{"id":46127,"date":"2019-02-23T12:00:53","date_gmt":"2019-02-23T11:00:53","guid":{"rendered":"http:\/\/lizaswelt.net\/?p=25467"},"modified":"2019-02-23T12:00:53","modified_gmt":"2019-02-23T11:00:53","slug":"friedenspreis-fuer-antizionisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2019\/02\/friedenspreis-fuer-antizionisten\/","title":{"rendered":"\u00bbFriedenspreis\u00ab f\u00fcr Antizionisten"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" data-attachment-id=\"25468\" data-permalink=\"https:\/\/lizaswelt.net\/2019\/02\/23\/friedenspreis-fuer-antizionisten\/sacksbds\/\" data-orig-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2019\/02\/sacksbds.jpg?w=610\" data-orig-size=\"560,377\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2019\/02\/sacksbds.jpg?w=610?w=300\" data-large-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2019\/02\/sacksbds.jpg?w=610?w=500\" class=\"alignnone size-full wp-image-25468\" src=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2019\/02\/sacksbds.jpg?w=610\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2019\/02\/sacksbds.jpg 560w, https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2019\/02\/sacksbds.jpg?w=150 150w, https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2019\/02\/sacksbds.jpg?w=300 300w, https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2019\/02\/sacksbds.jpg?w=500 500w\" sizes=\"(max-width: 560px) 100vw, 560px\"   \/><\/p>\n<p><strong>Die Verleihung des\u00a0<em>G\u00f6ttinger Friedenspreises<\/em>\u00a0an die antizionistische Vereinigung\u00a0<em>J\u00fcdische Stimme f\u00fcr gerechten Frieden in Nahost<\/em>\u00a0sorgt daf\u00fcr, dass die Hauptf\u00f6rderer ihre Unterst\u00fctzung zur\u00fcckziehen. Sie forderten, dass die Ehrung zumindest ausgesetzt wird, doch die Jury hielt an ihrer Entscheidung fest. Nun muss die Auszeichnung in einem deutlich bescheideneren Rahmen stattfinden.<\/strong><\/p>\n<p>Im Grunde genommen m\u00fcsste man um die Verleihung des\u00a0<em>G\u00f6ttinger Friedenspreises\u00a0<\/em>gar kein gr\u00f6\u00dferes Aufhebens machen. Vergeben wird er seit 20 Jahren von der eher wenig bekannten\u00a0<em>Stiftung Dr. Roland R\u00f6hl<\/em>, die nach einem 1998 verstorbenen friedensbewegten\u00a0<a href=\"http:\/\/www.goettinger-friedenspreis.de\/?page_id=129\"  rel=\"noopener noreferrer\">Wissenschaftsjournalisten<\/a>\u00a0benannt ist; dotiert ist die Auszeichnung mit 3.000 Euro, also keinem sonderlich \u00fcppigen Betrag. Mit der Ehrung bedacht werden, so steht es auf der\u00a0<a href=\"http:\/\/www.goettinger-friedenspreis.de\/?page_id=408\"  rel=\"noopener noreferrer\">Website der Stiftung<\/a>, \u00bbEinzelpersonen oder Personengruppen, die sich durch grundlegende wissenschaftliche Arbeit oder durch herausragenden praktischen Einsatz um den Frieden besonders verdient gemacht haben\u00ab. Hans K\u00fcng, Egon Bahr und Konstantin Wecker geh\u00f6rten in der Vergangenheit zu den\u00a0<a href=\"http:\/\/www.goettinger-friedenspreis.de\/?page_id=115\"  rel=\"noopener noreferrer\">Preistr\u00e4gern<\/a>, genauso wie die\u00a0<em>Gesellschaft f\u00fcr bedrohte V\u00f6lker<\/em>, die\u00a0<em>B\u00fcrgerinitiative Freie Heide<\/em>\u00a0und das\u00a0<em>Festival f\u00fcr Demokratie und Toleranz<\/em>. Gr\u00f6\u00dfere Aufmerksamkeit ist dem Preis in der Regel nicht beschieden, in den \u00fcberregionalen Medien \u00fcberschreitet seine Vergabe nur selten die Bedeutung einer Randnotiz.