{"id":44904,"date":"2018-03-11T12:00:10","date_gmt":"2018-03-11T11:00:10","guid":{"rendered":"http:\/\/lizaswelt.net\/?p=25102"},"modified":"2018-12-07T17:13:15","modified_gmt":"2018-12-07T16:13:15","slug":"ein-ruecktritt-mit-sprengkraft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2018\/03\/ein-ruecktritt-mit-sprengkraft\/","title":{"rendered":"Ein R\u00fccktritt mit Sprengkraft?"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" data-attachment-id=\"25103\" data-permalink=\"https:\/\/lizaswelt.net\/2018\/03\/11\/ein-ruecktritt-mit-sprengkraft\/rasoulkhadem\/\" data-orig-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2018\/03\/rasoulkhadem.jpg?w=610\" data-orig-size=\"560,619\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Rasoul Khadem w\u00e4hrend der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro, August 2016 (\u00a9 Tasnim News Agency mit CC-BY-4.0-Lizenz via Wikimedia Commons)\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2018\/03\/rasoulkhadem.jpg?w=610?w=271\" data-large-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2018\/03\/rasoulkhadem.jpg?w=610?w=500\" class=\"alignnone wp-image-25103 size-full\" title=\"Rasoul Khadem w\u00e4hrend der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro, August 2016 (\u00a9 Tasnim News Agency mit CC-BY-4.0-Lizenz via Wikimedia Commons)\" src=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2018\/03\/rasoulkhadem.jpg?w=610\" alt=\"Rasoul Khadem w\u00e4hrend der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro, August 2016 (\u00a9 Tasnim News Agency mit CC-BY-4.0-Lizenz via Wikimedia Commons)\" srcset=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2018\/03\/rasoulkhadem.jpg 560w, https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2018\/03\/rasoulkhadem.jpg?w=136 136w, https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2018\/03\/rasoulkhadem.jpg?w=271 271w, https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2018\/03\/rasoulkhadem.jpg?w=500 500w\" sizes=\"(max-width: 560px) 100vw, 560px\"   \/><\/p>\n<p><strong>Der Pr\u00e4sident des iranischen Ringerverbands, Rasoul Khadem, ist \u00fcberraschend zur\u00fcckgetreten, nachdem einer seiner Sportler einen Kampf absichtlich verlieren musste, um nicht in der n\u00e4chsten Runde gegen einen Israeli anzutreten, und daraufhin vom Internationalen Ringerverband gesperrt wurde. Khadem ist der Ansicht, die Athleten sollten f\u00fcr die iranische Boykottpolitik gegen\u00fcber dem j\u00fcdischen Staat, die auch im Sport gilt, nicht die Verantwortung \u00fcbernehmen m\u00fcssen. Handelt es sich um einen regimekritischen Protest? Daran darf man zumindest zweifeln.<\/strong><\/p>\n<p>Das Ringen ist im Iran eine \u00fcberaus beliebte Sportart, entsprechend bekannt und popul\u00e4r sind im Land diejenigen, die sie mit besonderem Erfolg aus\u00fcben oder ausge\u00fcbt haben. Rasoul Khadem <em>(Foto)<\/em> ist einer davon. Der heute 46-J\u00e4hrige wurde 1994 Weltmeister im Freistilkampf der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm und verteidigte diesen Titel ein Jahr sp\u00e4ter. Bei den Olympischen Spielen in Atlanta 1996 gewann er in dieser Disziplin sogar die Goldmedaille und war damit der erste Olympiasieger der \u00bbIslamischen Republik\u00ab \u00fcberhaupt. Nach dem Ende seiner Laufbahn als Aktiver blieb Khadem dem Ringen erhalten: Vor sechs Jahren wurde er technischer Direktor der iranischen Nationalmannschaft und Cheftrainer der Freistilringer, zwischenzeitlich war er auch Mitglied des Nationalen Olympischen Komitees. Im Januar\u00a02014\u00a0w\u00e4hlte man ihn au\u00dferdem zum Pr\u00e4sidenten des iranischen Ringerverbands. Doch vor wenigen Tagen machte pl\u00f6tzlich die Nachricht die Runde, dass Rasoul Khadem zur\u00fcckgetreten ist.