{"id":62747,"date":"2023-06-11T15:21:56","date_gmt":"2023-06-11T14:21:56","guid":{"rendered":"http:\/\/emafrie.de\/?p=8562"},"modified":"2023-06-11T15:21:56","modified_gmt":"2023-06-11T14:21:56","slug":"gesellschaftskritik-und-klassentheorie-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2023\/06\/gesellschaftskritik-und-klassentheorie-2\/","title":{"rendered":"Gesellschaftskritik und Klassentheorie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zur Notwendigkeit, unsere Vorstellung von sozialen K\u00e4mpfen zu reformulieren<\/strong><\/p>\n<p>von <em>Julian Bierwirth<\/em><\/p>\n<p>(zuerst erschienen bei <a href=\"https:\/\/disposabletimes.org\/2023\/06\/gesellschaftskritik-und-klassentheorie\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/disposabletimes.org\/2023\/06\/gesellschaftskritik-und-klassentheorie\/\"  rel=\"noreferrer noopener\">Disposable Times<\/a>)<\/p>\n<p><em>Der Text basiert auf einem Input, das der Autor <a href=\"http:\/\/emafrie.de\/emanzipatorisches-subjekt-klasse-kritische-theorie\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/emafrie.de\/emanzipatorisches-subjekt-klasse-kritische-theorie\/\"  rel=\"noreferrer noopener\">bei der Zweiten Marxistischen Arbeitswoche am 29. Mai in Frankfurt am Main<\/a> gehalten hat.<\/em><\/p>\n<p>Die Kategorie \u201eKlasse\u201c hat in den Diskussionen um die Ausrichtung einer emanzipatorischen Gesellschaftskritik und die Sto\u00dfrichtung sozialer K\u00e4mpfe in den vergangenen Jahren erneut eine gro\u00dfe Bedeutung erlangt. Das Revival der Klassenpolitik wird dabei als gro\u00dfe Chance f\u00fcr eine pr\u00e4zisere Bestimmung der gesellschaftlichen Herrschaftsmechanismen und eine Radikalisierung sozialer K\u00e4mpfe verstanden. F\u00fcr beides scheint der Begriff bei genauerer Betrachtung jedoch wenig geeignet. Es braucht ein anderes Paradigma, um die notwendigen Auseinandersetzungen im Kapitaloz\u00e4n zu f\u00fchren.<\/p>\n<p><span id=\"more-8562\"><\/span><\/p>\n<p><strong>Klasse und Kapitalismuskritik<\/strong><\/p>\n<p>Die Bedeutung, die der Klassenbegriff in der aktuellen Phase linker Theorie und Praxis einnimmt, hat nicht zuletzt eine f\u00fcr die Akteur:innen nicht zu untersch\u00e4tzende sozialpsychologische Bedeutung.<\/p>\n<p>Einerseits bringt er die Unterwerfung unter die gesellschaftlichen Bedingungen auf den (vermeintlichen) Punkt. Es wird klar, dass wir nicht einfach nur Menschen sind (wie es die liberale Ideologie behauptet), sondern \u201eunterworfene Menschen\u201c. Und zwar unterworfen durch das Prinzip \u201eKlasse\u201c, worunter dann aber alle etwas anderes verstehen. Damit will der Begriff das Leiden an der Gesellschaft verstehbar machen \u2013 erkl\u00e4rt aber gleichzeitig nur sehr wenig (weil ja alle was anderes unter dem Begriff verstehen).<br \/>Gleichzeitig enth\u00e4lt er aber auch ein handlungsleitendes Motiv. Denn weil die Unterwerfung uns nicht als Individuen trifft, sondern als Mitglieder einer Gro\u00dfgruppe (der \u201eKlasse\u201c) k\u00f6nnen wir daraus kollektive Handlungsf\u00e4higkeit ziehen.<br \/>Diese doppelte Funktion finden wir schon bei Marx. Der operiert einerseits mit einem analytischen Klassenbegriff (vor allem im Kapital, wo er die Klassen als Funktionskategorien der Warenproduktion versteht) und andererseits mit einem emanzipationstheoretischen (vor allem im Kommunistischen Manifest). Und auch heute macht sie m.E. die zentrale Attraktivit\u00e4t des Klassendiskurses aus. Er verspricht, einen Zusammenhang zwischen Herrschaft und Befreiung zu benennen und macht gleichzeitig klar, wie die Beherrschten durch ihre Verwandlung in ein Kollektivsubjekt die Verh\u00e4ltnisse umgestalten k\u00f6nnen.