<\/p>\n<p>Dass es in diesem Jahr mehr Rummel um die Preisverleihung gibt, liegt daran, dass eine Organisation ausgezeichnet werden soll, die ihrem wohlklingenden Namen zum Trotz eine ausgesprochen fragw\u00fcrdige Vereinigung ist: die\u00a0<em>J\u00fcdische Stimme f\u00fcr gerechten Frieden in Nahost<\/em>, das ist der 2003 gegr\u00fcndete deutsche Ableger der\u00a0<em>European Jews for a Just Peace<\/em>. Der \u00bbherausragende praktische Einsatz um den Frieden\u00ab, den diese stramm antizionistische Gruppierung gezeigt hat, bestand zuletzt beispielsweise darin, von der deutschen Regierung die Ausweisung des israelischen Botschafters\u00a0<a href=\"https:\/\/www.juedische-stimme.de\/2018\/05\/18\/erklaerung-der-juedischen-stimme-fuer-gerechten-frieden-zu-den-juengsten-ereignissen-in-gaza\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">zu fordern<\/a>, zum Boykott des Berliner Festivals\u00a0<em>Pop-Kultur<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.juedische-stimme.de\/2018\/05\/09\/%D7%95%D7%95%D6%B9nsere-solidaritaet-mit-dem-palaestinensischen-aufruf-das-pop-kultur-festival-erneut-zu-boykottieren-bis-es-seine-unterstuetzung-durch-die-israelische-botschaft-fallen-laesst\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">aufzurufen<\/a>, weil die diplomatische Vertretung des Staates Israel in Deutschland zu den F\u00f6rderern geh\u00f6rt, gegen den Auftritt der israelischen Justizministerin in Wien\u00a0<a href=\"https:\/\/www.juedische-stimme.de\/2017\/02\/12\/gegen-rassismus-an-der-uni-wien-protestbrief-gegen-eine-veranstaltung-mit-ayelet-shaked\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">zu protestieren<\/a>\u00a0und den \u00bbBoykott aller pro-israelischen Veranstaltungen der Leipziger Buchmesse\u00ab\u00a0<a href=\"https:\/\/www.juedische-stimme.de\/2015\/03\/06\/aufruf-zum-boykott-aller-pro-israelischen-veranstaltungen-der-leipziger-buchmesse-2015\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">zu bef\u00fcrworten<\/a>.<\/p>\n<p>Vor allem aber \u2013 apropos Boykott \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/www.juedische-stimme.de\/?s=bds\"  rel=\"noopener noreferrer\">unterst\u00fctzt<\/a>\u00a0die\u00a0<em>J\u00fcdische Stimme<\/em>\u00a0explizit die BDS-Bewegung und ihren Mitbegr\u00fcnder\u00a0<a href=\"https:\/\/www.mena-watch.com\/mena-analysen-beitraege\/europaparlament-antisemitische-konferenz-ja-kritik-am-iranischen-regime-nein\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">Omar Barghouti<\/a>, der zwar an der Universit\u00e4t Tel Aviv studiert hat, Israel aber trotzdem \u00bbApartheid\u00ab und \u00bbethnische S\u00e4uberungen\u00ab vorwirft, die Existenz des j\u00fcdischen Staates kategorisch ablehnt, die Juden in Israel f\u00fcr \u00bbInvasoren\u00ab h\u00e4lt und suggeriert, \u00bbZionisten\u00ab h\u00e4tten hinter den Anschl\u00e4gen in den USA am 11. September 2001 gesteckt. Die BDS-Bewegung will einen vollst\u00e4ndigen politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und akademischen Boykott des j\u00fcdischen Staates, sie d\u00e4monisiert Israel als Kolonial- und Apartheidstaat und fordert ein \u00bbRecht auf R\u00fcckkehr\u00ab von \u00fcber f\u00fcnf Millionen Pal\u00e4stinensern auf israelisches Territorium.