{"id":66306,"date":"2025-05-22T21:01:21","date_gmt":"2025-05-22T20:01:21","guid":{"rendered":"https:\/\/evibes.org\/?p=78611"},"modified":"2025-05-22T21:01:21","modified_gmt":"2025-05-22T20:01:21","slug":"femizide-stoppen-keinemehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meta.copyriot.com\/2025\/05\/femizide-stoppen-keinemehr\/","title":{"rendered":"Femizide stoppen! #keinemehr"},"content":{"rendered":"<div id=\"meta-origin\" data-coolorigin=\"https%3A%2F%2Fcollabora.systemli.org%2Fcool%2Fclipboard%3FWOPISrc%3Dhttps%253A%252F%252Fcloud.systemli.org%252Findex.php%252Fapps%252Frichdocuments%252Fwopi%252Ffiles%252F9029486_ocx3onqumo2o%26ServerId%3D288f0e08%26ViewId%3D4%26Tag%3D5bb8a2c357b79663\">\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\"><b>Ermordet, weil wir Frauen* sind<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Der Begriff \u201eFemizid\u201c bezeichnet die \u201efrauenfeindliche T\u00f6tung von Frauen durch M\u00e4nner\u201c (Russel). Dies bedeutet, dass ein Mann eine Frau*<!-- es gab vor einigen Jahren mal gro\u00dfe Kritik an dem Frauen Sternchen-Begriff. Evibes hatte den benutzt und damals viel Kritik abbekommen, nachzulesen auch auf unsre website glaube ich, oder im Forum. f\u00fcr mich ist der Begriff ok, aber wenn wir den benutzen kann es halt sein, dass das wieder passiert. vielleicht k\u00f6nnten wir sonst noch etwas ausf\u00fcrhlicher begr\u00fcunden, warum wir diesen begriff in diesem text als sinnvoll erachten? --> ermordet, lediglich weil sie eine Frau* ist. Femizide repr\u00e4sentieren die extremste Form patriarchaler Gewalt, treten jedoch h\u00e4ufig im Rahmen eines Kontinuums von Gewalt auf und sind Ausdruck m\u00e4nnlicher Dominanzbestrebungen. Entscheidend f\u00fcr die Klassifizierung einer Tat als Femizid ist, dass sie im Kontext einer allgemeinen Unterdr\u00fcckung von Frauen* in patriarchalen Gesellschaften erfolgt. Femizide geschehen sowohl innerhalb als auch au\u00dferhalb intimer Beziehungen, wobei letztere weltweit die h\u00e4ufigste Form darstellen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Bereits in den 1990er Jahren begannen Feminist:innen in Lateinamerika, den Begriff des Femizides zu verwenden<!-- Vielleicht lieber &quot;den Begriff&quot; anstatt &quot;Konzept&quot;? -->, um den dramatischen Anstieg von Gewalttaten an Frauen* zu benennen. Diese Bezeichnung der Taten als Femizid erm\u00f6glichte es, diese politisch einzuordnen und einen Widerstand zu mobilisieren. Ein zentraler Bezugspunkt der Bewegung war die erschreckende Serie von Femiziden in der mexikanischen Stadt Ciudad Ju\u00e1rez, wo zwischen den 1990er Jahren und 2003 bis zu 500 Frauen* verschwanden und sp\u00e4ter meist tot aufgefunden wurden. Die Aufkl\u00e4rung dieser Mord<!-- im ersten satz &quot;verschwanden&quot; dann aber &quot;morde&quot;. wenn es sicher ist, dass diese frauen ermordet wurde w\u00fcrde ich im ersten satz das noch dazuschreiben -->e blieb jedoch oft aus, was zur Entstehung einer starken feministischen Bewegung f\u00fchrte, die besonders die Verantwortung des Staates in den Blick nahm und auch internationale Beachtung fand. Die Gr\u00fcndung der \u201eNi una menos\u201c-Bewegung in Argentinien im Jahr 2015 trug zus\u00e4tzlich zur Bekanntwerdung des Ph\u00e4nomens bei. Diese Bewegung hat sich mittlerweile zu einer Massenbewegung entwickelt, die auch in Deutschland unter dem Titel \u201eKeine Mehr\u201c aktiv ist.<\/span><\/p>\n<p align=\"left\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\"><b>Die Datenlage spricht f\u00fcr sich<\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Dass das Problem immer noch genauso aktuell ist, zeigt auch ein Blick auf die Zahlen: 2023 z\u00e4hlte die UN weltweit 85.000 Femizide. Auch in Deutschland wurden 2023 insgesamt 360 Femizide erfasst. Das hei\u00dft, dass beinahe jeden Tag eine Frau* oder ein M\u00e4dchen* ermordet wurde. 