{"id":62953,"date":"2023-07-09T15:21:17","date_gmt":"2023-07-09T14:21:17","guid":{"rendered":"http:\/\/emafrie.de\/?p=8677"},"modified":"2023-07-09T15:21:17","modified_gmt":"2023-07-09T14:21:17","slug":"kafkaeske-identitaeten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2023\/07\/kafkaeske-identitaeten\/","title":{"rendered":"Kafkaeske Identit\u00e4t(en)"},"content":{"rendered":"<p><em>Zum 140. Geburtstag Franz Kafkas, eines der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller, dessen lebenslanges Ringen um seine J\u00fcdischkeit mit Blick auf unsere heutigen Identit\u00e4tsdebatten von gro\u00dfer Aktualit\u00e4t ist.<\/em><\/p>\n<p>von <em>Thomas Tews<\/em><\/p>\n<p>(zuerst erschienen am 3. Juli 2023 \u2013 14 Tammuz 5783 bei <a href=\"https:\/\/www.hagalil.com\/2023\/07\/kafka-9\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.hagalil.com\/2023\/07\/kafka-9\/\"  rel=\"noreferrer noopener\">haGalil.com<\/a>)<\/p>\n<p>Franz Kafka wurde am 3.&nbsp;Juli 1883 als \u00e4ltestes Kind des Kaufmannes Herrmann Kafka und seiner Frau Julie Kafka, geb. L\u00f6wy in der Prager Altstadt im Haus \u203aZum Turm\u2039 (Ecke Maiselgasse\/Karpfengasse) geboren. Seine Vorfahren m\u00fctterlicherseits beschrieb Kafka sp\u00e4ter in einem Tagebucheintrag wie folgt: \u00bbIch hei\u00dfe hebr\u00e4isch Anschel wie der Gro\u00dfvater meiner Mutter von der Mutterseite, der als ein sehr frommer und gelehrter Mann mit langem wei\u00dfem Bart meiner Mutter erinnerlich ist, die 6 Jahre alt war als er starb. [\u2026] Ein noch gelehrterer Mann als der Gro\u00dfvater war der Urgro\u00dfvater der Mutter, bei Christen und Juden stand er in gleichem Ansehen, bei einer Feuersbrunst geschah infolge seiner Fr\u00f6mmigkeit das Wunder, da\u00df das Feuer sein Haus \u00fcbersprang und verschonte, w\u00e4hrend die H\u00e4user in der Runde verbrannten.\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote1sym\" id=\"sdendnote1anc\"><sup>i<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Kafkas Bar-Mizwa, durch die dem m\u00e4nnlichen Jugendlichen nach Vollendung des 13.&nbsp;Lebensjahres religi\u00f6se M\u00fcndigkeit zugesprochen wird, fand am 13.&nbsp;Juni 1896 statt. Da die j\u00fcdische Zeremonie in etwa der evangelischen Konfirmation entspricht, wurde Kafkas Bar-Mizwa von seinem zur Assimilierung neigenden Vater auf der Einladungskarte als \u00bbConfirmation\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote2sym\" id=\"sdendnote2anc\"><sup>ii<\/sup><\/a> bezeichnet.<\/p>\n<p><span id=\"more-8677\"><\/span><\/p>\n<p>In seinem viele Jahre sp\u00e4ter, im November 1919, verfassten, nie abgesandten \u00bbBrief an den Vater\u00ab warf Kafka seinem Vater vor, ihn als Kind nur ungen\u00fcgend in die j\u00fcdische Glaubensgemeinschaft eingef\u00fchrt zu haben: \u00bbAuch darin lag noch genug Judentum, aber zum Weiter-\u00fcberliefert-werden war es gegen\u00fcber dem Kind zu wenig, es vertropfte zur G\u00e4nze, w\u00e4hrend Du es weitergabst.\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote3sym\" id=\"sdendnote3anc\"><sup>iii<\/sup><\/a> Gleichzeitig war sich Kafka bewusst, dass der Verlust von Glaube und Tradition einer allgemeinen sozialen Entwicklung entsprach: \u00bbDu hattest aus der kleinen ghettoartigen Dorfgemeinde wirklich noch etwas Judentum mitgebracht, es war nicht viel und verlor sich noch ein wenig in der Stadt und beim Milit\u00e4r [\u2026]. Das Ganze ist ja keine vereinzelte Erscheinung, \u00e4hnlich verhielt es sich bei einem gro\u00dfen Teil dieser j\u00fcdischen \u00dcbergangsgeneration, welche vom verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig noch frommen Land in die St\u00e4dte abwanderte\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote4sym\" id=\"sdendnote4anc\"><sup>iv<\/sup><\/a>. Dass die schwache religi\u00f6se Tradition der Generation seines Vaters zu einer Identit\u00e4tskrise seiner eigenen Generation gef\u00fchrt hatte, beschrieb Kafka in einem Brief an seinen Freund Max Brod im Juni 1921: \u00bbWeg vom Judentum, meist mit unklarer Zustimmung der V\u00e4ter (diese Unklarheit war das Emp\u00f6rende) wollten die meisten, die deutsch zu schreiben anfiengen, sie wollten es, aber mit den Hinterbeinchen klebten sie noch am Judentum des Vaters und mit den Vorderbeinchen fanden sie keinen neuen Boden. Die Verzweiflung dar\u00fcber war ihre Inspiration.