{"id":45034,"date":"2018-04-12T11:00:45","date_gmt":"2018-04-12T10:00:45","guid":{"rendered":"http:\/\/lizaswelt.net\/?p=25124"},"modified":"2018-04-12T11:00:45","modified_gmt":"2018-04-12T10:00:45","slug":"wenn-der-kronprinz-der-ard-zu-israelfreundlich-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2018\/04\/wenn-der-kronprinz-der-ard-zu-israelfreundlich-ist\/","title":{"rendered":"Wenn der Kronprinz der ARD zu israelfreundlich ist"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" data-attachment-id=\"25127\" data-permalink=\"https:\/\/lizaswelt.net\/2018\/04\/12\/wenn-der-kronprinz-der-ard-zu-israelfreundlich-ist\/binsalman\/\" data-orig-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2018\/05\/binsalman.jpg?w=610\" data-orig-size=\"560,410\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Senior Master Sgt. Adrian Cadiz&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Saudi Arabia&#039;s Deputy Crown Prince and Minister of Defense Mohammed bin Salman speaks with Secretary of Defense Ash Carter at the Pentagon June 16, 2016. The two leaders met to discuss matters of mutual importance. (DoD photo by Senior Master Sgt. 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Das gef\u00e4llt dem ARD-Korrespondenten Carsten K\u00fchntopp nicht besonders \u2013 denn er bef\u00fcrchtet, dass dadurch die Sache der Pal\u00e4stinenser in den Hintergrund treten und der j\u00fcdische Staat in einem zu positiven Licht erscheinen k\u00f6nnte. Sein \u00f6ffentlich-rechtlicher Kommentar ist eine Ungeheuerlichkeit.<\/strong><\/p>\n<p>Vor wenigen Tagen hat sich der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman in einem Interview ungew\u00f6hnlich konziliant\u00a0<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/moegliches-nahost-friedensabkommen-saudischer-kronprinz-bin-salman-spricht-israel-existenzrecht-zu\/21134830.html\"  rel=\"noopener\">gegen\u00fcber Israel ge\u00e4u\u00dfert<\/a>. Nicht nur die Pal\u00e4stinenser, sondern auch die Israelis h\u00e4tten das Recht auf ihr eigenes Land, in dem sie friedlich leben k\u00f6nnen sollten, sagte er. Israel sei au\u00dferdem eine gro\u00dfe und wachsende Wirtschaftsmacht, und es gebe viele Interessen, die man miteinander teile. Das sind beachtliche T\u00f6ne, die nat\u00fcrlich viel damit zu tun haben, dass die hegemonialen Ambitionen und kriegerischen Aktivit\u00e4ten des Iran im Nahen Osten den Saudis ein Dorn im Auge sind. In diesem Punkt verbindet Saudi-Arabien einiges mit dem j\u00fcdischen Staat, den das Regime in Teheran bekanntlich als Todfeind betrachtet. Die \u00c4u\u00dferungen von bin Salman sind aber, wie Thomas von der Osten-Sacken\u00a0<a href=\"https:\/\/www.mena-watch.com\/mena-analysen-beitraege\/was-den-iran-von-saudi-arabien-unterscheidet\/\"  rel=\"noopener\">deutlich gemacht hat<\/a>, nicht blo\u00df rein taktischer Natur und nicht nur eine Folge des saudischen Kampfes gegen den Iran\u00a0um Deutungshoheit und Einfluss in der Region. Sie sind vielmehr auch ein Ausdruck der sich entwickelnden Bereitschaft zu Ver\u00e4nderungen, die im Land der Ajatollahs undenkbar scheinen.<\/p>\n<p>Auch Carsten K\u00fchntopp vom\u00a0ARD-Studio Kairo treiben bin Salmans Worte um, allerdings aus einem anderen Grund: Die Quintessenz\u00a0<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/kommentar\/israel-existenzrecht-iran-kommentar-101.html\"  rel=\"noopener\">seines Kommentars<\/a>\u00a0ist es, dass zu viel Ann\u00e4herung zwischen Saudi-Arabien und Israel die Sache der Pal\u00e4stinenser in den Hintergrund treten und den j\u00fcdischen Staat in einem zu positiven Licht erscheinen lassen k\u00f6nnte. Zwar konstatiert K\u00fchntopp pflichtschuldig, es sei \u00bbbemerkenswert, dass ein so ranghohes Mitglied des saudischen K\u00f6nigshauses Israel ein Existenzrecht zuspricht\u00ab. Doch gleich darauf \u00a0schr\u00e4nkt er ein, Riad habe ja bereits im Jahr 2002 die Arabische Liga zu dem Angebot veranlasst, Frieden mit Israel zu schlie\u00dfen, wenn es zu einer Einigung mit den Pal\u00e4stinensern kommt. Dieses Angebot habe der j\u00fcdische Staat jedoch nicht angenommen. Dass es daf\u00fcr\u00a0<a href=\"http:\/\/carolineglick.com\/the_saudi_plan_for_israels_des\/\"  rel=\"noopener\">gute Gr\u00fcnde gab<\/a>\u00a0\u2013 der \u00bbFriedensplan\u00ab sah unter anderem die f\u00fcr Israel vollkommen inakzeptable Anerkennung des pal\u00e4stinensischen \u00bbR\u00fcckkehrrechts\u00ab und damit die Aufnahme von mehr als vier Millionen Pal\u00e4stinensern in Israel vor \u2013, sagt K\u00fchntopp nicht.