<\/p>\n<p>\u00bbManchmal ist R\u00fccktritt der beste Auftritt\u00ab, wurde er\u00a0<a href=\"https:\/\/derstandard.at\/2000075226313\/Schluss-mit-dem-Theater-Irans-Ringer-Chef-tritt-zurueck\"  rel=\"noopener\">in einer Presseerkl\u00e4rung zitiert<\/a>. Seine Arbeit im Verband sei \u00bbbelanglos\u00ab geworden. Der iranischen Nachrichtenagentur ISNA zufolge legten auch weitere f\u00fchrende Ringerfunktion\u00e4re ihre \u00c4mter nieder. Ein Grund f\u00fcr die Demission wurde in der Erkl\u00e4rung zwar nicht angegeben, doch Khadem \u00e4u\u00dferte sich an anderer Stelle, beispielsweise gegen\u00fcber einem Radiosender. Es k\u00f6nne nicht sein, sagte er, dass iranische Sportler sich jahrelang auf ein internationales Turnier vorbereiteten, um dann aus politischen Gr\u00fcnden nicht antreten zu d\u00fcrfen oder einen Kampf verlieren zu m\u00fcssen. Damit war vor allem Alireza Karimi-Machiani\u00a0gemeint, der sich bei der U23-Weltmeisterschaft im polnischen Bydgoszcz\u00a0im November 2017 auf Anweisung seines Trainers Hamidreza Jamshidi im Achtelfinale\u00a0<a href=\"https:\/\/derstandard.at\/2000068622056\/Antisemitismus-Iraner-verliert-absichtlich-WM-Halbfinale\"  rel=\"noopener\">absichtlich geschlagen geben musste<\/a>\u00a0\u2013 weil sonst in der n\u00e4chsten Runde der Israeli Uri Kalaschnikow sein Gegner gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Und Wettk\u00e4mpfe gegen Sportler und Mannschaften aus dem j\u00fcdischen Staat werden \u2013 so will es das antisemitische Regime in Teheran \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/derstandard.at\/2000068622056\/Antisemitismus-Iraner-verliert-absichtlich-WM-Halbfinale\"  rel=\"noopener\">seit 1983<\/a>\u00a0vom Iran strikt\u00a0<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Boycotts_of_Israel_in_sports#Individual_sporting_boycott\"  rel=\"noopener\">boykottiert respektive umgangen<\/a>, etwa durch willentliche Niederlagen in der Runde zuvor oder durch Krankschreibungen. Dabei kommt es bisweilen zu grotesken Szenen. Karimi-Machiani etwa war seinem russischen Gegner \u00fcberlegen und lag in F\u00fchrung, doch nach dem Zuruf seines Trainers (\u00bbDu musst verlieren, Alireza!\u00ab) lie\u00df er sich von seinem Kontrahenten vorf\u00fchren.\u00a0<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/sport\/ringen-wenn-ein-ringer-auf-zuruf-verliert-1.3888570-2\"  rel=\"noopener\">Sp\u00e4ter sagte er<\/a>: \u00bbIch habe monatelang hart trainiert, um eine Goldmedaille zu gewinnen, und ich h\u00e4tte locker gewinnen k\u00f6nnen.\u00ab Zwar verstehe er die Ablehnung Israels, doch er frage sich: \u00bbIst es nicht auch Unterdr\u00fcckung, wenn unsere Regierung erneut meine harte Arbeit untergr\u00e4bt?