[1]<\/p>\n<p>Das Problem ist nur, dass die beiden Begriffe weder gut zusammenpassen noch in der Lage sind, die Vielfalt von Herrschaft, Ausbeutung und Widerstand sinnvoll (oder gar koh\u00e4rent) zu fassen. Diese Unvereinbarkeit f\u00fchrt zu einer Aufweichung des Klassenbegriffes, der auf ganz unterschiedliche Ph\u00e4nomene angewandt wird und damit die analytische Klarheit verliert, die ihn dereinst ausgezeichnet hat. Wenn beispielsweise Mietk\u00e4mpfe als Klassenk\u00e4mpfe gefasst werden sollen, dann wird eine Auseinandersetzung in der Zirkulationssph\u00e4re (Mieter:innen und Vermieter:innen treten sich hier gegen\u00fcber) mit einem Begriff belegt, den Marx noch f\u00fcr die Produktionssph\u00e4re reservieren wollte. Wenn am Ende aber alles \u201eKlasse\u201c ist, dann kann der Begriff nichts Spezifisches erkl\u00e4ren. Er taugt dann nicht mehr zur Analyse der Verfasstheit der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse. Wenn wir ihn aber andererseits auf die pr\u00e4zise polit-\u00f6konomische Begriffsbestimmung reduzieren, die ihm Marx im Kapital zugedacht hat, dann taugt er kaum f\u00fcr die Beschreibung der zentralen K\u00e4mpfe, die heute in emanzipatorischer Absicht gef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Das Problem l\u00e4sst sich unter R\u00fcckgriff auf den Klassenbegriff nicht l\u00f6sen. Erst, wenn wir uns den zentralen Funktionsprinzipien der kapitalistischen Gesellschaft zuwenden, l\u00e4sst sich das Verh\u00e4ltnis von Herrschaft und Unterwerfung in emanzipativer Absicht aufl\u00f6sen. Dieser Zugang impliziert einen zentralen Wechsel der Blickrichtung: Ausgangspunkt der Analyse sind nicht l\u00e4nger identit\u00e4tspolitische Setzungen (Wer ist Teil der \u201eKlasse\u201c?), sondern inhaltliche Bestimmungen (Was wollen wir abschaffen?). Wir m\u00fcssen uns daher der Frage zuwenden, was den Kapitalismus im Kern auszeichnet.<\/p>\n<p><strong>Was ist Kapitalismus?<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Kapitalismus entsteht eine Gesellschaftsformation, die sich in einem zentralen Punkt von allen vorherigen Gesellschaften abhebt. Die Menschen werden n\u00e4mlich aus den traditionellen sozialen Beziehungen herausgerissen und in ein System hineingeworfen, dass sich durch eine merkw\u00fcrdige Selbstbez\u00fcglichkeit auszeichnet.<\/p>\n<p>Der Kapitalismus ist zentral durch den Mechanismus gepr\u00e4gt, aus Geld mehr Geld zu machen. Diesem Mechanismus verdankt er (der Kapitalismus) ja auch seinen Namen. \u201eDas Kapital\u201c ist laut Marx das Prinzip, dass Arbeit, Geld und Natur einsaugt, um dann mehr Geld auszuspucken \u2013 und nebenbei die \u201eSpringquellen alles Reichtums untergr\u00e4bt: die Erde und den Arbeiter\u201c.<\/p>\n<p>Dieses Prinzip der rastlosen Selbstvermehrung ist selbstbez\u00fcglich \u2013 es hat keinen \u00e4u\u00dferen Zweck, keinen Endpunkt, auf den es hinsteuert. Und es ist von den Menschen, die konkrete Handlungs- und Herrschaftspositionen besetzen, weitestgehend unabh\u00e4ngig. Wer an den Kern der Unterwerfung und Entfremdung ranwill, unter der wir alle leiden, muss diesen selbstbez\u00fcglichen Prozess der Kapitalakkumulation ausschalten. Daf\u00fcr braucht es andere Formen der gesellschaftlichen Reproduktion, die wir alle miteinander schaffen m\u00fcssen. Und es braucht soziale K\u00e4mpfe, die wir gemeinsam f\u00fchren m\u00fcssen, um uns den gesellschaftlichen Reichtum anzueignen.