<\/p>\n<p><strong>Proteste gegen die Preisverleihung<\/strong><\/p>\n<p>Diese haben dort, von wenigen Ausnahmen abgesehen, allerdings nie gelebt, sondern den Fl\u00fcchtlingsstatus lediglich \u00fcber mehrere Generationen hinweg von ihren Vorfahren geerbt, die den j\u00fcdischen Staat im Anschluss an dessen Gr\u00fcndung 1948 und nach dem Angriff der arabischen Staaten verlassen haben oder verlassen mussten. Das Ziel derjenigen, die dieses \u2013 v\u00f6lkerrechtlich\u00a0<a href=\"https:\/\/www.mena-watch.com\/mena-analysen-beitraege\/gibt-es-ein-palaestinensisches-rueckkehrrecht\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">nirgendwo verbriefte<\/a>\u00a0\u2013 \u00bbR\u00fcckkehrrecht\u00ab bef\u00fcrworten, ist es, die Demografie in Israel so zu ver\u00e4ndern, dass die Juden dort zur Minderheit w\u00fcrden. Das hei\u00dft: Sie wollen das Ende des j\u00fcdischen Staates. Doch nicht nur daran zeigt sich, dass es der BDS-Bewegung mitnichten um das Wohl der Pal\u00e4stinenser geht. \u00bbW\u00e4re dies so, m\u00fcsste sich die Kampagne vor allem gegen die islamistische Hamas richten, die die pal\u00e4stinensische Bev\u00f6lkerung im Gazastreifen massiv entrechtet, unterdr\u00fcckt, mit antisemitischer Propaganda indoktriniert und als menschliche Schutzschilde im Krieg gegen Israel missbraucht\u00ab, schrieb Frederik Schindler unl\u00e4ngst in einem lesenswerten\u00a0<a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kommentar-BDS-und-Antisemitismus\/!5563098\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">Beitrag f\u00fcr die\u00a0<em>taz<\/em><\/a>.<\/p>\n<p>Weil die\u00a0<em>J\u00fcdische Stimme<\/em>, eine in der j\u00fcdischen Gemeinschaft randst\u00e4ndige Vereinigung, sich mit der BDS-Bewegung solidarisiert,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.hna.de\/lokales\/goettingen\/goettingen-ort28741\/goettinger-friedenspreis-2019-verschiebung-wahrscheinlich-wegen-antisemitismus-11765851.html\"  rel=\"noopener noreferrer\">mehrten sich die Stimmen<\/a>, die es kritisieren, dass die Gruppierung am 9. M\u00e4rz in der Aula der Universit\u00e4t mit dem\u00a0<em>G\u00f6ttinger Friedenspreis<\/em>\u00a0ausgezeichnet werden soll. Der G\u00f6ttinger Oberb\u00fcrgermeister Rolf-Georg K\u00f6hler etwa, der als Repr\u00e4sentant der Stadt dem dreik\u00f6pfigen Kuratorium der\u00a0<em>Stiftung Dr. Roland R\u00f6hl<\/em>\u00a0angeh\u00f6rt, fordert in einem Brief an die Mitglieder der Stiftung, die Ehrung auszusetzen. Es sei notwendig, \u00bbden Antisemitismusvorwurf, vor allem in Bezug auf die Zusammenarbeit mit der BDS-Bewegung, eindeutig auszur\u00e4umen oder andernfalls von der Preisverleihung abzusehen\u00ab. Die Pr\u00e4sidentin der G\u00f6ttinger Universit\u00e4t, Ulrike Beisiegel, die ebenfalls zum Kuratorium geh\u00f6rt, schloss sich K\u00f6hlers Argumentation \u00bbvollumf\u00e4nglich an\u00ab. Auch die Sparkasse, die zu den F\u00f6rderern des\u00a0<em>Friedenspreises<\/em>\u00a0geh\u00f6rt, will eine Aussetzung. Die Ratsfraktion der G\u00f6ttinger FDP bef\u00fcrwortet eine Absage der Ehrungsveranstaltung und ein Veto gegen die Preisvergabe an die\u00a0<em>J\u00fcdische Stimme<\/em>.