\u00ab<\/p>\n<p><strong>Das iranische Regime feiert die Boykotte als Heldentaten<\/strong><\/p>\n<p>Der Internationale Ringerverband UWW\u00a0<a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/irans-resigned-wrestling-chief-criticizes-government\/\"  rel=\"noopener\">sperrte Karimi-Machiani<\/a>\u00a0schlie\u00dflich f\u00fcr sechs Monate und den Trainer Jamshidi f\u00fcr zwei Jahre. Rasoul Khadem\u00a0<a href=\"https:\/\/derstandard.at\/2000075226313\/Schluss-mit-dem-Theater-Irans-Ringer-Chef-tritt-zurueck\"  rel=\"noopener\">ist der Ansicht<\/a>, dass Druck vonseiten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zu diesen Sanktionen gef\u00fchrt hat. Das IOC wiederum werde, glaubt er, ma\u00dfgeblich von gro\u00dfen politischen und wirtschaftlichen M\u00e4chten beeinflusst. Der oberste geistliche F\u00fchrer des Iran,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.presstv.com\/Detail\/2017\/12\/10\/545139\/Iran-Israel-Leader-Islamic-Revolution-Ayatollah-Seyyed-Ali-Khamenei-Alireza-Karimi-U23-World-Championships\"  rel=\"noopener\">Ali Khamenei, pries<\/a>\u00a0die \u00bbOpferbereitschaft\u00ab und den \u00bbSportgeist\u00ab von Karimi-Machiani. W\u00e4hrend einer Feierstunde im Iran \u00fcberreichte er dem Sportler einen Ring und versprach ihm au\u00dferdem eine \u00bbBelohnung durch Gott\u00ab. Dass Karimi-Machiani \u00bbf\u00fcr ein gro\u00dfes und erhabenes Ziel auf eine sichere Meisterschaft verzichtet hat\u00ab, sei ein Grund, \u00bbwirklich stolz\u00ab zu sein, so Khamenei.<\/p>\n<p>Nach diesem Muster verliefen die Boykotte und Vermeidungen von Wettk\u00e4mpfen mit Israelis durch iranische Sportler in der Vergangenheit immer wieder. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen beispielsweise weigerte sich der iranische Judo-Weltmeister Arash Miresmaeili, gegen den Israeli Ehud Vaks anzutreten. Vaks kam dadurch kampflos weiter, w\u00e4hrend Miresmaeili von der politischen F\u00fchrung seines Landes gefeiert wurde: \u00bbDer Name von Arash Miresmaeili wird in die iranische Geschichte eingehen als ein Quelle des Stolzes f\u00fcr das Land\u00ab,\u00a0<a href=\"https:\/\/derstandard.at\/1760608\/Judo-Skandal-um-Weltmeister-Miresmaeili\"  rel=\"noopener\">lobte ihn<\/a>\u00a0der damalige Staatspr\u00e4sident Mohammad Khatami.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/olympia\/article157650598\/So-werden-Israels-Sportler-bei-Olympia-diskriminiert.html\"  rel=\"noopener\">Weiter sagte er<\/a>: \u00bbDas gro\u00dfartige Handeln und die Selbstaufopferung unseres Champions, der auf eine sichere Olympiamedaille aus Protest gegen Massaker, Terror und Besetzung verzichtet hat, ist eine nationale Ruhmestat.\u00ab Der Judoka erhielt vom Nationalen Olympischen Komitee des Iran schlie\u00dflich eine Pr\u00e4mie von 125.000 Dollar \u2013 die vorgesehene Summe f\u00fcr den Olympiasieg.<\/p>\n<p>Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sperrte den Sportler; der Judo-Weltverband IJF verh\u00e4ngte jedoch keine Strafe gegen ihn oder seinen Verband. Offiziell war Miresmaeili aufgrund von zwei Kilogramm \u00dcbergewicht nicht zum Kampf zugelassen worden. Eine Anh\u00f6rung vor der IJF-Untersuchungskommission soll au\u00dferdem ergeben haben, dass Miresmaeili nie die Absicht zum Boykott des Wettbewerbs hatte. Das mutet allerdings wenig glaubw\u00fcrdig an; schlie\u00dflich hatte Miresmaeili, der Fahnentr\u00e4ger seines Landes bei Olympia in Athen, schon Tage vor dem Kampf angek\u00fcndigt, gegen keinen Athleten aus Israel zu k\u00e4mpfen. Mit seiner Weigerung wolle er \u00bbgegen die israelische Haltung im Nahostkonflikt protestieren\u00ab.