{"id":66080,"date":"2025-02-02T13:27:48","date_gmt":"2025-02-02T12:27:48","guid":{"rendered":"https:\/\/emafrie.de\/?p=10251"},"modified":"2025-02-02T13:27:48","modified_gmt":"2025-02-02T12:27:48","slug":"fehltage-kranke-sollen-arbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2025\/02\/fehltage-kranke-sollen-arbeiten\/","title":{"rendered":"Fehltage: Kranke sollen arbeiten"},"content":{"rendered":"<p>von <em>Minh Schredle<\/em><\/p>\n<p><em>Kranke sind die neuen Hartzer. Wirtschaftsbosse stellen sie als faul dar, machen sie verantwortlich f\u00fcr die Rezession und fordern: Z\u00e4hne zusammenbei\u00dfen! Dabei geht eine Mehrheit ohnehin schon krank zur Arbeit.<\/em><\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em>Ein Vortrag von Minh Schredle zum Thema ist <a href=\"https:\/\/emafrie.de\/video-krankes-deutschland\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/emafrie.de\/video-krankes-deutschland\/\"  rel=\"noreferrer noopener\">HIER<\/a> zu sehen<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wo Entscheidungen keinen Preis mehr h\u00e4tten, f\u00fchrte Christoph Werner k\u00fcrzlich im Gespr\u00e4ch mit dem &#8220;Stern&#8221; aus, w\u00fcrden sie &#8220;nicht verantwortungsvoller&#8221;. Der vorsitzende Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der von Vater G\u00f6tz gegr\u00fcndeten Drogeriemarktkette dm erl\u00e4uterte seine \u00dcberzeugung, &#8220;dass menschliches Verhalten neben der Einsicht auch durch die Konsequenzen beeinflusst wird, die es ausl\u00f6st&#8221;. Das Interview fragt allerdings nicht nach Ratschl\u00e4gen f\u00fcr die Kindeserziehung \u2013 an die Verantwortung appelliert Werner mit Blick auf den hohen Krankenstand in der Republik. Die Schuld daran verortet er offenbar bei faulen Besch\u00e4ftigten, denn er ist sicher: &#8220;Wenn eine Krankmeldung sich auch auf das Einkommen auswirken w\u00fcrde, w\u00e4re der Krankenstand in Deutschland ein anderer.&#8221;<\/p>\n<p>Damit reiht sich Werner ein in die Riege von Wirtschaftsbossen, die dem Missstand vieler Fehltage beikommen wollen \u2013 vor allem durch versch\u00e4rften Druck. <\/p>\n<p><span id=\"more-10251\"><\/span><\/p>\n<p>Mercedes-Benz-Chef Ola K\u00e4llenius verriet der &#8220;S\u00fcddeutschen Zeitung&#8221; im Dezember, er frage einmal pro Jahr den Werksarzt, was sie denn als Unternehmen gegen den hohen Krankenstand in den deutschen Werken tun k\u00f6nnten. Die Antwort des Arztes sei immer die gleiche: &#8220;Nichts \u00fcber das hinaus, was wir schon machen.&#8221; Entsprechend m\u00fcsse das Problem nicht von Daimler, sondern politisch gel\u00f6st werden. K\u00e4llenius&#8217; Analyse: &#8220;Es darf nicht so einfach sein, sich krankzumelden.&#8221; Kritisch sieht er etwa die M\u00f6glichkeit, sich den gelben Schein per Telefon ausstellen zu lassen.<\/p>\n<p>Der Vorstandsvorsitzende der Allianz, Oliver B\u00e4te, argumentiert \u00e4hnlich. So schrieb er bereits im Oktober in einem Gastbeitrag f\u00fcr das &#8220;Handelsblatt&#8221;, die Deutschen m\u00fcssten &#8220;dringend wieder ein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr herstellen, dass unser Wohlstand auch etwas mit dem Willen zu tun hat, sich f\u00fcr den Erhalt dieses Wohlstands anzustrengen&#8221;. Ein &#8220;chronisch erh\u00f6hter Krankenstand&#8221; sei da hinderlich, denn ohne diesen w\u00e4re die deutsche Wirtschaft laut B\u00e4te &#8220;im vergangenen Jahr nicht um 0,3 Prozent geschrumpft, sondern um knapp 0,5 Prozent gewachsen&#8221; \u2013 das will der Verband forschender Pharma-Unternehmen errechnet haben. Aber es hat etwas von einem Wunschkonzert: Wenn VW drei Mal so viele Autos verkauft h\u00e4tte, w\u00e4re wahrscheinlich auch ein positiver Effekt auf die Konjunktur zu verzeichnen.