<\/p>\n<p>Die konkreten Bedingungen, unter denen soziale K\u00e4mpfe stattfinden, sind daher auch immer zentral durch die (Re-)Produktionsbedingen des Kapitals gepr\u00e4gt. Die Analyse dieser Bedingungen liefert daher laut Marx auch den Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis der je zeitgen\u00f6ssischen K\u00e4mpfe. Die Anrufung des Klassenbegriffes hingegen fungiert heute oftmals als Versuch, eine Abk\u00fcrzung zu nehmen: es soll ohne substantielle Analyse direkt zu den K\u00e4mpfen gesprungen werden \u2013 die dann leidlich erfolglos gef\u00fchrt werden. <\/p>\n<p><strong>Polit-\u00f6konomische Analyse statt Identit\u00e4tspolitik<\/strong><\/p>\n<p>Nehmen wir als Beispiel eine aktuelle politische Debatte und schauen wir, wie sich die Perspektive durch die Ber\u00fccksichtigung der polit-\u00f6konomischen Zusammenh\u00e4nge verschiebt.<\/p>\n<p>Wenn die Preise f\u00fcr Lebensmittel, Energie und Miete steigen, dann dr\u00fcckt sich der Fokus auf die Klassenpolitik in Forderungen nach h\u00f6heren L\u00f6hnen, staatlichen Subventionen f\u00fcr \u201edie Arbeiter:innenklasse\u201c und einer st\u00e4rkeren Reichensteuer aus.[2] H\u00f6here L\u00f6hne bedeuten aber auch, dass die Wirtschaft insgesamt weiter wachsen muss, damit diese L\u00f6hne bezahlbar bleiben. Das mit dem Wirtschaftswachstum ist nun aber sp\u00e4testens mit den \u00f6kologischen Krisen kein Weg mehr f\u00fcr eine Linke, die gerne einen lebenswerten Planeten erhalten m\u00f6chte. Wenn wir aber rauswollen aus dem Wirtschaftswachstum, m\u00fcssen wir auch unsere traditionellen sozialpolitischen Forderungen transzendieren.<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel geben die Mieten bzw. die Mietk\u00e4mpfe ab. Dass Mieten in den Ballungszentren krass steigen, liegt ja nicht einfach daran, dass die Vermieter:innen aus unerfindlichen Gr\u00fcnden pl\u00f6tzlich gieriger geworden sind und damit eine \u201eGierflation\u201c ausl\u00f6sen. Es liegt vielmehr an dem vielen ungenutzten Geldkapital, dass in Niedrigzinsphasen profitable Anlagem\u00f6glichkeiten sucht \u2013 und die dann im Immobiliensektor findet. Wenn wir die Preissteigerungen bei den Mieten verstehen und kritisieren wollen, m\u00fcssen wir also \u00fcber die Finanzialisierung des Kapitalismus, die Bedeutung der Finanzm\u00e4rkte im 21. Jahrhundert und dergleichen Dinge reden. Da hilft auch der Hinweis, dass diese Prozesse von realen, handelnden Menschen exekutiert werden m\u00fcssen, nicht viel weiter.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen also \u00fcber die polit-\u00f6konomische Situation reden, in der sich der Kapitalismus aktuell befindet. Nur wenn wir die verstehen, k\u00f6nnen wir auch die Verschiebungen der sozialen Akteur:innen und die aktuellen Verarmungsprozesse verstehen.<\/p>\n<p>Diese Perspektive impliziert, dass die zentralen Beziehungen, die das Leben im Kapitalismus pr\u00e4gen, nicht die Klassenbeziehungen sind. Mit dem Kapitalismus hat sich die Arbeit als zentrale Vermittlungsinstanz zwischen den Menschen und dem gesellschaftlichen Reichtum durchgesetzt. Wir alle sind davon abh\u00e4ngig, dass die Maschine der Kapitalverwertung weiterl\u00e4uft, weil wir mit unseren Leben und unseren Reproduktionsm\u00f6glichkeiten an sie gebunden sind. Das macht uns erpressbar. Der Kollege, der im Automobilwerk Autos zusammenschraubt kann noch so sehr von der Dringlichkeit der \u00f6kologischen Krisen \u00fcberzeugt sein \u2013 sein individuelles Reproduktionsbed\u00fcrfnis bindet ihn an die automobilisierte Gesellschaft. Er wird sich im Zweifel sogar f\u00fcr den Verbrenner statt f\u00fcr das Elektro-Auto aussprechen \u2013 einfach weil die Produktion der Verbrenner arbeitsintensiver ist und ihm das zumindest auf kurze Sicht seine individuelle Finanzierung sichert.