<\/p>\n<p>Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat ebenfalls gegen die Auszeichnung\u00a0<a href=\"https:\/\/www.juedische-allgemeine.de\/politik\/zentralrat-der-juden-protestiert-gegen-ehrung\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">protestiert<\/a>. Sein Pr\u00e4sident Josef Schuster schrieb in einem Brief an Oberb\u00fcrgermeister K\u00f6hler, die BDS-Bewegung sei \u00bbunzweifelhaft antisemitisch\u00ab. Er erwarte deshalb von ihm, daf\u00fcr Sorge zu tragen, dass diese Entscheidung revidiert wird, denn \u00bbdie Auszeichnung einer Initiative, die eine gegen Juden gerichtete Boykott\u2010Initiative unterst\u00fctzt, ist nicht nur des\u00a0<em>G\u00f6ttinger Friedenspreises<\/em>\u00a0unw\u00fcrdig, es ist dar\u00fcber hinaus ein Schlag ins Gesicht der gesamten j\u00fcdischen Gemeinschaft in Deutschland und Israel\u00ab.\u00a0<a href=\"http:\/\/www.goettinger-tageblatt.de\/Die-Region\/Goettingen\/Goettinger-Friedenspreis-Eine-Welle-der-Unterstuetzung-fuer-kritisierten-Preistraeger\"  rel=\"noopener noreferrer\">Unterst\u00fctzung erf\u00e4hrt<\/a>\u00a0die\u00a0<em>J\u00fcdische Stimme<\/em>\u00a0dagegen unter anderem von Kay Gabbe, Leiter des\u00a0<em>Arbeitskreises Frieden<\/em>\u00a0in der\u00a0Bonner SPD und fr\u00fcherer Ministerialrat, von Manfred Budzinski, Sprecher der Nahost-Kommission der deutschen Sektion von\u00a0<em>Pax Christi<\/em>, und von Eva Senghaas-Knobloch\u00a0von der\u00a0Universit\u00e4t Bremen.<\/p>\n<p><strong>Salzborn: \u00bbMenschen- und Weltbild des Nationalsozialismus\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Die Jury der\u00a0<em>Stiftung Dr. Roland R\u00f6hl<\/em>, die \u00fcber die Preisvergabe entscheidet, h\u00e4lt derweil an ihrer Entscheidung fest, die\u00a0<em>J\u00fcdische Stimme\u00a0<\/em>mit dem\u00a0<em>Friedenspreis<\/em>\u00a0auszuzeichnen. In ihrer\u00a0<a href=\"http:\/\/www.goettinger-friedenspreis.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/GFP2019-Juryentscheidung.pdf\"  rel=\"noopener noreferrer\">Begr\u00fcndung<\/a>\u00a0f\u00fcr die Ehrung hatte sie geschrieben, die Organisation erhalte den Preis \u00bbf\u00fcr ihr unerm\u00fcdliches Engagement, eine gerechte Friedensl\u00f6sung zwischen zwei souver\u00e4nen Nachbarstaaten, zwischen Israelis und Pal\u00e4stinenserInnen, anstreben und erreichen zu k\u00f6nnen\u00ab. Auf die Kritik\u00a0<a href=\"https:\/\/www.juedische-stimme.de\/2019\/02\/15\/stellungnahme-des-vorsitzender-der-jury-zu-kritik-an-dem-preistraeger-die-juedische-stimme\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">entgegnete<\/a> der Jurysprecher und Journalist Andreas Zumach, der die Auszeichnung vor zehn Jahren erhalten hatte, er halte die \u00bbpauschale Behauptung \u203aBDS ist antisemitisch\u2039 f\u00fcr falsch\u00ab. Daf\u00fcr liege \u00bbbis heute kein belastbarer wissenschaftlicher Beweis vor\u00ab. Richtig sei allerdings, dass es \u00bbunter den vielen tausend Einzelpersonen und Gruppen, die BDS seit dem 2005 ergangenen Aufruf unterst\u00fctzen, auch Antisemiten sind, die in ihrer Bef\u00fcrwortung von BDS auch \u00f6ffentlich antisemitisch argumentieren, antisemitische Symbole und Stereotype benutzen etc.