578 Frauen* und M\u00e4dchen* wurden Opfer versuchter Morde, \u00fcberlebten aber gl\u00fccklicherweise. Diese und andere Daten zum Anstieg patriarchaler Gewalt sind schockierend und zeigen, dass wir als Frauen* nicht in einer sicheren gleichberechtigten Gesellschaft leben, sondern dass es jeden Tag auch uns treffen k\u00f6nnte. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\"><span style=\"color: #000000\"><b>This is a man\u2019s world <\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Man(n) t\u00f6tet nicht aus Liebe &#8211; so viel ist klar, aber wie kann es sein, dass fast t\u00e4glich ein Femizid passiert? <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Gewalt gegen Frauen* wird durch ein gesellschaftliches System beg\u00fcnstigt &#8211; das Patriarchat. \u201eKurzgefasst kann das Patriarchat als Vorherrschaft des M\u00e4nnlichen \u00fcber alles Nicht-M\u00e4nnliche verstanden werden\u201c. Diese Vorherrschaft beinhaltet die Abwertung von Weiblichkeit. \u201eDie darin verwurzelte Unterdr\u00fcckung [\u2026] geschieht systematisch und geht mit einer Objektivierung von Frauen* einher. Als Objekte k\u00f6nnen Frauen* angeeignet, genutzt und notfalls auch zerst\u00f6rt werden. Femizide sind daher das Resultat eines Systems, in dem patriarchales Anspruchsdenken, Misogynie und Gewalt an der Tagesordnung sind.\u201c (Redical [M]: Keine Mehr! 2. Aufl. S. 12)<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Dem Ganzen liegt ein Bild von M\u00e4nnlichkeit zu Grunde, das erf\u00fcllt werden und sich von allem Weiblichen abgrenzen muss &#8211; die sogenannte \u201ehegemoniale M\u00e4nnlichkeit\u201c, die immer wieder neu verhandelt werden muss und durch Dominanzverh\u00e4ltnisse und Hierarchien gepr\u00e4gt ist. Die Unabh\u00e4ngigkeit von allem Weiblichen, steht dabei dem Bed\u00fcrfnis nach Befriedigung auf sexueller und emotionaler Ebene durch Frauen<!-- Einheitlichkeit ob mit * oder ohne -->* gegen\u00fcber. Dieser Widerspruch f\u00fchrt zum sogenannten Autonomie- und Abh\u00e4ngigkeitskonflikt. Jede \u201evermeintliche Bedrohung der eigenen Autonomiefantasien durch das weibliche Geschlecht soll mit Hilfe von Macht, Unterordnung und im Zweifel auch Gewalt abgewendet werden.\u201c (Redical [M]: Keine Mehr! 2. Aufl. S. 16).<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Im \u00e4u\u00dfersten Fall gipfelt dies in Femiziden. Diese sind nicht nur die \u00e4u\u00dferste Spitze der Gewaltspirale in der Verteidigung vermeintlicher M\u00e4nnlichkeitsanspr\u00fcche, sondern Bestrafung und Warnung an alle Frauen*. Jeden Tag, an dem ein Femizid passiert, sind wir alle gemeint!<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\"><b>Der Wert einer Frau*<\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Aber nicht nur patriarchale Strukturen allein f\u00fchren dazu, dass nahezu jeden Tag eine Frau* aufgrund ihres Geschlechts ermordet wird. Patriarchale Strukturen und hegemoniale M\u00e4nnlichkeit gehen mit einem kapitalistischen Gesellschaftssystem einher, dass Frauen* ausbeutet und als weniger wert betrachtet. In der Entstehung des Kapitalismus konnte dieser auf bereits bestehende patriarchale Strukturen bauen und so unprofitable Arbeit &#8211; Reproduktionsarbeit &#8211; auf Frauen* auslagern. Immer noch bew\u00e4ltigen Frauen* den Gro\u00dfteil der Care-Arbeit, ohne die der Kapitalismus nicht funktionieren w\u00fcrde. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Aber was hat das jetzt mit Femiziden zu tun? Die vergeschlechtlichte Arbeitsteilung, also dass Frauen* f\u00fcr unbezahlte Care-Arbeit verantwortlich gemacht werden, wird nicht nur durch \u00f6konomische und sozialisatorische Umst\u00e4nde durchgesetzt, sondern auch durch direkte Gewaltaus\u00fcbung von M\u00e4nnern. Diese sehen ihren Anspruch in der \u201cVerf\u00fcgung \u00fcber Frauen*\u201d, auch \u00fcber ihre Arbeitskraft. Ob es nun um\u2019s Putzen der Wohnung, das Leisten emotionaler Care-Arbeit oder um sexuelle Verf\u00fcgbarkeit geht: Wird dies verwehrt, <!-- kommt hier ein komma hin? F\u00fchlt sich iwie so an -->kann es notfalls auch mit Gewalt eingefordert werden. Die Betrachtung der Frau* als Privateigentum f\u00fchrt dabei zur Legitimation dieser Gewalt, denn \u201e[&#8230;] zum Privateigentum geh\u00f6rt auch, es zerst\u00f6ren zu d\u00fcrfen.\u201d (Redical [M]: Keine Mehr! 2. Aufl. S. 30). <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Aber nicht nur auf dieser Ebene beg\u00fcnstigt der Kapitalismus Femizide. So korreliert beispielsweise Arbeitslosigkeit von M\u00e4nnern mit Gewaltaus\u00fcbung an Frauen*, sodass in sozialen Krisen wie der Corona-Pandemie Gewalt das Mittel der Wahl ist, um die eigene Vormachtstellung und das Ego wieder aufzubauen, wenn dieses durch \u00e4u\u00dfere Umst\u00e4nde vermeintlich gef\u00e4hrdet wird. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\"><b>Feminismus ist intersektional <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Gewalt gegen Frauen* kann zudem nie losgel\u00f6st von anderen Unterdr\u00fcckungsformen betrachtet werden, sondern steht zu diesen in einem Wechselverh\u00e4ltnis und muss vor deren Kontext analysiert werden. So haben Frauen* mit weniger finanziellen Ressourcen im Kapitalismus beispielsweise schlechtere M\u00f6glichkeiten, sich aus gewaltt\u00e4tigen Beziehungen zu befreien und sind daher sind sie einem h\u00f6heren Risiko ausgesetzt als finanziell unabh\u00e4ngigere Frauen*.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Neben dem Geschlecht der Betroffenen m\u00fcssen also weitere Faktoren wie Klasse, Herkunft, Hautfarbe oder Sexualit\u00e4t genau in den Blick genommen werden, um zu verstehen, welchen Risiken eine Frau* besonders ausgesetzt ist und wie deren Bek\u00e4mpfung aussehen <!-- vorschlag: Gewalt gegen Frauen* kann zudem nie losgel\u00f6st von anderen Unterdr\u00fcckungsformen betrachtet werden, sondern steht zu diesen in einem Wechselverh\u00e4ltnis und muss vor deren Kontext analysiert werden -->muss. Diese Mehrfachbetroffenheit nennt man Intersektionalit\u00e4t. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Obwohl beispielsweise Femizide in Brasilien insgesamt abnehmen, steigen doch die Betroffenenzahlen von Schwarzen Frauen* weiterhin. Auch werden Femizide gegen rassifizierte Frauen* h\u00e4ufig als Ehrenmorde und damit Ergebnis \u201efremder\u201c Kulturen bezeichnet. Dieses rassistische Framing verkennt allerdings den eigentlichen Ursprung der Gewalt: Das Patriarchat. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Auch trans-Frauen fallen Femiziden besonders h\u00e4ufig zum Opfer, flie\u00dfen allerdings oft nicht einmal in Statistiken ein, da hierf\u00fcr auf staatliche Aussagen zum Personenstand zur\u00fcckgegriffen wird. Wurde dieser (noch) nicht ge\u00e4ndert, werden diese Taten demnach meist als Morde an M\u00e4nnern gewertet. Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, wurde der Begriff des \u201eTransfemizids\u201c gepr\u00e4gt. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Diese und viele weitere Beispiele zeigen, dass sich verschiedene Risikofaktoren verschr\u00e4nken, gegenseitig bedingen und sogar verst\u00e4rken k\u00f6nnen, sodass v\u00f6llig neue Betroffenheitsph\u00e4nomene entstehen. Sprechen wir \u00fcber die Urspr\u00fcnge patriarchaler Gewalt und wollen uns solidarisch mit deren Opfern zeigen, m\u00fcssen wir uns in feministische Debatten dementsprechend sowohl antirassistisch und antikapitalistisch als auch gegen jegliche weitere Form von Diskriminierung positionieren. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\"><b>Femizide und deren Ursachen benennen!<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Im \u00f6ffentlichen Diskurs fehlt das Vokabular zur Einordnung geschlechtsspezifischer Gewalt weitgehend, sodass h\u00e4ufig von \u201eBeziehungstaten\u201c oder \u201eFamiliendramen\u201c die Rede ist. Durch dieses Ausblenden politischer Grundlagen in der Berichterstattung werden Femizide entpolitisiert, ins Private verbannt und als Einzelf\u00e4lle verkannt. Dar\u00fcber hinaus berichten Medien vor allem dann, wenn den T\u00e4tern vermeintliche \u201eFremdheit\u201c zugeschrieben werden kann oder Gewalt im \u00f6ffentlichen statt privaten Raum ver\u00fcbt wird. Auf geschlechtsspezifische Hintergr\u00fcnde aufmerksam und Femizide sichtbar zu machen, ist allerdings ein notwendiger Schritt auf dem Weg zur \u00dcberwindung des Patriarchats. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Dies muss bereits bei der kriminologischen Datenerfassung geschlechtsspezifischer Morde beginnen. Derzeit liegt polizeilichen Kriminalstatistiken ein unzureichendes Verst\u00e4ndnis von Gewalt gegen Frauen* zugrunde, wodurch beispielsweise nicht klar ersichtlich ist, bei welchen Morden es sich um Femizide handelt und bei welchen nicht. Nicht jede T\u00f6tung einer Frau* durch ihren (Ex-)Partner ist zwangsl\u00e4ufig ein Femizid und nicht jeder Femizid findet in partnerschaftlichen Kontexten statt, doch die Zusammenfassung in der beh\u00f6rdlichen Datenerfassung nach \u201ePartnerschaftsgewalt\u201c erschwert eine Differenzierung und pr\u00e4zise Risikountersuchung. H\u00e4ufig f\u00fchren fehlende kriminalistische Auswertungen nach Femiziden zu einem Mangel an zielgerichteten Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen und verschleiern so die Analyse patriarchaler Zusammenh\u00e4nge und Tatmotive. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Die Verantwortung des Staates beginnt nicht erst bei der strafrechtlichen Verfolgung von T\u00e4tern, sondern bei einem effektiven Gewaltschutz. Die CEDAW-Allianz, ein B\u00fcndnis aus verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter Beratungsstellen und Frauenh\u00e4user, sieht hier einen enormen Nachholbedarf. Viele dieser Einrichtungen sind unterfinanziert, was die Unterst\u00fctzung von Frauen* in Notlagen erheblich erschwert. Besonders marginalisierte Gruppen wie Frauen* mit Behinderungen, Migrantinnen* oder gefl\u00fcchtete Frauen* stehen vor gro\u00dfen H\u00fcrden, die ihnen den Zugang zu notwendigen Hilfsangeboten verwehren.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Ein weiteres zentrales Problem stellt das Umgangsrecht dar. Oftmals priorisieren Jugend\u00e4mter das Umgangsrecht gewaltt\u00e4tiger V\u00e4ter mit ihren Kindern \u00fcber den Schutz der M\u00fctter* vor Gewalt. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Au\u00dferdem ist der Stundenlohn von Frauen* nach wie vor niedriger und viele tragen die Hauptverantwortung f\u00fcr die Kinderbetreuung, was sie h\u00e4ufig in Teilzeitarbeit zwingt. Diese wirtschaftliche Abh\u00e4ngigkeit wird durch die Tatsache verst\u00e4rkt, dass 2024 knapp ein Viertel der \u00fcberwiegend weiblichen Alleinerziehenden armutsgef\u00e4hrdet war. All diese Faktoren machen es Frauen<!-- hat das n grund, warum da kein * is? -->* extrem schwer, gewaltvolle Beziehungen zu verlassen.<br \/>\nDoch auch die Rechtsprechung im Kontext von Femiziden zeigt, dass der Staat regelm\u00e4\u00dfig versagt. Im deutschen Mordparagrafen (\u00a7211 StGB) werden niedere Beweggr\u00fcnde als Merkmal aufgef\u00fchrt. In den Gerichtsurteilen zu Femiziden werden jedoch h\u00e4ufig andere Motive wie Affekt, Verzweiflung oder Trennungsschmerz angef\u00fchrt, was dazu f\u00fchrt, dass diese Taten lediglich als Totschlag gewertet werden. Dies hat zur Folge, dass die T\u00e4ter nur mit einer Haftstrafe von 5 bis 15 Jahren rechnen m\u00fcssen, w\u00e4hrend bei Mord lebenslang droht.