[politics]

Mi 15.1.

Café Kurzschlusz 19Uhr: Vortrag, Julia Bernstein: Rassismus und Antisemitismus in Bildern und der Werbung.

Mi 22.1.

Gewerkschaftshaus (Wilhelm-Leuschner-Straße 69, Nähe Hauptbahnhof Ffm, Zugang über den Hof) Vortrag & Diskussion „Die Frau im Kapitalismus: juristisch gleich, moralisch geachtet, schlecht behandelt.“ 19:00

Auch nach der längst erreich­ten recht­li­chen Gleich­stel­lung mit dem Mann, auch nach­dem Frauen heute die Mehr­heit der Abitu­ri­en­ten und dabei die mit den bes­se­ren Noten, in vie­len Stu­di­en­gän­gen die Mehr­heit der Stu­den­ten stel­len, nach­dem sie man­che vor­dem als Män­ner­do­mä­nen bekannte Berufs­fel­der erobert haben, gibt es noch immer genug Dis­kri­mi­nie­rung und sexu­elle Unter­drü­ckung des weib­li­chen Geschlechts.

Frauen füh­ren den Kampf dage­gen, indem sie der Män­ner­welt den Vor­wurf machen, nach wie vor den fäl­li­gen Respekt für die Selbst­be­stim­mung und eine selbst­be­wusste Rolle der Frau zu ver­wei­gern, in einem alten Den­ken und gest­ri­gen Rol­len­bil­dern der Geschlech­ter zu ver­har­ren. Mit der For­de­rung nach Respekt ren­nen die Prot­ago­nis­ten der Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit über­all – in Poli­tik, Öffent­lich­keit und schon gleich im aka­de­mi­schen Bereich – offene Türen ein.

Sieht man von ganz kon­ser­va­ti­ven Krei­sen, die vom tra­di­tio­nel­len Fami­li­en­bild nicht las­sen wol­len, und von den Kult­fi­gu­ren des Gangsta-Rap ab, gibt es keine Stimme, die vor den Frauen als voll­wer­ti­gen, beruf­lich und über­haupt selbst­be­stimm­ten Mit­glie­dern der Gesell­schaft nicht den Hut zie­hen würde. Über­all gibt es Gleich­stel­lungs­be­auf­tragte, Frau­en­för­de­rung und Frau­en­lehr­stühle; an Unis und im lin­ken Milieu ist das „Gen­dern“ ver­brei­tet: Durch die Modi­fi­ka­tion von Wör­tern und Gram­ma­tik besteht man dar­auf, dass in jedem Satz, in dem von mensch­li­chen Sub­jek­ten die Rede ist, der Frau noch ein­mal eigens gedacht und ihr die Ehre erwie­sen wird.

Woran liegt es dann, dass der all­ge­mein bekräf­tigte gute Wille nicht viel ändert an den sozia­len Benach­tei­li­gun­gen, Belei­di­gun­gen, An– und Über­grif­fen, die Frauen erfah­ren? Woran liegt es, dass die offi­zi­elle Moral sich von der prak­tisch geleb­ten so trennt? Anders gefragt: Haben die gesell­schaft­li­chen Posi­tio­nen und Rol­len, auf die die Frauen fest­ge­legt sind, nicht doch hand­fes­tere Gründe als frau­en­feind­li­che Vor­ur­teile der Män­ner, Gründe, denen man mit dem Ein­for­dern und Ablie­fern von Respekt­be­zeu­gun­gen über­haupt nicht beikommt?

Mehr Informationen:

https://www.farberot.de/

https://www.facebook.com/farbeROT.ffm

Do 23.1.

Osthafenforum im medico-Haus, Lindleystraße 15 (gegenüber Nr. 11), 60314 Frankfurt am Main. „Grüne Ökonomie – Lösung oder Mogelpackung?“ - Eine Diskussion mit Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung und Christiane Grefe, ZEIT-Journalistin, im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Der utopische Raum“ der stiftung medico international. 19:00 Uhr.