\u00ab<\/p>\n<p>Wie sich Zumach einen solchen wissenschaftlichen Beweis vorstellt, ist nicht \u00fcberliefert. Die Ausf\u00fchrungen des renommierten und profilierten Antisemitismusforschers Samuel Salzborn zum Thema BDS h\u00e4lt er nach eigener Aussage nicht f\u00fcr einen solchen. Dabei hat Salzborn, der als Professor an der Technischen Universit\u00e4t Berlin lehrt und zuvor f\u00fcnf Jahre\u00a0<a href=\"https:\/\/www.mena-watch.com\/mena-analysen-beitraege\/soll-die-universitaet-goettingen-von-einem-islamismuskritischen-professor-gesaeubert-werden\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">lang an der Universit\u00e4t in G\u00f6ttingen t\u00e4tig war<\/a>, die Aktivit\u00e4ten und ideologischen Grundlagen der BDS-Bewegung in verschiedenen Interviews und Ver\u00f6ffentlichungen gr\u00fcndlich analysiert, unter anderem\u00a0<a href=\"http:\/\/www.salzborn.de\/txt\/2013_Kirche-und-Israel.pdf\"  rel=\"noopener noreferrer\">in einem Aufsatz<\/a>, der in der Zeitschrift\u00a0<em>Kirche und Israel<\/em>erschienen ist. Darin weist er \u00fcberzeugend nach, dass es sich bei BDS um \u00bbeine einflussreiche antisemitische Kampagne gegen Israel\u00ab handelt, die nicht zuletzt auf der \u00bbvors\u00e4tzlichen (m\u00f6glicherweise nicht bewussten) L\u00fcge\u00ab basiert, \u00bbder Staat Israel sei \u203agr\u00f6\u00dftenteils auf Land gegr\u00fcndet\u2039 worden, welches \u203azuvor von seinen pal\u00e4stinensischen BesitzerInnen ethnisch ges\u00e4ubert wurde\u2039\u00ab.<\/p>\n<p>Zutreffend sei vielmehr, dass die arabische Seite \u00bbsich schon historisch geweigert hat, die von Israel akzeptierten Kompromissl\u00f6sungen anzuerkennen, wobei \u00fcberdies die Gr\u00fcndung Israels nicht durch \u203aethnische\u2039 S\u00e4uberungen erm\u00f6glicht wurde, sondern dadurch, dass die vormaligen arabischen Grundbesitzer ihre Grundst\u00fccke freiwillig verkauft haben\u00ab. An wesentlichen Punkten der Kampagne k\u00f6nne gezeigt werden, so Salzborn, \u00bbdass sie nicht um Kritik bem\u00fcht ist, sondern ihrer Intention nach antisemitisch\u00ab. Die Forderung nach einem \u00bbR\u00fcckkehrrecht\u00ab f\u00fcr die pal\u00e4stinensischen \u00bbFl\u00fcchtlinge\u00ab etwa ziele in Verbindung mit der Forderung einer Beendigung von \u00bbBesatzung und Kolonisation allen arabischen Landes\u00ab \u2013 zu dem, wie Salzborn schreibt, \u00bbgem\u00e4\u00df der Unterstellung, Israel habe \u203aethnische\u2039 S\u00e4uberungen betrieben, offensichtlich auch weite Teile Israels gez\u00e4hlt werden (wenn nicht sogar ganz Israel)\u00ab \u2013 auf \u00bbdie Delegitimierung (auch durch die Unterstellung von rassistischer Politik), mehr noch aber auf die Vernichtung Israels\u00ab ab.<\/p>\n<p>Hinzu komme eine \u00bbgenerelle NS-Analogie der Kampagne\u00ab, die darin bestehe, \u00bbdass sie die Nazi-Parole \u203aKauft nicht bei Juden\u2039 reaktiviert und auf Israel \u00fcbertr\u00e4gt, wobei zahlreiche BDS-Aktivisten ihre Forderungen in fast identischer optischer Initiierung z.B. in Deutschland vor Gesch\u00e4ften zum Ausdruck bringen, in denen israelische Produkte verkauft werden\u00ab. Die antisemitische Ausrichtung von BDS zeige sich \u00fcberdies darin, so Salzborn weiter, \u00bbdass mit ihr Individuen bek\u00e4mpft werden, um auf diesem Weg den j\u00fcdischen Staat zu treffen\u00ab. Gemeint sind beispielsweise israelische Wissenschaftler, gegen deren Auftritte etwa an britischen Hochschulen die BDS-Aktivisten regelm\u00e4\u00dfig mit dem Ziel protestieren, sie zu verhindern oder zumindest vehement zu st\u00f6ren. \u00bbAlle werden in Kollektivhaftung genommen, ausschlie\u00dflich aufgrund ihrer vermeintlichen oder realen Zugeh\u00f6rigkeit zu einem Kollektiv\u00ab, schreibt Salzborn, \u00bbsie alle werden f\u00fcr etwas abgestraft, was mit ihrer pers\u00f6nlichen Haltung und Person nichts zu tun hat\u00ab. Damit vollstrecke die BDS-Bewegung \u00bbdas Menschen- und Weltbild des Nationalsozialismus, dessen Artikulationsformen sich ausgiebig bedient wird\u00ab.