{"id":46129,"date":"2019-02-16T12:00:49","date_gmt":"2019-02-16T11:00:49","guid":{"rendered":"http:\/\/lizaswelt.net\/?p=25460"},"modified":"2019-02-16T12:00:49","modified_gmt":"2019-02-16T11:00:49","slug":"tourismus-als-beihilfe-zu-kriegsverbrechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2019\/02\/tourismus-als-beihilfe-zu-kriegsverbrechen\/","title":{"rendered":"Tourismus als Beihilfe zu Kriegsverbrechen?"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" data-attachment-id=\"25461\" data-permalink=\"https:\/\/lizaswelt.net\/2019\/02\/16\/tourismus-als-beihilfe-zu-kriegsverbrechen\/kotel\/\" data-orig-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2019\/02\/kotel.jpg?w=610\" data-orig-size=\"560,315\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.4&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;LG-D855&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1497449419&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;3.97&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;50&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.0003700962250185&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Laut \u00bbAmnesty International\u00ab ist es Beihilfe zu einem Kriegsverbrechen, sie zu besuchen: die Kotel in (Ost-)Jerusalem (\u00a9 Alex Feuerherdt)\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2019\/02\/kotel.jpg?w=610?w=300\" data-large-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2019\/02\/kotel.jpg?w=610?w=500\" class=\"alignnone wp-image-25461 size-full\" title=\"Laut \u00bbAmnesty International\u00ab ist es Beihilfe zu einem Kriegsverbrechen, sie zu besuchen: die Kotel in (Ost-)Jerusalem (\u00a9 Alex Feuerherdt)\" src=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2019\/02\/kotel.jpg?w=610\" alt=\"Laut \u00bbAmnesty International\u00ab ist es Beihilfe zu einem Kriegsverbrechen, sie zu besuchen: die Kotel in (Ost-)Jerusalem (\u00a9 Alex Feuerherdt)\" srcset=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2019\/02\/kotel.jpg 560w, https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2019\/02\/kotel.jpg?w=150 150w, https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2019\/02\/kotel.jpg?w=300 300w, https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2019\/02\/kotel.jpg?w=500 500w\" sizes=\"(max-width: 560px) 100vw, 560px\"   \/><\/p>\n<p><strong>In einer neuen Brosch\u00fcre greift <em>Amnesty International <\/em>(AI) vier gro\u00dfe Online-Buchungsplattformen daf\u00fcr an, den Tourismus in Ostjerusalem und israelischen Siedlungen im Westjordanland zu beg\u00fcnstigen. Die Organisation wirft ihnen nicht weniger als Beihilfe zu Kriegsverbrechen vor. Damit nicht genug: Faktisch stellt sie historische j\u00fcdische Verbindungen in Abrede, au\u00dferdem misst sie mit zweierlei Ma\u00df.<\/strong><\/p>\n<p>Die Organisation <em>NGO Monitor<\/em> hat es schon fr\u00fchzeitig gewusst. \u00bb<em>Amnesty International<\/em> wird Anfang des Jahres 2019 eine Reihe von intensiven Kampagnen durchf\u00fchren, in denen Israel ausgesondert wird\u00ab, schrieb der israelische Watchdog zu Beginn des Jahres <a href=\"https:\/\/www.ngo-monitor.org\/amnesty-international-singling-out-jews-in-2019\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">auf seiner Website<\/a>. Dabei werde AI \u00bbhistorische j\u00fcdische Verbindungen mit Jerusalem und anderen Orten delegitimieren und diskriminierende Boykotte gegen Israel f\u00f6rdern\u00ab. Konkret werde die Menschenrechtsorganisation gezielt Unternehmen an den Pranger stellen, die in israelischen Siedlungen im Westjordanland sowie in Ostjerusalem gesch\u00e4ftlich