Anthropozän: So haben Wissenschaftler*innen ein neues Erdzeitalter getauft, in dem der Mensch alle Prozesse auf dem Planeten entscheidend beeinflusst – die biologischen, geologischen, stofflichen, atmosphärischen. Der Mensch als Gestalter der Natur: welcher Naturbegriff steht hinter dieser Vorstellung? Ist sie die Perfektion des biblischen „Macht euch die Erde untertan?“ Vermessen, ein bedrohlicher Irrtum – oder realistisch verantwortungsvoll? Liegen darin auch Chancen und utopische Potenziale?

Café Kurzschlusz 18.30 Uhr: Film, „Die Rote Linie - Widerstand im Hambacher Forst“

Di 28.1.

Pupille/Festsaal des Studierendenhauses (Campus Bockenheim, Frankfurt)
19 Uhr: Unter_kino n°3 // "LUFT ZUM ATMEN – 40 Jahre Opposition bei Opel"
1972 gründeten ein paar Arbeiter und Revolutionäre bei Opel in Bochum die „Gruppe oppositioneller Gewerkschafter“(GoG). Die GoG existierte über 40 Jahre und hat mit ihrer radikalen Betriebsarbeit den Widerstandsgeist in der Bochumer Belegschaft befeuert. Als Betriebsräte im größten europäischen Produktionswerk von General Motors gaben sie geheime Informationen an die Belegschaft weiter, sie sorgten für achtstündige Betriebsversammlungen, kämpften gegen Krankenverfolgung, organisierten ihren eigenen Bildungsurlaub und versuchten sogar, auf eigenen Faust direkte internationale Solidarität zwischen den verschiedenen GM Belegschaften in Europa herzustellen, um sich gegen die Standorterpressungen in den 90er Jahren zur Wehr zu setzen. Ihre radikalen Aktivitäten kulminierten schließlich im wichtigsten Wilden Streik der deutschen Nachkriegsgeschichte, als die Belegschaft im Oktober 2004 sechs Tage lang das Werk besetzte und die Produktion in ganz Europa lahmlegte. Ein Portrait von Kollegen, die sich Gehör verschafften. Ihre Praxis einer unbeirrten Betriebspolitik von unten zeigt, dass Widerstand möglich ist. Auch heute.
Zusammen mit der Regisseurin Johanna Schellhagen und den beiden GoG-Aktiven Wolfgang Schaumberg und Johannes Szafranski wollen wir im Anschluss an den Film darüber diskutieren, was wir aus dem Beispiel der GoG für aktuelle Arbeitskämpfe – auch an der Hochschule – lernen können, wie eine radikale Gewerkschaftsarbeit jenseits der „Sozialpartnerschaft“ aussehen kann und warum sie heute mindestens so wichtig ist, wie vor knappen 50 Jahren.
(D 2019, 70 min, DF, DCP) Trailer

Mi 29.1.

Osthafenforum im medico-Haus, Lindleystraße 15 (gegenüber Nr. 11), 60314 Frankfurt am Main. „Tadmor: ein syrisches Gefängnis“ - Film, Ausstellung und Diskussion mit Monika Borgmann aus Beirut. 18:00 Uhr Einlass und Führung durch die Ausstellung, 19:00 Uhr Filmbeginn, danach Diskussion mit Regisseurin Monika Borgmann, moderiert vom Veranstalter medico international e.V.

Tadmor ist der arabische Name für die syrische Stadt Palmyra - und für das berüchtigte Gefängnis in der Nähe der Stadt, das für Brutalität, Folter und Ermordung gefürchtet war. Einst von der französischen Mandatsmacht erbaut, erlangte es ab Ende der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts traurige Berühmtheit, als der damalige syrische Präsident Hafez al-Assad, der sich 1970 an die Macht geputscht hatte, politische Gegner in diesem Gefängnis wegsperrte. Linke Oppositionelle saßen hier ein, ebenso viele Libanesen, die vor allem während des libanesischen Bürgerkriegs (1975 – 1990) verhaftet und hierhin verschleppt wurden. Einige dieser ehemaligen libanesischen Häftlinge verarbeiteten im Jahr 2012 unter Leitung von Monika Borgmann und Lokman Slim ihre Haftzeit in einem Theaterstück, das auch in Deutschland zur Aufführung kam. Zwei Jahre später wurde daraus der Dokumentarfilm „Tadmor“, in dem ehemalige Häftlinge die Rolle der Gefangenen als auch die der Gefängniswärter selbst spielen (Regie: Monika Borgmann & Lokman Slim | 2016 |103 min | Lebanon-France-Switzerland-Qatar-United Arab Emirates | Arabisch mit deutschen Untertiteln). Begleitend wird die Ausstellung „Damascus Road“ von Einzelportraits libanesischer Gefangener in Syrien gezeigt, zusammengestellt von medico-Partner UMAM – Documentation & Research (Beirut).