\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote5sym\" id=\"sdendnote5anc\"><sup>v<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Zum entscheidenden Wendepunkt f\u00fcr Kafkas j\u00fcdische Identit\u00e4t geriet die Begegnung mit einer in einem Prager Kaffeehaus St\u00fccke in jiddischer Sprache auff\u00fchrenden Theatergruppe aus Lemberg in Polnisch-Galizien, das damals zu \u00d6sterreich-Ungarn geh\u00f6rte. Am 5.&nbsp;Oktober 1911 notierte Kafka voller Begeisterung in sein Tagebuch: \u00bbGestern abend Cafe Savoy. J\u00fcdische Gesellschaft [\u2026]. Bei manchen Liedern, der Aussprache \u203aj\u00fcdische Kinderloch\u2039, manchem Anblick dieser Frau, die auf dem Podium, weil sie J\u00fcdin ist uns Zuh\u00f6rer weil wir Juden sind an sich zieht, ohne Verlangen oder Neugier nach Christen, gieng mir ein Zittern \u00fcber die Wangen. [\u2026] Die talmudische Melodie genauer Fragen, Beschw\u00f6rungen oder Erkl\u00e4rungen: In eine R\u00f6hre f\u00e4hrt die Luft und nimmt die R\u00f6hre mit, daf\u00fcr dreht sich dem Befragten aus kleinen fernen Anf\u00e4ngen eine gro\u00dfe im ganzen stolze in ihren Biegungen dem\u00fcthige Schraube entgegen.\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote6sym\" id=\"sdendnote6anc\"><sup>vi<\/sup><\/a> Kafka f\u00fchlte sich zu mehreren Ensemblemitgliedern, deren ungehemmte J\u00fcdischkeit ihn begeisterte, hingezogen, vor allem aber zu dem jungen, aus Warschau stammenden Schauspieler und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Theatergruppe, Jizchak L\u00f6wy, der Kafka in Gespr\u00e4chen Einblicke in das Leben der frommen \u203aOstjuden\u2039 vermittelte und in ihm ein Interesse f\u00fcr das orthodoxe Judentum weckte. Kafka begann eine intensive Lekt\u00fcre von Schriften zu j\u00fcdischen Themen, die er beispielsweise in einem Tagebucheintrag vom 1.&nbsp;November 1911 festhielt: \u00bbHeute Geschichte des Judentums von Gr\u00e4tz gierig und gl\u00fccklich zu lesen angefangen. Weil mein Verlangen danach das Lesen weit \u00fcberholt hatte, war es mir zuerst fremder als ich dachte und ich mu\u00dfte hie und da einhalten, um durch Ruhe mein Judentum sich sammeln zu lassen.\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote7sym\" id=\"sdendnote7anc\"><sup>vii<\/sup><\/a> Ein Vierteljahr sp\u00e4ter, am 24.&nbsp;Januar 1912, notierte er: \u00bbAus folgenden Gr\u00fcnden solange nicht geschrieben: [\u2026] las Pinez \u203aL\u02bchistoire de la litterature judeo-allemande\u2039 500 S. undzwar gierig, wie ich es mit solcher Gr\u00fcndlichkeit, Eile und Freude bei \u00e4hnlichen B\u00fcchern noch niemals getan habe; jetzt lese ich Fromer \u203aOrganismus des Judentums\u2039\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote8sym\" id=\"sdendnote8anc\"><sup>viii<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Am 18.&nbsp;Februar 1912 veranstaltete Kafka einen Vortragsabend im Festsaal des j\u00fcdischen Rathauses, bei dem nach einem von ihm selbst gehaltenen Einf\u00fchrungssvortrag \u00fcber die jiddische Sprache sein Freund Jizchak L\u00f6wy kurze Texte aus der jiddischen Literatur las. In seinem Tagebuch beschrieb Kafka sein \u00bbstolzes, \u00fcberirdisches Bewu\u00dftsein\u00ab w\u00e4hrend seines Vortrages, zeigte sich aber auch entt\u00e4uscht: \u00bbMeine Eltern waren nicht dort.