<\/p>\n<p><strong>K\u00fchntopp spielt die Gefahr durch den Iran herunter<\/strong><\/p>\n<p>Schon an dieser Stelle wird deutlich, worauf sein Kommentar hinausl\u00e4uft: Der j\u00fcdische Staat soll als das eigentliche Hindernis f\u00fcr den Frieden im Nahen Osten dargestellt werden \u2013 und sich blo\u00df nicht einbilden, \u00bbdass die Saudis zu einem Separatfrieden mit Israel bereit w\u00e4ren, der die Rechte der Pal\u00e4stinenser ignorieren w\u00fcrde\u00ab. Deshalb habe K\u00f6nig Salman auch auf der Umsetzung der \u00bblegitimen Rechte der Pal\u00e4stinenser auf einen eigenen Staat mit Jerusalem als Hauptstadt\u00ab beharrt. Doch \u00bbdie Sorge vor dem wachsenden Einfluss des Iran in der Region\u00ab lasse \u00bbeinstige Feinde zusammenr\u00fccken\u00ab. In vielen arabischen Hauptst\u00e4dten sei, so stellt K\u00fchntopp mit besorgtem Unterton fest, \u00bbdie Solidarit\u00e4t mit den Pal\u00e4stinensern zu einem nachrangigen Thema geworden \u2013 w\u00e4hrend der \u203aAnti-Iranismus\u2039 immer wichtiger wird\u00ab.<\/p>\n<p>Dass es f\u00fcr diesen \u00bbAnti-Iranismus\u00ab gute Gr\u00fcnde gibt, kommt auch der\u00a0ARD-Mann nicht umhin festzustellen. Denn dass sich das Regime in Teheran, wie er es formuliert, \u00bbvielerorts im Nahen Osten in arabische Belange einmischt\u00ab, sei \u00bbnicht zu bestreiten\u00ab. Doch \u00bbgerade in den \u00d6lmonarchien am Persischen Golf\u00ab steigere sich dies nun \u00bbzu einer Hysterie\u00ab, findet K\u00fchntopp. Mohammed bin Salman etwa habe gesagt, der oberste geistliche F\u00fchrer des Iran, Ali Khamenei, lasse Hitler \u00bbgut aussehen\u00ab. Das sei \u00bbein unendlich dummer Satz\u00ab, der au\u00dferdem bef\u00fcrchten lasse, \u00bbdass der Kronprinz die europ\u00e4ische Geschichte nicht gut genug kennt\u00ab. K\u00fchntopp kennt daf\u00fcr offensichtlich die nah\u00f6stliche Gegenwart nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig gut, sonst h\u00e4tte er die \u00e4u\u00dferst aggressive, auf Expansion ausgerichtete, mit direkten und indirekten milit\u00e4rischen Mitteln exerzierte Interventionsstrategie des Iran in L\u00e4ndern wie Syrien, dem Libanon und dem Jemen nicht blo\u00df als \u00bbEinmischung in arabische Belange\u00ab bezeichnet und damit heruntergespielt.<\/p>\n<p><strong>Mal wieder soll Israel an allem schuld sein<\/strong><\/p>\n<p>Au\u00dferdem h\u00e4tte er dann nicht behauptet: \u00bbDass Israel und die meisten arabischen Staaten bisher nicht in Frieden gelebt haben, lag nicht an einer vermeintlich revanchistischen Politik der Saudis, sondern daran, dass Israel w\u00e4hrend der vergangenen Jahre immer weiter nach rechts ger\u00fcckt ist.\u00ab Mit diesem Satz macht K\u00fchntopp am unmissverst\u00e4ndlichsten deutlich, wer f\u00fcr ihn der Hauptschuldige an der unfriedlichen Situation im Nahen Osten ist \u2013 n\u00e4mlich der j\u00fcdische Staat. Nicht die antisemitische Hetze, die Kriege und die Vernichtungsdrohungen, die immer wieder von arabischen Staaten, vom Iran und von diversen Terrororganisationen gegen Israel ausgegangen sind und weiterhin ausgehen \u2013 v\u00f6llig unabh\u00e4ngig davon \u00fcbrigens, wer in Israel gerade die Regierung stellt \u2013, haben demnach den Frieden verhindert, sondern ein \u00bbRechtsruck\u00ab in Israel. Fast k\u00f6nnte man denken, dass K\u00fchntopp ernsthaft glaubt, die arabisch-muslimische Welt w\u00e4re ohne den j\u00fcdischen Staat ein Hort der Liberalit\u00e4t.