{"id":61678,"date":"2022-11-07T09:55:34","date_gmt":"2022-11-07T08:55:34","guid":{"rendered":"https:\/\/agqueerstudies.de\/?p=5385"},"modified":"2022-11-07T09:55:34","modified_gmt":"2022-11-07T08:55:34","slug":"programm-jenseits-der-geschlechtergrenzen-im-ws-22-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2022\/11\/programm-jenseits-der-geschlechtergrenzen-im-ws-22-23\/","title":{"rendered":"Programm \u201eJenseits der Geschlechtergrenzen\u201c im WS 22\/23"},"content":{"rendered":"<p>immer mittwochs 19:15 Uhr bis 20:45 Uhr, online oder in Pr\u00e4senz. <\/p>\n<p>Anmeldung per Mail unter: <a href=\"mailto:anmeldungjdg@riseup.net\">anmeldungjdg@riseup.net<\/a><\/p>\n<p>Ort der Pr\u00e4senzveranstaltungen: Caf\u00e9 Knallhart, Von-Melle-Park 9, Universit\u00e4t Hamburg<\/p>\n<p><em>Mi, 2.11. Karima Schulze (Pr\u00e4senz)<\/em><\/p>\n<p><strong>Klassismus im Wissenschaftsbetrieb \u2013 und wie wir ihm solidarische Praktiken entgegensetzen k\u00f6nnen<\/strong><\/p>\n<p>In Deutschland sind wir mit einem der klassistischsten Wissenschaftsbetriebe unter den sogenannten Industriestaaten konfrontiert. Insbesondere, wenn es zu Intersektionalit\u00e4ten kommt, wird es im Wissenschaftsbetrieb f\u00fcr Betroffene oftmals gef\u00e4hrlich; ob Student*in oder Wissenschaftler*in.<br \/>Worin bestehen diese Klassismen genauer? Warum ist gerade der Wissenschaftsbetrieb in Deutschland so klassistisch? Welche Funktion haben Klassismen, wer oder was profitiert davon? Wie k\u00f6nnen wir Klassismen gemeinsam solidarische Praktiken entgegensetzen? Diesen Fragen wollen wir durch einen Vortrag, in den auch praktische Erfahrungen der Betroffenen Referentin miteinflie\u00dfen und durch eine offene, gemeinsame Diskussion auf den Grund gehen.<\/p>\n<p><em>Mi, 23.11. Prof. Dr. Heinz-J\u00fcrgen Vo\u00df (Online)<\/em><\/p>\n<p><strong>Biologie und Geschlecht: Nach den aufgeregten Debatten an der HU Berlin. Vortrag mit Prof. Dr. Heinz-J\u00fcrgen Vo\u00df, Hochschule Merseburg<\/strong><\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen sprechen \u2013 auch \u00fcber biologisches Geschlecht (sex). Das wird mit den aktuellen Debatten um die Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin deutlich. Denn: In der Biologie ist schon l\u00e4nger klar, dass es nicht nur zwei Auspr\u00e4gungsformen des Genitaltrakts gibt, sondern dass sich Genitalien individuell unterschiedlich entwickeln. Doch popul\u00e4r kommt diese Sicht erst verz\u00f6gert an. Heinz-J\u00fcrgen Vo\u00df f\u00fchrt hierf\u00fcr Gr\u00fcnde an, erl\u00e4utert biologische Geschlechtsentwicklung und zeigt die p\u00e4dagogischen Zug\u00e4nge, die die biologischen Vorg\u00e4nge korrekt darstellen und nach und nach in der Schule ankommen.<\/p>\n<p><em>Mi, 7.12. Dr. Carolin Wiedemann (Pr\u00e4senz)<\/em><\/p>\n<p><strong>Von der Beharrlichkeit des Patriarchats<\/strong><\/p>\n<p>Carolin Wiedemann zeigt, wie grundlegend der Glauben an eine vermeintlich nat\u00fcrliche Geschlechterordnung f\u00fcr die b\u00fcrgerliche, kapitalistische Gesellschaft ist und dass rechte, liberale und sogar manch linke Antifeminist*innen umso mehr auf dieser alten Ordnung beharren, je st\u00e4rker sie herausgefordert wird. Und das wird sie: durch kollektive queerfeministische Praxis, auf der Stra\u00dfe und im Alltag.<\/p>\n<p><em>Mi, 14.12. Carla Ostermayer (Pr\u00e4senz)<\/em><\/p>\n<p><strong>Eine kurze Einf\u00fchrung in die Ideologie des Antifeminismus<\/strong><\/p>\n<p>Der Vortrag analysiert den Anstieg des Antifeminismus in Deutschland. Antifeminismus ist Bestandteil der Ideologien radikal rechter Attent\u00e4ter. Er beschr\u00e4nkt sich jedoch nicht auf dieses Extrem, schlie\u00dflich ziehen sich antifeministische Debatten \u00fcber Geschlecht und Sexualit\u00e4t sowie die damit verbundene Idee eines vermeintlich hegemonialen Feminismus von radikal Rechten bis in die sogenannte Mitte der Gesellschaft \u2013 Antifeminismus kann als Scharnier zwischen diesen Gesellschaftsgruppen fungieren. Im Vortrag werden zun\u00e4chst die ideologischen Grundannahmen des Antifeminismus pr\u00e4sentiert. Anschlie\u00dfend wird aus gesellschaftstheoretischer Perspektive analysiert, weshalb es aktuell in Deutschland zu einem Anstieg von Antifeminismus kommt. Dabei wird argumentiert, dass Antifeminismus durch das Propagieren einer \u201anat\u00fcrlichen Ordnung\u2018, die Stabilit\u00e4t und Sicherheit verspricht, auf aktuelle Krisen reagiert.