\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote9sym\" id=\"sdendnote9anc\"><sup>ix<\/sup><\/a> In seinem \u00bbBrief an den Vater\u00ab warf Kafka diesem vor, seinem im Erwachsenenalter erwachten Interesse am Judentum ablehnend gegen\u00fcbergestanden zu haben: \u00bbEine gewisse nachtr\u00e4gliche Best\u00e4tigung dieser Auffassung von Deinem Judentum bekam ich durch Dein Verhalten in den letzten Jahren, als es Dir schien, da\u00df ich mich mit j\u00fcdischen Dingen mehr besch\u00e4ftige. [\u2026] Durch meine Vermittlung wurde Dir das Judentum abscheulich, j\u00fcdische Schriften unlesbar, sie \u203aekelten Dich an\u2039. [\u2026] Dann aber konnte der \u203aEkel\u2039 (abgesehen davon da\u00df er sich zun\u00e4chst nicht gegen das Judentum, sondern gegen meine Person richtete) nur bedeuten, da\u00df Du unbewu\u00dft die Schw\u00e4che Deines Judentums und meiner j\u00fcdischen Erziehung anerkanntest, auf keine Weise daran erinnert werden wolltest und auf alle Erinnerungen mit offenem Hasse antwortetest. \u00dcbrigens war Deine negative Hochsch\u00e4tzung meines neuen Judentums sehr \u00fcbertrieben\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote10sym\" id=\"sdendnote10anc\"><sup>x<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Kafka geh\u00f6rte zum weiteren Umkreis des Prager Vereines j\u00fcdischer Hochsch\u00fcler \u00bbBar Kochba\u00ab. Dieser veranstaltete am 16.&nbsp;Januar 1913 im Prunksaal des Hotels Zentral in Prag einen Festabend, an dem der j\u00fcdische Religionsphilosoph Martin Buber einen Vortrag zum Thema \u00bbDer Mythos der Juden\u00ab hielt, gefolgt von einer Lesung u.&nbsp;a. chassidischer Erz\u00e4hlungen aus Martin Bubers \u00bbLegenden des Baalschem\u00ab durch die Schauspielerin Gertrud Eysoldt. Unter den Zuh\u00f6rer*innen befand sich Kafka, der im Anschluss an die Veranstaltung Martin Buber und Gertrud Eysoldt sowie die ebenfalls anwesenden Franz Werfel, Max Brod und Elsa Taussig auf der R\u00fcckseite einer Kunstpostkarte unterschreiben lie\u00df, die er anschlie\u00dfend einem Brief an Felice Bauer beilegte. Martin Buber blieb nach seinem Vortrag noch einige Tage in Prag und traf am 18.&nbsp;Januar erneut mit Kafka zusammen, wobei sie miteinander ins Gespr\u00e4ch kamen. Von dieser Unterhaltung berichtete Kafka Felice Bauer: \u00bbGestern habe ich auch mit Martin Buber gesprochen, der pers\u00f6nlich frisch und einfach und bedeutend ist\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote11sym\" id=\"sdendnote11anc\"><sup>xi<\/sup><\/a>. Welch nachhaltigen Eindruck dieses Zusammentreffen hinterlie\u00df, bezeugt ein Brief Kafkas an Martin Buber vom 29.&nbsp;November 1915: \u00bbLassen Sie mich aber, verehrter Herr Doktor, diese Gelegenheit ben\u00fctzen, um meinen Dank f\u00fcr jenen Nachmittag abzustatten, den ich vor bald zwei Jahren bei Ihnen verbracht habe. Ein sp\u00e4ter Dank, aber f\u00fcr mich nicht zu sp\u00e4t, denn jenes Beisammensein wird mir immer gleich gegenw\u00e4rtig bleiben. Es bedeutet f\u00fcr mich die in jeder Hinsicht reinste Erinnerung, die ich von Berlin habe, und sie war schon oft eine Art Zuflucht f\u00fcr mich, umso sicherer, da ich nicht gedankt hatte und deshalb niemand von diesem Besitz wu\u00dfte.\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote12sym\" id=\"sdendnote12anc\"><sup>xii<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Trotz seines erheblich gesteigerten Interesses an j\u00fcdischen Fragen fiel es Kafka schwer, sich mit J\u00fcdinnen*Juden zu identifizieren. Ein Tagebucheintrag vom 8.&nbsp;Januar 1914 zeigt seine innere Zerrissenheit: \u00bbWas habe ich mit Juden gemeinsam? Ich habe kaum etwas mit mir gemeinsam und sollte mich ganz still, zufrieden damit da\u00df ich atmen kann in einen Winkel stellen.