die Niveaus bringen, auf die man sich stellen kann und von denen jedes seine Skansionen und seine Form der Analyse besitzt: Welches ist das angemessene Niveau der Formalisierung? Welches das der Interpretation? Welches das der strukturalen Analyse? Welches das der Kausalit\u00e4tsbestimmung?\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> Foucault selbst hat die Stimme, der in solcher Analytik zugeh\u00f6rt wird, als die unpers\u00f6nliche Stimme eines \u00bbMurmelns der Diskurse\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> bestimmt. Wir wollen vorschlagen, in dieser Stimme nicht <em>den kontinuierlichen Hintergrund eines anonymen Murmelns<\/em> zu vernehmen, sondern <em>das best\u00e4ndige und \u00fcberbordende Nachrichten einer Vielzahl von singul\u00e4ren Stimmen [die alle diskret vernehmbar sind und], <\/em>welche alle zusammen in ihren je diskreten Weisen den <em>Quantenstatus einer generischen Stimme ausdr\u00fccken,<\/em> [In einer Anonymit\u00e4t des Diskurses vermag sich die <em>moderne Allgemeinheit von Ordnung <\/em>nicht selbst zu autorisieren, und ihr Selbstverst\u00e4ndnis als authochthone Verfassung bleibt blosses Wunschdenken, eine geteilte Illusion. N\u00e4hert man sich diesem Murmeln aber mit diskretisierender Geste, und erachtet es als das zusammen klingende Verlauten vieler singul\u00e4rer Stimmen welche den Quantenstatus\u00a0\u00a0 in der sich die<em> moderne Allgemeinheit von Ordnung <\/em>als das<em> Sein von Neuigkeit<\/em> fortlaufend selbst autorisiert. Diese generische Stimme dr\u00fcckt sich in mathematischen Ordnungen aus, in denen sich das Sein von Neuigkeit in Nachrichten vermittelt: in der Technizit\u00e4t der Kommunikationskan\u00e4le und in medialen Formaten ebenso wie in den Gestaltungen jeglicher Artefakte.<\/p>\n<p>Damit kommen wir zur einleitenden Darstellung der zweiten theoretischen Position, welche f\u00fcr die vorliegende Arbeit als wegweisend gelten muss: jene von Gilles Deleuze. Dieser hat mit seinem <em>Atomismus der Einbildungskraft<\/em> auf einen philosophischen <em>Idealismus von Problemen<\/em> hingearbeitet, welcher es erlaubt, wie hier ausgef\u00fchrt werden soll, Historizit\u00e4t als Virtualisierung von Dialektik zu begreifen. Darin sehen wir erste Hinweise, wie sich die Modalit\u00e4t dieses Seins, des Seins von Neuigkeit, begreifen lie\u00dfe. Deleuze postuliert ein Element des Ideellen, welches er das \u00bbProblematische\u00ab oder auch das \u00bbInformelle\u00ab nennt. Um dieses Element zu denken, so schl\u00e4gt er vor, gelte es, die Figur des Wiederspruchs mit jener des mathematischen Differenzials zu prozeduralisieren.<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> Deleuze verabschiedet sich damit von der Vorstellung, dass sich eine Realit\u00e4t des Historischen unmittelbar erschlie\u00dfen lie\u00dfe; f\u00fcr ihn l\u00e4sst sich diese Realit\u00e4t in ihrer Objektivit\u00e4t nur auf einer B\u00fchne des abstrakten Denkens begreifen. Deleuze bindet seinen Begriff von Realit\u00e4t damit an einen eminent praktischen Begriff davon, was es hei\u00dft, denkend zu sein: Es geht bei der Vorstellung von Realit\u00e4t nicht darum, ob sie richtig oder falsch, ad\u00e4quat oder inad\u00e4quat repr\u00e4sentiert sei, sondern wie reduziert oder reichhaltig an Differenziertheit sie sind. Dabei geht es nicht darum, Realit\u00e4t subjektiv als immer schon relativ zu begreifen, sondern als <em>unterschiedlich ges\u00e4ttigt an generischer Objektivit\u00e4t<\/em>. In der Konsequenz eines solchen praktischen Begriffs von Denken schl\u00e4gt Deleuze eine Neubesetzung der Rollen