<\/p>\n<p>Das wir uns in einer \u00f6konomischen Phase befinden, in der die lebendige Arbeit im Produktionsprozess an Bedeutung verliert und gleichzeitig Finanzmarktwaren und Renten\u00f6konomien an Bedeutung f\u00fcr die Kapitalakkumulation gewinnen, macht die Sache f\u00fcr den Kollegen in der Automobilfabrik \u00fcbrigens nicht einfacher. Denn die Ware, die er verkaufen will (also die Ware Arbeitskraft) verliert objektiv an Bedeutung im Prozess der Kapitalakkumulation. Und das wirkt sich dann schlecht aus auf die Verkaufsbedingungen dieser Ware.<\/p>\n<p>Um es noch mal hervorzuheben: das alles ist kein Naturgesetz, sondern eine Folge davon, dass wir alle unser Leben dar\u00fcber aufrechterhalten m\u00fcssen, dass wir Waren kaufen und verkaufen. &nbsp;Darum hat der Marx den Kapitalismus ja auch ganz zentral als warenproduzierende Gesellschaft gekennzeichnet. Und aus der M\u00fchle m\u00fcssen wir raus, wenn wir die Zw\u00e4nge loswerden wollen, die unser Leben zur H\u00f6lle machen.<\/p>\n<p><strong>Klassenkampf in der Klimakrise<\/strong><\/p>\n<p>Diese \u00dcberlegungen sind nicht neu, sie gewinnen vor dem Hintergrund der \u00f6kologischen Krisen noch mal an Bedeutung. Diese ver\u00e4ndert die politische Situation, in der wir aktuell handeln, noch einmal grundlegend. Sie macht es nicht l\u00e4nger m\u00f6glich, die Muster aufrechtzuerhalten, mit denen sich die Linke seit dem Fordismus \u00fcber Wasser gehalten hat. Der Fokus auf h\u00f6here L\u00f6hne ist untrennbar mit dem Fokus auf Wirtschaftswachstum verbunden. Wir m\u00fcssen aber nicht tiefer rein in den Kaninchenbau, sondern aus ihm raus. Wir brauchen nicht mehr Klassenpolitik als Kampf um eine St\u00e4rkung der Rolle der Arbeitenden im Kapitalismus, sondern im Gegenteil eine Demobilisierung der Klasse. Wir m\u00fcssen die K\u00e4mpfe so f\u00fchren, dass sie uns aus dem falschen Ganzen herausbringen k\u00f6nnen \u2013 und uns nicht immer tiefer in seine Mechanismen verstricken.<\/p>\n<p>Insofern k\u00f6nnen soziale K\u00e4mpfe im Feld der Arbeit einen ganz unterschiedlichen Charakter annehmen, je nachdem unter welcher Pr\u00e4misse sie gef\u00fchrt werden. So hat beispielsweise der Kampf um Arbeitszeitverk\u00fcrzung einen v\u00f6llig anderen Charakter als der Kampf um Lohnerh\u00f6hungen zum Erhalt der Konsumtionsf\u00e4higkeit der Arbeiter:innen-Klasse. Um es in den Worten von Leo L\u00f6wenthal zu sagen: \u201eDas Proletariat soll aufh\u00f6ren!\u201c<\/p>\n<p>Wenn wir den Klassenkampf radikaler denken, wird es \u00fcbrigens auch nicht viel besser: was w\u00e4re gewonnen, wenn die Betriebe den Arbeiter:innen geh\u00f6ren? Weite Teile der Produktion m\u00fcssten aus Gr\u00fcnden der Gemeingef\u00e4hrlichkeit umgehend stillgelegt werden. Es geht hier am Ende um die Qualit\u00e4t des gesellschaftlichen Naturverh\u00e4ltnisses, also um die Frage, wie wir uns zur Welt um uns herum verhalten wollen. Das ist immer eng verbunden mit der Frage der Beziehungsweisen, also der Art und Weise, wie wir die Beziehungen zu unseren Mitmenschen herstellen.