<\/p>\n<p><strong>Hauptf\u00f6rderer ziehen Unterst\u00fctzung zur\u00fcck<\/strong><\/p>\n<p>Das alles sollten Gr\u00fcnde sein, einer Vereinigung, die es mit der BDS-Bewegung h\u00e4lt, keinen Friedenspreis zu verleihen. In der G\u00f6ttinger Jury jedoch gab es keine Diskussion \u00fcber das Thema BDS, wie Andreas Zumach\u00a0<a href=\"https:\/\/www.juedische-stimme.de\/2019\/02\/15\/stellungnahme-des-vorsitzender-der-jury-zu-kritik-an-dem-preistraeger-die-juedische-stimme\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">schreibt<\/a>, und es gebe \u00bbdaher bislang auch keine Position der Jury zu BDS\u00ab. Angesichts der Tatsache, dass er selbst immerhin der Ansicht ist, in der BDS-Bewegung seien \u00bbauch Antisemiten, die in ihrer Bef\u00fcrwortung von BDS auch \u00f6ffentlich antisemitisch argumentieren, antisemitische Symbole und Stereotype benutzen etc.\u00ab, mutet es allerdings erstaunlich an, dass er weiterhin die Ehrung einer Organisation bef\u00fcrwortet, die keinerlei Distanz zu diesen Antisemiten erkennen l\u00e4sst, zu denen der von der\u00a0<em>J\u00fcdische Stimme\u00a0<\/em>unterst\u00fctzte BDS-Mitbegr\u00fcnder Omar Barghouti\u00a0<a href=\"https:\/\/www.mena-watch.com\/was-die-antiisraelische-boykottbewegung-bds-von-dialog-haelt\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">unzweifelhaft z\u00e4hlt<\/a>.\u00a0Im Gegenteil: Die Gruppierung bezieht sich uneingeschr\u00e4nkt positiv auf die BDS-Bewegung.<\/p>\n<p>Die Hauptf\u00f6rderer hingegen haben nun die Konsequenzen gezogen und wollen mit der Vergabe des\u00a0<em>G\u00f6ttingen Friedenspreises<\/em>\u00a0an die\u00a0<em>J\u00fcdische Stimme f\u00fcr gerechten Frieden in Nahost<\/em>\u00a0<a href=\"http:\/\/www.goettinger-tageblatt.de\/Die-Region\/Goettingen\/Universitaet-zieht-Unterstuetzung-der-Verleihung-des-Goettinger-Friedenspreises-zurueck\"  rel=\"noopener noreferrer\">nichts mehr zu tun haben<\/a>: Universit\u00e4tspr\u00e4sidentin Beisiegel erkl\u00e4rte, ihre Hochschule werde in diesem Jahr die\u00a0Preisverleihung\u00a0nicht unterst\u00fctzen, und die\u00a0Verleihungsfeier k\u00f6nne auch nicht in R\u00e4umen der Universit\u00e4t stattfinden. Oberb\u00fcrgermeister K\u00f6hler sagte, die Stadt G\u00f6ttingen sehe sich angesichts der N\u00e4he der Preistr\u00e4gerin zur BDS-Bewegung \u00bbnicht in der Lage, die\u00a0Preisverleihung\u00a0durch die pers\u00f6nliche Anwesenheit des Oberb\u00fcrgermeisters oder durch einen Empfang in den R\u00e4umlichkeiten der Stadt zu unterst\u00fctzen\u00ab. Auch die Sparkasse entschied, \u00bbdie\u00a0Preisverleihung\u00a02019 nicht weiter zu unterst\u00fctzen\u00ab. Laut Andreas Zumach\u00a0<a href=\"https:\/\/www.juedische-stimme.de\/2019\/02\/20\/andreas-zumach-preisverleihung-findet-dennoch-statt-spenden-erforderlich\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">bedeutet das<\/a>, dass die 2.000 Euro, die sonst von der Sparkasse zur Deckung der Kosten der Verleihfeier beigesteuert werden, diesmal entfallen. Der Jurysprecher ruft deshalb zu Spenden auf und k\u00fcndigt an, dass die Ehrung in jedem Fall stattfinden wird. Einen Ort sucht er noch.