in der Dramaturgie von Historizit\u00e4t vor: Differenz soll nicht in erster Linie das epistemologische Primat von logischer Identit\u00e4t brechen. Vielmehr soll sie die das Denken bannende Vorstellung einer <em>Realit\u00e4t des Negativen,<\/em> welche jedes Vorhaben beherrscht, mit dem Primat logischer Identit\u00e4t zu brechen, entmachten. Differenz soll dem logischen Denken eine Virtualit\u00e4t des Reellen erschlie\u00dfen, die in ihrer symbolisch-mathematischen Natur als gleicherma\u00dfen unbestimmt wie bestimmbar zu gelten hat. Konkret schl\u00e4gt Deleuze vor, wie sp\u00e4ter genauer ausgef\u00fchrt werden wird, <em>das nicht-A<\/em> zu ersetzen durch die algebraische Formulierung des <em>dx<\/em> als symbolische Form eines Verh\u00e4ltnisses, welches von den Termen, in denen es sich konkret instanziiert, herausgel\u00f6st betrachtet werden kann. Das Anliegen von Deleuzes Philosophie ist deutlich verwandt mit jenem Foucaults, n\u00e4mlich <em>die Genese von Struktur<\/em> verstehen zu lernen. Daf\u00fcr, so legen beide nahe, muss das Verh\u00e4ltnis von Formalisierung und Interpretation reziprok gedacht werden, in der das eine das andere immer wieder zu neuer M\u00e4chtigkeit erhebt. Deleuze hat als vermittelndes Element in dieser Dynamik einen Atomismus der Einbildungskraft angenommen: Das Atom gilt ihm nicht als kleinster gemeinsamer Nenner, in dessen Element sich alles universell und v\u00f6llig ohne Angleichung oder sonstiges Zutun entsprechen w\u00fcrde. Vielmehr sei das Atom \u00bbdasjenige, was nur gedacht werden kann\u00ab.<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> Das Atom als Referenz f\u00fcr \u00c4hnlichkeit l\u00e4sst sich in seiner Struktur nicht blo\u00dflegen, sondern muss im Denken selbst erzeugt werden. Darin aber ist es nicht weniger reell: F\u00fcr Deleuze gibt es eine Natur des Denkens, die ebenso sch\u00f6pferisch ist wie die physikalische Natur und die ebenso wie diese Gegenstand von mathematischer Analyse und Synthese sein kann. So entwickelt er seine Philosophie denn auch als einen \u00bbfantastischen Mathematismus\u00ab<a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a>, mit welchem, wie wir nahelegen m\u00f6chten, Serres\u2019 Modell von Ordnung, als das Sein von Neuigkeit-im-Allgemeinen, eine mediale Architektonik auszurichten imstande w\u00e4re. Wissenschaftliches Verstehen, Erforschen und Gestalten in diesem Sinne w\u00fcrde sich nicht unmittelbar als Natur-,Technik-, Kultur- oder Geisteswissenschaft begreifen lassen, sondern m\u00fcsste sich prim\u00e4r als Wissenschaft des St\u00e4dtischen verstehen und sich aus einer Natur von Intellektualit\u00e4t im Allgemeinen verpflichten.<\/p>\n<p>Die vorliegende Arbeit gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil <em>Virtualit\u00e4t und Medialit\u00e4t<\/em> erfolgt weniger eine Argumentation f\u00fcr eine bestimmte Perspektive als eine einf\u00fchrende Darstellung der gr\u00f6\u00dferen Problematik, innerhalb derer Medien als Medien \u00fcberhaupt ein eigenst\u00e4ndiges Thema geworden sind. Das erste Kapitel widmet sich der <em>Genealogie des Konzeptes von Medialit\u00e4t<\/em>, welches im medienwissenschaftlichen Diskurs eng mit demjenigen der Virtualit\u00e4t verkn\u00fcpft ist. Im zweiten Kapitel wird der Prozess der <em>technischen Informatisierung <\/em>als<em> kulturgeschichtliche Wendezone<\/em> beschrieben, welche den Cartesianischen Dualismus von ausgedehnten Dingen (Res Extensa) und Dingen die nur Denkbar sind (Res Cogitans) in eine Krise dr\u00e4ngt. Und im dritten Kapitel wird das Problem des Verh\u00e4ltnisses von Information und Zeichen aufgegriffen und anhand der <em>Frage nach der Referenzialt\u00e4t von Zeichen<\/em> diskutiert. Insgesamt werden so unterschiedliche Verzweigungen innerhalb der aktuellen medienwissenschaftlichen Literatur skizziert und einf\u00fchrend erl\u00e4utert.