Do 30.1.

Osthafenforum im medico-Haus, Lindleystraße 15 (gegenüber Nr. 11), 60314 Frankfurt am Main. „Tadmor: ein syrisches Gefängnis“ - Film, Ausstellung und Diskussion mit Monika Borgmann aus Beirut. 18:00 Uhr Einlass und Führung durch die Ausstellung „Damascus Road“, 19:00 Uhr Filmbeginn „Tadmor“, danach Diskussion mit Regisseurin Monika Borgmann, moderiert vom Veranstalter medico international e.V. Weitere Infos siehe Zusatztermin am 29.01.2020.
IG Metall (Wilhelm-Leuschner-Str. 79, 60329 Frankfurt am Main, Raum K 1)
Zwangsarbeit bei Rheinmetall und der Umgang mit der Erinnerung z.b. KZ Tannenberg, Unterlüß. 19:00 Uhr. mit
- Vertreter*Innen der Initiative Rheinmetall entwaffnen Rheinmain
- Katinka Poensgen, Lebenslaute und IG Metall
- Lothar Reininger, Initiative KZ Katzbach, Frankfurt (Adlerwerke)

Im KZ-Außenlager Tannenberg waren von Herbst 1944bis Mitte April 1945
etwa 900 osteuropäische Jüdinnen inhaftiert, die Zwangsarbeit bei
Rheinmetall in Unterlüß imKreis Celle leisten mussten. Es gibt keine
Erinnerungsorte in Tannenberg, die Firma Rheinmetall, auch heute einer
der größten Rüstungskonzerne, meint, ihre Geschichte im Faschismus sei
aufgearbeitet. In der Gemeinde Unterlüß ist die Verdrängung der eigenen
Geschichte kaum gebrochen. Initiativen vor Ort bemühen sich seit Jahren
um ein würdiges Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in
Unterlüß. In den vergangenen zwei Jahren hat auch das
antimilitaristische Camp Rheinmetall-entwaffnen das KZ Außenlager
Tannenberg zum Thema gemacht. 2018 wurde eine provisorische Gedenktafel
aufgestellt.

Der 27. Januar 1945 ist der Tag der Befreiung des Vernichtungslagers
Auschwitz. Der Tag wird in Gedenken an die Opfer des Faschismus
begangen. Auch 75 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus ist der
Umgang mit der Erinnerung immer noch schwierig und manchmal wird das
Gedenken verhindert, zerstört, gehasst.Die Ausstellung „Zwangsarbeit bei
Rheinmetall“ beschäftigtsich sowohl mit Zwangsarbeit, dem
RüstungskonzernRheinmetall, als auch mit dem Versuch, der Erinnerung an
die Zwangsarbeiterinnen im KZ-Außenlager Tannenberg einen Ort zu geben.

Der „Weg der Erinnerung“, während des antimilitaristischen Camps in
Unterlüß im September 2019 gestaltet, war nur wenige Tage sichtbar; dann
waren der Gedenkstein zerstört, die Banner und die Baumbinden zerrissen.
Auch dies ist Teil der Ausstellung.

Thema der Veranstaltung ist der Umgang mit der Erinnerung an die
Verbrechen und die Opfer des Nationalsozialismus.

Die Ausstellung “Zwangsarbeit bei Rheinmetall,
z.B. KZ Tannenberg, Unterlüß” ist ab 18 h geöffnet.

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