<\/p>\n<p><strong>Bei Wettk\u00e4mpfen gegen Israelis droht lebenslange Sperre<\/strong><\/p>\n<p>Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking gab es de facto ebenfalls einen\u00a0<a href=\"http:\/\/edition.cnn.com\/2008\/WORLD\/asiapcf\/08\/11\/iranisrael.olympics\/\"  rel=\"noopener\">antiisraelischen Boykott<\/a>: Der iranische Schwimmer Mohammad Alirezaei erschien nicht zu einem Vorlauf in der Disziplin 100 Meter Brust, weil mit Tom Beeri auch ein israelischer Schwimmer im Becken war. Zun\u00e4chst hatte das Nationale Olympische Komitee des Iran den Start von Alirezaei erlaubt, weil dieser auf Bahn eins und der Israeli auf Bahn sieben eingeteilt waren und es sich damit nicht um ein direktes Duell gehandelt h\u00e4tte. Am Ende blieb Alirezaeis Platz aber doch frei. Iranischen Angaben zufolge war der Sportler erkrankt. Das IOC glaubte dieser Begr\u00fcndung und sprach keine Sanktionen aus.<\/p>\n<p>Was geschieht, wenn iranische Sportler ausnahmsweise doch einmal gegen israelische antreten, war zuletzt im August des vergangenen Jahres\u00a0<a href=\"http:\/\/www.bbc.com\/news\/blogs-news-from-elsewhere-40824118\"  rel=\"noopener\">zu beobachten<\/a>. Da n\u00e4mlich spielte in der Qualifikation zur Europa League im Fu\u00dfball der griechische Klub Panionios Athen gegen Maccabi Tel Aviv und setzte dabei seine beiden iranischen Profis Masoud Shojaei und Ehsan Hajsafi ein. Das war au\u00dfergew\u00f6hnlich, denn \u00fcblicherweise werden iranische Kicker bei Partien ihrer jeweiligen Mannschaft gegen Teams aus dem j\u00fcdischen Staat als verletzt gemeldet. So etwa\u00a0<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/sport\/fussball\/sportpolitik-bayern-stuermer-hashemian-sagt-israel-reise-ab-a-317987.html\"  rel=\"noopener\">Vahid Hashemian<\/a>, der offiziell aus diesem \u2013 wenig glaubw\u00fcrdigen \u2013 Grund im Herbst 2004 in beiden Champions-League-Spielen des FC Bayern M\u00fcnchen gegen Maccabi Tel Aviv fehlte. Manche machen aus den politischen Gr\u00fcnden f\u00fcr ihren Nichteinsatz auch gar keinen Hehl, beispielsweise der Deutsch-Iraner\u00a0<a href=\"https:\/\/lizaswelt.net\/2007\/10\/10\/talente-bei-der-imagepflege\/\"  rel=\"noopener\">Ashkan Dejagah<\/a>, der sich im Herbst 2007 offen weigerte, mit der deutschen U21-Nationalelf zum L\u00e4nderspiel nach Israel zu fliegen.<\/p>\n<p>Shojaei und Hajsafi dagegen, die beiden Kapit\u00e4ne der iranischen Auswahl, liefen f\u00fcr Panionios gegen Maccabi auf \u2013 und wurden vom iranischen Sportministerium prompt\u00a0<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/sport\/fussball\/fussball-sanktionsforderungen-wegen-suspendierten-iranischen-spielern-15146899.html\"  rel=\"noopener\">auf Lebenszeit gesperrt<\/a>. Sie h\u00e4tten \u00bbdie rote Linie \u00fcberschritten\u00ab, hie\u00df es zur Begr\u00fcndung. Das hatte zahlreiche Proteste zur Folge, sowohl von iranischen Fu\u00dfballfans und dem fr\u00fcheren Nationalspieler Mehdi Mahdavikia als auch von drei Bundestagsabgeordneten der deutschen Gr\u00fcnen, die den Pr\u00e4sidenten des Weltfu\u00dfballverbands FIFA, Gianni Infantino, aufforderten, Sanktionsma\u00dfnahmen