<\/p>\n<p>Im zweiten Teil <em>Formen und Strukturen von Integrabilit\u00e4t<\/em> wird das heute apostrophierte mediale Apriori in den kulturgeschichtlich umfassenderen Zusammenhang einer ganzen Genealogie von konkurrierenden Apriori gestellt. Im Kapiel <em>Virtualit\u00e4t und Konstruktionsform<\/em> erfolgt der Vorschlag, die mit diesen Apriori jeweils assoziierten Denkformen vor dem Horizont eines philosophischen Verst\u00e4ndnisses von Virtualit\u00e4t als so etwas wie \u00bbKonstruktionsformen\u00ab zu begreifen, welche genuin theoretische Anschaulichkeit erm\u00f6glichen und so Medienwissenschaft als eine praktische Komparatistik orientieren k\u00f6nnten. Im Kapitel <em>Zum Topos der Begrenzung<\/em> greifen wir die Grundannahme von Foucault auf, dass es in der Auseinandersetzung mit Historizit\u00e4t heute mehr als um alles andere um Ausschnitte und Grenzen gehen muss. Dieses Kapitel widmet sich mit perspektivierendem Gestus und einem analytisch-arch\u00e4ologischen Blick einigen Formen und Strukturen von Integrabilit\u00e4t und den damit assoziierten Topoi von Begrenzung. Im Kapitel <em>Funktion, Sinn und Form<\/em> wird das von Deleuze philosophisch gefasste Differential in seiner mathematikgeschichtlichen Herkunft eingef\u00fchrt und in seiner Eingliederung in den philosophischen Horizont kontextualisiert. Abschlie\u00dfend erfolgt eine Diskussion, inwiefern der f\u00fcr Deleuzes Differentialphilosophie konstitutive Begriff des Virtuellen eine Orientierung verspricht hinsichtlich jener Selbstbez\u00fcglichkeit und scheinbarer Unbegr\u00fcndbarkeit, wie sie mit dem Aufkommen modernen Ordnungsvorstellungen und ihrer j\u00fcngeren Instanziierung in den diversen logistischen Netzwerken einhergehen.<\/p>\n<p>Im dritten und letzten Teil werden die beiden Perspektiven des ersten und zweiten Teils hinsichtlich des scheinbar unaufl\u00f6sbaren wie auch in absoluter Weise unbegr\u00fcndbaren Verh\u00e4ltnisses von <em>Theorie und Synthese<\/em> zusammengef\u00fchrt und vor dem fantastisch-spekulativen Horizont einer <em>Virtualisierung von Dialektik<\/em> er\u00f6rtert. Hier erfolgt die medientheoretische Diskussion von Themen rund um das Paradigma von logistischen Netzwerken, probabilistischen Analysen und Modellierungen, kalkulierbaren Simulationen und bildgebenden Rendering-Verfahren.<\/p>\n<p>Das Buch schlie\u00dft mit einem Vorschlag, wie sich ein generischer Begriff von Medialit\u00e4t fassen lie\u00dfe: als abstraktes Differential von Zeichensituationen-im-Allgemeinen \u2013 das hei\u00dft Zeichensituationen in einen unendlich reichen Zusammenhang gebracht, dessen Charakterisierungen sich experimentell analysieren und formal explizieren lassen. Hier werden die eben dargelegten Gedanken zur Genese des St\u00e4dtischen und insbesondere zu deren gegenw\u00e4rtigen Form als generische Urbanit\u00e4t (das St\u00e4dtischen im Allgemeinen) noch einmal aufgegriffen. Ein generischer Begriff von Medialit\u00e4t m\u00fcsste, so soll nahegelegt werden, mit der generischen Form des St\u00e4dtischen nicht l\u00e4nger in einem <em>konsumtiven Widerspruch<\/em> stehen. <em>Beide k\u00f6nnten sich reziprok in einer Entwicklung bedingen,<\/em> die singul\u00e4r, unbestimmt und offen ist, ohne bedingungslos zu sein \u2013 das hei\u00dft in einer Entwicklung, die zug\u00e4nglich w\u00e4re f\u00fcr