<\/p>\n<p>Zurzeit begreifen wir die Natur als das Objekt au\u00dferhalb von uns, das es zu beherrschen gilt. Und wir stellen unsere sozialen Beziehungen \u00fcber Waren, Geld und Arbeit her. Auf die Frage, wie das anders laufen soll, hat die gesellschaftliche Linke derzeit nur wenige befriedigende Antworten. Wir diskutieren stattdessen lieber \u00fcber Klassentheorie. Womit dann freilich auch das Podium in Frankfurt, auf das dieser Text zur\u00fcckgeht, nicht nur Teil der L\u00f6sung, sondern auch Teil des Problems ist.<\/p>\n<p><strong>Historische Transformation der Arbeiter:innenbewegung<\/strong><\/p>\n<p>Es gab ja tats\u00e4chlich mal eine Zeit, in der die Arbeiter:innenbewegung soziale K\u00e4mpfe recht erfolgreich gef\u00fchrt hat. Da k\u00f6nnen wir uns dann ganz materialistisch fragen: Was war die objektive Grundlage f\u00fcr die Bildung der Arbeiter:innen-Bewegung und f\u00fcr deren Konstitution als kollektives Handlungssubjekt?<\/p>\n<p>Sie hatte ihre Grundlage in den polit-\u00f6konomischen Verh\u00e4ltnissen des 19. Jahrhunderts. In der noch sehr jungen warenproduzierenden Gesellschaft hatten die Arbeiter:innen nur eine Ware anzubieten: ihre Arbeitskraft. Und doch waren sie weit davon entfernt, als gleichberechtigte Warensubjekte anerkannt zu sein. Die f\u00fcr uns heute selbstverst\u00e4ndlichen politischen Rechte hatten sie nicht, auch soziale Rechte gab es kaum und damit auch keinen Schutz der von Arbeiter:innen feilgebotenen Ware.<\/p>\n<p>Gleichzeitig waren sie jedoch f\u00fcr den kapitalistischen Produktionsprozess unverzichtbar. Die notwendigen Skills, die zur Produktion der Waren notwendig gewesen sind, waren in ihren K\u00f6rpern und in ihren K\u00f6pfen vergegenst\u00e4ndlicht. Damit hatten sie freilich auch ein Pfund in die gesellschaftliche Auseinandersetzung zu werfen. Das war die objektive, die materielle Grundlage f\u00fcr die Konstitution der Arbeiter:innen-Klasse.<\/p>\n<p>Die durchaus erfolgreich gef\u00fchrten K\u00e4mpfe der Arbeiter:innen-Bewegung waren K\u00e4mpfe um die Anerkennung der Ware Arbeitskraft und damit um die Integration der Arbeiter:innen in die Zwangsgesetze einer Gesellschaft, die sich um Arbeit, Geld und Kapital dreht. In einer Zeit, in der die Ware Arbeitskraft die zentrale Bezugsware im kapitalistischen Kosmos war, lie\u00dfen sich die K\u00e4mpfe auch gut als Klassenkampf f\u00fchren.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich waren diese K\u00e4mpfe oftmals emanzipatorisch aufgeladen gewesen. Das war auch m\u00f6glich, weil sie ganz allgemein bessere Lebensverh\u00e4ltnisse f\u00fcr die Beteiligten herausgek\u00e4mpft haben. Und andererseits, weil die objektive historische Mission der Arbeiter:innen-Klasse (d.h. die Integration der Arbeiter:innen zu vollwertigen b\u00fcrgerlichen Subjekten) als ein Kampf gegen die Zw\u00e4nge der kapitalistischen Moderne missverstanden wurde. Diese Perspektive dr\u00fcckt sich dann z.B. in der Annahme aus, in Wirklichkeit sei es gar nicht um eine Integration in die Verh\u00e4ltnisse, sondern um eine Aufhebung des Privateigentums an Produktionsmitteln gegangen. Solche sind nichts ungew\u00f6hnliches \u2013 aber letztlich trotzdem eine idealistische Setzung, die mit den materiellen Verh\u00e4ltnissen recht wenig zu tun hatte.<br \/>Je mehr dann die Integration der Arbeiter:innen gelang, desto mehr verschwand allerdings auch die emanzipatorische Aufladung der K\u00e4mpfe. Es kam zu einer Verallgemeinerung der warenf\u00f6rmigen Existenzweise, die nun vollst\u00e4ndig von den Arbeiter:innen Besitz ergreift. Sie werden zu anerkannten Verk\u00e4ufer:innen der Ware Arbeitskraft und zu anerkannten politischen Subjekten.