<\/p>\n<p><em>Mi, 21.12. Dr. Mustafa Alg\u00fcl (Online)<\/em><\/p>\n<p><strong>The Evolution of Queer Television and an Audience Reseach Through Netflix&#8217;s TV Series<\/strong><\/p>\n<p>Although queer representations in Western television fiction have shown certain developments until today, they have been presented in a problematic framework for many years. Following the change in representational forms in the 1990s, media researchers began to diversify their approaches to explore more comprehensive and visible representations of queer. Queer theory, which is an approach against hegemonic norms and biological essentialism and questions the idea of fixed identity, offered a new and efficient perspective to examine these representations. Thus, queer television studies, which examine queer appearance on television from a broad perspective, gained momentum. The fact that the television industry, institutions and audience practices are in a transformation process in today, directly affects the portrayal of queer narratives and characters on screen. In particular, the production of innovative television content by online streaming services on gender\/sexuality-based topics expands the fields of expression and possibilities for queer. The fact that Netflix, with the largest users, is the streaming organization that provides the most space for queer visibility in television content, makes it important to examine the meanings of the contents for the audience. This lecture will primarily encompass the evolution of queer television and some of the processes that paved the way for this transformation. Then, the findings and results of a study on how audiences receive queer visibility in various Netflix original TV series will be presented. In this way, some inferences for the future of queer television and its possible alterations will be expressed.<\/p>\n<p><em>Mi, 11.1.23 Prof. Dr. Christine Bratu (Online)<\/em><\/p>\n<p><strong>Der 48-Stunden-Tag in Akademia: Wie sich die Vereinbarkeit von Sorge- und akademischer Arbeit wirklich herstellen l\u00e4sst<\/strong><\/p>\n<p>In meinem Vortrag m\u00f6chte ich untersuchen, wie sich akademisches Arbeiten auf befristeten Stellen mit Sorgearbeit vereinbaren l\u00e4sst. Dass dies m\u00f6glich sein sollte, wird gesellschaftlich gefordert und auch von den meisten Wissenschaftsorganisationen und Hochschulleitungen als Leitziel propagiert. Doch wie genau l\u00e4sst sich dieses Ziel umsetzen, wenn der Arbeitskontext vom Prinzip der so genannten Bestenauslese und dem dadurch entstehenden Konkurrenzdenken gepr\u00e4gt ist? Gilt es, alle gleicherma\u00dfen fit zu machen f\u00fcr das Wettrennen? Oder sollten wir vielmehr das Wettrennen anders ausgestalten, so dass auch Menschen mit Sorgeverpflichtungen eine faire Chance darauf haben, \u00fcber die Ziellinie zu kommen? Und was spricht \u00fcberhaupt daf\u00fcr, Vereinbarkeit in einem umfassenden Sinne herzustellen? Auf diese (und einige andere Fragen) m\u00f6chte ich erste Antworten formulieren.<\/p>\n<p><em>Mi, 25.1.23 Theresa Richarz (Pr\u00e4senz)<\/em><\/p>\n<p><strong>Familienrecht macht Familie? \u2013 Queerfeministische Perspektiven auf das Abstammungsrecht<\/strong><\/p>\n<p>\u200b\u200b\u200bDas sogenannte Abstammungsrecht regelt, welche Erwachsenen einem Kind unmittelbar nach der Geburt als rechtliche Eltern zugeordnet werden. Das dient der Absicherung des Kindes \u2013 und was noch? Die Anerkennungsk\u00e4mpfe queerer Familien zeigen, dass \u00fcber das Abstammungsrecht heteronormative Vorstellungen von Geschlecht und Familie hergestellt und legitimiert werden. Quasi am Vorabend einer Reform lautet die Frage: Familie \u2013 what\u2018s law got to do with it? Nach einer Einf\u00fchrung in das geltende Recht erfolgt eine queerfeministische Einordnung der Funktion des Familienrechts, die zur gemeinsamen Diskussion einl\u00e4dt: Wie k\u00f6nnte das Recht aussehen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>immer mittwochs 19:15 Uhr bis 20:45 Uhr, online oder in Pr\u00e4senz. Anmeldung per Mail unter: anmeldungjdg@riseup.net Ort der Pr\u00e4senzveranstaltungen: Caf\u00e9 Knallhart, Von-Melle-Park 9, Universit\u00e4t Hamburg Mi, 2.11. 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