Kritik. Wir hatten insistiert, dass auch die generische Form des St\u00e4dtischen die Singularit\u00e4t des St\u00e4dtischen nicht preisgeben sollte, und vorgeschlagen, das Reale dieser Singularit\u00e4t in einer Chiffre verk\u00f6rpert zu sehen. Die M\u00f6glichkeit einer unbestimmten und offenen Entwicklung, die dennoch nicht bedingungslos w\u00e4re, h\u00e4ngt davon ab, das Reale, welches diese Chiffre verk\u00f6rpert, weder unmittelbar noch unkritisch und fantasielos-schematisch zu er\u00f6rtern, charakterisieren und bestimmen zu suchen. Stattdessen gilt es, das Reale (symbolisch gefasst als Chiffre) auf der B\u00fchne eines Denkens zu thematisieren, das sich seiner notwendigen Abstraktheit (besser w\u00e4re: \u00bbAbstraktivit\u00e4t\u00ab) kritisch bewusst ist und wei\u00df, dass Ideenreichtum und Realit\u00e4tsgehalt sich f\u00fcr eine gegenseitige Entsprechung in Form bringen m\u00fcssen, bevor sie etwas miteinander zu tun haben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Robert Musil, <em>Der Mann ohne Eigenschaften<\/em>, Band 1: Berlin 1930, S. 8\/9.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Ebenda, S. 9.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Michel Serres, \u00bbAnf\u00e4nge\u00ab, in: ders. und Ilya Prigogine, Isabelle Stengers, Serge Pahaut, <em>Anf\u00e4nge,<\/em> Berlin 1991, S. 18.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Marshall McLuhan, <em>Die magischen Kan\u00e4le,<\/em> D\u00fcsseldorf 1992, S. 18.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Michel Serres, \u00bbAnf\u00e4nge\u00ab, S. 18.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Marshall McLuhan, <em>Die magischen Kan\u00e4le<\/em>, S. 18.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Hier sei stellvertretend genannt: Georg Christoph Tholen, \u00bbPlatzverweis. Unm\u00f6gliche Zwischenspiele von Mensch und Maschine\u00ab, in: Norbert Bolz, Friedrich Kittler und Georg Christoph Tholen (Hrsg.), <em>Computer als Mediu<\/em>m, M\u00fcnchen 1994, S. 110\u2013135, hier S. 114; vlg. zur allgemeinen Bedeutung, die McLuhand heute zugesprochen wird auch Derrick de Kerckhove, Martina Leeker und Kerstin Schmidt (Hrsg.), <em>McLuhan neu lesen. Kritische Analysen zu Medien und Kultur im 21. Jahrhundert,<\/em> Bielefeld 2008.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Marshall McLuhan, <em>Die magischen Kan\u00e4le<\/em>.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Erich H\u00f6rl, <em>Die heiligen Kan\u00e4le. \u00dcber die archaische Illusion der Kommunikation<\/em>, Z\u00fcrich und Berlin 2005, hier zitiert vom Klappentext.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Michel Serres, \u00bbAnf\u00e4nge\u00ab, S. 18.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Michel Foucault, \u00bbAndere R\u00e4ume\u00ab, in: Karlheinz Barck u. a. (Hrsg.), <em>Aisthesis. Wahrnehmung heute oder die Perspektive einer anderen \u00c4sthetik,<\/em> Leipzig 1990, S. 34\u201346, S. 5.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Ebenda.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Alfred North Whitehead, <em>Process and Reality<\/em>, New York 1992 [1929], S. 39.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Michel Foucault, <em>Arch\u00e4ologie des Wissens, <\/em>Frankfurt am Main 1981 [1969], S. 9.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Ebenda.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Ebenda, S. 12.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Ebenda, S. 9.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Ebenda, S. 15.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Ebenda, S. 12.