\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote13sym\" id=\"sdendnote13anc\"><sup>xiii<\/sup><\/a> Kafka sah sich auch au\u00dferstande, der von Martin Buber 1915 ge\u00e4u\u00dferten Bitte um einen Beitrag f\u00fcr die von ihm herausgegebene Zeitschrift \u00bbDer Jude\u00ab nachzukommen. So schrieb er in seinem bereits zitierten Brief an Martin Buber vom 29.&nbsp;November 1915: \u00bbIhre freundliche Einladung ehrt mich sehr, aber ich kann ihr nicht entsprechen; ich bin \u2013 irgendeine Hoffnung sagt nat\u00fcrlich: noch \u2013 viel zu bedr\u00fcckt und unsicher, als da\u00df ich in dieser Gemeinschaft auch nur mit der geringsten Stimme reden d\u00fcrfte.\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote14sym\" id=\"sdendnote14anc\"><sup>xiv<\/sup><\/a> Doch Martin Buber blieb beharrlich und Kafka gab schlie\u00dflich nach. Als er erfuhr, dass zwei seiner Erz\u00e4hlungen zur Publikation ausgew\u00e4hlt worden waren, schrieb er in einem Brief an Martin Buber vom 12.&nbsp;Mai 1917: \u00bbSo komme ich also doch in den \u203aJuden\u2039 und habe es immer f\u00fcr unm\u00f6glich gehalten.\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote15sym\" id=\"sdendnote15anc\"><sup>xv<\/sup><\/a> Die beiden Erz\u00e4hlungen erschienen im selben Jahr in der Oktober- bzw. November-Ausgabe.<\/p>\n<p>Am 16.&nbsp;September 1915 notierte Franz Kafka, der gerade an seinem Roman \u00bbDer Prozess\u00ab arbeitete, in sein Tagebuch: \u00bbBibel aufgeschlagen. Von den ungerechten Richtern. Finde also meine Meinung oder wenigstens die Meinung die ich in mir bisher vorgefunden habe.\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote16sym\" id=\"sdendnote16anc\"><sup>xvi<\/sup><\/a> Diesen Tagebucheintrag zitierte Martin Buber, der von Kafkas dichterischer Begabung und Menschlichkeit tief beeindruckt war, in einer im April 1957 in Washington gehaltenen Vorlesung und f\u00fchrte anschlie\u00dfend aus: \u00bbDer 82. Psalm, von dem hier offenbar die Rede ist, hat Gottes Gericht \u00fcber jene \u203aGottess\u00f6hne\u2039 oder Engel zum Gegenstand, denen er das Regiment \u00fcber die Menschenwelt anvertraut hatte und die ihr Amt schn\u00f6d mi\u00dfbrauchten und \u203afalsch richteten\u2039. Der Inhalt dieses sp\u00e4ten Psalms h\u00e4ngt mit dem von der Gnosis verarbeiteten orientalischen Mythos von den Gestirngeistern zusammen, die verh\u00e4ngnishaft das Schicksal der Welt bestimmen, von deren Macht sich aber der Mensch zu befreien vermag, der sich dem verborgenen h\u00f6chsten Lichte weiht und in die Wiedergeburt eintritt. Ich habe Grund anzunehmen, da\u00df Kafka auch diesen Mythos gekannt hat: er hatte mich danach gefragt, als er mich 1914 in Berlin besuchte. Im \u203aProze\u00df\u2039 hat er ihn im Sinn seiner Weltbetrachtung dahin abgewandelt, da\u00df er die gerechte Anklage einer unzug\u00e4nglichen obersten Instanz durch ein lotteriges und schn\u00f6des Gericht durchgef\u00fchrt werden l\u00e4\u00dft. Dem Arm dieses Gerichts kann sich nur entziehen, wer aus eigenster Erkenntnis die Forderung des Gest\u00e4ndnisses ihrer Wahrheit nach erf\u00fcllt, indem er das Urgest\u00e4ndnis, die Selbsterhellung, vollzieht: er tritt ins Innere des Gesetzes.