t\u00e4tig sind, und den touristischen Besuch von dortigen historischen j\u00fcdischen St\u00e4tten als Versto\u00df gegen die Menschenrechte kriminalisieren. <em>NGO Monitor <\/em>sollte Recht behalten: Vor wenigen Tagen erschien <a href=\"https:\/\/www.amnesty.org\/download\/Documents\/MDE1594902019ENGLISH.PDF\"  rel=\"noopener noreferrer\">die AI-Publikation<\/a> \u00bbDestination: Occupation. Digital tourism and Israel\u2019s illegal settlements in the Occupied Palestinian Territories\u00ab (\u00abReiseziel: Besatzung. Digitaler Tourismus und Israels illegale Siedlungen in den besetzten pal\u00e4stinensischen Gebieten\u00ab).<\/p>\n<p>In der 96-seitigen Brosch\u00fcre wirft AI den Online-Buchungsb\u00f6rsen <em>Booking.com<\/em>, <em>Expedia<\/em>, <em>TripAdvisor<\/em> und <a href=\"https:\/\/www.audiatur-online.ch\/2018\/11\/22\/die-ngos-und-geldgeber-hinter-der-bds-politik-von-airbnb\/\"  rel=\"noopener noreferrer\"><em>Airbnb<\/em><\/a> vor, durch unrechtm\u00e4\u00dfige Angebote in Ostjerusalem sowie in israelischen Siedlungen im Westjordanland die Rechte der Pal\u00e4stinenser zu verletzen. In f\u00fcnf \u00bbFallstudien\u00ab betrachtet <em>Amnesty<\/em> die gesch\u00e4ftlichen Aktivit\u00e4ten der genannten Unternehmen in diesen Orten, beispielsweise in Hebron, im Beduinendorf Khan al-Ahmar und in Silwan, einem arabischen Stadtteil von Jerusalem. Das niederl\u00e4ndische Portal <em>Booking.com<\/em> habe dort 45 Hotels und Ferienwohnungen im Angebot, die amerikanische Reisefirma <em>Expedia <\/em>f\u00fchre neun Anbieter von Unterk\u00fcnften auf, das US-Unternehmen <em>TripAdvisor<\/em> werbe f\u00fcr \u00fcber 70 Hotels, Wohnungen, gastronomische Betriebe sowie touristische Ausflugsziele, und beim Appartementvermittler <em>Airbnb<\/em>st\u00fcnden etwa 200 Unterk\u00fcnfte zur Auswahl.<\/p>\n<p>\u00bbOnline-Buchungsb\u00f6rsen f\u00f6rdern Tourismus in illegalen israelischen Siedlungen und tragen damit zu ihrer Existenz und ihrem Ausbau bei\u00ab, hei\u00dft es bei <em>Amnesty International<\/em>. Die Besiedlung pal\u00e4stinensischer Gebiete sei ein \u00bbKriegsverbrechen\u00ab. \u00bbTrotzdem sind diese vier Firmen weiter in den Siedlungen aktiv und profitieren von dieser illegalen Situation.\u00ab Die Unternehmen <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/reise\/aktuell\/amnesty-international-kritisiert-airbnb-booking-com-expedia-und-tripadvsor-a-1250682.html\"  rel=\"noopener noreferrer\">reagierten unterschiedlich<\/a> auf die Vorhaltungen. <em>Airbnb <\/em>\u00e4u\u00dferte sich bislang nicht, bei <em>Expedia<\/em> will man die Kritik pr\u00fcfen. <em>TripAdvisor<\/em> teilte mit, man verstehe, \u00bbdass dieses Thema eine sensible Angelegenheit mit kulturellen und politischen Implikationen ist\u00ab. Eintr\u00e4ge von Anbietern stelle man potenziellen G\u00e4sten auf einer Plattform zur Verf\u00fcgung, wo \u00bbjeder seine eigenen Erfahrungen mit anderen Reisenden teilen darf\u00ab. <em>Booking.com<\/em> bezeichnete es als seine Philosophie, \u00bbMenschen dazu zu bef\u00e4higen, die ganze Welt zu erleben\u00ab. Die Art und Weise, wie man Informationen anzeige, stehe \u00bbin \u00dcbereinstimmung mit den lokalen Gesetzen vor Ort\u00ab.<\/p>\n<p><strong>Der Besuch j\u00fcdischer St\u00e4tten als Beihilfe zum Kriegsverbrechen?