<\/p>\n<p>Damit treten nun freilich die gegens\u00e4tzlichen Interessen der verschiedenen Gruppen Arbeitskraft-Verk\u00e4ufer:innen in den Vordergrund. Die Gemeinsamkeit, die einst die Klasse konstituiert hat, wird zunehmend ausgeh\u00f6hlt. Stattdessen treten zunehmend die Differenzen der Menschen in den Mittelpunkt der Auseinandersetzungen.<\/p>\n<p>Polit-\u00f6konomisch dr\u00fcckte sich das darin aus, dass der kapitalistische Produktionsprozess durch die verallgemeinerte Konkurrenz eine zunehmende Verwissenschaftlichung der Produktion hervorgebracht hat. Durch diese wurde nun einerseits riesige Steigerung der Produktionsmengen m\u00f6glich (die den Arbeiter:innen in den Metropolen schier ungeahnte Konsumm\u00f6glichkeiten beschert haben), andererseits wurden sie aber auch zunehmend zum Anh\u00e4ngsel einer Produktion, die sich ihnen gegen\u00fcber zunehmend verselbst\u00e4ndigt.<\/p>\n<p>Auf diese Weise kommt es einerseits zu einer zunehmenden Ausdifferenzierung der betrieblichen Produktion, zu einer Herausbildung von Offizieren und Unteroffizieren des Kapitals, wie Marx das genannt hat. Sp\u00e4testens mit der dritten Industriellen Revolution in den 1970er-Jahren f\u00fchrte dieser Prozess aber zus\u00e4tzlich zu einer zunehmenden Deklassierung weiter proletarischer Lebenszusammenh\u00e4nge.<\/p>\n<p>In diesen Transformationen haben die Diskussionen um Neue Mittelklassen, die professional managerial class oder neue sog. \u201eWettbewerbsklassen\u201c ihren Platz. Sie sind Ausdruck der zerfallenden materiellen Voraussetzungen f\u00fcr eine emanzipative Klassenpolitik. Das Festhalten an Klassenfokus ist dann aber nur ein idealistischer Reflex \u2013 und eben keine materialistische Gesellschaftskritik.<\/p>\n<p>Durch diese Verschiebungen verliert der Klassenkampf objektiv seine Zentralit\u00e4t, einfach weil ihm die materielle Grundlage entzogen wurde. Gleichzeitig r\u00fccken aber feministische und antirassistische K\u00e4mpfe (die es schon immer gegeben hat, die zuvor aber weniger sichtbar waren) mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeits\u00f6konomie. Der Versuch, feministische und antirassistische K\u00e4mpfe in erster Linie als Klassenk\u00e4mpfe zu verstehen, kann vor diesem Hintergrund als (unbewusster) Versuch verstanden werden, ihre neue Bedeutung zu relativieren und die mit ihnen einhergehende Vervielf\u00e4ltigung der K\u00e4mpfe auszul\u00f6schen, indem sie als Klassenk\u00e4mpfe neu geframed werden. <\/p>\n<p><strong>Was tun? Soziale K\u00e4mpfe jenseits der Klassenfrage<\/strong><\/p>\n<p>Wenn wir die K\u00e4mpfe aus der Perspektive der Klasse denken, denken wir sie letztlich Identit\u00e4tspolitisch. Ich m\u00f6chte stattdessen vorschlagen, sie inhaltlich zu denken. Als Negation dessen, was uns das Leben zu H\u00f6lle macht und was wir \u00fcberwinden wollen.<\/p>\n<p>Allerdings gibt es noch (mindestens) zwei wichtige Aspekte, die wir in der strategischen Ausrichtung der K\u00e4mpfe bedenken sollten.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal durchdringt der kapitalistische Produktionsprozess alle gesellschaftlichen Bereiche. Eine emanzipatorische Praxis, die es mit dieser Totalit\u00e4t aufnehmen wollte, m\u00fcsste den globalen Kapitalismus in einem Streich \u00fcberwinden. Wenn nun aber die Arten, wie die Menschen zur Welt stehen und \u00fcber die Welt denken selber von dieser kapitalistischen Totalit\u00e4t gepr\u00e4gt sind, dann werden sich daf\u00fcr kaum relevante Mehrheiten herstellen lassen. Zumindest ist derzeit nicht absehbar, wo die herkommen sollten.