{"id":43903,"date":"2017-09-18T19:42:17","date_gmt":"2017-09-18T18:42:17","guid":{"rendered":"http:\/\/evibes.org\/?p=76247"},"modified":"2017-09-18T19:42:17","modified_gmt":"2017-09-18T18:42:17","slug":"gruendungstreffen-sex-workers-solidarity-am-26-09-in-dresden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2017\/09\/gruendungstreffen-sex-workers-solidarity-am-26-09-in-dresden\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcndungstreffen \u201cSex Workers Solidarity\u201d am 26.09. in Dresden"},"content":{"rendered":"<p>Herzliche Einladung zum Gr\u00fcndungstreffen der Dresdner Initiative<\/p>\n<p><strong>Sex Workers Solidarity<\/strong><br \/>\n<em> Solidarisch f\u00fcr Selbstbestimmung und Unterst\u00fctzung.<\/em><br \/>\n<em> Gemeinsam gegen Kontrollzwang und Diskriminierung.<\/em><\/p>\n<p>am Dienstag, 26.09., 18-21 Uhr,<br \/>\nim Frauen*bildungszentrum (Oskarstr. 1, 01219 Dresden)<\/p>\n<p><strong>Worum geht&#8217;s uns?<\/strong> Das k\u00fcrzlich in Kraft getretene Prostituiertenschutzgesetz soll vorgeblich vor sexueller Ausbeutung und Menschenhandel sch\u00fctzen. Die dazu eingesetzte Registrierungs- und Ausweispflicht sowie die damit verbundenen Zwangsberatungen und<br \/>\n-untersuchungen helfen hier allerdings nicht weiter. Auf diejenigen, die weiter in ihren sexualit\u00e4tsbezogenen Berufen arbeiten wollen, kommen mehr Probleme zu; und denjenigen, die sich in Zwangslagen befinden, ist durch \u00dcberwachung und Illegalisierung auch nicht geholfen. Die Auswirkungen des Gesetzes auf Sexarbeiter_innen sind somit prim\u00e4r repressiv und verst\u00e4rken die Stigmatisierung der Betroffenen. Mit dieser<br \/>\nEinsch\u00e4tzung schlie\u00dfen wir uns vielen Beratungsstellen und Selbstorganisationen von und f\u00fcr Sexarbeiter_innen an.<\/p>\n<p>Nun ist das Gesetz schon beschlossen, die Registrierungspflicht soll in Sachsen ab dem 1.1.2018 gelten. Das hei\u00dft f\u00fcr uns jedoch nicht, dass bereits &#8216;alles verloren&#8217; ist. Wir wollen gemeinsam beraten und entscheiden, wie wir mit dem Gesetz, der Registrierung und m\u00f6glichen Ver\u00e4nderungen in der Stadt umgehen wollen. Dazu geh\u00f6rt auch die Frage,<br \/>\nwie wir uns in der \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr unsere Anliegen Geh\u00f6r verschaffen k\u00f6nnen. &#8216;Wir&#8217;, das hei\u00dft: alle, die sich demn\u00e4chst als &#8216;Prostituierte&#8217; registieren lassen sollen. Au\u00dferdem Freund_innen und Bekannte, und alle, denen das Thema politisch wichtig ist.<span id=\"more-76247\"><\/span><\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von der Gesetzes\u00e4nderung wollen wir auch gemeinsam \u00fcberlegen, wie wir uns tats\u00e4chlich gegen sexuelle Ausbeutung und Diskriminierung wehren k\u00f6nnen. Oder uns \u00fcber unsere jeweiligen Arbeits- und Lebensbedingungen austauschen, um diese kollektiv zu verbessern. Kennen wir eigentlich unsere Rechte? Welche Probleme gibt es, was brauchen wir, um diese zu l\u00f6sen? Dazu m\u00fcssen wir \u00fcberhaupt miteinander ins Gespr\u00e4ch kommen.<\/p>\n<p>Wir Initiator_innen hoffen auf eine gemeinsame Organisierung von Leuten in verschiedenen Lebenslagen und Situationen, egal was wir in der Branche ganz genau tun, und unabh\u00e4ngig davon, wie unser Weg dorthin aussah. Wir finden es in dieser Situation nicht hilfreich, sich gegeneinander abzugrenzen (z.B. &#8216;Ich bin Masseurin, ich bin ja gar keine wirkliche Prostituierte&#8217;) &#8211; staatliche Repression trifft uns alle. Wir sind nicht so viele, dass wir getrennt viel erreichen k\u00f6nnen. Allerdings wollen wir uns unabh\u00e4ngig von unseren Chef_innen organisieren. Darum sind &#8216;Betreiber_innen von Prostitutionsst\u00e4tten&#8217; nicht eingeladen. Unser Ansatz ist auch ein gewerkschaftlicher: Wir wollen