<\/p>\n<p>Am 10. Januar bekam B\u00e4te Gelegenheit, im &#8220;Handelsblatt&#8221; noch einmal nachzulegen: Das Gesundheitssystem schaffe \u2013 \u00e4hnlich wie das B\u00fcrgergeld \u2013 &#8220;falsche Anreize f\u00fcr Menschen, sich vom Sicherheitsnetz in die soziale H\u00e4ngematte zu begeben. Bislang konnten wir uns das leisten, nun aber fehlen der Wirtschaft die Arbeitsstunden&#8221; (dabei meldete das Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung mit Blick auf die geleisteten Stunden im September 2024: &#8220;In Deutschland wurde noch nie so viel gearbeitet.&#8221;). Doch laut B\u00e4te gelte es nun, den Staat wieder &#8220;sozial gerecht zu gestalten&#8221;. Und in diesem Sinne empfiehlt der Vorstandsvorsitzende: Die Arbeitnehmer sollen &#8220;die Kosten f\u00fcr den ersten Krankheitstag selbst tragen&#8221;, denn &#8220;Deutschland ist mittlerweile Weltmeister bei den Krankmeldungen&#8221;.<\/p>\n<p><strong>Nicht mal Europameister<\/strong><\/p>\n<p>Laut den Zahlen der OECD ist Deutschland indessen noch nicht einmal Europameister, sondern landet bei den Arbeitsstunden, die durch Krankheit verloren gehen, hinter Norwegen, Finnland, Slowenien, Spanien, Portugal und Frankreich. Seitens &#8220;Handelsblatt&#8221; erfolgt dennoch keine R\u00fcckfrage an den Gespr\u00e4chspartner \u2013 ebenso wenig wie eine kritische Einordnung der Behauptung.<\/p>\n<p>Zur Debatte stehen nun die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, daneben die telefonische Krankmeldung. Zu Letzterer \u00e4u\u00dferte sich Markus Beier, der Vorsitzende des Haus\u00e4rztinnen- und Haus\u00e4rzteverbands (H\u00c4V): Es handle sich dabei um &#8220;eine der wenigen politischen Ma\u00dfnahmen&#8221;, die &#8220;aktuell wirklich B\u00fcrokratie reduziert&#8221;, die Patienten und Praxen entlaste und obendrein den Vorzug habe, dass am Telefon keine Ansteckungsgefahr besteht. Zudem deuten Befragungen darauf hin, dass Leute, die blau machen wollen, den gelben Schein im Zweifel auch vor Ort in einer Praxis oder neuerdings \u00fcbers Internet bekommen.<\/p>\n<p>Vor den Risiken und Nebenwirkungen, am ersten Krankheitstag keinen Lohn zu zahlen, warnte k\u00fcrzlich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD): &#8220;Wenn man jetzt die Besch\u00e4ftigten unter Druck setzt, krank zur Arbeit zu gehen, weil sie sich den Karenztag nicht leisten k\u00f6nnen, dann riskieren wir, dass sie Kollegen anstecken und Krankheiten verschleppen.&#8221; Wohin das f\u00fchrt, zeigt sich in der Pflege: Die Branche mit dem aktuell h\u00f6chsten Krankenstand ist zugleich die, in der Besch\u00e4ftigte am h\u00e4ufigsten krank zur Arbeit gehen. Ein Teufelskreis: Weil ohnehin viele ausfallen, denken sich die noch nicht krank Geschriebenen, dass sie ihre Kolleg:innen nicht im Stich lassen d\u00fcrften \u2013 bis die Belastungsgrenzen irgendwann \u00fcberschritten sind und ein langfristiger Ausfall droht. Ein Burnout ist dann nicht in zwei Tagen behandelt.