wie \u00bbden Ausschluss der iranischen Nationalmannschaft von der Fu\u00dfball-WM 2018\u00ab zu pr\u00fcfen. Der europ\u00e4ische Verband\u00a0<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/sport\/iran-suspendiert-fussballer-und-die-fifa-schweigt-15145681.html\"  rel=\"noopener\">UEFA betonte<\/a>, Spieler d\u00fcrften \u00bbnicht auf der Grundlage politischer Interessen ausgeschlossen werden\u00ab. Inzwischen bat Ehsan Haji Safi um Entschuldigung, seine Sperre\u00a0<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/sport\/ringen-wenn-ein-ringer-auf-zuruf-verliert-1.3888570-2\"  rel=\"noopener\">wurde daraufhin widerrufen<\/a>. Masoud Shojaei ersuchte seinen Nationaltrainer, ihn f\u00fcr die Weltmeisterschaft wieder zu nominieren; der Nationale Sicherheitsrat soll seinen Fall\u00a0nun beraten.<\/p>\n<p><strong>Ein regimekritischer Protest?<\/strong><\/p>\n<p>L\u00e4sst sich der \u00fcberraschende R\u00fccktritt von Rasoul Khadem und der anderen Ringerfunktion\u00e4re nun als begr\u00fc\u00dfenswerter, gar als regimekritischer Protest gegen die antisemitische Politik des Iran auch im Sport deuten? \u00bbWenn wir mit der Politik weitermachen m\u00fcssen, nicht gegen Athleten des zionistischen Regimes anzutreten, darf die Verantwortung daf\u00fcr nicht von den Sportlern und Trainern getragen werden\u00ab,\u00a0<a href=\"https:\/\/derstandard.at\/2000075226313\/Schluss-mit-dem-Theater-Irans-Ringer-Chef-tritt-zurueck\"  rel=\"noopener\">sagte Khadem<\/a>. \u00bbEinen Athleten zu zwingen, eine Niederlage zu akzeptieren oder die ganze Nacht herumzulaufen, um ein \u00e4rztliches Attest aufzutreiben, ist nicht in Ordnung.\u00ab Nach seinem Daf\u00fcrhalten w\u00e4re es besser, wenn die Iraner sich offen zu ihrer politischen Position bekennen w\u00fcrden, statt Gr\u00fcnde vorzuschieben und Theater zu spielen. Es m\u00fcsse eine \u00bbgrundlegende L\u00f6sung\u00ab in der Sache gefunden werden, der Iran m\u00fcsse sich \u00bbehrlich verhalten und die Konsequenzen tragen\u00ab.<\/p>\n<p>In diesen S\u00e4tzen spiegelt sich zun\u00e4chst einmal die begreifliche Ver\u00e4rgerung eines fr\u00fcheren Weltklassesportlers dar\u00fcber wider, dass seine Sch\u00fctzlinge mit Hindernissen konfrontiert werden, die nicht sportlicher Natur sind und die sie nicht zu verantworten haben, aber selbstverst\u00e4ndlich mittragen sollen. Rasoul Khadem, fr\u00fcher im Teheraner Stadtrat aktiv und keineswegs ein Oppositioneller, \u00e4u\u00dfert keine prinzipiellen Einw\u00e4nde gegen die antiisraelische Politik des Regimes, sp\u00fcrt aber, welche Beeintr\u00e4chtigung sie auch f\u00fcr iranische Athleten darstellen kann. Sein Vorschlag, eine \u00bbgrundlegende\u00ab und \u00bbehrliche\u00ab L\u00f6sung des Problems zu finden und offen Position zu beziehen, l\u00e4uft allerdings geradewegs auf einen Ausschluss des Iran aus den internationalen Sportverb\u00e4nden hinaus. Denn diese verbieten den politisch motivierten Boykott eines sportlichen Gegners \u2013 genau deshalb t\u00e4uschen iranische Sportler ja immer wieder gesundheitliche Gr\u00fcnde f\u00fcr den Nichtantritt gegen Israelis vor oder verlieren absichtlich, wenn sie sich in der n\u00e4chsten Runde mit einem Israeli messen m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Doch die tats\u00e4chlichen