uns hier nicht mit Zuh\u00e4ltern organisieren, aber auch nicht mit netten Chef_innen. Vernetzung mit Letzteren steht prinzipiell nichts im Weg, wenn sie unsere Bem\u00fchungen unterst\u00fctzen wollen. Dennoch m\u00fcssen wir uns als Angestellte und Solo-Selbstst\u00e4ndige unabh\u00e4ngig organisieren, weil sich einfach \u00f6konomisch bedingt &#8211; je nachdem worum es geht (z.B. beim Lohn^^) &#8211; Ziele und Interessen auch entgegenstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir orientieren uns an einem feministischen und kapitalismuskritischen Ansatz, dazu noch ein paar Worte: Von manchen Feminist_innen werden Sexarbeiter_innen entweder pauschal als Opfer oder pauschal als total Selbstbestimmte gesehen &#8211; diese Polarisierung f\u00fchrt uns nicht weiter.<br \/>\nWir verstehen Sexarbeit, die haupts\u00e4chlich von Frauen verrichtet wird, als eine Arbeit, die heute in einer patriarchalen, kapitalistischen Gesellschaft stattfindet. Einige, die in Zwangsverh\u00e4ltnissen stecken, haben besonders unter der daraus resultierenden Gewalt zu leiden. Andere, die diesen Beruf freiwillig gew\u00e4hlt haben, sind in einer v\u00f6llig<br \/>\nanderen Lage, es gibt aber auch \u00dcberschneidungen: Auch sie erleben in Arbeit und Freizeit h\u00e4ufig Diskrimierung oder m\u00fcssen sich verleugnen, Ausreden erfinden, um dem Stigma zu entgehen. Dazwischen gibt es viele Graustufen.<br \/>\nSexarbeit ist aus unserer Sicht nicht prinzipiell gut oder schlecht, aber: Unsere Perspektive ist eine Gesellschaft, in der Sexualit\u00e4t nicht mehr hierarchisch organisiert ist, in der sie keine Arbeit und keine Ware mehr darstellt. Wir streben eine Gesellschaft ohne st\u00e4ndigen finanziellen Druck an, ohne Herrschaft \u00fcberhaupt, in der selbstbestimmte<br \/>\nund erf\u00fcllte Sexualit\u00e4t_en m\u00f6glich sind. Das erreichen wir nicht durch staatliche Kontrolle und beh\u00f6rdliche Datenbanken, sondern durch Solidarit\u00e4t und die selbstorganisierte \u00dcberwindung der gesellschaftlichen Bedingungen, die zu den ganzen Problemen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, wie wir jeweils Sexarbeit im Gro\u00dfen und Ganzen bewerten: Fangen wir an zu schauen, wie wir uns unter Kolleg_innen gegenseitig unterst\u00fctzen k\u00f6nnen.<br \/>\nBeim Treffen wollen wir die Initiative vorstellen, mit euch die n\u00e4chsten Schritte planen und sind gespannt auf eure Ideen.<\/p>\n<p><strong>wo\/wann?<\/strong><br \/>\nDienstag, 26.09., 18-21 Uhr,<br \/>\nim Frauen*bildungszentrum (Oskarstr. 1, 01219 Dresden)<\/p>\n<p><strong>Ladet eure Freund_innen und Kolleg_innen ein!<\/strong> (wenn sie nicht gerade eure Chefs sind oder beim Ordnungsamt arbeiten^^)<br \/>\nDas ist wichtig, denn so haben wir viele verschiedene Perspektiven im Raum.<br \/>\nUns ist es wichtig, die Stimmen der Sexarbeiter_innen als haupts\u00e4chlich Betroffene in den Mittelpunkt unserer Kampagne zu stellen &#8211; dennoch muss sich niemand ungewollt outen.<\/p>\n<p><strong>Wenn ihr R\u00fcckfragen habt:<\/strong> <a href=\"http:\/\/evibes.org\/2017\/09\/18\/gruendungstreffen-sex-workers-solidarity-am-26-09-in-dresden\/m&#x61;&#038;%23x69;l&#038;%23x74;&#038;%23x6f;:&#038;%23x73;&#038;%23x65;x&#038;%23119;&#038;%23x6f;r&#038;%23107;&#038;%23x65;r&#038;%23115;&#038;%23x64;d&#038;%2364;&#038;%23x72;is&#038;%23x65;&#038;%23x75;p&#038;%23x2e;&#038;%23x6e;e&#038;%23x74;\">s&#x65;&#x78;w&#x6f;&#x72;k&#x65;&#x72;s&#100;&#x64;&#64;&#114;&#x69;s&#101;&#x75;p&#46;&#x6e;et<\/a><\/p>\n<p>Wir sehen uns dort!<br \/>\ndie Initiator_innen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzliche Einladung zum Gr&uuml;ndungstreffen der Dresdner Initiative Sex Workers Solidarity Solidarisch f&uuml;r Selbstbestimmung und Unterst&uuml;tzung. 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