<\/strong><\/p>\n<p><em>NGO Monitor<\/em> bezeichnet die Ver\u00f6ffentlichung von AI <a href=\"https:\/\/www.ngo-monitor.org\/reports\/amnesty-internationals-forthcoming-antisemitic-campaign-background-and-information\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">in einer Stellungnahme<\/a> als \u00bbantisemitische Kampagne\u00ab, die \u00bbzu gro\u00dfen Teilen auf tendenzi\u00f6sen Behauptungen lokaler NGOs\u00ab basiere. <em>Amnesty <\/em>leiste damit Unterst\u00fctzung f\u00fcr die antiisraelische BDS-Bewegung, die zu einem Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen gegen den j\u00fcdischen Staat aufruft. Kein anderes Land in einem Konfliktgebiet sei \u00e4hnlichen Boykottaktivit\u00e4ten dieser Organisation ausgesetzt, zudem gebe es <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ngomonitor\/status\/1090331818623148033\"  rel=\"noopener noreferrer\">keinerlei Kritik<\/a> von AI an den gesch\u00e4ftlichen T\u00e4tigkeiten von <em>Airbnb<\/em>, <em>Expedia<\/em>, <em>Booking.com<\/em> und <em>TripAdvisor<\/em> in L\u00e4ndern wie etwa China oder Syrien. Dar\u00fcber hinaus reihe sich die <em>Amnesty<\/em>-Kampagne in andere Aktivit\u00e4ten von AI in der Vergangenheit ein, mit denen Israel d\u00e4monisiert und ausgesondert und Antisemitismus verharmlost oder sogar verbreitet worden sei. <em>NGO Monitor<\/em>erw\u00e4hnt in diesem Zusammenhang beispielsweise die Beteiligung von <em>Amnesty<\/em> an der gro\u00dfen israelfeindlichen <a href=\"https:\/\/www.ngo-monitor.org\/in-the-media\/_the_durban_strategy_\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">NGO-Konferenz in Durban<\/a> im Jahr 2001 und diverse antizionistische Veranstaltungen von AI in Gro\u00dfbritannien.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich wird mit \u00bbDestination: Occupation\u00ab die BDS-Bewegung unterst\u00fctzt, auch wenn <em>Amnesty<\/em> betont, sich weder auf ihre Seite noch gegen sie zu stellen. Doch die Menschenrechtsorganisation hakt sich \u00bbgerade fest ein und marschiert Seite an Seite mit BDS\u00ab, wie der Publizist Georg Hafner <a href=\"https:\/\/www.juedische-allgemeine.de\/politik\/amnesty-auf-abwegen\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">k\u00fcrzlich schrieb<\/a>. \u00bbStatt sich der anschwellenden Judenfeindlichkeit mit einer eigenen Kampagne entgegenzustemmen, f\u00fcttert man sie.\u00ab Denn es ist eine D\u00e4monisierung Israels, wenn organisierte touristische Aktivit\u00e4ten in israelischen Ortschaften im Westjordanland oder gar in Ostjerusalem mindestens als Unterst\u00fctzung von Kriegsverbrechen dargestellt werden. Besonders deutlich wird das, wenn es in der Ver\u00f6ffentlichung hei\u00dft, die drei Orte, die von ausl\u00e4ndischen Israelreisenden im Jahr 2017 am h\u00e4ufigsten besucht worden seien \u2013 n\u00e4mlich die Klagemauer, das j\u00fcdische Viertel und die Grabeskirche \u2013, l\u00e4gen alle in der Altstadt von Jerusalem und damit im mehrheitlich arabisch bewohnten Ostteil der Stadt.<\/p>\n<p>Zwei dieser Orte sind j\u00fcdisch, einer ist christlich. Soll es ernsthaft eine Beihilfe zu Kriegsverbrechen sein, sie zu besuchen? Nach Ansicht von <em>Amnesty <\/em>schon. Dass Jordanien Ostjerusalem nach der israelischen Staatsgr\u00fcndung bis zum Sechstagekrieg 1967 besetzt und annektiert hatte, dass es das j\u00fcdische Viertel zerst\u00f6rte und keine Juden zur Klagemauer gehen lie\u00df, l\u00e4sst die Organisation unerw\u00e4hnt. Sollen Juden nicht zu ihren heiligsten St\u00e4tten gelangen k\u00f6nnen \u2013 nicht nur in Jerusalem, sondern beispielsweise auch in Hebron oder Bethlehem \u2013, weil sie auf umstrittenem Gebiet liegen? Die pal\u00e4stinensischen Beh\u00f6rden w\u00fcrden es ihnen jedenfalls nicht gestatten. \u00bbSiedlergruppen, die von der israelischen Regierung unterst\u00fctzt werden, betonen die historischen Verbindungen des j\u00fcdischen Volkes zur Region\u00ab, kritisiert AI ferner \u2013 als ob das keine historische Tatsache w\u00e4re, sondern eine Propagandal\u00fcge.