<\/p>\n<p>Nachdem unter anderem der Deutsche Bundestag, der nordrhein-westf\u00e4lische Landtag, die CDU, die Berliner SPD, die Gr\u00fcne Jugend sowie die St\u00e4dte Frankfurt, M\u00fcnchen und Berlin jeweils den Beschluss getroffen haben, die BDS-Bewegung als antisemitisch einzustufen und jeglicher Kooperation mit ihr und ihr nahestehenden Organisationen eine Absage zu erteilen, haben sich nun auch ma\u00dfgebliche Kr\u00e4fte in der Universit\u00e4tsstadt G\u00f6ttingen entsprechend positioniert. Dass Zumach sch\u00e4umt, sie h\u00e4tten \u00bbdem Druck von Falschbehauptungen, Verleumdungen und Rufmord\u00a0gegen den diesj\u00e4hrigen Preistr\u00e4ger\u00ab nachgegeben, darf in diesem Zusammenhang als Best\u00e4tigung des Schritts von Beisiegel, K\u00f6hler und der Sparkasse angesehen werden. Die\u00a0<em>J\u00fcdische Stimme<\/em> fungiert als eine der Kronzeugen der Anklage gegen Israel, genau daf\u00fcr wird sie ausgezeichnet. Dass das nicht noch mit offiziellen Weihen geschieht, ist gut und richtig.<\/p>\n<p><span style=\"font-size:85%;\">Zuerst ver\u00f6ffentlicht auf <em><a href=\"https:\/\/www.mena-watch.com\/mena-analysen-beitraege\/goettinger-friedenspreis-fuer-antizionisten-foerderer-entziehen-unterstuetzung\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">MENA-Watch<\/a><\/em>.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.addtoany.com\/share_save?linkurl=http%3A%2F%2Flizaswelt.net%2F2019%2F02%2F23%2Ffriedenspreis-fuer-antizionisten%2F&amp;linkname=%C2%BBFriedenspreis%C2%AB%20f%C3%BCr%20Antizionisten\"  rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Diesen Beitrag mit anderen teilen\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/static.addtoany.com\/buttons\/share_save_256_24.png\" alt=\"\" width=\"256\" height=\"24\" \/><\/a> <a href=\"mailto:lizaswelt@gmail.com?subject=Feedback%20zu:%20%C2%BBFriedenspreis%C2%AB%20f%C3%BCr%20Antizionisten\"  rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1197\" data-permalink=\"https:\/\/lizaswelt.net\/2010\/07\/16\/projektionsflaeche-palaestinenser\/feedback\/\" data-orig-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2010\/07\/feedback.jpg\" data-orig-size=\"151,24\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}\" data-image-title=\"Feedback\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2010\/07\/feedback.jpg?w=151\" data-large-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2010\/07\/feedback.jpg?w=151\" class=\"size-full wp-image-1197 alignright\" title=\"Feedback zu diesem Beitrag an Lizas Welt senden\" src=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2010\/07\/feedback1.jpg?w=610\" alt=\"\"   \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verleihung des&nbsp;G&ouml;ttinger Friedenspreises&nbsp;an die antizionistische Vereinigung&nbsp;J&uuml;dische Stimme f&uuml;r gerechten Frieden in Nahost&nbsp;sorgt daf&uuml;r, dass die Hauptf&ouml;rderer ihre Unterst&uuml;tzung zur&uuml;ckziehen. Sie forderten, dass die Ehrung zumindest ausgesetzt wird, doch die Jury hielt an ihrer Entscheidung fest. Nun muss die Auszeichnung in einem deutlich bescheideneren Rahmen stattfinden. 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