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist der Kapitalismus aber auch kein statisches System, das einfach auf einem gleichbleibenden Niveau Herrschaft organisiert. Es ist vielmehr ein hochgradig dynamisches System \u2013 und die Lebensbedingungen vieler Menschen werden durch die Krisendynamik des Kapitals (in den Sozialwissenschaften als \u201emultiple Krisen\u201c bezeichnet) stetig schlechter. Mit der Klimakrise und der Krise der Biodiversit\u00e4t stehen zudem auch die naturwissenschaftlichen Grundlagen f\u00fcr die Errichtung einer lebenswerten Gesellschaft auf dem Spiel. Es ist also gleichsam Eile geboten, so dass es wenig aussichtsreich scheint, einfach abzuwarten bis die notwendigen globalen Mehrheiten f\u00fcr eine globale Weltrevolution vorliegen.<\/p>\n<p>In der Folge bedeutet das m.E., dass wir bereits jetzt Wege finden m\u00fcssen, um die Herrschaft der Warenform zumindest zu relativieren, um Teilbereiche der gesellschaftlichen Reproduktion aus dem Herrschaftsbereich der Ware herauszul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Ansatzpunkte daf\u00fcr ergeben sich, wenn wir die emanzipatorischen K\u00e4mpfe unter der Perspektive betrachten, dass unsere Reproduktion \u00fcber den Kauf von Waren organisiert ist.<\/p>\n<p>Viel Aufmerksamkeit haben zu Recht die K\u00e4mpfe um eine Vergesellschaftung von Wohnraum erlangt (z.B. <em>DW enteignen<\/em> oder <em>Mietenwahnsinn Hessen<\/em>). Hier geht es zentral darum, dass der Wohnraum seinen Warencharakter verlieren soll. Und tats\u00e4chlich verdanken sich ja die Explosionen der Mietpreise im Wesentlichen dem Warencharakter der Wohnungen: Wenn in Zeiten niedriger Zinsen Kapital investiert werden will, dann bietet sich Wohnraum als Spekulationsobjekt an. Das spiegelt sich dann in steigenden Mietkosten. Oft wird versucht, diese K\u00e4mpfe als \u201eKlassenk\u00e4mpfe\u201c zu framen, wobei damit meist verbunden ist, dass der Klassenbegriff an Sch\u00e4rfe verliert und letztlich identisch wird mit allgemein-soziologischen Begriffen wie \u201earm\u201c und \u201ereich\u201c. Er erweist sich als Umweg f\u00fcr etwas, was wir auch einfacher sagen k\u00f6nnen: Unser Leben wird erschwert, weil wir Wohnraum als Ware erwerben m\u00fcssen. Aber Wohnen sollte keine Ware sein!<\/p>\n<p>Nehmen wir einen anderen Bereich von sozialen K\u00e4mpfen. Die letzten Kampfzyklen in der Klimagerechtigkeitsbewegung haben die Frage aufgeworfen, zu welchen Bedingungen eigentlich Energie hergestellt wird. Auch die wird als Ware produziert und verkauft. Daraus sind Kampagnen wie \u201eRWE enteignen\u201c entstanden.<br \/>In einer Gesellschaft wie der in Deutschland, die eine Mietquote von knapp 60% hat, ergeben sich daraus interessante Vernetzungsm\u00f6glichkeiten von sozialen K\u00e4mpfen. Denn im Moment hat ja z.B. niemand Interesse daran, H\u00e4user vern\u00fcnftig zu d\u00e4mmen. Vermieter:innen haben kein Interesse, weil sie die Energiekosten nicht zahlen m\u00fcssen, Mieter:innen haben gar kein Zugriff weil sie nicht Eigent\u00fcmer:innen sind und die Stromkonzerne wollen Energie verkaufen, die haben auch kein Interesse an einer Senkung des Absatzes. W\u00e4ren nun aber die Wohnungen in Mieter:innen-Hand und auch die Energieproduktion vergesellschaftet, dann w\u00fcrden sich enorme Synergie-Effekte ergeben. Nun k\u00f6nnten die Menschen sich tats\u00e4chlich \u00fcberlegen, wie sie ihre Energieversorgung stofflich sinnvoll organisieren wollen. Bislang ist das gar nicht m\u00f6glich, weil \u00fcberall diese Ware-Geld-Beziehungen zwischengeschaltet sind.