<\/p>\n<p><strong>Die Sichtweise von <em>Amnesty<\/em> ist keineswegs unumstritten<\/strong><\/p>\n<p>Bisweilen wirken die Vorw\u00fcrfe von <em>Amnesty <\/em>nachgerade skurril, etwa, wenn es hei\u00dft: \u00bbIn Souvenirl\u00e4den und Besucherzentren an touristischen Orten in den besetzten pal\u00e4stinensischen Gebieten werden Produkte verkauft, die von israelischen Siedlern angebaut und hergestellt werden, wie Wein, Oliven\u00f6l, Kunsthandwerk und Kosmetik. Touristen, die diese Attraktionen besuchen und Geld in den Restaurants und anderen Orten ausgeben, tragen direkt zum Erhalt und Wachstum der Siedlungen bei, da die Unternehmen im Besitz von Siedlern sind oder von ihnen verwaltet werden.\u00ab Der Blogger <em>Elder of Ziyon <\/em>kommentierte das so sarkastisch wie treffend <a href=\"http:\/\/elderofziyon.blogspot.com\/2019\/01\/absurd-amnesty-doesnt-just-hate-israel.html\"  rel=\"noopener noreferrer\">mit den Worten<\/a>: \u00bbTouristen, die heilige j\u00fcdische Orte besuchen, m\u00fcssen <em>laut<\/em> Amnesty also vermeiden, eine Cola aus einem j\u00fcdischen Gesch\u00e4ft zu kaufen, und stattdessen versuchen, einen arabischen Laden zu finden. Sicher, die Touristen \u2013 besonders die j\u00fcdischen \u2013 k\u00f6nnten erstochen werden, wenn sie in diesen Laden gehen. Aber zumindest werden sie keine Cola trinken, die mit j\u00fcdischem Ungeziefer verunreinigt ist.\u00ab<\/p>\n<p>Einen gro\u00dfen Teil der Brosch\u00fcre verwendet <em>Amnesty International <\/em>darauf, seine v\u00f6lkerrechtliche Sicht auf die israelischen Siedlungen im Westjordanland und auf Ostjerusalem darzulegen. Dabei ist diese Sichtweise <a href=\"https:\/\/www.mena-watch.com\/mena-analysen-beitraege\/warum-die-siedlungen-nicht-das-problem-sind\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">keineswegs so unstrittig<\/a>, wie AI behauptet. Die israelische Regierung etwa spricht von \u00bbumstrittenen Gebieten\u00ab, nicht von \u00bbbesetzten\u00ab, und kann darauf verweisen, dass das Westjordanland nie zu einem Staat Pal\u00e4stina geh\u00f6rte \u2013 weil es einen solchen in der Geschichte nie gab \u2013, sondern vor 1967 von Jordanien annektiert war, davor zum britischen Mandatsgebiet geh\u00f6rte und wiederum davor zum Osmanischen Reich. Pal\u00e4stinenser im heutigen Wortsinn existieren erst, seit die PLO in ihrer zweiten Charta die im vormaligen Mandatsgebiet lebenden Araber so bezeichnet hat. Auch die Vierte Genfer Konvention ist als Bezugsrahmen f\u00fcr die vermeintliche Widerrechtlichkeit der israelischen Siedlungen nicht unumstritten.<\/p>\n<p>Dort hei\u00dft es in Artikel 49 \u2013 auf den sich <em>Amnesty <\/em>beruft \u2013, die \u00bbBesatzungsmacht\u00ab d\u00fcrfe nicht \u00bbTeile ihrer eigenen Zivilbev\u00f6lkerung in das von ihr besetzte Gebiet deportieren oder umsiedeln\u00ab. Das hat die israelische Regierung freilich noch nie getan \u2013 die Bev\u00f6lkerung lebt dort vielmehr aus eigenem Antrieb. Seit 1948 hat jedenfalls weder das Westjordanland noch der Gazastreifen rechtm\u00e4\u00dfig einem Souver\u00e4n geh\u00f6rt. Somit kann man in Zweifel ziehen, dass die Genfer Konvention hier hinsichtlich der Fragen nach Besatzung und Umsiedlung \u00fcberhaupt greift. Das V\u00f6lkerrecht ist kein Naturgesetz, sondern etwas, das der Auslegung bedarf und damit auch zu unterschiedlichen Standpunkten f\u00fchrt. F\u00fcr die Siedlungspolitik gilt das folgerichtig genauso. Daran \u00e4ndert auch die Tatsache nichts, dass die Vereinten Nationen im Wesentlichen die diesbez\u00fcgliche Position von AI teilen, zumal