<\/p>\n<p>Doch den Wortmeldungen aus der Wirtschaft, die ein entschlosseneres Zusammenbei\u00dfen der Z\u00e4hne einfordern, liegt in der Regel die Unterstellung zugrunde, dass viele krank Gemeldete eigentlich arbeitsf\u00e4hig w\u00e4ren. Und sicher: Blaumachen ist ein real existierendes Ph\u00e4nomen. Doch der Nachweis, dass der Dienst heutzutage h\u00e4ufiger geschw\u00e4nzt wird als fr\u00fcher, gestaltet sich als schwierig. So gibt es gegenw\u00e4rtig zwar viele Verweise darauf, dass die Zahl der Krankheitstage in Deutschland ein historisches H\u00f6chstniveau erreicht h\u00e4tten, was etwa die Techniker Krankenkasse im Dezember vermeldete. Aus statistischer Sicht sind die Daten der Krankenkasse allerdings nur bedingt brauchbar. Denn erst seit Juli 2022 sind \u00c4rztinnen und \u00c4rzte gesetzlich verpflichtet, die Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigung digital an die Krankenkasse zu \u00fcbergeben. Vorher war daf\u00fcr der Arbeitgeber zust\u00e4ndig. Weil viele Betriebe die Meldung unterlie\u00dfen, gab es eine Dunkelziffer. Aufgrund unterschiedlicher Erhebungsmethoden sind die Jahreswerte vor und nach 2022 daher nicht seri\u00f6s vergleichbar.<\/p>\n<p>Darauf verweist auch Christopher Prinz, Arbeitsmarktexperte bei der OECD. Nach ihren eigenen Daten bewege sich der Krankenstand in Deutschland gar nicht auf einem auff\u00e4llig hohen Niveau, sondern genau im Schnitt der Jahre 2015 bis 2019. &#8220;Es gibt keinen sachlichen Grund, die Debatte gerade jetzt zu f\u00fchren&#8221;, sagt Prinz.<\/p>\n<p>Verbreiteter als das Blaumachen ist laut einer repr\u00e4sentativen Befragung des Pinktum Instituts das genaue Gegenteil: 59 Prozent gaben an, &#8220;oft auch dann zur Arbeit zu gehen, wenn sie eigentlich krank zu Hause bleiben sollten&#8221;. Und wenn doch jemand arbeitsf\u00e4hig dem Dienst fernbleibt, hei\u00dft es in der im Juni 2024 ver\u00f6ffentlichten Studie, handelt es sich \u00fcberproportional oft um m\u00e4nnliche F\u00fchrungskr\u00e4fte. Die Appelle, dringend flei\u00dfiger zu werden, sollten Wirtschaftsbosse also, wenn \u00fcberhaupt, ans eigene Milieu adressieren.<\/p>\n<p>Doch in der Krise verlangt die Kapitalfraktion Opferbereitschaft. Wo das Wachstum nicht w\u00e4chst, haben meist zwei Rezepte Konjunktur: den G\u00fcrtel enger schnallen und die \u00c4rmel hochkrempeln. W\u00e4hrend das erste auf Sparorgien einstimmt, fordert das zweite mehr Leistungsbereitschaft \u2013 die nach den W\u00fcnschen der dm- und Allianz-Chefs im Zweifel durch angezogene Daumenschrauben erzwungen werden soll, selbst wenn eine Mehrheit schon so krank malochen geht.<\/p>\n<p><strong>Bentham misst das Gl\u00fcck mit Geld<\/strong><\/p>\n<p>Den Arbeitsethos anzupreisen als eine der h\u00f6chsten moralischen Verpflichtungen \u00fcberhaupt, ist in der Epoche der Aufkl\u00e4rung popul\u00e4r geworden \u2013 w\u00e4hrend der M\u00fc\u00dfiggang etwa im antiken Griechenland noch als Tugend galt. In ungewohntem Dogmatismus ohne weitere Begr\u00fcndung schrieb etwa Immanuel Kant: &#8220;Es ist von der gr\u00f6\u00dften Wichtigkeit, dass Kinder arbeiten lernen. Der Mensch ist das einzige Tier, das arbeiten muss.&#8221; Und die &#8220;gr\u00f6\u00dfte moralische Vollkommenheit des Menschen&#8221; sei: &#8220;Seine Pflicht zu tun. Und zwar aus Pflicht.