Gr\u00fcnde liegen auf der Hand, deshalb hat der Internationale Ringerverband auch die Konsequenzen gezogen und die Beteiligten mit einer l\u00e4ngerfristigen Sperre belegt. Nichts anderes w\u00e4re geschehen, wenn das Regime von sich aus die Verantwortung f\u00fcr Karimi-Machianis Niederlage oder im Falle eines Sieges einen anschlie\u00dfenden Nichtantritt gegen Kalaschnikow \u00fcbernommen h\u00e4tte. Khadems R\u00fccktritt \u2013 der vom Sportministerium im \u00dcbrigen zur\u00fcckgewiesen wurde \u2013 ist zwar ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher, aus Verzweiflung und Frustration geborener Schritt; er zeigt immerhin, dass es iranische Sportfunktion\u00e4re gibt, die den Antisemitismus des Regimes nicht unbedingt selbstverst\u00e4ndlich \u00fcber den sportlichen Wettkampf und Erfolg stellen. Aber er ist auch ein regimekonformer Protest. Ob er dennoch so etwas wie Sprengkraft entfalten kann, wird abzuwarten sein.<\/p>\n<p><span style=\"font-size:85%;\">Zuerst ver\u00f6ffentlicht auf <em><a href=\"https:\/\/www.mena-watch.com\/mena-analysen-beitraege\/ruecktritt-des-iranischen-ringer-chefs-regimekritischer-protest\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">MENA-Watch<\/a><\/em>.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size:85%;\"><em>Zum Foto:<\/em> Rasoul Khadem w\u00e4hrend der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro, August 2016. \u00a9 Tasnim News Agency mit CC-BY-4.0-Lizenz <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=50770567\"  rel=\"noopener noreferrer\">via Wikimedia Commons<\/a>.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.addtoany.com\/share_save?linkurl=http%3A%2F%2Flizaswelt.net%2F2018%2F03%2F11%2Fein-ruecktritt-mit-sprengkraft%2F&amp;linkname=Ein%20R%C3%BCcktritt%20mit%20Sprengkraft?\"  rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Diesen Beitrag mit anderen teilen\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/static.addtoany.com\/buttons\/share_save_256_24.png\" alt=\"\" width=\"256\" height=\"24\" \/><\/a> <a href=\"mailto:lizaswelt@gmail.com?subject=Feedback%20zu:%20Ein%20R%C3%BCcktritt%20mit%20Sprengkraft?\"  rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1197\" data-permalink=\"https:\/\/lizaswelt.net\/2010\/07\/16\/projektionsflaeche-palaestinenser\/feedback\/\" data-orig-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2010\/07\/feedback.jpg\" data-orig-size=\"151,24\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}\" data-image-title=\"Feedback\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2010\/07\/feedback.jpg?w=151\" data-large-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2010\/07\/feedback.jpg?w=151\" class=\"size-full wp-image-1197 alignright\" title=\"Feedback zu diesem Beitrag an Lizas Welt senden\" src=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2010\/07\/feedback1.jpg?w=610\" alt=\"\"   \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Pr&auml;sident des iranischen Ringerverbands, Rasoul Khadem, ist &uuml;berraschend zur&uuml;ckgetreten, nachdem einer seiner Sportler einen Kampf absichtlich verlieren musste, um nicht in der n&auml;chsten Runde gegen einen Israeli anzutreten, und daraufhin vom Internationalen Ringerverband gesperrt wurde. 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