\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote17sym\" id=\"sdendnote17anc\"><sup>xvii<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Im Juli 1917 besuchte Kafka auf einer Ungarnreise mit Felice Bauer seinen Freund Jizchak L\u00f6wy in Budapest und ermunterte ihn, einen autobiografischen Beitrag f\u00fcr den \u00bbJuden\u00ab zu verfassen, den Kafka ins Hochdeutsche \u00fcbertragen und redigieren wollte. Dazu schrieb er Ende September\/Anfang Oktober 1917 seinem Freund Max Brod: \u00bbL\u00f6wy schreibt mir aus einem Budapester Sanatorium, wo er f\u00fcr 3 Monate untergebracht ist. Er schickt mir den Anfang des Aufsatzes f\u00fcr den \u203aJuden\u2039. Ich halte ihn f\u00fcr sehr gut brauchbar, aber nat\u00fcrlich erfordert er eine kleine grammatikalische Bearbeitung und diese wieder eine unm\u00f6glich zarte Hand. [\u2026] Beispiel f\u00fcr die Schwierigkeiten: Im Publikum des polnischen Teaters sieht er zum Unterschied von jenem des j\u00fcdischen Teaters: frakierte Herren und neglegirte Damen. Ausgezeichneter l\u00e4\u00dft sich das nicht sagen, aber die deutsche Sprache weigert sich. Und derartiges ist vieles; die Blender leuchten umso st\u00e4rker, als ja seine Sprache zwischen Jiddisch und Deutsch schwankt und mehr zum Deutschen neigt. H\u00e4tte ich Deine \u00dcbersetzungskraft!\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote18sym\" id=\"sdendnote18anc\"><sup>xviii<\/sup><\/a> Der von Kafka redigierte Text erschien schlie\u00dflich in Heft 154\u2013159 des \u00bbJuden\u00ab unter dem Titel \u00bbVom j\u00fcdischen Theater\u00ab.<\/p>\n<p>Dass Kafka mit Interesse Martin Bubers Arbeit verfolgte, zeigt ein am 8.&nbsp;Mai 1922 verfasster, aus einem einzigen Wort bestehender Tagebucheintrag: \u00bbMaggid\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote19sym\" id=\"sdendnote19anc\"><sup>xix<\/sup><\/a>. Damit bezog er sich wohl auf Martin Bubers im Vorjahr erschienene Bearbeitung chassidischer Geschichten mit dem Titel \u00bbDer gro\u00dfe Maggid und seine Nachfolge\u00ab. Welche Bedeutung diese Geschichten der osteurop\u00e4ischen Chassidim f\u00fcr Kafka besa\u00dfen, beschrieb dieser in dem bereits zitierten Brief an Max Brod von Ende September\/Anfang Oktober 1917: \u00bb[\u2026] die chassidischen Geschichten im J\u00fcdischen Echo sind vielleicht nicht die besten, aber alle diese Geschichten sind, ich verstehe es nicht, das einzige J\u00fcdische, in welchem ich mich, unabh\u00e4ngig von meiner Verfassung, gleich und immer zuhause f\u00fchle, in alles andere werde ich nur hineingeweht und ein anderer Luftzug bringt mich wieder fort. Ich lasse mir die Geschichten vorl\u00e4ufig hier, wenn Du nichts dagegen hast.\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote20sym\" id=\"sdendnote20anc\"><sup>xx<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Nachdem Martin Buber bekanntgegeben hatte, dass er sich im Oktober 1922 aus der Redaktion des \u00bbJuden\u00ab zur\u00fcckziehen wolle, wurde Kafka die Stelle als Redakteur angeboten. Kafka lehnte jedoch ab und begr\u00fcndete dies in einem Brief an Max Brod vom 7.&nbsp;August 1922: \u00bbWas mich betrifft, ist es leider nur Spa\u00df oder Halbschlaf-Einfall bei der Vakanz des \u203aJuden\u2039 an mich zu denken. Wie d\u00fcrfte ich bei meiner grenzenlosen Unkenntnis der Dinge, v\u00f6lligen Beziehungslosigkeit zu Menschen, bei dem Mangel jedes festen j\u00fcdischen Bodens unter den F\u00fc\u00dfen an etwas derartiges denken? Nein, nein.\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote21sym\" id=\"sdendnote21anc\"><sup>xxi<\/sup><\/a><\/p>\n<p>In einem Brief an seine Verlobte Felice Bauer vom 7.&nbsp;Oktober 1916 beschrieb Kafka (der sich w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges f\u00fcr die aus den Kriegsgebieten nach Prag gekommenen \u203aostj\u00fcdischen\u2039 Gefl\u00fcchteten engagierte) die verschiedenen ihm von au\u00dfen zugeschriebenen kulturellen Identit\u00e4ten: \u00bbWillst Du mir \u00fcbrigens nicht auch sagen, was ich eigentlich bin. In der letzten Neuen Rundschau wird die \u203aVerwandlung\u2039 erw\u00e4hnt, mit vern\u00fcnftiger Begr\u00fcndung abgelehnt und dann hei\u00dft es etwa: \u203aK\u02bcs Erz\u00e4hlungskunst besitzt etwas Urdeutsches\u2039 In Maxens Aufsatz dagegen: \u203aK\u02bcs Erz\u00e4hlungen geh\u00f6ren zu den j\u00fcdischesten Dokumenten unserer Zeit.