&#8221;<\/p>\n<p>Die Idee einer inneren Dressur wurde im Zuge des \u00dcbergangs vom Absolutismus zum Liberalismus virulent, also zum Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. In dieser Zeit ver\u00e4nderten neue Produktionsbedingung die gesellschaftliche Arbeit: Weg von der Subsistenzwirtschaft, bei der die erstellten Waren an oftmals bekannte Menschen aus dem Dorf verkauft wurden, hin zum anonymen Weltmarkt, bei dem sich K\u00e4ufer und Verk\u00e4ufer nur selten kennen. Aufschlussreich \u00fcber die Genese wirtschaftsliberalen Denkens sind insbesondere die Schriften von Jeremy Bentham (1748 &#8211; 1832), der als Philosoph der Frage nachging, wie sich das &#8220;gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Gl\u00fcck f\u00fcr die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Zahl&#8221; erreichen l\u00e4sst.&#8221;Das Thermometer ist das Instrument, um drau\u00dfen die Temperatur zu messen&#8221;, hei\u00dft es um 1770 bei dem Briten, &#8220;das Barometer ist das Instrument, um den Luftdruck zu messen.&#8221; Um Gl\u00fcck zu messen, w\u00e4hlt er als angeblich objektiven Ma\u00dfstab das Geld aus und erl\u00e4utert: &#8220;Wer mit der Genauigkeit dieser Instrumente nicht zufrieden ist, mu\u00df andere zu finden suchen, oder er mu\u00df der Naturwissenschaft Lebewohl sagen.&#8221; Nach Benthams \u00dcberlegungen \u2013 gepr\u00e4gt durch massenweise Verelendung im England des Industriekapitalismus \u2013 scheine erst einmal naheliegend, &#8220;den Reichsten ihren Reichtum abzunehmen und ihn auf die weniger Reichen zu \u00fcbertragen&#8221;. Doch Bentham denkt weiter \u2013 und warnt dann vor den Folgen von Umverteilung. Dadurch ergebe sich n\u00e4mlich &#8220;eine v\u00f6llige Vernichtung des Gl\u00fccks&#8221;, weil durch die Gewissheit, sein vieles Geld teilen zu m\u00fcssen, &#8220;man die Fr\u00fcchte seiner Arbeit nicht genie\u00dfen wird, wodurch jeder Ansporn zur Arbeit ausgel\u00f6scht w\u00fcrde&#8221;.<\/p>\n<p>Bentham \u00fcberlegt daher, wie mit dem Problem umzugehen sei, dass zu viele Arme vor dem Verhungern auf die Idee kommen zu stehlen oder zu morden. Da es ihm unm\u00f6glich scheint, gen\u00fcgend Polizisten anzuheuern, um die verelendeten Massen in Schach zu halten, m\u00fcsse man sie disziplinieren \u2013 innere Dressur ist geboten. So ist Bentham Urheber der Idee des Panopticums, einer kreisrunden, gl\u00e4sernen \u00dcberwachungsanstalt. Das Konzept f\u00fchrte er 1791 genauer aus: Es sei &#8220;anwendbar auf alle Einrichtungen, in denen Personen jeder beliebigen Art unter Kontrolle gehalten werden sollen; insbesondere auf Besserungsanstalten, Gef\u00e4ngnisse, Werkst\u00e4tten, Manufakturen und Fabriken, Armenh\u00e4user, Irrenh\u00e4user, Krankenh\u00e4user und Schulen&#8221;. Der Clou: W\u00e4hrend die Beobachteten in ihren Einzelzellen in der kreisrunden Anordnung permanent sichtbar sind, ist die in der Mitte befindliche Bewacherloge selbst nicht einsehbar: Die Fenster &#8220;sind durch Jalousien so verdeckt [&#8230;], dass die Insassen von ihren Zellen aus nicht sehen k\u00f6nnen, ob sich jemand in der Loge befindet oder nicht&#8221;.<\/p>\n<p>In &#8220;\u00dcberwachen und Strafen&#8221; diskutiert der franz\u00f6sische Philosoph Michel Foucault 1975 die Idee des Panopticums als Modell f\u00fcr das architektonische Ordnungsprinzip moderner \u00dcberwachungsgesellschaften und f\u00fchrt aus: &#8220;Die Sichtbarkeit ist eine Falle.&#8221; Wenn Beobachtung jederzeit m\u00f6glich scheint, richtet sich der Blick nach innen und die Betroffenen beginnen, das eigene Verhalten zu kontrollieren. Jeder wird seiner selbst W\u00e4rter und Polizist zugleich \u2013 und entwickelt wom\u00f6glich einen Hass auf alle, die sich den Zw\u00e4ngen nicht im gleichen Ausma\u00df unterwerfen. Vielleicht weil sie selbst insgeheim auch lieber im Freibad blaumachen w\u00fcrden, als sich nach Einwurf von Ibuprofen Granulat bei der Fabrikarbeit ausbeuten zu lassen.