sie ihre groteske Einseitigkeit in puncto j\u00fcdischer Staat seit Jahrzehnten immer wieder <a href=\"https:\/\/www.hentrichhentrich.de\/buch-vereinte-nationen-gegen-israel.html\"  rel=\"noopener noreferrer\">unter Beweis stellen<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Zweierlei Ma\u00df und doppelte Standards<\/strong><\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist auch, dass <em>Amnesty<\/em> mit zweierlei Ma\u00df misst. So hei\u00dft es in \u00bbDestination: Occupation\u00ab beispielsweise mit Blick auf die im Westjordanland lebenden Beduinen, diese identifizierten sich selbst \u00bbals indigenes Volk\u00ab und gen\u00f6ssen \u00bbsomit gewisse Sonderrechte auf das von ihnen besetzte Land und die nat\u00fcrlichen Ressourcen, die sie zur Erhaltung ihrer traditionellen Lebensgrundlagen und ihrer Lebensweise nutzen\u00ab. F\u00fcr die Juden l\u00e4sst AI dieses Argument dagegen nicht gelten. Im Gegenteil kritisiert die Organisation es mehrfach scharf, dass etwa im Rahmen touristischer F\u00fchrungen der j\u00fcdische Bezug zu den betreffenden Orten und St\u00e4tten betont wird. Dann zitiert <em>Amnesty <\/em>schon mal einen pal\u00e4stinensischen Bewohner, der die Ansicht vertritt, Touristenf\u00fchrer unterz\u00f6gen ihnen zugeteilte Gruppen einer \u00bbGehirnw\u00e4sche\u00ab. Fast k\u00f6nnte man den Eindruck gewinnen, dass AI der Auffassung ist, Juden h\u00e4tten im Westjordanland nicht nur prinzipiell nichts zu suchen, sondern auch keine f\u00fcr sie wichtigen Orte und keine historischen Bez\u00fcge.<\/p>\n<p>Kein ernst zu nehmender Mensch wird behaupten, dass es in den umstrittenen Gebieten zu keinerlei Ungerechtigkeiten seitens des israelischen Staates kommt und dass sich die israelischen Bewohner stets nachbarschaftlich korrekt und freundlich verhalten. Doch f\u00fcr die j\u00fcngste Ver\u00f6ffentlichung von <em>Amnesty International <\/em>gilt, was der Politikwissenschaftler Florian Markl unl\u00e4ngst bereits f\u00fcr ein antiisraelisches Video dieser Organisation <a href=\"https:\/\/www.mena-watch.com\/mena-analysen-beitraege\/amnesty-international-spenden-sammeln-mit-israel-diffamierung\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">festgehalten hat<\/a>: Sie ist \u00bbein weiteres Glied in einer langen Kette von Belegen f\u00fcr die Einseitigkeit und Voreingenommenheit, mit der ansonsten renommierte Menschenrechtsorganisationen Israel begegnen\u00ab. Im Dienste der Diffamierung und Delegitimierung des j\u00fcdischen Staates <a href=\"https:\/\/www.jurist.org\/commentary\/2009\/01\/amnesty-internationals-criticism-of\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">verb\u00f6gen sie internationales Recht<\/a>, so Markl, beurteilten Israel nach v\u00f6llig <a href=\"https:\/\/www.jurist.org\/commentary\/2016\/11\/anne-herzberg-legal-double-standards\/\">anderen Ma\u00dfst\u00e4ben<\/a> als andere Staaten und verletzten oftmals ihre eigenen Grunds\u00e4tze \u2013 \u00bbwie <em>Amnesty International<\/em>, das gegen sein Credo der Unparteilichkeit verst\u00f6\u00dft, indem es immer wieder <a href=\"https:\/\/www.ngo-monitor.org\/ngos\/amnesty_international\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">Mitarbeiter<\/a> aus den Reihen dezidiert israelfeindlicher Organisationen rekrutiert\u00ab.<\/p>\n<p>Es ist jedenfalls absurd und infam, Unternehmen wie <em>Airbnb<\/em> oder <em>Booking.com <\/em>der Beihilfe zu einem Kriegsverbrechen zu bezichtigen, weil sie den Tourismus in israelischen Ortschaften im Westjordanland und in Ostjerusalem erleichtern. Es ist ein Beispiel f\u00fcr doppelte Standards, wenn sich die Kritik nur auf gesch\u00e4ftliche Aktivit\u00e4ten in diesen Gebieten bezieht. Und es ist Antisemitismus, wenn historische und gegenw\u00e4rtige Bez\u00fcge und Verbindungen der Juden zu diesen Orten faktisch bestritten werden und Juden nicht das Recht haben sollen, sie zu bereisen.