<\/p>\n<p>\u00bbWeder im Parlament noch in der Regierung gibt es jetzt eine Mehrheit f\u00fcr eine gerechte Friedensl\u00f6sung mit den Pal\u00e4stinensern\u00ab, behauptet der Korrespondent weiter. Damit k\u00f6nnte er sogar insofern Recht haben, als die meisten Israelis das, was K\u00fchntopp in diesem Zusammenhang f\u00fcr gerecht h\u00e4lt, vermutlich in der Tat nicht f\u00fcr eine L\u00f6sung halten, die der Sicherheit ihres Landes zutr\u00e4glich ist. Wie aber sieht es diesbez\u00fcglich auf pal\u00e4stinensischer Seite aus? Ganz einfach: Dort h\u00e4lt man weiterhin unbeirrt und unbeirrbar an der Maximalforderung einer \u00bbBefreiung ganz Pal\u00e4stinas\u00ab fest, das hei\u00dft: am\u00a0<a href=\"https:\/\/www.mena-watch.com\/ein-marsch-zur-vernichtung-israels\/\"  rel=\"noopener\">Vorhaben einer Zerst\u00f6rung Israels<\/a>. Gestritten wird nur dar\u00fcber, wie sich das am besten bewerkstelligen l\u00e4sst. Das erf\u00e4hrt man von Carsten K\u00fchntopp jedoch nicht, stattdessen ist er davon \u00fcberzeugt, dass der fehlende Frieden auch etwas damit zu tun hat, \u00bbdass das pal\u00e4stinensische Lager seit mehr als einem Jahrzehnt heillos zerstritten ist\u00ab. Und wer ist daran schuld? Nat\u00fcrlich \u00bbder Westen, der die Spaltung zwischen Fatah und Hamas ma\u00dfgeblich betrieb\u00ab.<\/p>\n<p>In dieser Sichtweise sind die Pal\u00e4stinenser und ihre Organisationen also schlicht f\u00fcr gar nichts verantwortlich zu machen. Selbstmordanschl\u00e4ge und Raketenterror? Israel ist \u00bbimmer weiter nach rechts ger\u00fcckt\u00ab! Keine Friedensl\u00f6sung? Die Israelis wollen sie nicht! Die Hamas wirft Fatah-Mitglieder erst von Hochhausd\u00e4chern und dann aus dem Gazastreifen? Der Westen hat sie gegeneinander ausgespielt! Und jetzt vernachl\u00e4ssigen auch noch die Saudis und andere \u00d6lmonarchien ihre pal\u00e4stinensischen Br\u00fcder und Schwestern, weil sie den Iran in ihrer geschichtslosen Hysterie f\u00fcr schlimmer halten als Israel! Von pal\u00e4stinensischen Emiss\u00e4ren w\u00fcrde man kaum etwas anderes erwarten als solche Vereinfachungen und Schuldzuweisungen. Wenn derlei aber im \u00f6ffentlich-rechtlichen deutschen Rundfunk ersonnen und verbreitet wird, ist das ungeheuerlich.<\/p>\n<p><span style=\"font-size:85%;\">Zuerst ver\u00f6ffentlicht auf <em><a href=\"https:\/\/www.mena-watch.com\/mena-analysen-beitraege\/wenn-der-kronprinz-der-ard-zu-israelfreundlich-ist\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">MENA-Watch<\/a><\/em>.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.addtoany.com\/share_save?linkurl=http%3A%2F%2Flizaswelt.net%2F2018%2F04%2F12%2Fwenn-der-saudische-kronprinz-der-ard-zu-israelfreundlich-ist%2F&amp;linkname=Wenn%20der%20saudische%20Kronprinz%20der%20ARD%20zu%20israelfreundlich%20ist\"  rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Diesen Beitrag mit anderen teilen\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/static.addtoany.com\/buttons\/share_save_256_24.png\" alt=\"\" width=\"256\" height=\"24\" \/><\/a> <a href=\"mailto:lizaswelt@gmail.com?subject=Feedback%20zu:%20Wenn%20der%20saudische%20Kronprinz%20der%20ARD%20zu%20israelfreundlich%20ist\"  rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1197\" data-permalink=\"https:\/\/lizaswelt.net\/2010\/07\/16\/projektionsflaeche-palaestinenser\/feedback\/\" data-orig-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2010\/07\/feedback.jpg\" data-orig-size=\"151,24\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}\" data-image-title=\"Feedback\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2010\/07\/feedback.jpg?w=151\" data-large-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2010\/07\/feedback.jpg?w=151\" class=\"size-full wp-image-1197 alignright\" title=\"Feedback zu diesem Beitrag an Lizas Welt senden\" src=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2010\/07\/feedback1.jpg?w=610\" alt=\"\"   \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der saudische Kronprinz schl&auml;gt bemerkenswert vers&ouml;hnliche T&ouml;ne gegen&uuml;ber Israel an. 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