\u2039 Ein schwerer Fall. Bin ich ein Cirkusreiter auf 2 Pferden? Leider bin ich kein Reiter sondern liege am Boden.\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote22sym\" id=\"sdendnote22anc\"><sup>xxii<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Von 1917 an lernte Kafka eifrig Hebr\u00e4isch und zwar sowohl im Selbststudium als auch bei einer Reihe von Lehrer*innen, unter ihnen die in Pal\u00e4stina geborene, hebr\u00e4ische Muttersprachlerin Puah Ben-Tovim. Schlie\u00dflich konnte Kafka hebr\u00e4ische Literatur im Original lesen, wie er im Oktober 1923 in einem Brief an Max Brod berichtete: \u00bbEin wenig lese ich hebr\u00e4isch, in der Hauptsache einen Roman von Brenner\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote23sym\" id=\"sdendnote23anc\"><sup>xxiii<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich zwischen Ende 1920 und Herbst 1921, w\u00e4hrend eines Aufenthaltes im Sanatorium Matliary, schrieb Kafka die einzige ausdr\u00fccklich j\u00fcdische Geschichte in seinem erz\u00e4hlerischen Werk unter dem Titel \u00bbIn unserer Synagoge\u00ab.<\/p>\n<p>Auch wenn Kafka seit Ende 1911 j\u00fcdischen Fragen gro\u00dfes Interesse entgegenbrachte, fand er nicht zum j\u00fcdischen Glauben. So schrieb er in einem Brief an Grete Bloch vom 11.&nbsp;Juni 1914, dass er durch sein \u00bbnichtgl\u00e4ubiges Judentum von jeder gro\u00dfen tragenden Gemeinschaft ausgeschieden\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote24sym\" id=\"sdendnote24anc\"><sup>xxiv<\/sup><\/a> sei. Als Felice Bauer eine T\u00e4tigkeit im \u00bbJ\u00fcdischen Volksheim\u00ab in Berlin, das im Mai 1916 gegr\u00fcndet worden war und sich haupts\u00e4chlich um Kinder aus osteurop\u00e4ischen Familien k\u00fcmmerte, aufnehmen wollte, schrieb ihr Kafka am 16.&nbsp;September 1916: \u00bbW\u00e4hrend ich den Kindern sagen m\u00fc\u00dfte, [\u2026] da\u00df ich infolge meiner Herkunft, Erziehung, Anlage, Umgebung nichts was man aufzeigen k\u00f6nnte mit ihrem Glauben gemeinsam habe (das Halten der Gebote ist nichts \u00e4u\u00dferes, im Gegenteil der Kern des j\u00fcdischen Glaubens) w\u00e4hrend ich also das ihnen irgendwie eingestehen m\u00fc\u00dfte, (und ich w\u00fcrde das offen tun, ohne Offenheit ist hier alles sinnlos) bist Du vielleicht nicht ganz ohne aufzuzeigende Verbindung mit dem Glauben.\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote25sym\" id=\"sdendnote25anc\"><sup>xxv<\/sup><\/a> Zwei Jahre vor seinem Tod, im Juli 1922, beschrieb sich Kafka in einem Brief an Max Brod als \u00bbfremd dem Glauben\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote26sym\" id=\"sdendnote26anc\"><sup>xxvi<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Nach einer schweren Krankheit starb Kafka am Mittag des 4.&nbsp;Juni 1924. Er wurde auf dem Neuen J\u00fcdischen Friedhof in Prag beigesetzt.<\/p>\n<p>In seiner 1999 erschienenen Autobiografie \u00bbMein Leben\u00ab erinnerte sich der j\u00fcdische Literaturkritiker und Shoah\u00fcberlebende Marcel Reich-Ranicki, in dessen Frankfurter Wohnung ein Portr\u00e4t Kafkas an der Wand hing, dass in seiner Schulzeit im nationalsozialistischen Berlin Kafka weitgehend unbekannt gewesen war: \u00bbAllerdings f\u00e4llt mir auf, da\u00df ich damals einen Namen von h\u00f6chster Bedeutung \u00fcberhaupt nicht geh\u00f6rt hatte: Franz Kafka. Von der sechsb\u00e4ndigen Ausgabe seiner \u203aGesammelten Werke\u2039 konnten noch 1935 vier B\u00e4nde in Berlin, in einem j\u00fcdischen Verlag, erscheinen, die beiden letzten hingegen wurden 1937 (da man selbstverst\u00e4ndlich auch Kafka auf die \u203aListe des sch\u00e4dlichen und unerw\u00fcnschten Schrifttums\u2039 gesetzt hat) in Prag publiziert. Aber allem Anschein nach hat niemand in meiner Umgebung Kafka gekannt. Noch war er ein Geheimtip.