{"id":3003,"date":"2009-03-12T21:04:47","date_gmt":"2009-03-12T20:04:47","guid":{"rendered":"http:\/\/queer-o-mat.de\/78\/guid.html"},"modified":"2009-06-17T14:26:33","modified_gmt":"2009-06-17T13:26:33","slug":"queer-leben-queer-lablen-%e2%80%93-wissenschaftskritische-kopfmassagen-eine-rezension","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2009\/03\/queer-leben-queer-lablen-%e2%80%93-wissenschaftskritische-kopfmassagen-eine-rezension\/","title":{"rendered":"Queer leben queer lablen \u2013 wissenschaftskritische Kopfmassagen &#8211; eine Rezension."},"content":{"rendered":"<p>Ich bat Marlene B. aus B. an der S., das Buch \u201equeer leben-queer labeln.\u201c zu lesen und mir ihre Eindr\u00fccke zu schildern, um sie zu einer Rezension zusammenzufassen. Im folgenden finden sich also ihre Gedanken zu dem Buch.<\/p>\n<p><a class=\"serendipity_image_link\" onclick=\"javascript: pageTracker._trackPageview('\/download\/uploads\/Queer-Leben-Queer-Labeln-kl.jpg');\" href=\"http:\/\/queer-o-mat.de\/uploads\/Queer-Leben-Queer-Labeln-kl.jpg\"><!-- s9ymdb:6 --><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"serendipity_image_left\" src=\"http:\/\/queer-o-mat.de\/uploads\/Queer-Leben-Queer-Labeln-kl.serendipityThumb.jpg\" alt=\"\" width=\"78\" height=\"110\" \/><\/a>\u201eQueer leben-queer labeln\u201c vermag es die Fluidit\u00e4t des queeren Begriffes aufzuzeigen und widerzuspiegeln, l\u00e4sst den Leser_innen viel Raum sich \u201ezu finden\u201c, sich wieder zu ver\u00e4ndern oder g\u00e4nzlich neu zu orientieren. So umfangreich, wechselseitig und durchaus streitbar der queere Begriff ist, so unterschiedlich sind die Beitr\u00e4ge im Buch. Setzungen werden vermieden, Ideen, Anregungen und neue Blickwinkel werden aufgezeigt.<\/p>\n<p>In besonderer Weise hervorgehoben werden kann die Einleitung von Katrin K\u00f6ppert, die sprachlich anspruchsvoll mit Selbstironie und Ernsthaftigkeit den Inhalt des Buches ank\u00fcndigt und schon auf den ersten Seiten ambivalent deutlich macht, worum es gehen soll, vielmehr kann.<br \/>\nDer Artikel von V.D. Emde und L. Cavaliero Mann*, der sich wunderbar an die Einleitung anschlie\u00dft und die Idee der Konferenz, welche dem Buch vorausgegangen ist, n\u00e4her erl\u00e4utert, beschreibt die \u00dcbersetzungsschwierigkeiten von Theorie und Praxis. Zeigt auch die Schwierigkeiten den wissenschaftlichen theoretischen Diskurs zu verlassen, um mensch in der Praxis anzusprechen und zu motivieren, sich zu beteiligen, eigene Gedanken und Ideen einzubringen. V.D. und LC thematisieren immer wieder, wie schwierig es ist, \u201eansozialisierte\u201c Verhaltensweisen aufzubrechen und umzudefinieren. Dabei scheuen sie nie, sich selbst, die Idee der Konferenz sowie der Umsetzung immer wieder kritisch zu hinterfragen.<\/p>\n<p>\u201eQueer leben-queer labeln\u201c versucht auszubrechen aus dem wissenschaftlichen Diskurs, indem es entstanden ist, l\u00e4sst neue und spannende Textformen zu, gibt keine Hierarchisierungen vor. Claudia M\u00fcnzigs Text  &#8211; \u201eDie Psychognomie des queeren Raums. Vom Darkroom zum queeren Lichtraum\/zu queeren Lichtung.\u201c \u201epasst nicht in ein wissenschaftlich vorgegebenes Konzept\u201c und er\u00f6ffnet neue M\u00f6glichkeiten, sowohl f\u00fcr Wissenschaft als auch f\u00fcr Praxis.<\/p>\n<p>Ein Manko vieler Texte: Sie greifen zu kurz, sie f\u00fcttern Leser_innen mit neuen Ideen an und helfen nur begrenzt bei der Umsetzung. F\u00fcr progressiv queerdenkende Menschen entsteht so ein Vakuum von Theorie und Durchf\u00fchrung. Allerdings bleibt die Frage, ob die Texte diesem Anspruch bis ins Letzte gerecht werden m\u00fcssen, will mensch doch Definitionen und \u201estrikte\u201c Vorgaben vermeiden.<br \/>\nDenn die Frage, ob  Texte immer auch ein Ergebnis liefern und Handlungsanweisungen bereithalten m\u00fcssen, bleibt im (Lese)Raum stehen. Sollen sie uns wirklich das eigenst\u00e4ndige Denken und Probieren abnehmen? K\u00f6nnen sie nicht vielmehr Anreize bieten, aus denen mensch etwas entstehen lassen bzw. von denen aus eine neue Wissensreise ausgehen kann? Diese Fragen vermag auch das Buch nicht abzunehmen und \u00fcberl\u00e4sst die Antworten den geneigten Leser_innen.<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong> \u201equeer leben-queer labeln\u201c folgt einem heren Ansatz, denn kritische Hinterfragung von Interdependenzen ist ein enorm wichtiges, aber schwer anzugehendes Thema, denn die Gefahr von Ausschlussproduktionen ist gro\u00df. Vielleicht auch deshalb bleiben die Autor_innen immer vorsichtig, vermeiden Setzungen bzw. klare Definitionen und scheuen sich nicht, angreifbar zu werden und Kritik von au\u00dfen zuzulassen.<br \/>\nAlle Artikel bieten einen zumeist praktischen Erkenntniswert und sind durchaus geeignet (aus jeglichen, damit auch nichtwissenschaftlichen Bereichen) gelesen und verstanden und ggf. umgesetzt zu werden. Queer leben \u2013 queer labeln ist ein guter erster Einstieg f\u00fcr alle, die dieser Thematik zum ersten Mal begegnen. Queer leben \u2013 queer labeln ist jedoch auch f\u00fcr all jene, die Queer Theory aus dem wissenschaftlichen Kontext kennen und nach \u00dcbersetzungsm\u00f6glichkeiten in der Praxis suchen, ein Angebot.<\/p>\n<p><strong>Empfehlung<\/strong>: <a title=\"Schwarze Risse - linker Buchladen\" onclick=\"javascript: pageTracker._trackPageview('\/extlink\/www.schwarzerisse.de\/');\" onmouseover=\"window.status='http:\/\/www.schwarzerisse.de\/';return true;\" onmouseout=\"window.status='';return true;\" href=\"http:\/\/queer-o-mat.de\/exit.php?url_id=152&amp;entry_id=78\">kaufen<\/a><\/p>\n<p>Francesca<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>    Ich bat Marlene B. aus B. an der S., das Buch \u201equeer leben-queer labeln.\u201c zu lesen und mir ihre Eindr\u00fccke zu schildern, um sie zu einer Rezension zusammenzufassen. 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