<br \/>\nIm Gegensatz dazu t\u00f6ten Frauen*<!-- s.o. --> ihre Partner oft nicht direkt, sondern nutzen aufgrund ihrer k\u00f6rperlichen Unterlegenheit Hilfsmittel wie Gift, was das Tatmerkmal der Heimt\u00fccke erf\u00fcllt und somit zu einer lebenslangen Haftstrafe f\u00fchrt. In der aktuellen Rechtsprechung werden versuchte oder vollendete Femizide h\u00e4ufig nur als K\u00f6rperverletzung mit Todesfolge verurteilt, was die Ungleichheit in der Behandlung von Opfern und T\u00e4tern weiter verst\u00e4rkt.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\"><b>So geht es nicht weiter!<\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\"><span style=\"color: #000000\"><b>Wir gedenken aller ermordeter Frauen* und M\u00e4dchen*. Jeder Femizid ist einer zu viel. Doch was kann man dagegen tun?<\/b><\/span><span style=\"color: #000000\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Frauen*morde haben in einer patriarchalen Gesellschaft System. Die strukturellen Bedingungen, in welchen Geschlechter hierarchisch angeordnet sind, erm\u00f6glichen alle Formen patriarchaler Gewalt. Im kapitalistischen Patriarchat wird es immer Femizide geben, die durch h\u00e4rtere Strafen gegen die T\u00e4ter nicht verhindert werden w\u00fcrden. (Nichtsdestotrotz fordern wir eine konsequente Strafverfolgung!) Eine reformierte M\u00e4nnlichkeit, die M\u00f6glichkeit als Frau* in F\u00fchrungspositionen zu arbeiten oder auch kostenlose Menstruationsprodukte gelten als Errungenschaften des modernen Feminismus. Solche H\u00e4ppchen in Richtung Gleichstellung werden die bestehenden Verh\u00e4ltnisse jedoch nicht \u00e4ndern. Wir geben uns nicht mit Reformen zufrieden, wenn weiterhin nahezu t\u00e4glich ein (versuchter<!-- vielleicht versucht in Klammern? er wird es ja nicht nur t\u00e4glich versucht, es passiert ja auch fast jeden Tag -->) Femizid stattfindet. Die revolution\u00e4re \u00dcberwindung des Bestehenden hin zu einer grundlegend solidarisch organisierten Gesellschaft, in der das gute Leben f\u00fcr alle m\u00f6glich wird, kann zum Ende des Patriarchats f\u00fchren. Wir k\u00e4mpfen f\u00fcr die Zerschlagung der kapitalistisch-patriarchalen Gesellschaftsordnung und f\u00fcr die bedingungslose Gleichstellung aller Geschlechter. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Und w\u00e4hrend wir auf die Revolution warten, geht es darum, \u00fcber Femizide als strukturelles Problem aufzukl\u00e4ren und dieses sichtbar zumachen. Wir werden feministische Bildungsarbeit leisten, die eigenen patriarchalen Denk- und Handlungsmuster aufdecken und uns bedingungslos und radikal solidarisch zeigen, \u00fcberall dort, wo Frauen* unterdr\u00fcckt, misshandelt und get\u00f6tet werden. Das Gleiche fordern wir von Medien, Politik und Bildungseinrichtungen. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\">Femizide sind keine individuellen Beziehungstaten oder Eifersuchtsdramen, wie sie meist in den Medien verharmlost werden. Damit findet in der medialen Darstellung eine Verschiebung ins Private statt, sodass es zu einer Bagatellisierung der massiven strukturellen Gewalt kommt. Es braucht eine Anerkennung als geschlechtsspezifische Gewalttat auf allen Ebenen. Das hei\u00dft auch, dass eine \u00f6ffentliche Positionierung der Politik notwendig ist, dass in sch\u00fctzende Strukturen wie z.B. Frauenh\u00e4user (vor allem im l\u00e4ndlichen Raum) investiert werden muss und dass Richter:innen und Staatsanwaltschaft geschult und sensibilisiert werden m\u00fcssen. Es fehlen auf institutioneller und auf gesellschaftlicher Ebene Konzepte und Strukturen, die Frauen* sch\u00fctzen und die Taten angemessen verfolgen. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\"><span style=\"color: #000000\">Da man sich, wenn es um das Leben von Frauen<\/span><span style=\"color: #000000\">* geht, weder auf Staat noch auf Polizei verlassen kann, ist es n\u00f6tig, eine feministische Bewegung aufzubauen. Wir brauchen eine solidarische und k\u00e4mpferische Frauen*bewegung! Inspiration entnehmen wir aus internationalen Kontexten wie den <\/span><span style=\"color: #000000\"><i>alertas feministas<\/i><\/span><span style=\"color: #000000\"> aus Uruguay, die durch politisch-k\u00fcnstlerische Aktionsformen den \u00f6ffentlichen Raum zur\u00fcckerobern, immer dann, wenn ein Femizid begangen wird. Der argentinischen Bewegung <\/span><span style=\"color: #000000\"><i>Ni una menos<\/i><\/span><span style=\"color: #000000\"> gelang es 2016 mehrere Massendemonstrationen in verschiedenen L\u00e4ndern zu mobilisieren, somit Femizide \u00f6ffentlich sichtbar zu machen und konkrete Forderungen in aller Klarheit zu formulieren: Das Ende m\u00e4nnlicher Gewalt an Frauen* und das Ende aller geschlechtsbasierter Gewalt! Demonstrationen, kreative und k\u00e4mpferische Protestformen und feministische Massenstreiks zeigen: Wir sind viele, wir sind organisiert und wir werden weiter f\u00fcr unser Recht auf ein sicheres Leben k\u00e4mpfen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">Patriarchale Gewalt muss skandlisiert werden! Wir m\u00fcssen uns zusammen tun, Erfahrungen austauschen und uns vernetzen. Es kann ein Anfang sein, \u00fcber diese schockierenden Umst\u00e4nde zu informieren. Das Ziel muss sein, gemeinsam gegen sie zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Carlito, sans-serif\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\">*Patriarchale Gewalt richtet sich nicht nur gegen cis Frauen in heterosexuellen Beziehungen, sondern auch gegen queere Personen. Von Femiziden redet man immer dann, wenn die ermordete Person eine Frau war (egal ob cis- oder transgeschlechtlich) oder als solche vom T\u00e4ter wahrgenommen wurde. Femizide passieren Menschen, die weiblich durch den T\u00e4ter gelesen werden, unabh\u00e4ngig von ihrer eigenen geschlechtlichen Identit\u00e4t.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ermordet, weil wir Frauen* sind Der Begriff \u201eFemizid\u201c bezeichnet die \u201efrauenfeindliche T\u00f6tung von Frauen durch M\u00e4nner\u201c (Russel). Dies bedeutet, dass ein Mann eine Frau* ermordet, lediglich weil sie eine Frau* ist. Femizide repr\u00e4sentieren die extremste Form patriarchaler Gewalt, treten jedoch h\u00e4ufig im Rahmen eines Kontinuums von Gewalt auf und sind Ausdruck m\u00e4nnlicher Dominanzbestrebungen. Entscheidend f\u00fcr [\u2026]<\/p>\n","protected":false},"author":932,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2376,2709,2710,1876],"class_list":["post-66306","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-syndicated","tag-allgemein","tag-femizide","tag-patriarchale-gewalt","tag-patriarchat"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66306","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/users\/932"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66306"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66306\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":66307,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66306\/revisions\/66307"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66306"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66306"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/meta.copyriot.com\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66306"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}