<\/p>\n<p><span style=\"font-size:85%;\">Zuerst ver\u00f6ffentlicht auf <em><a href=\"https:\/\/www.audiatur-online.ch\/2019\/02\/14\/amnesty-international-tourismus-als-beihilfe-zu-kriegsverbrechen\/\"  rel=\"noopener noreferrer\">Audiatur Online<\/a>.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size:85%;\"><em>Zum Foto:<\/em> Laut <em>Amnesty International<\/em> ist es Beihilfe zu einem Kriegsverbrechen, sie zu besuchen: die Kotel in (Ost-)Jerusalem (\u00a9 Alex Feuerherdt).<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.addtoany.com\/share_save?linkurl=http%3A%2F%2Flizaswelt.net%2F2019%2F02%2F16%2Ftourismus-als-beihilfe-zu-kriegsverbrechen%2F&amp;linkname=Tourismus%20als%20Beihilfe%20zu%20Kriegsverbrechen?\"  rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Diesen Beitrag mit anderen teilen\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/static.addtoany.com\/buttons\/share_save_256_24.png\" alt=\"\" width=\"256\" height=\"24\" \/><\/a> <a href=\"mailto:lizaswelt@gmail.com?subject=Feedback%20zu:%20Tourismus%20als%20Beihilfe%20zu%20Kriegsverbrechen?\"  rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1197\" data-permalink=\"https:\/\/lizaswelt.net\/2010\/07\/16\/projektionsflaeche-palaestinenser\/feedback\/\" data-orig-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2010\/07\/feedback.jpg\" data-orig-size=\"151,24\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}\" data-image-title=\"Feedback\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2010\/07\/feedback.jpg?w=151\" data-large-file=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2010\/07\/feedback.jpg?w=151\" class=\"size-full wp-image-1197 alignright\" title=\"Feedback zu diesem Beitrag an Lizas Welt senden\" src=\"https:\/\/lizaswelt2010.files.wordpress.com\/2010\/07\/feedback1.jpg?w=610\" alt=\"\"   \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer neuen Brosch&uuml;re greift Amnesty International (AI) vier gro&szlig;e Online-Buchungsplattformen daf&uuml;r an, den Tourismus in Ostjerusalem und israelischen Siedlungen im Westjordanland zu beg&uuml;nstigen. Die Organisation wirft ihnen nicht weniger als Beihilfe zu Kriegsverbrechen vor. Damit nicht genug: Faktisch stellt sie historische j&uuml;dische Verbindungen in Abrede, au&szlig;erdem misst sie mit zweierlei Ma&szlig;. Die Organisation NGO [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":922,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2409,2297,2168,2186,2410,2411,2172,1819,2412],"class_list":["post-46129","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-syndicated","tag-airbnb","tag-amnesty-international","tag-antisemitismus","tag-bds-kampagne","tag-booking-com","tag-expedia","tag-israel","tag-politik","tag-tripadvisor"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46129","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/users\/922"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=46129"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46129\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":66066,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46129\/revisions\/66066"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=46129"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=46129"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=46129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}