<br \/>Aus der Perspektive einer warenkritischen Bewegung ergibt sich so eine Vielzahl von Interventions- und Kooperationsm\u00f6glichkeiten sozialer Bewegungen. Dabei sind diese einzelnen K\u00e4mpfe selbstverst\u00e4ndlich noch keine \u00dcberwindung der kapitalistischen Verh\u00e4ltnisse. Aber sie schaffen Raum zum Atmen in einer Welt, in der das Atmen nicht zuletzt dank der sich stetig wandelnden klimatischen Bedingungen immer schwerer f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Das impliziert \u00fcbrigens noch einen weiteren Aspekt: die neuen Verbindungsm\u00f6glichkeiten zwischen K\u00e4mpfen ergeben sich gerade nicht aus einer Zur\u00fccknahme der eigenen Forderungen, in einem f\u00fcr alle unerfreulichen Scheinkompromiss. Sondern aus ihrer Ausweitung und Radikalisierung. Gerade weil wir die Grundkategorien der kapitalistischen Gesellschaftsformation in den zum Ausgangspunkt unserer K\u00e4mpfe machen, gerade durch die Radikalisierung der Forderungen, ergeben sich immer neue B\u00fcndnism\u00f6glichkeiten zwischen K\u00e4mpfen.<\/p>\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n<p>[1] In der Diskussion bei der Marxistischen Arbeitswoche argumentierte ein Diskutant, Marx habe die gesellschaftlichen Bedingungen auf einen einfachen Satz mit Subjekt, Objekt und Pr\u00e4dikat gebracht. Nun sei klar, wer etwas zu tun habe, was zu tun sei und wie das zu geschehen habe. Die Welt erscheint im Klassendiskurs als wohlgeordnet und leicht \u00fcberschaubar. Angesichts der Hoffnungslosigkeit, in der sich emanzipatorische Bewegungen befinden, vermag das sicherlich Trost zu spenden. Weiterbringen tut es uns freilich nicht.<\/p>\n<p>[2] Vgl. etwa die uns\u00e4gliche Genug-Kampagne: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.wirsagengenug.de\/\" >https:\/\/www.wirsagengenug.de\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Notwendigkeit, unsere Vorstellung von sozialen K\u00e4mpfen zu reformulieren von Julian Bierwirth (zuerst erschienen bei Disposable Times) Der Text basiert auf einem Input, das der Autor bei der Zweiten Marxistischen Arbeitswoche am 29. Mai in Frankfurt am Main gehalten hat. \u2026 <a href=\"http:\/\/emafrie.de\/gesellschaftskritik-und-klassentheorie\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">\u2192<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":928,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2525,1615,2681,2521,1099,2579,2684,2677,2527,2542,2528,2529,2680,2552,2524],"class_list":["post-62747","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-syndicated","tag-alternativen","tag-arbeit","tag-julian-bierwirth","tag-kapital-und-krise","tag-kapitalismus","tag-karl-marx","tag-klasse","tag-klima-oekologie","tag-krise","tag-linker-mainstream","tag-oekologie","tag-reflektierter-antikapitalismus","tag-regressive-linke","tag-regressiver-antikapitalismus","tag-soziale-bewegungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62747","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/users\/928"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62747"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62747\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":62749,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62747\/revisions\/62749"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62747"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62747"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62747"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}