\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote27sym\" id=\"sdendnote27anc\"><sup>xxvii<\/sup><\/a> Zwei Jahrzehnte sp\u00e4ter, in der zweiten H\u00e4lfte der 1950er Jahre, \u00fcbersetzte Marcel Reich-Ranicki zusammen mit seinem polnischen Kritikerfreund Andrzej Wirth Kafkas \u00bbSchloss\u00ab in der B\u00fchnenfassung von Max Brod ins Polnische. Marcel Reich-Ranicki bezeichnete in seiner Autobiografie Kafkas \u00bbProzess\u00ab zusammen mit Thomas Manns \u00bbBuddenbrooks\u00ab und Marcel Prousts \u00bbSuche nach der verlorenen Zeit\u00ab als \u00bbWerke, die in unserem Jahrhundert nicht \u00fcbertroffen wurden\u00ab<a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote28sym\" id=\"sdendnote28anc\"><sup>xxviii<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Kafkas lebenslanges Ringen um seine J\u00fcdischkeit zeigt, dass \u00bbIdentit\u00e4t\u00ab \u2013 ein zentraler Begriff der Postmoderne \u2013 nicht statisch, sondern dynamisch ist. Seine von Ambivalenzen und Unsicherheiten gepr\u00e4gte Identit\u00e4tsentwicklung sprengt das in der westlichen Gesellschaft tief verankerte bin\u00e4re Denken, das sich in Dichotomien wie j\u00fcdisch\/nichtj\u00fcdisch ersch\u00f6pft. Dabei sind kulturelle, religi\u00f6se, geschlechtliche oder andere Identit\u00e4ten in Wahrheit wesentlich flie\u00dfender. Dieser Diversit\u00e4t gilt es Rechnung zu tragen. Wenn sich beispielsweise Taiwans gegenw\u00e4rtige*r Digitalminister*in Audrey Tang als \u00bbpostgender\u00ab bezeichnet, m\u00fcssen das ihre*seine Mitmenschen nicht nachvollziehen oder verstehen k\u00f6nnen, aber sie sollten es respektieren. Wohin fehlender Respekt gegen\u00fcber den Mitmenschen im Extremfall f\u00fchren kann, zeigt die Geschichte von Kafkas Familie: Kafkas Schwestern Elli, Valli und Ottla Kafka wurden nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch die deutsche Wehrmacht im M\u00e4rz 1939 in Konzentrationslager deportiert und ermordet. Ihr Schicksal sollte uns zur Mahnung gereichen, uns gegen jede Menschenfeindlichkeit und f\u00fcr Respekt und Toleranz einzusetzen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote1anc\" id=\"sdendnote1sym\">i<\/a> Franz Kafka: Gesammelte Werke in zw\u00f6lf B\u00e4nden. Nach der Kritischen Ausgabe, hrsg. von Hans-Gerd Koch. Band 9: Tageb\u00fccher 1: 1909\u20131912, in der Fassung der Handschrift. Fischer Taschenbuch, Frankfurt a.&nbsp;M. 1994, S. 247 f.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote2anc\" id=\"sdendnote2sym\">ii<\/a> Klaus Wagenbach: Franz Kafka. 1883\u20131924. Manuskripte, Erstdrucke, Dokumente, Photographien. Akademie der K\u00fcnste, Berlin 1966, S. 24 Abb.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote3anc\" id=\"sdendnote3sym\">iii<\/a> Franz Kafka: Schriften, Tageb\u00fccher, Briefe. Kritische Ausgabe. Nachgelassene Schriften und Fragmente 2. Hrsg. von Jost Schillemeit. S.&nbsp;Fischer, Frankfurt a.&nbsp;M. 1992, S. 188 f.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote4anc\" id=\"sdendnote4sym\">iv<\/a> Franz Kafka (Anm. 3), S. 188 f.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote5anc\" id=\"sdendnote5sym\">v<\/a> Max Brod\/Franz Kafka: Eine Freundschaft. Band 2: Briefwechsel. Hrsg. von Malcolm Pasley. S.&nbsp;Fischer, Frankfurt a.&nbsp;M. 1989, S. 360.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote6anc\" id=\"sdendnote6sym\">vi<\/a> Franz Kafka (Anm. 1), S. 48\u201350.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote7anc\" id=\"sdendnote7sym\">vii<\/a> Franz Kafka (Anm. 1), S. 168.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote8anc\" id=\"sdendnote8sym\">viii<\/a> Franz Kafka: Gesammelte Werke in zw\u00f6lf B\u00e4nden. Nach der Kritischen Ausgabe, hrsg. von Hans-Gerd Koch. Band 10: Tageb\u00fccher 2: 1912\u20131914, in der Fassung der Handschrift. Fischer Taschenbuch, Frankfurt a.