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Ebenda.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Ebenda.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Ebenda.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Michel Foucault, <em>Die Ordnung des Diskurses<\/em>, Frankfurt am Main 1991, S. 32.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> \u00bbWir stellen Nicht-A dx gegen\u00fcber, und entsprechend dem Symbol des Widerspruchs das der Differenz [\u2026] \u2013 und ebenso der Negativit\u00e4t die Differenz an sich selbst. Freilich sucht der Widerspruch die Idee seitens der gr\u00f6\u00dften Differenz, w\u00e4hrend das Differential Gefahr l\u00e4uft, in den Abgrund des unendlich Kleinen zu st\u00fcrzen. Das Problem ist damit aber nicht richtig gestellt: Es ist falsch, den Wert des Symbols dx mit der Existenz der Infinitesimalen zu verbinden; aber es ist ebenso falsch, im Namen ihrer Ablehnung jenem Symbol jeglichen ontologischen oder gnoseologischen Wert zu verweigern.\u00ab Gilles Deleuze, <em>Differenz und Wiederholung<\/em>, M\u00fcnchen 1992 [1968], S. 220.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Ebenda.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Ebenda.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>  <a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/feeds.wordpress.com\/1.0\/gocomments\/quantitability.wordpress.com\/1938\/\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" border=\"0\" src=\"http:\/\/feeds.wordpress.com\/1.0\/comments\/quantitability.wordpress.com\/1938\/\" \/><\/a> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" border=\"0\" src=\"http:\/\/pixel.wp.com\/b.gif?host=monasandnomos.org&#038;blog=42221392&#038;%23038;post=1938&#038;%23038;subd=quantitability&#038;%23038;ref=&#038;%23038;feed=1\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was w&uuml;rde es bedeuten, die architektonische Frage dar&uuml;ber, wie das Wissensm&ouml;gliche seine Genese, F&uuml;gung und Gliederung findet, unter genuin st&auml;dtischen Vorzeichen neu zu formulieren? Medialit&auml;t m&uuml;sste darin eine zentrale Rolle spielen. Sie w&auml;re der Inbegriff all dessen, was in seinem Bedeutungsgehalt vermittelt, erhalten, entwickelt und erzeugt werden kann. Mit der Inversion von Marshall McLuhans ber&uuml;hmten &hellip; <span><a href=\"http:\/\/monasandnomos.org\/2014\/08\/07\/new-book-out-die-nachricht-ein-medium-generische-medialitat-stadtische-architektonik\/\">Continue reading <span>&rarr;<\/span><\/a><\/span><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" border=\"0\" src=\"http:\/\/pixel.wp.com\/b.gif?host=monasandnomos.org&amp;blog=42221392&amp;post=1938&amp;subd=quantitability&amp;ref=&amp;feed=1\" width=\"1\" height=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"author":883,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[704,703,679,695,1821,1126],"class_list":["post-29219","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-syndicated","tag-borders","tag-controls","tag-frankfurt","tag-korper","tag-listendance","tag-thinking-as-an-algebraic-mechanist"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29219","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/users\/883"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29219"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29219\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29219"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=29219"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=29219"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}