<\/p>\n<p>Gl\u00fccksphilosoph Bentham kam jedenfalls auf die Idee, die Z\u00fcchtigung der verarmten straff\u00e4lligen Massen mit einer hocheffizienten Pr\u00fcgelmaschine zu optimieren, in der &#8220;die St\u00e4rke und die Abfolge der Hiebe vom Richter vorgeschrieben werden. So wird jede Willk\u00fcr vermieden&#8221;. Im Sinne der gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Effizienz lie\u00dfen sich so mehrere Delinquenten gleichzeitig bestrafen, was &#8220;zugleich Zeit spart und den Terror der Szenerie steigert&#8221;.<\/p>\n<p>Die Bentham&#8217;sche Pr\u00fcgelmaschine wurde in der vorgeschlagenen Form bislang nicht verwirklicht, Teilaspekte der panoptischen Ideen scheinen in modernen Adaptionen umgesetzt. Der innere Zwang, flei\u00dfig sein zu m\u00fcssen und schlie\u00dflich zu wollen, die Unterdr\u00fcckung k\u00f6rperlicher und seelischer Bed\u00fcrfnisse zwecks Produktivit\u00e4tssteigerung sind eher gesellschaftlicher Standard als Einzelfall. Die Selbstzurichtung auch dort noch einzufordern, wo sie autodestruktive Tendenzen entwickelt \u2013 siehe Pflege \u2013, erscheint dennoch einigerma\u00dfen ungesund.<\/p>\n<p><em>Minh Schredle h\u00e4lt am 30. Januar um 19:30 Uhr einen Online-Vortrag unter dem Titel &#8220;Krankes Deutschland&#8221;. Zugangsdaten<a href=\"https:\/\/emafrie.de\/krankes-deutschland\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/emafrie.de\/krankes-deutschland\/\"  rel=\"noreferrer noopener\"> gibt es hier.<\/a>&nbsp;<\/em><\/p>\n<p>[zuerst erschienen in <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/gesellschaft\/722\/kranke-sollen-arbeiten-9991.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/gesellschaft\/722\/kranke-sollen-arbeiten-9991.html\"  rel=\"noreferrer noopener\">Kontext: Wochenzeitung<\/a> Ausgabe 722 am 29. Januar 2025]<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Minh Schredle Kranke sind die neuen Hartzer. Wirtschaftsbosse stellen sie als faul dar, machen sie verantwortlich f\u00fcr die Rezession und fordern: Z\u00e4hne zusammenbei\u00dfen! Dabei geht eine Mehrheit ohnehin schon krank zur Arbeit. Wo Entscheidungen keinen Preis mehr h\u00e4tten, f\u00fchrte \u2026 <a href=\"https:\/\/emafrie.de\/fehltage-kranke-sollen-arbeiten\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">\u2192<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":928,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1615,2526,2555,2521,1099,2684,2659,2528,1819,2524],"class_list":["post-66080","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-syndicated","tag-arbeit","tag-gewerkschaften","tag-individuum","tag-kapital-und-krise","tag-kapitalismus","tag-klasse","tag-minh-schredle","tag-oekologie","tag-politik","tag-soziale-bewegungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66080","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/users\/928"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66080"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66080\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":66081,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66080\/revisions\/66081"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66080"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66080"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66080"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}