&nbsp;M. 1994, S. 22.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote9anc\" id=\"sdendnote9sym\">ix<\/a> Franz Kafka (Anm. 8), S. 36.<\/p>\n<p><a><\/a> <a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote10anc\" id=\"sdendnote10sym\">x<\/a> Franz Kafka (Anm. 3), S. 190 f.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote11anc\" id=\"sdendnote11sym\">xi<\/a> Franz Kafka: Schriften, Tageb\u00fccher, Briefe. Kritische Ausgabe. Briefe: 1913\u2013M\u00e4rz 1914. Hrsg. von Hans-Gerd Koch. S.&nbsp;Fischer, Frankfurt a.&nbsp;M. 1999, S. 48.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote12anc\" id=\"sdendnote12sym\">xii<\/a> Martin Buber: Briefwechsel aus sieben Jahrzehnten in 3 B\u00e4nden, hrsg. von Grete Schaeder. Band 1: 1897\u20131918. Lambert Schneider, Heidelberg 1972, S. 409.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote13anc\" id=\"sdendnote13sym\">xiii<\/a> Franz Kafka (Anm. 8), S. 225.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote14anc\" id=\"sdendnote14sym\">xiv<\/a> Martin Buber (Anm. 12), S. 409.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote15anc\" id=\"sdendnote15sym\">xv<\/a> Martin Buber (Anm. 12), S. 494.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote16anc\" id=\"sdendnote16sym\">xvi<\/a> Franz Kafka: Gesammelte Werke in zw\u00f6lf B\u00e4nden. Nach der Kritischen Ausgabe, hrsg. von Hans-Gerd Koch. Band 11: Tageb\u00fccher 3: 1914\u20131923, in der Fassung der Handschrift. Fischer Taschenbuch, Frankfurt a.&nbsp;M. 1994, S. 99.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote17anc\" id=\"sdendnote17sym\">xvii<\/a> Martin Buber: Schuld und Schuldgef\u00fchle. Lambert Schneider, Heidelberg 1958, S. 61 f.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote18anc\" id=\"sdendnote18sym\">xviii<\/a> Franz Kafka: Schriften, Tageb\u00fccher, Briefe. Kritische Ausgabe. Briefe: April 1914\u20131917. Hrsg. von Hans-Gerd Koch. S.&nbsp;Fischer, Frankfurt a.&nbsp;M. 2005, S. 336.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote19anc\" id=\"sdendnote19sym\">xix<\/a> Franz Kafka (Anm. 16), S. 231.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote20anc\" id=\"sdendnote20sym\">xx<\/a> Franz Kafka (Anm. 18), S. 336.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote21anc\" id=\"sdendnote21sym\">xxi<\/a> Max Brod\/Franz Kafka (Anm. 5), S. 402.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote22anc\" id=\"sdendnote22sym\">xxii<\/a> Franz Kafka (Anm. 18), S. 250.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote23anc\" id=\"sdendnote23sym\">xxiii<\/a> Max Brod\/Franz Kafka (Anm. 5), S. 436.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote24anc\" id=\"sdendnote24sym\">xxiv<\/a> Franz Kafka (Anm. 18), S. 84.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote25anc\" id=\"sdendnote25sym\">xxv<\/a> Franz Kafka (Anm. 18), S. 227.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote26anc\" id=\"sdendnote26sym\">xxvi<\/a> Max Brod\/Franz Kafka (Anm. 5), S. 396.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote27anc\" id=\"sdendnote27sym\">xxvii<\/a> Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1999, S. 94 f.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/emafrie.de\/kafkaeske-identitaeten\/#sdendnote28anc\" id=\"sdendnote28sym\">xxviii<\/a> Marcel Reich-Ranicki (Anm. 27), S. 534.<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum 140. Geburtstag Franz Kafkas, eines der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller, dessen lebenslanges Ringen um seine J\u00fcdischkeit mit Blick auf unsere heutigen Identit\u00e4tsdebatten von gro\u00dfer Aktualit\u00e4t ist. von Thomas Tews (zuerst erschienen am 3. 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